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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 32. · p. Seite 247

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 32.
Date
1888-01-01
Page
Seite 247 (sequence 5)
Language
German
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Nichtjäd.nneu fafi: säanntliche Opfer bt* Berderbm« liefen. £; 8« hestiastm wird der Bermügx» «stand des deutschen Bo t«'» '' ^«nüttn durch eine -Füll« von M itteln der verrmhtesten 8 > fderen der einfach und ehrlich denkende Deutsche widerstandslos " preiSgegebea ist." (Ast Niemand in der Anklage erhebt? Red.) Seit kurzem hat da» Wochenblatt der „Beobachter an der Elbe', dar hier erscheint, sich die löbliche Aufgabe gestell«, die Lägen de» „AarssemstiSmuSaufzudecken und zu widerlegen. 4« geschieht die« in geschickter Weise und populärer Sprache, darum verdient da» Blatt llatrrstützuog und Ber- - dreitung, e» kostet jährlich nur 4 M. 80 Pf. (Die Expedition ist: Hamburg, Grindelhof Sö.) * Galßerg, 30. Juli. Da« jüdische Tarhospital zu Tolber z beging am letzten Sonntag vormittag« 10 Uhr sei« dte«- . jährige» Stiftungsfest. Die Ungunst der Witterung hatte .<# verschuldet, daß der Betsaal de« Hospital« nicht, wie 'gewöhnlich, in allen Theilen überfüllt war; doch hatte stä, immerhin noch ein stattliche« Publikum eingefunden. daruntei- Herr Bürge, mrister Kümmert. Rach einleitendem von Har- «oniamrläugen begleitetem Besänge de« Laator« Zadtkow - hielt Hnr Rabbiner Dr. Goldschmidt die Festrede in Anknüpfung au da« Textwort: »Und Du sollst gedenken deti .' ganzen Wege«, welchen Gott Dein Herr Dich geführt Hai: die'e vierzig Jahr« in der wüste." Der Redner entrollte . in markigen großen Zügen dir jüdische« Satzungen über die Menschenliebe, au deren Spitze mit weithin strahlender Schrift i da« Wort leucht«: »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst." Im zweiten Theile seiner Rede berichtete der Redner übe, dt« relativ sehr günstigen Erfolge der Anstalt, welche leide, aber in absehbarer Zeit noch keine«weg« fest fuadirt wäre. Der Redner schloß mit einem Gebete für die Heimgegangener wohlthäter. für die Mitglieder, für di« Schutzbefohlenen de, Anstalt, für de« vortrefflichen und unermüdlich wirkende« Anstalt«arzt Dr. wetßenderg und für da« Kaiserhaus >Mit Gesang endetr di« ftimmuu-«oolle Feier. Die Anstatt i veranstaltet zu Gunsten ihrer Kasse am Doanerftag Abend im Strandschloß einen grrßeu Eoacertabead, zu de« bewShrt« Künstler ihre gütige Mitwirkung zuaefagt haben, u. A. Frl. Jod. Krämer, Eoncertsäugerin in Berlin, die Piautstionev Frl. wefimanu au« Berlin. Frl. Boßrcker au» Drr«de», Frl. Jacoby au« Berlin, Herr Wertheim, von der großen deutschen Oper in Rotterdam, Herr Max Lehrend, vom Stadttheater tu Riga, der Lellovirtuose Herr Max vrog« au« Berlin, der Violinvirtuose Herr Eduard Roth aut Berlin, sowie Herr Mnfiklehrrr Wtnkelman» von hier. Haffrntliih wird auch der materielle Erfolg um de« wohllyätigen Zwecke« will«« ein recht reicher sein. A. L München, 80. Juli. Zur Feier de« Leute, »artnw« fand heute auch in der htefigru Synagoge ,tr 'solenner GottrSdimst statt. Herr Rabbiner 'Dr. Perle«, der kurz vorher in Begleitung zweier ver»altung««itglteder in der Bontfactu« k i r ch e einen Kranz am Katafalk Kdnig Ludwig» l. uiedergeiegt hatte, ergab eine begeisterte Eharakteristik de« große» König«, anfnOpfcnb an da« Schriftwort bei Iesata« (öl.2): »Ich habe ihn d» einen einzigen bernfeu. ihn gesegnet «ud ihn groß gemacht.- während andere-Regenten »ft schon während ihrer Regternug«zeit tu da« Duukel der Geschichte zurücktteteu, ist die Popnlarität König Ludwig«, objw« dersrlbe lauge Zeit vor seine» Heimgänge der Krvur entfaßte. immer «ehr gewachsen; den» König Ladivtg war «den em einziger, eigenartiger Fürst, voll individueller, fesselnder Züge und Eigenschafte». Die göttlich« Vorsehung hat ihm einen erhabene, Beruf t» Leben de« bayerischen N»d deutschen Volke« zugrthrttt, al« mächtigster Förderer de» deutsche» Bewußtsein«. Aber auch ein anderer Beruf war ch» zugesalle», in dr» er geradezu ei» .einziger- und unvergleichlicher war, »l« Pfleger und Beschützer der dentschen Konst, al« Schirmherr der Reltg-.o« und