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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 32. · p. Seite 248

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 32.
Date
1888-01-01
Page
Seite 248 (sequence 6)
Language
German
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tf mir daher niljt verübet», wma ich a»f einig« Punkte femer gediegenen ilrtikel näher eingehe. I. W«r wollte nicht mit Herrn ft. übereinstimmend die Forderung aufstellen, daß nur Männer, die „von der Pike ausgedient" zu Leier« der Seminare berufe» werde» dürsten. Unter Minister Fclk ist dieser Forderung der Pädagogik auch im hohen Grade stattgeaebeu worden — cS hoben e« Eementarlchrer bizum Regieruagsfchu'rach gebracht. Später unter Putkaner geschah darin schon Wandel — man wollte den »acadcmischen Eirkel" r.icht stören. Wie ist eS nun bei deu Juden? Der erste jüdische Seminardirector in Hannover, Dr., später Brofessor, Fren-d orff war einer von deu drei Bewerbern um dcS Landrabbiuat Hannover, Dr. Prager hat da» Rabbinat auö» vorgezogeu, und Dr. ftr o u er, der gegenwärtige Leiter wirk in dieser Beztchung wohl auch uicht au» der Art schlage». Warum ober dieser „LonservatiSmuS" bei de« Juden? Hierüber läßt sich Herr ftl. uicht au». E» ist ersten» die, gewiss übertriebe»«, Werthschätzung der „akademischen Bildung" Alle» will studireu, wer nur ein paar Kröte» erübriaen kann, sieht auf die „Elementarbildung" «st Verachtung herab. Nuu laste man aber eiueu Begabte» die f&cnifcu dooendi erwerben, »std er dann a» einer öffmtlichcn Anstalt anzestellt «erden? Wo sollten diese ihre Unterkunft finden? Und wo st «den wir daß tie jüdischen Abgeordneteu für Gleichstellung der jüdischen Lehrer eingetrelen find? Ich weiß e» nur von Dr. ft o sch. Vom sei. LaSker wüßte ich kein Beispiel. Die Forderungen de» Llberalismu», sofern er mit gerechten Anfoiderungen der jüdischen Bevölkerung zusammrutrifft, i't bei allen Volksvertretern, christlichen und jüdischen — uuvertrrten. Daher auch die begabteren Juden sich dem Rabbtuerfache zuwenden. Selbst Lehrer, rie die Mittel zum Studium erschwingen können..möchten gern Rabbiner" sei». Daher die Ueberfüllung auch i» diesem Stand«. Run kommt noch etwa» hinzu? Herr ftl. ist für die Simultanschule mit Religiousschule. E» find ja namhafte Pädagogen derselben Ansicht. Dieüermeg und Ditte» erstreben daffelbe. Aber diese sind konsequent genug, uicht auf dem halbeuWege stehe» za bleibru, sie wollen auch den siwultaueu Schul-Religionsunterricht also einen interconfeifionellrn, und concedireo nur für jede llonfession noch einen besouderen kirchlichen Religionsunterricht. Aber auch dieser soll und muß eiageübt werden, und »er soll mm auf de» Seminarien diesen UuterrichtSzweig bester leite», al» di« Rabbiuer, dst ich sogar io dem specieller verdachte habe daß sie eine pädagogische Ader besitzen, eben, »eil aege» »er AuSfichlSlofigkeit der jüd. Lehrercarriere v ele talentirte Pädagogen, die einige überlchüsfige ,Kröten" besitzen, in die Ratdiuerlaufbahu »erschlagen »erden. Hier krau nur eine gründliche Orgaaisatiou »ad Abstufung de« jüdische» Schulweseu» Abhülfe schaffen — oder e» müßte ter Baau gtbrochen »erd«», der die Juden von den staatlichen Lehranstaltm au«schließt. Später mehr hierüber! (Schluß folgt.) J&oUa«b. Kolaud. Die schreckliche» Rachweheu der russische» Judenverfolguugen illustriN der Fall de« Flüchtling* Ecker ling, eine» ftübec gut situirte» Fabrckaute», au» valta. Ii eine« Aufruhr ümrde demselben di« Zunge abgefchnttte», na Auge ou«gestochen und sein Bater nebst zweien seien ftrnder vor seinen Augen ermordet. Er ist jetzt aller Mittel entblüßt und Hot eine Mutter, Frau uud 8 Kinder zu versorgen. Zu Ehren Holland»— der Zufluchtsstätte so mancher politischer Flüchttinge — hat Rrv. R. M. Beuth in Lehden ihn in sein Hau« aufgeuommen und «t»e SubscriptwnSiiste zum Zwecke seiner Unterstützuvg in Umlauf gesetzt. Atz«». (Holland). Emen erfteuliche» Beweis der Achtung uud de» Wohlwollen», zuglejch »der auch e«» Zäche» reliaiüsrr Tolrrauz lieferte» die chrislltchrn Einwohner «sereS