Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 6)
- Language
- German
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•onoeriKxr tacfemcr Provinze» ist, derselbe» die Ausführung »hue Zweifel fvlgm lassen wir». Dagegm darf mau de« Behörde» geg.müder «tcht zu vertrauensselig sei», welche mit fest unllmschrilnkler Gewalt i» ihre» Bezirke« die Herrschaft führen, den« wir höre» auch, daß unter de» persische» Jubm sich welk, der größere» Sicherheit wegen, unter de» Schutz der europäische» Möchte stelle», wie die» bei unser» Brüder» i» Marocco der Kall ist. Der Wiener Korrespondent de» in Lalcntt« erschet»e»de» „Hapcrach" txhauptet hiergegen, daß man in alle« Klaffen der persische» Bevölkerung eifrig danach strebe, da» „Rothe Band" der ftanzöfischen Ehrenlegion zu erlangen, da »ach einem zwischen Frankreich und Persien geschloffene» Bertrag« kein Inhaber diese» Orden» an seiner Person bestraft werde» darf. Auch fiele persische Lhristeu erfteuten sich unter der Aegid, einer ftewden Macht lange Zeit ihre» Schutze» und ist e» nicht v «wahrscheinlich, daß eben die Berzichtleistnug auf die persische GtaatSangehd'igkeÜ de» Schah zur Erlassung de» besagte» Ediktes veranlaßt hat. Rußkawd. A. L. Ifetetftlnt«, 6. Augnt. (Or.-Lorr.) Der neue gewählte Ral biner in Odessa, Herr Gnrland, scheint dt« .Aonchmlichknten" seines Beruft», die der ehrwüidige Dr. Schwab« il er länger den» 25 Jahre hindurch gekostet, bereit» keuueu gelernt zu haben. Wenigstens schließe ich e» au» einer laogathmigen Correspondenz. die in der heutigen Nummer det .Woschod" abgedruckt ist. Der dem Herrn Gurlend offenbar wohlgesinnte Torrespondent sagt, daß die Anhänger pe« neue» Rabbiner» von diesem sich immer mehr zurückzuziehen beginnen, da sie in ihm ei» gefügige» Werkzeug zu finren hoffte, während Herr G. seine eigenen Wege wandele. Abgesehen von seiner Thäligkeit auf der Kanzel, für die er durchau« »tcht geschaffen sei» habe Herr G. in de» fünf Monate» seiner Amtrrhätigkeit Gelegenheit gehabt, manche sympathisch« Züge zu entfalten «. s. w. Ich lese nun nochmal» die Lorrespoudenzen au» „Odessa" i» den Nummer» 2 und 3 der .Jsr. Wochenschrift" pro 1887 durch, woselbst eine mit den einschlägigen Berhältniffen offeubär sehr vertraute Persönlichkett de» Hr». G. sehr eingehend schildert, und finde, daß dieser Herr dort nicht falsch gezeichnet wurde. Denn die genannte Lorre» spondenz de» russische» Blatte» bericht« folgende» Factum ut» der Amt»thätigkeit de» Herrn Rabbiner». Am die», jährigen Sabbath Nachm» ist in alle« Bethäusern Odessa'« dine Bekanntmachung de» Rabbiner» G. verlesen worden, wonach e» de» jüdischen Fruchtau»trägern untersagt wird, am Sabbath ihre» Berufe» zu »alten und jeder fromme Jude aufgefordert wird, im Uebertretung »falle die Personalien de» Sabbathschänder» durch die Polizei feststelle» zu lassen und bei dem Rabbiner Anzeige zu erstatt«», worauf der Schuldige der Reli,i»»»;chändu»g dezüchttgt werde» würde... Mo» bedenke unn: ein Magister von Beruf, Kron»rabbiner (nicht zu verwechelumtt dem geistliche» Raw) in der „Epicorsfim-.Stadt Odessa in der Rolle eine» General» de» Schaumre-SchabboS-Ordeu» I Riecht da» nicht nach Mautefträgerei? — Bon 46 Rechtsanwälte» in Odessa find 24 Inden. Wird der Herr „Magister" auch diese, wenn sie am Sabbath ihre» Amte» wallen, durch dft Polizei der Religionsschändung anklagcu? ihr Zeuguiß aud die von ihnen an»ge stellten notariell m Akte für vngAtig erkläre»? In M«»kau wttd in nächster Zeit eine großartige, de» Anforderungen der Metropole entsprechende Synagoge eingeroeiht wert»«,, worauf aber alle Keinen Bethäuser ge» schloffen werde» solle«, lieber dft Opportunität dieser Hane» Maßregel läßt sich »och streiten, da in Moskau wie fast überall in «ußlaud dft Juden noch da» «edürfntß haben, an dem öffentliche» Gottesdienst D»eil zu nehmen, nnd ist e» eine.Zumnthung für dft entfernt wohnende» Jude», täglich »der mch allsadbathlich wette Strecke» znrückznle^n, nm ihr« rrligtcise» Bedürfnisse zu befrftdis,rn. Hoffentlich wird dft Maßirgel nicht zu rigor«» dnrchgifführt! Dft seiner Zett mtt so viel Emphase verbreiteten Gerüchte über da» „Anwachsen" der Senncknde „Xm Israel" in Kisch ine w sind gänzlich verstnmntt. den, dies« ,Semeinde" ist so lange„gewachfm". bi» sie znfammenaewachsen ist — zu der imposanten Zahl von — Einem Mitglied«, welche» unentwegt fefthätt an der jüdisch-christliche» .Gemeinde", und da« auch onr an« dem Eirunde, weil e» kein anderer, al» Herr Joseph Rabiuowitz, der berühmte .Stifter" der „Sette" ist. — Dft „volk«thümlich; Geschichte der Inden" von Graetz erscheint, obwohl sie »och «tcht ganz veröffentlicht ist. hier und in Warschau in einer russischen uw> hebräischen lieber« setzung und — laat not l«Mt — im Jargon, obwohl Prof. Grätz sich lange dagegen gesträubt hat, f<rin schöne» Werk « «»schönen Jargon erscheinen zu lassen. Au« Main« wttd mttgetheilt, daß vor kurzer Zett die Regierung einige Hnndert Juden (meist Portugiese») ausgewiesen hat. Batnm ist einTheil de» Landstriche», welche» die Türkei nach dem letzte» Krftge an Rußlan abgetreftp hat. Diese Jude« find nun mtt Zeugnissen de» Metropolitan» von Trapezunt, nach welchen derselbe sie in Vir zrftchtschr Kftche aufgeoornrnnr hat. nach Baturn zurückgekehrt. Thal» sächlich sind sie aber Juden geblieben, besuchen den Gottesdienst i» de» Gyaagogeu und übe» alle jüdisch-religiöse« Gebräuche, Hiergegen vermögen nun die russische» Behörde» nicht» zu thuu, da ei» erneuter versuch, sie auSzutreibe», u» dem Zeugniß de» griechischen Bischof« sqeitern würde. Mßtkädelpßi«. («ine jüdische Ackerbaucolonft.) (Schluß.) In den ersten Jahre» der Ansiedelung müsse« bi*f« Schwierigkeiten aber auch übergroß gewesen sein, darum hatten von den 66 ursprüngliche» Ansiedlern 17 de» Much verloren und die Evlouie verlassen; sie wurden jedoch bald durch andere ersetzt und viele von den neue« Ankömmlingen haben ihre Farmen für Geld gekauft, welche» sie au» der Heiwath rnitbrachlen. Ohne Zweifel hat die Lolonft ihre« Gründer» bedeutende Geldopfrr gekostet, desouder« wen» wir dm hohen Procentsatz der ersten Mißerfolge in Rechnung bringen; aber Alle, welche aushielt.u, hatten sich später der schünsftn Erfolge zu »erfreuen. Bftft von iipim haben für ihre Ersparnisse Rindvieh und Pferde gekauft; wft sahen sogar Emm, drr bereit» >rn Besitze von 2 Kühe» und einem. Pferde war. Anfänglich hatten st« auch eine kein« Synagoge, welche zugleich al« Schuft bmutzt wurde; heuft stadste schon mtt dem Baue einer neue» und größere« Synagoge beschäftigt. Der Lhasa», welcher zugleich Schachet ist. hat ein Haus nebst 6 Acre» Land und ertheilt dcu Kinder« hebräischen und Religiou»unterricht; dm Unterricht in dm profanen Vifsenöfächern «rhalfta sie in dm Staatsschulm. Bon dm Frauen arbeitm viele auf Maschiu« für die- Fabrikantm Philadelphia'» und diese» ist besonder» im Wiuftr der Fall. Die häuelichm Werkstättm laffm für dm Gesundheitszustand I Auf bei dm chrssllichm erster«, trotzdem ihr Aussehen beim ersfta Erscheinm wmig versprochm und sogar manche» Borurtheil geg» sie wachsterufm habe, beim volle sehr beliebt seim und al» gute Bürger a»«srhea wcrdm. Dft meistm gehörm znr strmgalänbigm Richtung, und wmn irgmd einig« der jünger« Mitglieder dft RAigionssatznngm übertrrttn, so ist dft öffentliche Meinung sowohl der Inden al» Ehriste» so gegm dft» selb«, daß fft nur mit wmig Au» sicht auf da» allgemeine Wohlwollm rechnen dürfen. Im Allgrmeinm scheint der versuch» dftft Lolonft» gegründet zu haben, vom bestm Erfolge gekrönt zu fein, obschon wir au» diesem auf dm bedmteudm Aufwand an Geld, Geduld und A»»dauer keum» Rückschluß zu ttrhm tm Staude sind. Ehre und Dank gebührt lxcher dm Ptowtte», welche die Lehre gepredigt haben, daß fttn Grund zu der Anuahme berechtige, polnische Jadm seien nnftr deck ent»