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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 34. · p. Seite 265

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1888-01-01
Page
Seite 265 (sequence 7)
Language
German
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Cjoboira toibtc er fiö; z» einer persönliche» u»d doch a»ch wich« eHzeweiue» Bnnerbmg a» Herr» Direktor Jun^ Derselbe hatte multch sein« Vortrag «tt de» Worte» fp schlosse»: ,Unb so «tge» de»« die Kuabevhorst gleichfall« der christliche» Nächstenliebe empsohleu srial" „®f» »rift so sagte Herr Dr. Verth, haß«» Sie diese» Aue druck nicht absichtlich gewählt; aber ich möchte doch gerade heronrhebe», daß a»f de« Gebiete uuserer Bestrebungen, wie auf de» werkthätiger Humanität überhaupt keinerstt Tonfesstcaalitär z» Tage tritt, darum sage» wir doch lieber, statt christlich«, allgemeine Menschenliebe." Ei« laute« Bravo folgte diese» «st würdevoller Erregung gesprochene» Worte» feste»« de« Publikum«, tu welchem Schreiber trifft« die ein* «kt Person mosaische» Bekennturfse« gewesen. Ich irre doch nicht, wenn ich in Hem» Dr. Beith einen Juden vermuth«? Aber angenommen, oaS wäre nicht der Fall, er vertritt die Sache der Ferien-Lolonstv, wie wohlthättg würden dieselben sich auch den jüdischen armen Kindern erweisen. Wst haben, seit der Sera der Su«weisungen hier in Zürich eine ganze Eolonst polnischer Jude«, von denen Vater und Mutter tagsüber haustreu gehen. Welch' eine Wohlthat wäre der Sufenthast in einer Lolonie für die Sinder, »ud bereitwillig würde man sie aufaehmen; aber wie ist e« nün mit dem Kokcher-effe»? Noch dem Schweizer Schulchan aruch ent* bindet (?) Lurgebrauch vom Koscher-effe»; aber in Deutschland urtheilt «an ander« darüber, wie stellen sich die modernen Rabbiner zu der Frage: Wir kan» mau unsere jüdischen Armen der Segnungen der allgemeinen WohlthLtigkeit z. B. Suppenanstatten. Volksküchen, Asyle rc. theUhaftig machen in solche» Gemeinde», die dst Mittel eigener jüdischer Anstattm doch nicht besitze»? ltt fällte mch aufrichtig fteuen, di« Meinung deutscher Rabbiner darüber zu höre». Kermischtr «»> «r«este K«chrichte». Magdeburg. Wie dst neuest« Nr. der .Meuorah" meldet, ist iu der That tu Jerusalem eine v. B.-Loge begründet morden; ihr Präsident ist der Direc'or de« dortige« i»r. Waisenhaus««, Herr Dr. Hrrzbrr«. Dst führt de» Namen „Jeruscholajim - Loge" und zählt 26 Mitglieder. Möge fie vor Allem da« Priocip der Thätigkeit und Selbsthilfe zur Geltung bringen, und den fanatische», lichtscheue», streitsüchtigen, bannlustigeu Finftertiugeu geistige Erleuchtung, vor Allem dmch gute» Jugeüduustrricht, allgemeine Bildung, Erziehung zur Ardett, sowie durch Lermirstich»ug der humanen Ordenspriucipstu bringen. Dadurch wird fie am eheste» zur .Erlösung' von Vorurtheile», zur Herbeiführung der «esfiauische» Zeit beitragen. Merkt». Die .Vzsstsche Zeitung" dringt «inen Rückblick auf Berlin vor hundert Jahren, vom 31. Juli 1788 »std folgende« Ereigniß gemeldet: Eine in jener Zeit feste»« Auszeichnung wurd« o» diesem Tage dem Maren« Herz, Satte» der derühmtrn Henriette Herz, zu Theil. Derselbe war Arzt am jüdische» Krankruhauie, durch seine zahlreiche» gelehnt» Schriften »est bekannt und hatte vom Fürste» von Waldeck bereit« den Tstel „Hoftath" erhalten. An jenem Lag« nu» wuide er vom Könige zum Doktor de Phstosophie ernannt. Wie sehr beliebt derselbe bei den Studenten war, geht daran« hervor, daß er oor Beginn de« Wintersemester« durch rir« Komm« bekauat mähte, er müflr »ege» de« große» Zudrauge« zu sei«» Vorlesungen dstse statt i» seinem Hans« jetzt t» «st»« große» Saale halten. Mark». Est» iu de» nmtleste» Kreise» Berlin« bekanMe Persöwltchkett, Herr Dr. S. Hollaeuder, Vater ausere« frühen» Mitbürger« uw» jetzige» Lehrer« am ionsrroatorium der M»fik tu Löls. Lonccrtmerster« Gustav Hollaendn, sowie de« Kapellmeister« Viktor Hollaeuder, ist »orige Woche zur ewige» Ruhe geleitet worbe». Der »u« Ochlrfie» gebürtig« verstorben«, der dort zur Zeit der Typhusuud Lholera- Epidemie» in segeusvoll» Weis« wirkte, entwickelte auch i» Berlin est» nicht Thätgkeit, u. A. gehörte er zur Zett der Grü«d»»g der erst« Smitätswoche» z» de» lestende» Leu»,. 