Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 35. · p. Seite 270

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 35.
Date
1888-01-01
Page
Seite 270 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/5369809-5935050-5938348--6792-5372676
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ttrbiortt herbe kort, licht» de» Singe» ihren Lauf, — die Stimme de» öffentlichen Gewiffen» nuftfc der politische» Opportnuttäl de» Platz etRfftaäai, ein Elia», der sich tont Propheten»«« zurüchzicht. — Ader »en» feige. leige, «enchevnürderische Schandthate» geschehe» — da»» taf kk vtfaRste nicht schpieige»: »Hn» Friede», spricht Sott, dm iöösemichtern"! so lesen wV» seldft am grsfern Tage der Versöhnung. — d,»u auch der Elia» seine» herbe» Propheten-Bervs Mieder ausnehmm. — Und e» geschehe» Schandtharm i» Israel, di« ihre» Eharattrr nach de» Meuchelmord de» Ahab und der Jsebel nicht um ein Haar «achstehm. Da »üffe» wir unser Schwcig« brechen! — I» rimr Gemeinde Obirschlrsieo» hot di« staiutrnnchßige Wahl eine» Rabbttnr» durch die Gemeinde-Repräsentanten mit überwiegendrr Majorität stattgeiundev. Wir lassen hier die Ramm der Gemeiud« und de» Gewählten »eg: ,»r dir Sache soll hier vorgeführt werden. Heiße Kämpfe waren der Wahl voro utaegauger, dev n für de» Gewählten warm znmrist die gebildete», «nfesstonell gemäßigten Eli mente der Gemeinde ein.?rtreten, denen nur rin verschwindender Bmcktheil Mtra-Ortho» oxer gegmüberstand. Aber was diesem geringen Bruchtheil an numerischer Stärke abgeht, da» ersetzt er durch die der extrem« Orthodoxie rigrnthüwliche Hartnäckigkeit. und vor keinem Mittel zurückschrrckend« Zähigkeit der Will«»-Energie. Alle möglichen Lüg« und Verleumdungen warm schon vor der Wahl über den Eandidat« »nt dreister Stirne verbrettet worden, um deffm zahlreiche Frmode ihm abspenstig zu machen. Alle» vergebens! Lüge und Berlmmdung wurden mtlarvt, so daß di« Rädelsführer i» einem Briefe an einm einflußreichen Nepräsmronim outdrücklich all« Verdächtigung« zurückaehnem wußten. Di« Parvle: „Dreist tügm! Wird es nachher mt» larvt, für dm Augmdlick wirkt es und etwas bleibt immer hängen!" — hier wurde sie an der evident nachweisbar« Makellosigkeit de» Ea»didatm zu Schanden. Der Erfolg war: die Wahl desselben mit einer Zweidrittkl-Majortltt der Repräsmtaotm! — Aber das kleine Häuflein der Orthodoxen gab das Spiel nicht auf. — Der Vorstand hatte di« Wahl zu bestätige». — Da wurde aus'» Reue mtt Verdächtigung und Verleumdung eingesetzt. Der Erfolg war eine Verzögerung, aber schließluch erfolgte auch die Zustimmung de» Borstaude» fast mtt Stimmen-Eiaheit. Run handelte e» sich um die Bestätigung der königlichen Regierung. Da beginnt nun da» ganze Spiel auf» Reue. Alle die verleumderischm Machinationen, die ganz klar und evident durch die Gemedlde-Bertrrtung al» Lüge nachgewiesm wurdm, sie beginn« wieder auf» Neue vor der Regierung, die natürlich von dm bisherig« Vorgängen in der Gemeinde nicht unterrichtet ist, die auch wohl keine Ahnung davon hat, daß innerhalb de» Judeuthum» mtt solchen Mitteln der Selbstzerfierschung unter de« Deckmantel der Religion gegen die eigmm Lehrer und Erklärer der Religion, gegen ihre Rabbiner und Prediger, gewühlt werde. So tritt man nun »d mtjorera Dii gloriam vor die Regieru»g, um qegev einen Rabbiner, der länger als ei» Jahrzehnt im Amte ist, die »iederträchtigsten Verleumdungen z» schleudern; jo, mau wagt es sogar, dm moralisch« Eharakter eiae« Rabbiners, deffm Wahl von der er drück» dm Majorität der Geweinde mtt freudigem Jubel begrüßt wurde, zu verdächtig«; man wogt ti, die Entscheidung der König» lichm Regierung zu beeinfluffm oder gar irr« führ« zu wollen. Wtt begreif« zwar nicht, wie die Herr«, der« Hintermänner ja dir detr. Gesetze kreme», eine Königliche Regierung avgehm können, daß sie die von der beruf«« Gemeindevertretung legal vollz^me Wahl auch materiell der Prüfung unterziehe. Di« Würdigkeit oder lluwürdigkett de« Eandidat«, seine rabbiuische Qualifikation zu prüf», glaubt« wir, wäre Sach« der Gemeind^Vertrrtrmg, und ist von ihr a«h i» gründlichster Weise er^lgt. Die Regierung hatte sonach nur von Auffsthttweg« zu untersuch«, oö die Wahl in der legal,»Form vollfvgen »wrdk» und Lo»d»at politisch nicht comprmntttttt sei».dgl.