GtäsicheaS bä tat Feier der silberne» Hochzeit ä»eS hiesige» jüdische» GtautenSgenosten. Da dieser sei« christliche» Feevnbe »ab Nachbar» zu de« Fa«il.irnfeste eivgelade» hotte, -H sch«' Ickten Letztere die Straße i» welcher das wohnte mit Gn«rlande«, Blumen und Johne», ebenso schmückten sie auch die Rtchbarschaft der Shnagoq«. in welcher ei»' be» - sovderer Festgottesdienst siattfand. Die fast 6000 Seele»: zählende Einwohnerschaft ist mit wenigen «uSnahmru katholisch.' i rSriket. . Aldi» Hi-r, in der Nähe Smyrna'«, dem. Mittelpunkte einer erstaunlich fruchtbare« Gegend, mürbe i «tat kleine Ack-rbro-Colouie von russischen und rumänische» Jude« (ca. 30 Familien) gegründet. Die türkische Regierung bewilligte den Eolonisten gratis änen vottrefftiche» Strich vj- Lande», erließ ihnen jede Steuer auf die Dauer von 10-,*^ Jahren und gewährte desselben nee bet ächtliche Unterstützung in Naturalien. Die Localbrhürdea lasten ihnen ihre» besondern Schutz augedeiden und ernuatern ihre Best'ebunge» in jeder Weise. Da die Ernte aber «rst Ende Juli statt« finden wird, so befind«» stt> die Eolonisten augenblicklich' ‘ \ noch in bedrängter Lage. Die» erknaend befahl der General- -I gouverneur von Smyrna, ihnen Hilfsmittel zu schicken. Auch die Alliance Israeli»« hot ihnen durch Herrn Parieate. i Direktor der dortizrn All'avceschule, Unterstützung über« jj weisen lasten. Mßlkabekpßla. (Eine jüdische Ackeubaucoloule.) U»- gefähr 30 oder 40 Meileu südwestlich voa Philadelphia, tu J dem fruchtbarru Distrikt de« Staate« Rrm-Arrseh, liegen.' die Ackerbaucolouieu ^Alliance" uud „Earmel^, im Jahr 'f- 1882 vou einigen ftetgebiegeu Jure» au» New-Jork zo« Beste» der russischen Flüchttinge gegründet, vielleicht hat H di« Beschreibung äue« flüchtigen Besuch», welch«» ich i» jüngster Zeit einer dies« Eolouien »rächte, ein Jutereste für die geehrten Leser, uud bitte ich daher, mir im Gäste dort» hi« folge» zu wollen. Nachdem mir de» Delaware im Staate New-Kersch überschritten hatte», bestiege» wir de» Eisrubohazug. welcher " Philadelphia mit Eapr Mai verbindet uud erreichten ungefähr auf der Mitte dieser Streck« die Stadt viuelaad» äue» laudwirthschaftlicheu Mittelpunkt, der vor «ugefähr 28 Jahre» errichtet wurde, bestehend au» einer laugen, breite» Straße wit uiedrigeu Häusera, »elchr mit de» Vororte» 8000 Jusasteu beherbergen, die au» allen Welttheile» sich hier z»- sammeugefnndeu haben. Rach einer kleinen Tour »o» »irr Meile» aufwärts brachte uu» eine grade, sandig«, mit Waldbäume« eiugefaßte Straße nach den Adtheiluage» der jüdische» Eolonie. Au^r uuser« Fuhrmaa» hatte» wir keiueu Führer uud kouutea als», uu» selbst überlaste», uach ägr»e» Belirbeu unsere Beobachtungen anstelle». Die bädeu Lolooie» scheiue« etwa sechs Meile» »»» äuauder eutferut zu liege» »nd enthalte» »»gefähr 120 Familie». „Alliance'', «eiche wir aur besuchtest, »ich welche sich vou de« bädeu am gedähUchstea entwickelt hat, umfaßt ca. 1000 Acre», welch« i» Loose mr je 16 Acres verttzeut find. Als die Eolouiftr» tu Besitz dieses Landstriches gelaugte», war der Bo deu mit Nutzholz dewachsr»; st« »kvßtr» ih» daher, um ihu für deu Ackerda» nutzbar zu mache», mit de» ihnen von d«r Oerttichkät grboteae» spärliche» HilfS«^ «Utel» erst aaSholzeu. Et» sehr beträchtlicher Thett ist ' bereits urbar gemacht, aber i» vielen Felder» zeigen noch die Vaumwurzel« di« ursprünglich« vodeudeschaffeahett der.D Gegerch. Der Bode» ist sehr leicht uud saadtg. »der 9k Jj Eoloatste» ziehen trotzdem «tt gatrm Erfolg Erdbeere». Himbeeren, Wrintreuben und Brombeere» für de» Statt,. ■cbc» Kartoffel» und sonstigen «strmüfegrte» für de» hä»Ssiche» Gebrauch Die Häuser, welch« selbstvcrstäadlich a»S . Halt find, und welch« der früh«« Besitzer des Grundstück» gebaut hat fiud reinlich uud -«räumt,; diejenige», welch« * wir besuchte» scheinen äußerst »ehulich uud ges»»d z» sä». « Die Männer fände» wir bä ihr,» aastreugende» Ardett auf be» Felder» «ft tm Beschaäbe» der väastücke »nd S&tai des Bebens §» Anpflivzonge« ira» Obstbänme» de —x -ai

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