2« hirfigen Ürzttichen Veruftverei». dem er bi« zu seioent ad« augehvrte bekleid Ue er da« Ehreuamt eine« Schiedsrichter«. Est» zahlreiche Lrauerversammlnug gab de» verblichenen da« letzte Gelei». Herr Prediger Dr. Lewtu dielt eine würdige Gedäch Iißrrdr, während Herr Dr. Kleist alt» Deputirter de« Srzttsthe» Berufsve^eio« seinem Ehrenpräfideuteu eine« herzlichen, «arm empfuudeneu Nachruf widmete. Merti«. Die »Kriuzzeitnng" empfiehlt sehr lebhaft ei» Werk über Judenthum and Revolution von ö. Werner, ed»m Manu, der auch hier sck>on iu antisemitische» Versammlungen ausgetreten ist. Da« Werk führt den Gedanke« au«, daß dst Freimaurerei ei» Loboiatorium der fortschrittlichen 5tteea de« Zeitalter« eine Gchrst de» Liberal «mu« und der Sockel sei. auf welchem fich die Jadeuherrfchast erheb«. Merkt«, 16. Aug. Ei« antisemitische Wähstrversammlung welche für gestern Abend der deutsche AutiseLitenbuud veranstaltete, nahm einen recht kläglichen Verlauf. Tie Betheilig >»g war ei« sehr schwach». Bor Beginn der Versammlung hatte str da» Local ei» Hundewettreunen ftuttgefunde». Al« dst Versammlung beginnen sollst, war der Saal noch von den Hunden in Anspruch genommen. Merk». Al« einen.Scheinoutisemiten" bezeichnetea in der Antisemitruoersammll ag, welch« der „Deutsche Refoimverein' am jüngsten Freitag abhielt, einige Herren den Hofpredtger Stöcker. — Dm> ist eine unverdieute Härte für de» braven Mann, welcher übrigen« van anderer Seite gegen jenen Borwurf in derfilben Versammlung in Schutz genommen wurde. Merröurg. Zur Revanche für den Ausdruck „Nad,mantisemtter' hält der „ReichSherold" de« Herr» Dr. Boeckel den Lonservativea folgenden Spiegel vor: .Was war der Eonserv-rivi-mu« vor 1» Jahren in Berlin? Nicht einmal da« Veilchen, da» im verborgenere blüht, den» diese« merkt man am Geruch. Der Aiuisewitismu« hat den Eonseroatioi«. mu« in Berlin möglich gemacht, um bei de» Wahle» i« Winter 1887 von dem Leifteren schnöd« «rleugaet zu werdru. Nun ist aber der Betleie Eoaservatioi-mn« schon ein sehr älter Herr, deffrn Kuoch:» schon morsch find und der nicht mehr recht auf eigenen?leinen stehen kann." H»«öurg. Ern auttsemitischer Verein soll hier gebildet werden. An« einem die Staturen begleitenden Schreibe» ebenso wst au» einer veitraultcheu Anlage spricht »ach dem .Hamburgischea Corresvo »deuten" der niedrigste Loncurrenzueid. Da« Blatt ist auch überzeugt, daß dst Bestrebungen, welche der Verein verftrlgt, in Hamburg reine» Boden habe». Mart». Der 25j,ihrige Abraham Molch, an« Jerusalem, fest einiger Zeit hier wohnend, bemerke in dem seiner Wohnung gegeuüderliegeaben Hause Feuer, welche« iu Folg« eiuer Explosion rrnftauden war. Er :Ust sofort in da« brennende Hau«, ,« beim Rrttuugswerke Hilfe zu leiste«. Hier ereilst ihr» jedoch der Tob, der ihn »ach wenigen Stunde» schrecklicher Quast» da« Opfer seiner Menschenliebe werdeu lies«. Dst Stadt Pari« bereitete ihm in Anerkennung seiner Pflichttreue ei» ehrenvolle« Beqrädmß, bei welchem der Polizei piäfekt, der Stodtrath und die Feuerwehren fich «rtretea ließ«. Akeraudrieu (Egypru). Ein interrffautrr «echtsstriüt beschäftigt gegenwärtig die jüdischen Gerichte. Kläger st»d dst Inden der Stadt ml> verklagte dst Astxaudrta-Ramleh Eisenbahn-Gesellschaft, vor einige« Jahren hat eine engllsch« Baugeseüschast vom Khedioe die Loacesfi«» zum Bau einer Zweigbahn von Alexandp» nach Rauileh, de» sberühmtm Haseuor» Ileraudrstu« «halte«. Jüngst sau» man nun tu de» jüdischen Geuut»d«-r«Äv«» ei» Dokument. «ach welche» der ganze Grmrd und lfiode». de« dst Bahn durchläuft, Echeuthum der jüdische» tziemeiude ist. Letzstie oerlaugt nu» entweder dst Wstderadttrtirng de« Boden» »der entspreche»!» MitdetheUiguug an de« «tzewinn de« Unternehme»«.

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