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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 34. · p. Seite 264

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1888-01-01
Page
Seite 264 (sequence 6)
Language
German
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dir Stiftung ui» fftr geeignet, von i$rja nehmen, nicht aber, ihr Anwendungen ttoend weicher Art zu machen. Man «eg aber gegen die au» den derzeitigen'Eimerd«. Verhältnissen rrsultierrnde Bnmehruug der Studierenden noch so sehr emgniommrn sein, so bleibe es doch Ttzatsache. daß da« Judeuthvm und die Judenheit ein sehr frohes Interesse daran haben, ihre Söhne und Töchter a«h ,u den Kallurarbeiten desCttrste« in dm vordersten Reihen streben z» sehen. Donk darum, innigsten Dank dem kleinen Häuflein israelitischer KuVusgemeindru in Bayern, »elche ihr Ber» siändniß hiefir durch die That bkweisen! (Diese Gemeinden sind: >ug«bürg.Bayreuth,Fürth,Hürden,München, Stürnbergmd Rearnöburg; hoffentlich trittunnmehr auch Bamberg hirzu.da« sich jüuzst durch di« Wahl eine« freisinnigen Theologen zum Rabbiner selbst geehrt hat. Red.) Wamöerg, 1v. August. (Or.-Earr) Herr Dr. Eckstein au« Leipzig ist rum Rabbiner hierselbft erwählt worden. Die Orthodoxie ist über dies« Wahl sehr verstimmt und möchte sie gerne rückgängig machen. Man kann e« ihr nicht verargen, wenn sie gerne einen Candidateu nach ihrem Sinn und ihrem Geschmacke auf dem Rabbinatssitz habm möchte, jedoch stillte sie nicht so kleinlich zu Werke gehen und einen homiletischrn Auedruck, dessen sich Herr Dr. Eckstein in seiner Obrrpredtgt b'dient bat, dazu benützen. Herrn Eckstein de« Unglauben» und der Unwiffenschastlichkrit zu zeihen. Sie denkt wohl an den hierarchischen Ausspruch: „Cin kleine« Steinchen wird den groben Koloß in« Rollen bringen." — Ihre Pläne »erden aber an dcm festen Willen der Majorität scheitern, welche einen aufgeklärten Rabbiner, der die Gemeinde nach ollen Seiten würdig rrpräsentirm kann als geistliches Oberhaupt wünscht. Die Orthodoxie droht in ihrem Organ« schon «tt Separation. Niemand wird ihr eine Thränr nachweinen, wenn sie sich trennt. Für das Blühen und, für die weitere günstige Entwichiung der Gewände kann es nur vortheilhaft sein, wenn solche heterogene und störrische Elemente au« chr scheiden. Der Austritt der Orthodoxen ist so nur eine Frage der Zeit. Hoffentlich wird die l Regierung die Wahl bestätigen und durch die Machinationen der Opposition keine Rücksicht nehmer. (AehulhheAgstativnsbestrrbuugeu und Austrittsdroh »agen bei der Regnrung gegen «irr derer!« vollzogene Wahl werden uu« auch au» einer schlesischen Gemeind« berichtet. Die jetzigen fanatischen und verfolgungssüchrigen Orthodoxen schämen sich nicht, inner« Angelegenheiten vor da« Forum der Regierung zu bringen. — Das hätten die echten alten Orthodoxen nie gethnn, sie fügten sich stet» de» Beschlüssen der Majorität.) Stuttgart, 7. August. (Or. »Eorr.) Am heutigen Tage vor der Versammlung des Wüettemb. Volksschullehrer-! Verein« fand im Hotel Dr,ginger hier d>« versa «ml», g > des Unterstützuugsveretns israel. Lehrer und Vorsänger Württembergs statt. Bou den öS Lehrern Württembergs, »eich« sämmtlich dem Vereine augehören, war nur der vierte Theil anwesend. Als Freund« und Gönner de« Vereins beehrten dt« Versammlung mit ihrem Erscheinen di« Herren Ärcheurath Dr. v. Wassermanu, Reddiner Dr. Stößel und Bangui« O. Southei «er o:n hier. Der Stand der Uuterstütznugskafle ist ein sehr günstiger. Das vermögen betrug am 1. August d. I. 34,17» Mk. und hat uu 1480 Mk. znzrnommen. Au Spenden erhielt der verrtu 1755 Mk. au Stiftungen zum Grundstock 808 Mk. Der Ausschnß verwiegte nieder Unterstützungen im Betrag« von 1450 ML in Gaben von 100—250 Mk. Auch der Kaffe des christliche« Lehrer-Unterftützungsvereius wurde «ine ansehnlich« Gabe zugewtts«. Die