Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 4)
- Language
- German
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Für befände, e Ehre schätze ich es", so fügte der verehrte Delegirte hinzu, .die« ber verfammlung vorttageu zu köuneu." Die versammelten erheben sich zum Danke von deu Plätze». Der Borfitzrnde stattet noch besonder« herzl. Dank ab für diese freuudlicheu Worte und bittet deu Herrn auch um Berwttleluodesselben an deu Lusschuß des D. I. G. B. Die Bersammluug beschließt zugleich die Lbseuduug eines Davkes-Telegramms an deu Borsttzeudeu. Eine recht finnige Drahtbegrüßuug war von Davidsohn-Htlwarshauseu eingelaufen, und ihre Lbweseuheit hatte« außerdem schriftlich entschuldigt und der Bersammluug ihre» Gruß entboten die Herren Flürsheim-Wolfhageu, Neubau»-Guxhagen. Emmerich. Rhina, Speier-Heinebach, Kaufmann»Ungrdanken. Roseubaum -Zierenberg, Hei» s er-Niedenstein. Facke uh ein-Mühlhausen» Nutzbau». Trier. Herr Gutkind sau. wird durch besten Sohu eatschuldigt und durch diese» die Loufereuz im Namen des Vaters begrüßt. Der folgeude Gegenstand betraf das Referat uud auch diese« hatten die eigenartig?» Umstände auf die Tchulteru unseres vorfitzende» gewälzt, welcher darum heute nicht zur Ruh« kommen sollte. Ein Eorreferat war von dem vor» jähigeu Ueberuehmer nicht geliefert wordeu und lag auch beute nicht vor, weil Hrrr Strauß»Battrofeld, der eigentliche Referent, seine Arbeit nicht zeitig genug eiugrschickt batte, so daß Hrrr Dr. Stein fich zuletzt noch veranlaßt sab, au dir Ausarbeitung de« Referates, weuo auch tu engerem Rahmen, heranzutteten. Da» Lhewa lautete: »Der dogmatische Inhalt de» Gebetbuches und die Berwerthung desselben bei dem Religionsunterrichte.- Die Versammlung folgt de« vortrage mit gespannter Aufmerksamkeit und steigendem Interesse uud gewinnt den Eindruck, daß der Gegrgeustaud, trotz der knappen Form, die einzuhalten galt, tief durchdacht, vor allem auch erschöpfend genug behandelt wordeu und mit der <:» dem Vortragenden gewohuteu Klarheit und Bestimmtheit gegeben war. Au« dem Gedonkeugange hob derselbe schließlich folgen» e Thesen aus: 1. Der gesammte GlaubenSinhalt des Judenthums hat im Gebetbuch« densenigen Ausdruck gefunden, welchen ihm der Talmud zuletzt gegeben hat. 2. ES ist nur rin einziger Geist der Siebe, Milde und Versöhnung, welcher die Gebete durchzieht. *) 3. Es ist nothwendig, bei der shstemattschen Religion«» lehre auf die bezüglichen Stellen de« Gebetbuche« al« auf die volkstümliche Form der Glaubenslehren hinzuweisen. 4. Auch schon auf der Mittelstufe muß da« Sind auf den dogmatischen Inhal» der Gebete und Segenssprüche aufmerksam gemacht und in ihren Ginn eingeführt werden." Herr Lorneliu«»Rotenburg, der vor Erstattung de« Referate« den stellverttetenden Borfitz übernommen, spricht dem Referenten im Namen der Louferenz seine« Dank aus und stellt an die Versammlung die Frage, ob über den angehörten Vortrag bezw. über die verlesenen Thesen debattirt oder da« zweite Referat erst noch erstattet werden soll? Herr Strauß-Battenfeld zieht fein Referat gern zurück, da er «it den Ausführungen de« vernommenen Bortroges etnversta». den ist. _ (Schlag folgt) Gerichte ««fr GsrresP-»derr;e«. Demifedland. 3krft«. (Kaiser Friedrich uud der Antisemitismu«.) Der .Berl. Börsencourier" bring» folgeude interessante Mittheilung: Die antiftmitische Bewegung war hier in Fluß gekommen, und der Kronprinz ließ seinen ehemaligen vor trag-nden Rath Max *) Cm obig« schSae Lhef« zu bewahr heilen, müßte» doch erst »och »»»che GebettzückeZsiwi« ll'TVTv'TI. 121 Dpj ». ähnliche) ' limtnfrt rffp. eoreigir» werde», tbtnfe manche Bert« a»< de» dem 9k» betbach ktiverletdte» Psalm»». (Red) Duucker zu sich bitte», um Irrste» Urcheil über die Agitation zu erfahren „Tollheit" ist sie," nun de» Historikers^ kurzer Bescheid, uud der Prinz fetzte!