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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 32. · p. Seite 245

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 32.
Date
1888-01-01
Page
Seite 245 (sequence 3)
Language
German
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— «4L — Merlin. (Radan» AotiftmÜen, rei m «(?) Antiseitit«, Konfrrvative.1 Gq« die „«ein«« (P) welrh« M der Ersatzwahl tm 6. h-«s. RerchSlagS Wahlkreise «i»e» «igflint Kandidat« in der Person de» Herrn De. Laul Förster' arifstellen »ollen, wendet sich die „konservative korresporidmz". Da« parteiosfiMe Organ behauptet, Herr Böckrl Sde bet ten letzten Reichstagswahlen den konservativen Dr. itmm .«'ttelst Ueberrmnpelnng. Schnaps und schwindelhasten Versprechungen" au» seinem Mandat verdrängt, und richtet in Knfntipfung hieran an die Konservativen die Auf» forderung, die iooservative Presse möge in der Empfehlung der Antisemit-n etwas vorsichtiger «erden — In dem Artikel bei: „Konservativen Korrespondenz" heißt es alsdann weiter: „?jm übriegen nehmen wir diesen ganzen „Radau"» Antisemititmu». wie das „Schles. Morgeublatt" di« betrrsfende politische Gattung einmal dezeichnetr, diesen nur für die Straße nnd die Volksversammlung berechneten Antisemitismus, der seit 10 Jahren lärmt und schreit, ohne etwas andrrrti an Eifolgen »ufweisen zu können als seine längere Reih« rer» k r a ch t« r publizistischer Unternehmungen, nicht tragisch. Wo» an ernsthaften und durchdacht« Reformen zur Beseitigung der »ncheiüsck,« Ausbeutung und behufs Riederlegung der kapitalistikthe» Allmacht des internationalen Juoentllum» möglich ist, das wird von konjerdativer Seite au«qel>en." Mit der letzt, rm Wendung bekennt sich also die „Koasernative Korrespondenz" ebenfalls offen zum Antisemitismus. Eür uns bietet diese E'scheinung nicht» Reue«. Daß die onservativcn „Antisemiten" vom reinsten Wrsjer fiat>, ist bekannt. Daß sie es angestcht» des selbständig« Borgehen» der .nineri Antisemiten" nicht für aeleaen halten, den „Radau» antisemiten" irie verlangt,: Gefolgschaft zu leisten, ist auch iK&ranl. Die ganze Streitfrage zwischm den „Radau,mtiemitrn" und ven Antisemiten der »Konservativen Krrrepondevz" ist blos die, dich die R-danantisemilen den llnti» emitismns a>Z Selbstzweck proklamiren, währmd die llntiemitrn der „Konservativ m Korrespondenz" ihm als Mittel »m Zmeck dmutzen. Der Sach« nach läuft das auf da»» elde trinaris. <Let»ziß, Die amtliche »Leipziger Zeitung* hat muer» ding» in ihrer wiffenschastttche Beilage unter der Aufschrift: „Der chrtstitäx und der widerchristliche Anttsrmittsmus" «inen längeren Artikel zum Abdruck gebracht, in welche«, im An» schlnsse an die Besprechwig des Schvnerer-Skandal« unt die dadurch hervorgerufme Spaltung in den Rethen der ksterreichtschen Anttsemtten, auch für Deutschland eine Scheidung in christliche und wtderchi^stliche Antisemiten gefordert »ird. In desander« scharfer F,»rm wendet fich jener Artikel des de« Arttis««iti»mns überaus zugethanrn Organ» der sichst» scheu Regiernag gegen di« