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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 34. · p. Seite 263

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1888-01-01
Page
Seite 263 (sequence 5)
Language
German
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■ «atf Me »eiche« Säst, uafe ein solcher aaf die Touferenz. ^Innl der Gäste erwidrrtt Herr Wertheimer-Httdmberge. welcher damit die Abstattung der Grüße de« .vberh. Lehrer- Bereius" verbsnb, «ch »urdm anch sein« herzliche» Worte mit Beflall aufgenownieo. D.tt Tischgebet. tun Herrn Strauß« Burghan, ge- ' fpCMfen, schloß z» sch»» vorgerückter Stunde die Tafel. G» war diesmal unserem Borsitzendeu mcht beschiede», für de» verbleibend« Tagesreft kein« Getreue» auch zu «üchliche» Beisammensein um sich geschaart zu sehen, dienstliche Obliegenheit i» Stellvertretung de« Laudrabbiuer« ihn «Uigst nach Toffel znrückrief. Such war. wie schon , vorher geplant, eine grüße» Anzahl vo» Tollegeu nach de» versa irdenste» Puvktm, besonder« nach dem »ahe» Frankfurt «it de« Abendzügen aufgebrochea. um entweder hier »ad da Besuche adzuftatt«, »der Sehen«« . Würdigkeiten aaderm Tage« in Augenschein zu nehmen, theil« auch, da di« meiste» der Herren ja Ferien hatten und die Gelegenheit so günstig, von dort au« ander« Touren aazuknüppm. wir aber schlleheu hiermit unseren Bericht und rufen allen BetheUiqten zu: Auf stohr« Wiedersehen, so Gott will, zur nächsten Jahre««Bersammlung in Lasset! Die «chrtMhrer: 9»»44art«MK. _ Glmtt-Gredenstetn. Gerichte m»> GsrrespOade»^». Demtsrdlaad. Magdeünrg. vor uns — schreibt die .Freis. Zt,.- — liegt riu« ganze Serie oou FlngbläUern, di« im Verlage voa Theodor Fritsch tu Leipzig erschienen stad, und den «uttsemitismu« in der gehässigste» Weise predigen. Das eine derseideu enthält eineu den Fürsten Btgmarck darstelleudr» Holzschnitt mit der sakfimilirtea Unterschrift derselben und darunter: .Unverfälschte deutsch« Worte, dem. der sie sprach, zur Ehre, dem deutschen Volk? zu« dauernden Gedächwiß. der deutschen Jugend al« Ansporn zur rettenden Thar." Alle dt« Anssprüche de« Fürste« Bismarck, die darunter ab» gedruckt find, stammen au« der Sitzung de« oerrinigteu Landtag« im Jahre 1847. Die Billigkeit hätte e« wohl erfordert, daß mau daardeu auch die diplomatischeu Noten adgedtuckl hätte, mit dene» der Kürst Bismarck im Jahre 1880 für di« Gleichberechtigung der Juden in Rumänien eiugetrete» ist. — Man erhält i» der Thal ein falsche« Bild vom Fürst« Bismarck wen» mau nur seine Ausfpiüche au« wett rmlegenrr Zeit cintt. Di« Verehrer de« Herrn Reichskanzlei« sollte« e« sich doch tat Ausgabe machen, ein «olle« Bild de« Manne« zu eutwerseu. und dam« auch die Aus» speüch« »tcht veraesien, die er in der Zeit getha« hat, al« er sie Höhe seine« Ruhme« erreicht hatte. I Merkt». Ueder di« Ziel« der »ntisimitm stellt da« Stücker'sche .Deutsch« BolksblaU" folgende« Programm aust .Die Zurücknahme der Emauttpattt». nochdem riawol dieser für iu» wie für die Jude« »uhettoollr Schritt gethan ist wäre dach nur erst daun möglich. wenn da« deutsche Volk in seiner überwiegenden Mehrheit e« wollte, zunächst tritt eine solche Maßregel licht tu unsrm Gefichtskret«. Da« vtturwiege» der Jude» in der »dvocatur, da« Mißverhtttniß ihrer Zassi in dm tzüheren Schulen, — ,u den oberen Staffen oft bi« zu eine» Drittel und »ehr, — ihr Eiudriug« i» die Volksschulen — tu Berlin habm einige Schutt» »ehr al« hundert Judenkmder —; dm» ftud Mißstäude, dtt verhättutß. mäßig letttzt auf de»Wege der Pesetz^duu^ »ud Verwaltung za »rdom wärm weim »ur die Reg mögen wolle». — Schwerer ist de, Nothstau» tu der Press, zu heb«; aber er ist s« groß, für Statt und strrch« so gefahrdrohend, daß. dtt Regttmug über kur, »der laug daz» gchräugt sei, wird, gesetzgeberisch »orzagehm uud denRadttoliswu« twAllgemei»«, »tt dasradttuttJudeuchu» tm defmdereu schärfer zu treffe*- Lmfchwinigst» mcrde «« sei», die «ammousherrfchast