— s kan» eine genaue Recherche d« Regternng hktm tmi sein, als de« bttreffend« Reibdma mid sei»« Das Resultat tau» keinem Zwckftl unterlieg». Es yefMjjg »« ei»« PerftkLchßett. ket« jMfrt Leb» Or vDäklichkeu i varlieat, um dm Äe Extrem-vrthöövx« ei» fstrnruchl*. Spionier-System orgauifirt Hab-». »» tta. wen» nur hg»t möglich. durch Ehrabschneidern moralisch zu vernicht«, z» »orte». Wen» »»» aber solcher vvllde»»ßte «ora» lisch« Meuchelmord tm fttmtx der Rrltgt»», im ««wen de« Iubenthnm», geg« ein» vo« all«charukteevoll« Rabbinern Dmtschlauds hochgeschätzt« Eollq» bogavgm »irddann ist es Pflicht aller charaktervolle» Raddimr Dmtschland», kür dt« »« morallfche» Mmchriword bedrohte Ehre ihre« Eolleg« einzutrrtm; da» vev» laugt es di« Evre de» Rabbiner-Standes, dich fie sich erheb« Alle, wie Ei» M>«; tau» »erl»»»t es je»«» Einzeln« Ehre, baß ihr Stolz fich «mfbämne, baß nicht i« Rameu de« Jubeuthums, best» Lehrer sie flu», deffm Ehre fie «uh a»ßm hin verttzetdig«, tm eigm« Jauern Schandthaten geschch»; daun ist es Pflicht be» Rabbiner.Verbandes, die Initiative zu ergreifen, um die Ehr« m»b die Zukunft und dt« «orallsch« Existenz eines fctncr treuesten Mitglieder, Mitarbeiter und VtttkgrMkr vor fanatischen »ud fimatistrten Etzrabfchnetbe» in Schutz zu uehwm. und die Wahrhett und Zu» Recht au der« jefuitffchm veröchteru zn räch« — — da muß jeder ehrenhafte Rabbiner, unter Initiativ« de» Rabbiner-Verbav des, t« Geiste be» nnersihmcku« «lia», einer solch» «Hot., und Isebel-Ttzat die Wahrheit in» Gesicht schlmde-,: mrv OJI nreru »Mord ist Ener Hand merk! Mord ist Euer Wrrltzeuß! Mord ist die Grnudla»«. ans dem Ener veßtzftanb benchtl" Senn die Rabbiner ruhig solch« Schandthat» sin Ramm de» echt« Iubenthnm» znsehen und höchsten» die Faust m der Tasche ball« — dann soll« fU sich nicht wunde«, w«u schließlich alle besseren Elemente d» jüdisch« Angele»«heit« dm Rück» kehr». Welcher Prrvat« manu hat Lust, fich ewtg «ft feMje» Schmutz zu besudelnd Was ist denn die Stärke der Orthodoxie? daß di« kleiner« »der »rvßerm Häuftet» nicht von d» »ominellm Führe« ihrer Partei i« Stiche »eiaff« »erden, daß.sie vielmehr all«»: Agttattoua-Mtttel und Material, mk von riara Zentral- Auskuufts-Burea» geliefert bekam««. Die ftetfinmg» Theile der Gemeind« find ganz auf stö; augewiefm. Äs giebt keine Zmtral-Ttelle, die ii»m zu Hilfe käme. Dan» aber wundre man sich nicht, wenn die Schaar« der religiös Gemäßigt«, di« sich um» Iubenthnm kümmern, »an Tag zn Tag fich lieht«: »Der Gute räumt den Platz de» Bösenl" Da» ist die »ahre Gefährlichkeit der Orthodoxie: daß sie all« guten Element« 'in» Lage« de» Judiffereuti»«»» treibt. — Möge der Rabbtnerstanb, der fich dm Kanstschlaz Er» furt-Fetlchenfeld ruhig gffalle» ließ, de» ehrenhaft» Lateustand« zur vertheidigung »er Ehre de» Jubenchmu» ' nach innen »büch zu Hilfe kennuml Selch« »enchel- »srdertsche Schandthaten gegen bi« Ehre au- . erkannt ehrenhnfter Mitglieder läßt sich kein Stand gefallen: Und der Rabbiner-Stand > sollte sie sich gefallen lassen? Der NettgtEWAmH «Nterrßcht irn Pg» Vs Di« Resultate de» Llemembw-U, terricht» beruh» nicht auf de» System, fände» ans her Methode. Da» Syst«, ist da» Segmtheil der «ertz^e. Jmes hat die Wifi». . sehastlich» G«sichi»p«cklr vor 'finge,' und Haft fich ßv»g - J

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.