>t»zu, er könnte damit fich «och nicht zufnedeu gebeir, er säl»r di« Sache als noch viel schlimmer an. Abgesehen davon, ~tafc der Hofprediger >!>anz Deutschland und speziell Berlin kompromitnre, läge in einer Judenhrtze eia« Berfüudiguug nicht bloß gegen die Humanität, sondern direkt gegen das Ehrtstenthum. Er «ächte de» Jude» sehen, dem es jetzt noch entfallen känute. Ehrift zu werde», wo tagtäglich im Namen der christlichen Religion gegen die Juden gewüthet wurde. Der Prinz setzte häzu, er hätte oft an den alten Strauß denken müssen und wie dieser rechte uud echt« Hosprediger darauf bedacht gewesen wäre, durch sei»« poesievolle „Wallfahrt Hrloas »ach Jerusalem" die israelitischen Kreise an sich zu ziehen. Davon schien Stöcker kein« Ahnung zn haben, welch« Reiguug »nttr den Juden zu Ende der zwauzrger und tu dr» dretßtaer Jahren Vorhand« gewesen wäre, «it allen christlichen Kreise« sich zu verständigen, und daß dies« erfreuliche Erschetuung von Neuem sich gezeigt hätte, al» die lrmauzipatio» erfolgte. Er wäre de» Glau««», dt« Eiuwiickung der Hegelscheu Philosophie auf die Gemüther hätte viel zu früh nachgelastev, denn in ihr wäre «in Btudemittel zwischen Judenchu« uud Ehristenthum zu fiadm gewesen. Auch hätte sich, was er al« Lücke in der Lltteralur empfände, nie wieder ein Geistlicher gesunden, der i» Sion« des wackeren Friedrich Abraham Strauß schriftstellerisch thätig gewesen wäre. Der Prinz deutete Max Duncker schon damclls a«. er würde Gelegeuhett finde«, um demonstrativ kund zu g«beu, wttcheu Ekel er bei der christlich-sozial« „Tollheit" empfände, di« in seinen Augen Versündigung wäre. Duncker versprach sich vou «in« üffentlichen Rüge aus fürsttichem Munde heilsame Erfolge, und er fteutr sich des löblichen Borsatzes um so mehr, als dl« schönsten Tage seines Lebe«», wie er de« Prinz«« erzählte, der Zeit angehvrt hätte», die er währrud des Frauffurter Parlament« »it Riesser und dort wie hier in Berlin «it Moritz Beit zugebracht hätte." Msbeufett«. 3. August. (Or.-Korr.) (Schluß.) S. Mau kann mit Herr» Kl. in der Werthschätzuug des .systematischen Religionsunterrichtes" ganz überrinsiimmen und doch sich in etwas von seinen Ausführuuge» unbefriedigt fühlen. - .Der sogenannte systematisch« Religionsunterricht hat mit dem 14. Jahre oder der Lonfirmatiou seinen Abschluß gefunden." Um Berzethuag Herr Kl. also deswegen soll er auf dem Semiuar« nicht gelehrt werbe«? Auch da» bürgerlichen Rechnen erhält mit drm 14. Jahre sein« Abschluß, denn das algebraisch« Rechnen oder der mathematische Crlcul der Gymnasien hat doch mit dem bürgerlichen Rechnen nichts gemein! Dnraoch wird es auf dem Seminare gelehrt, d. h. es wird gelehrt, wie «au den Unterricht i« b ärgerlich m Rechnen in der Bolksschulr «rtheilen soll. Ebenso auch hier. Es ließe sich wohl hören, wenn mau sagte, es solle gar kei» systematischer Religionsunterricht, weder auf dem Semiuar« »och in der Schule, ertheilt werde»; aber wird er iu der Schul« ertherlt, daun muß chu das Semiuar iu Betracht ziehen. Ja» nicht allein aus allgemeine» Gründe«, soaderu schon desweaea, um die küuftigea Lehrer zu besähigru, statt de» abgeblechteu, aus absttacteu . Sätzm bestehenden, alle« uud auch »icht« sagenden Unterrichtes etwa« lebendige» zu liefen». Hierüber läßt sich so viel sage«, daß ich vorziche. da« Thema abzubrecheu. Ich bleibe da bet, Eonseq«nz ist die erste Bchinguua des Schulmauues. Entweder gar nicht, oder mau darf vor der Langeweile »icht zurückschreckev, d. h. man muß fich der langweiligen Arbeit unterziehen, Mittel und «ege zu fiadev, diese» Unterrichtszweig anziehend uud lebendig zu gestalte«. Ist da» unmöglich, daun fort mst ihm, fort au» dem Semiuar« uud — ans der Schulet — 8. Herr Kl. ist für Simultanschulen und zwar aus ,a pädagvgischeu Gründen. I« absoluten Siune hat er ja 2 Recht. Ja auch dafür kann ich «ich erwärme»,