zu dektlmpfm; etwa« mühe hier geschehe», aber was weiß da« Blatt selbst »och »ich«. Was btt Vorschläge «»betrifft, bi« Zahl der jüdische» Stiftet in den Schule» ,» vermindern, so scheint als, Herr Silier m« der Ansicht auszugehe»,, e« würde deffer tu Deulchland werde», wem» die jüdisch« «ktuder nicht« lemm. Run e« wird nicht« sa heiß gegessen, al« e« gekocht »tt» — obwohl der Appetit der Herr« Antisemiten ein sehrgraßer ist dtt Existeazaüttel aber — »tt idr nachfolgender .Ausruf" zeigt — sehr geringe find. Merkt* Der .stvttsemttenbund" »ersmdet folgende» wahlmfmf: .Sehr -««hrter Herrl Sir thei en Ihnen ganz ergebenst mit. daß der .Deutsche Auiisemttmboud zu Berlin" für die Nachwahl iw VI. Reichstag«-Wahltreitt Lerr» Dr. Pani Förster, Friedemm-Berliu, alsauttsemttischeu Kandiduteu ausgestellt hat. Es gilt in dttsem Falle zu zeigen, »ellhm Auhaug der Autisemirütmu« in Berlin befitzt. Dazu bedarf e« nicht undedenlendei Geldmittel. Wir richttu daher au St«, sehr geehrter Herr, die ergebenste Bittt. unser Borhrbm durch gütige Spenden für dm Lgitattonsfond« freuudlichft unterstütz« uud sich beifolgender Poftaumeisuug bedienen zu »ollen. Gleichzeitig dtt« wir Sie, Ihre« ganzen Einfluß zu Gunsten der geistigen uud »tteriellm Unterstützung unserer großen und gerechten Sache tu Ihren Bekannten kreisen geltend zu mach«. Eine dffeuütche Quittung erfolgt seiner Zeit in der .Staat«dilrger-Zett»»g" murr den Anfang«» buchstad« de« Namen I der gütigen Geber. linker Zuiicheruug best« Danke« für Ih r gefällige Mitwirkung zeichnen »tt mit vorzüglicher Hochtchtung ganz ergebenst der Vorstand de« 0. A. B. i. I. Georg Hvppaer, Buchhändler, 1. Lassenwart.- —(Wir nehmen Leunlniß davon, daß dtt .N. A.Z.". obwohl stt dtt «usstelltiug rine« gemeinsamen, kemer Pattei ungehörig« Landidtten der Qrdmmg«patteim für erforderlich hält, sich noch nicht, mit eine« Wort gegen des« antisemitische Agttatttn erklärt hat.) Aittttü. Der Jahresbericht der Gabrttl Riesser'schen Stip«dirnstistu«g in Fürth auf dtt Zeit vom 22. April 1887 bi« dahin 1888 liegt uns vor Die Stiftung besteht bereit« seit 1866 und ist sowst 8 Jahre nach dem Tod« Dt. Stiefel«, de« bewährten Kämpfer« für dtt Emancipation der Ach«, gegründet «ordm. Bekanntlich girbt es ein« beträchtliche M«,e spttifisch coufessioneller Stiftung«, welche c« vekmne« jüdischen Glaub«« nicht zugänglich sind, um dies« nun ei» Aeq,«valent »u bitten, ist vou hochherziger Seite geuaantt Stiftung in« Leb« gerufm. Trotz dleses überaus wohlthätigen Zwecke« klagt der Bericht, daß dtt bayrisch« Gemeind« der Stiftung nicht da« genügend« Interesse «tgeaenbrwai». Ja, das ist die schon vielfach in Ihre« geschätzt« Blatt« gerügtt Erscheinung, daß Unterstützuugssumme« in gnofer Menge nach Dürkheim, bezichu»gsweise «ach Palüstina autwaodern und die einheimischen Stiftung« leer ausgedm. Wann werd« dtt blindgläubigen Massen dtt Lug« öffnen. uud ttuseh«, daß sie ihre .Spenden" im Laude nützlicher verwenden, als durch dtt jeder Tsntrolle sich entziehende Ausfuhr z.B. für dtt unfällbare aloir Laal da-Hona-Büchsel — Pro 1887 betrug« die Einnahmen Mt. 44-89,32, die Ausgab« Mk. 4385,67. Da« Gesammtvermügm beläuft sich aus Mk. 222771 l. Für dtt verthe.lung standen 3066 Mt. (566 Mk. «chr al« i» Borjahr) zur Verfügung. Eiugelnus« mar« 38 Bewerbungea, davon ngnettu sich 8 nicht zur Berücksichtigung. Den Fächer» nach oettheil« sich dtt Bewerbungen also: 8 Theolog«. 6 Jurist«, 16 Mediziner, 3 Studrrmde der trchngch« Hochschutt, 5 Schultthrrrseminarisr«, 8 Zöglinge von Lchrerwn«dildun,)saustalt«. Wir lass« au« de» .Schlußwort" de« Bericht« dtt deherzigmswerthen Sätze hier folg«: .Wäre c« vielmehr nicht Ehrenpflicht aller Glaubeusdrüber, einer solch«! Stiftung thättge Hilfe zuzuwend« und fo zur Beseitigung de» auf et»«» Thal« der gebildet« jüdisch« Jugmb haste al« Druckes «Vzuwuk«? Und doch halt» der Gls»be»»-«off« i» vaye»

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