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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 33. · p. Seite 255

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 33.
Date
1888-01-01
Page
Seite 255 (sequence 5)
Language
German
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Forderung der Simullanschulm ein politische» Prr»gram« bilde. Aber: — »Politik verdirbt bn Eharakrer". und: .(Bec da launt auf die Gäullo, der gebt «echnllo-. Da» Nichtio« in daß wir als Religioulgmosim nicht nur da» erste Wortglied (Religion) sondera auch da» zweit« (Gmoffm) in Erwägung zsthm. und da wo u«» Recht« versagt werde«, (wo wir also auch Leidenl-Genossen find), für diese Recht« «intrrtm. oder un» selbst helfe«. Letziere» ist wohl da» Einzige. wa» un» heutzutag« übriableibt, die grob« Zeit nach 1870 hat sich allgemach o«»gelebt. L«tisemiti»mu», Ton« frssioa«badtr und Parteihaß ist an dR Tage»ordmn>g. Da ist «» doch wohl die richtige Politik. gRad« u« desto stchRR da» ideale Ziel zu erreichen, lüde« man zeigt, daß «an selbst etwa» leiste» kann. Wen« die Mehrheit» obgleich ungerechterweise. un» ihre Kreis« versagt, so wollen wir uv» nicht eindräagrn wir wollen selbst einen Krei» bilden. Do» ist doch wahrlich lein« Antteipirnag de» grgnRischrn Standpnust«» l Kowmt un» in humanR Weise entgegen, so werden wir «» Euch Dank wissen uud wir werden keiue»weg« au» rem coafeffionellen Bründen irgend Jewand zurücksetzi», wie die» un» gegeaübR aeübt wird — Heutigen Tage» ist e» so, daß trotzdem kein Jade in seiner Religion staatlich geprüft wird (stehe die Falkschen Bestimmungen), er einer erschwerten Prüfung in den weltlichen Fächer» uaterstcht, damit r nachhR au den staatlichen Gckulanstalten wie da» feinste Rad am Wagm stehen soll. Wa» man gelernt bat, da» will «an doch auch veiwRthen, hat doch sogar Mose» in dR heil. Thora seine weltlichen Kenntnisse in mannigfachen Notizen »um Besten gegeben! — 4. D« »jüdischen- Seist will Herr Kl. nur in dem Religionguntrrrichte gemahn wissen. Daß beim rein technischen Unterricht« vom jüd. Geilte keine Red« sein kann, ist unbestreitbar. abR r» kommen doch in der Schule uud im Untenichte so manche sittlich erziehliche Momente vor. Run Hier über da» Für und Wider der Zulässigkeit einet solchen Luüdrurke»: »Äbischer Geistzu streüen. ist sehr difficil, e» ist da», möchte ich sagen, Sach« der Philosophen. AbR so ungeheuerlich find« ich diese Sache nicht. Man meint doch nur etwa» Gute) damit. E» giebt uar eine Tugend, abR e» giebt viele Tugenden. Und dir jüdischen Tugenden sind nicht die schlechtesten. Wie sie in* der Schule tu pflegen sind, gehört nicht hierher, übRhaupt ist diese Forderung kein dchactischer Lehrsatz; abR mir schwebt so etwa» vor von dR Suverioritat dR jüdische» Tugenden, daß ich zum Merger dR Antisemiten, dir da» Wort »jüdisch- und,moralisch verwerflichidentifictrm, rin. wenig stolz darauf bin. Herr Kl. möge sich beruhigen, di« (uu-)jüdischen Uatugenden wolle» wir um somehr gemeinsam bekämpfen. 6. DR Schlußartikel Kl.'» ist nach meinem Dafürhalten unanfechtbar. E« sind goldene Wo.te, die derselbe enthält und die ichWort für Wort unterschreiben möchte. Wg. MDttche», 1». August. (O.-Er.) An der jüngst stattgehabten EenteuarfeiR für weiland König Ludwig I. von BayRn war auch di« hiesige i»rarlitisch« Kult«»gemeinde mehrfach bethetligt. Die drei vom Fest-Eomite angeordnetm offiziellen Festgotte»' dienste fanden in der Basilika, dR protestantischen Matthä«»- Kirche und dR Synagoge statt. Bei« Festzug wurde Herrn RabdiaR Dr. Perle» ein Platz auf dR für di« höchsten Staattzbeamten resermrtea Ehrentribüae gegeaübR dR Hoflöge angewiesen. Auch wurde die Kultu»gemeiade von hohR Stelle mtgeladen, sich mit den Bertretern allR andern weltliche» und geistlichen Korporation«» durch eine Kranzspende »» dR Bahr« König Ludwig» zu bethelligen. Die Kranzniederlegung Rfolgte in dR Basilika an dem Sarge Köaig Ladwig», «m roelchea S. kgl. Hoch. dR Prinzregenr, sämmtliche Prinzen ,wd Prinzesstanen de» kgl. Hause», die Staat», minister und höchsten Staatöbeamteu sich gruppirten. In de« feierlich piunkvolle« Zuge bew.gte sich auch unmittelbar »ach dR ktstholischrn, protestantischen und