Berichterstattung des Vorstands gab nur zu »»«uigen unerheblichen Debatten, »»ran sich die Herren Ktznigsdrecher-Rottwttl und Spatz-Llhenau dethetligtet. Beraulaffung. Dt« sich nn»ttttlbar anschließende freiwillig« Tont««» «öffnete der Veretnsvorstand. Oberlehrer Stern«Gßltnge», mit einer Darlegung über die Zvecke des Vereins. Kirchen« rath Dr. ». «affermaun begrüßte die ve^ammlnug mit herzlichen Warten uu» »tt eine» Rückblick auf die Lehefächer der allen tsr. Schulen i« verg leiche zu jetzt. Der Hanprgegenständ der Verhandlungen blldete .Dir Revifie« des Lesebuchs für die isr. Schul«, Württemberg«", worüber Straßburgkr-Vuchau da« Referat übernommen hatte und in ausführlicher weise di« Zwecke eines Lesebuchs für isr. Schnlen darlegtt und die zrvßen Mängel unseres Lesebuchs beleuchtet«. Den Inhalt des Referats faßte derselbe m folgenden Thesm zusammen: 1. Ein Leiebuch, das den i »r. Schulen die zweckmäßigste Oeeonomie des Unterrichts möglich macht nnd den Schul- und Louftsfiontvahältutffeu entspricht, ist Bedürfniß jeder Schule. 2. Das seit 1887 nicht m>chr revidirte Lesebuch für die isr. Schulen Württemberg« befriedigt diese Ansprüche nicht wehr. S. Die amtliche Orthographie ist im Lesebuch couseqneat dnrchzuführrn 4. Lebensbilder au« dem jldtsch-relißisseu Lebe, bedürfen einer wesentliche« Vermehrung. 5. Die poetischen Lesestücke bwürfen einer brflereu Answadl, besonder» mit Vrriickfichltgnng deutsch - nattpualen und jüdisch-religiösen Stoff». 8. Der realistische Stoff ist unzureichend; er bed«rf der Berichtigung, her Eeweitenmg und Vereinfachung und der besseren Auswahl. 7. Unseren Wünschen für «in zweckmäßiges Lesebuch wird entsprochen duräi eine mit Subvention der isr. Eeutralkircheuk^ffe vru der K. isr. Oderkttcheu» behörde anznordnende Revifiou üuseres Lesebuch« unter Beiziehung von isr. Lehrern Württembergs. An diese Thesen schloß sich «in« anregend« Debatte, «u der sich auch Rabbiner Dr. Stößel betheiligt« und flch gegen de« Vorschlag des Vorstandes aassprach, das Lesebuch für dtt evaugel. Bolkss kulen «tt s)aau» reißen und Uederkleben des specifisch-chnftlichen Stoff« eirzu führe» und daneben noch ein eigene« Lesebuch zu verwenden, welches di« nachbiRisch« Misch« Geschickte und Lesestücke jüdisch-religiösen Stoffs enthalte. Dtt Thesen Straßburzer« wurden «tt einer kleine» Abänderung der letzten These von der Versammlung angenommen, und es soll dtt K. isr. Oberkircheadehsrd« unter Vorlegung de« Sttaßburger'sa;«» Referats um Abhilfe in - dieser Angelegenheit gebeten »e:deu. Lehrer Spatz- Efcher.au httll einen Borttag über »Dtt Juden Haheulohe's im 11. vud 12. Jahrhundert", wog» Lehrer Fr onk-Weikersheim ais Ergänzung noch einig« to» tcreffantr Mtttheilnugeu über die Geschichte der Inden daselbst machte. Ferner wurde beschloss«», au dtt K. tsr. Oberkirchenbehtrde dtt Bitte z»> richten, daß die Barsänger hinsichtlich der Allerszulagen dm isr. Lehrern gleichgestellt werden möchten. -lach Schluß der versaumluug fand «tu gemeiuschnft- ■ llches Mahl statt, gewürll durch verschiedene Taaste. Eehrmeiz. Atirich, d. 15. August. (Or^Eorr.) Hier fand gestern und vorgestern der Internationale Eongrrß ver Fattn-Evlo« nim statt. — Am Montag lwtte Herr Dr. Betttz aus Frankfurt in längerer Red« dir wahrhaft großartig« Brchätianng Frankfurts ans dem Gebiete der Faieu-Evlouttn geschildert. A« Dienstag erbat derselbe Har Dr. Brtth, »achde« dtt "auaemoldeteu Haren (Dtrrctvr und Regienttigsrach Jung aus München und Lehrer Fisler nu Arich) -eist- und qemüthvoll über Knabenhatt referirt, da« Wort. Zunächst hielt a sich sachlich indem er der. namentlich von Lchrrr Fisttr betonten Ansicht, in den' knabentzorten sei dtt Handfertigkeit nicht besonder« zr, pflege», mansch entgegeuttat. s. '4 . "fci $ r-- VM 1. Q - . 's.. . .. --Mi

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