der wifieaschaft. Der Rediwr schilderte auöführltch die Verdienst« König Ludwig» um die Hebung de« ideale» Sinne«, um die Verschönerung de« »Mb« and der Hauptstadt, betonte seine reich geübte wohlthätigkeit. seine Versaisuagötreue und sein bürgerfreundliche« Wesen. Auf der Wirksamkeit König Ludwig« ruht unverkennbar der Segen Gotte« sie wächst immer mehr an and üvt eine mächtige Nachwirkung auf die Mehrung der Güter de« Frieden» und de« Geiste«. Der Redner forderte die Feftversammlung auf, dem großen König am würdigsten dadu-ch zu huldigen, indem ein jeder feierlich gelob«. da« geistige Erde König Ludwig« hoch zu halte» uad nach dem Maße seiner Kräfte au der Wohlfahrt de« Vaterland«« mitzuarbeiten. Mit eine« Gebete für die. Manen Köaig Ludwig», für da« Heil Sr. k. Hoheit de« Prinz-Regentea uad de» königlichen Hause« schloß die von Weihegefängen umrahmte FesteSfeier. Hortmnnd. Die ..Dortmunder Zeitungb-kiagt sich darüber, daß ihr von jüdischen Geschäftsleuten Inserate entzogen seien. Sie behauptet, e« beruhe da» auf einer Koalition, deren Wirksamkeit sogar durch Konventionalstrafen verstärkt worden sei. Wir wissen nicht, ob da» in der That der Fall ist. wir wiflen auch nicht, worauf sich da« Verhalten der jüdischen Geschäftsleute gründet, uad lassen dahingestellt, ob dasselbe zweckmäßig sein kann. Komisch aber ist daß die „Dortmunder Zeitung" über diese Thatsache ln Hellen Zorn ««»bricht. Sie versichert in einen« Artikel, d.i ganz und gar von Judenhaß erfüllt ist, daß sie niemals Judenhetzr getrieben habe, droht, daß der Beschluß zum Rachtheil derjenigeu aurfallen würde, die ihn gefaßt haben, uad stellt sich an. al« ob in einem solchen Verhalten etwa« Rechtswidrige« liege. (Am Ende wäre e« zw!ck«äßig, daß rin Berwastung«- gerichtShof einzelne Geschäftsinhaber anwetsea kann, Inserate in solche Blätter einrückea zu lassen, die einen Anspruch darauf eraeben — bemerkt hierzu die „Fceis. Znt.-.) Hnivtnrg. Da« „Duisburger Tageblatt' vom 20. Juli schreibt: Wenn man die richtige „nationale'Behandlung der Mackenzie-Frage kenne» leraea will, so muß man die in Leipzig erscheinend« Anttsemittschr Lorrespoadenz zur Hand nehme». Sin Artikel »Die Partei Mackenzie im Häutung«- Prozeßin der jüngsten Nummer beginnt mit folgenden Kraftsprüche«: „Mackmzie-Mackawicz hängt uasera Jüdisch» Fretftunigeu au dm Rockjchößen uad kein Kol-Nidre-Gebet kan« fie davon befreie». E« wäre daher gut, wenn die Bezeichnung „Partei Mackenzie' für alle« um und hinter den Herren Richter, Forckeubeck, B-mberger, virchow, Mose«, Lohn und Genossen sich «tabürgerte. Sir nehmen keine Schutzmarke für diesm Ausdruck in Anspruch. E« dürfte kaum noch «inen Namen in der wett geben welchen da« deutsche Volk in seiner großen Mehrzahl heut« mit so berechtigtem Abscheu und jo verdienter Verachtung ausspricht, al« dm Ramm jene« jüdtsch-eugltsche» Scheu,al«, der länger al« eia Jahr den todtkraakm Kaiser und da« ganz« treue deutsche Volt mit seinen jüdisch-freifinuigm Preß-Spirßgeselleu belogen und betrogen hat.- Sollte «» möglich fein diese Leistung noch zu überbietm?? Nobmfelbe, den 8. August. (Or.-Torr.) Die mänalichkrästtge.l Wort«, mit welchm Heer Kltugenstetn da« jüdische Lehrerwesen in d. Bl. belruchtet uuo dessen Schäden schouuag»lo« blorstellt, di» freimüthige Sprache, mit welcher er für eine Befferuag eiatrttt, kann nur jeden Lehrer und Lthreefrmnd mit frrittiig-r Gmugthuuag erfüllen. Mau sieht e« den Artikeln an, daß sie nicht nur mit dem Kopf«, sondern mit dr» Herzblute geschrieben stad; daher wird auch allsettige Zustimmung denselben zu theil werden. Die „J«r. Wochenschrift" hat sich durch Aufnahme dieser Artikel den Dank aller Lehrer erworben und dm von eiuigm Blätter untergeordneten Range« ihr gemachtm Borwurf der Lehrerfeiadlichtest gründlich widerlegt. wem» ich nun deanoch das wort ergreife, so geschieht e« nicht etwa au« OpposstiouSlust, sondern einzig allein au« sachlichem Jalerefle, e« darf bei einer Sache von so eminenter Wichligteit nicht da» Herz alleia reden, der kühl« Berstand muß die nnzelaen Punkte sichtm uad zergliedern; da« trägt zur Klärung der. Der verehrte Herr Kollege Kl. wird

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