griechischen Geist lichkrir Herr RabtenR Dr^Prrle» i« Ornate, begleitet voa zwei Borstaud»!uchfliedR».M1mniUetbar nach dem Akte dR Krauznirderleguna f »hr Herr RabbmR Dr. Perle» mit «m ihn begleitenden Herma zur Synagoge, um bei de« untR großR Betbeiligung dR Gemeinde und dR gelatmea Behörden stattfindendrn Feftgotte«dienst die Festrede »« halten. I» den Kreisen der Einsichttom und Besonnen'« dahiR wurde auch nicht einen Augenblick gezwetsev, daß dR RabdinR bei diesem innRhalb dR Kirche, dR letzte» Ruhestätte König Ludwig», sich vollzii'henden, tu» Uebrigea keine kirchlichen Charakter tragenden Akte dR Pietät nicht fehlen dürfe. Wie vRlantet soll ein jüd.-orthodoxe» Watt in frommR Augrnverdreherri da» BorgehRi unsere» Herr« RabbiaR» bmiäageln.-) Di« Zustimmung diese» Blatte» und seiuR Gesiannnglgenossm ist nun freilich nicht Rwarttt worden, abR e» pleiot doch charakteristisch, daß lies« Herren in ihre Beschränktheit sich im«R tiefR etnbohrvr uud dm Sin» für die Bmrtheilung thatsächlichR Berhältvifie vollkommm «igmbüßt Hab«. Z«ß»A«rß, im Ifloqust. Ja einem läugrrm Artikel in dm »Münch. Reuest. NachrichtenübR die Vergrößerung und BerschünRung unsRR altehrwürdigea Stadt währmd dR l-tztm Dezennien wird untR den Neubautm voa architektonischer Schüahett «nsR TheatR gebührmd in nstR Linir genannt, welche» einender schöastm Straßen, die Fuagerstraße. nach Norden würdig ^schließt und für dm Abschluß «ach Süden solaeader bmchtuuggwetthR Vorschlag gemacht: »In dem Projeste für den Au»bau dR Kaiseestrahe gegen Südm wird ei» Abschluß vermißt, wie ihn die schon genannte Füagersteaße an unserem Mnsmtempel gegm No>:dm aufweist. Und doch läge dieser Abschluß so nahe. Unser« i»raelstischm Mitbürg« habm ihr« Häusern zumeist eine recht plastische Eiarcchtuug im JanRa und eine schöne Gestatt voa Außen gebe« lafim; abR etn Gotte»hau». da» sich nnr annähernd mit dm hnrlichm Synagoge« München» und NürobRg» mesien köaate, besitz« sie nicht, obwohl »:» dR so zahlreichen Religioalanneiade der hiesigen Israeliten weder an den nüthigen Milieln hiRzu. noch an hRvoiragendm WohlthätR» fehltt. 4)ie hiesige Synagoge kränkelt nebm ihrer Uvschönheit und llaansehalichkeit in etnR «gen Seitengasse auch daran, daß sie für die zu ansehnlicher Grüß« angewachsme i»raelitische Gemeinde viel zu klein «st; denn schon seit geraumR Zeit muz dR i»raelitische Gotte»dienst aa hohen Festtagen im Traubensaalr, eine« Lokal, da» sonst nur für profane Zwecke dient, abgehalten werden. Zudem munkelt man voa Bausälligstit der Svuagoa«, und zu allein UcbR. flusi« hat sie für die grauen einen übermäßig eagm Aufgang, dR bei einem U «glück die größte Gefahr befürchten ließe. So viel st ht fest, daß die hmsiam J»rarliten gezwungen sind, über kurz oder lang rin« Synagoge zu bäum uud ebenso sicher ist anzunehuun. daß sie allbann nur ein« schönen Monumentalbau aufführm und zwar ans einem diRfür geeigntten Plaife. Dm alte« Platz Wauen sie nicht verwenden, runerhalb l« Stadt siod die schönen Bauplätze rar. außerhalb derselbe r fast ebenso. Gäbe e» uuu ein« schöneren und greignet-ren Platz für einen Syuagogrnbau und den dazu ersorder ichm Gärten al» dm südlichen Abschluß unser r Kaisersttaß«? Wir glaub« eS nuhl!- Wir Rfahre« au» einem Telegramm in den hiesigen Tageblättern, daß Dir Henry Drnmmoud Wolf, uusR Gesandter in TehRau, beauftragt wurde, dR RegtRUug de» Schah zu dem Erlaß de» Edikte», welche» all« perfischm Uutertha nm ohne Rücksicht ans da» Glauben»- bekeautniß völlig« S chutz de» Leben» uud Eigmthum» garautin, die Befriedigung der englischen Regierung anlzusprechen. Man darf diesR Berfichrroug »«»Schah um so größere» »Rtranm «atgegenbriutzm. al» «i«R setnR Söhn«, »elchR *) «s» hat selbst der fromm« Bestritt de« Herr» «abbt«r» zu» Valäfttna- (Lennjm-Zijcro) cheldsaarmluagdverest» — be» tt» ottyod. B! mit betont»^em Beha e» al» ^ö«k»ot«l" nrdt «t »dr »erkstabete, ihn doch vor Angriffe» aal jcnem Lager »Ich» arMtzt! K«r «elb «matt «au ger», aber desriimpst »«der Ihr doch, «erst'« »:nch, auch Ihr Ander», dt« Ihr »och Iier hoho, Uhr« trachtet, in jene» Blätter» et« «Pttr tofui" »^loertzaltea z» detmamen. («.)

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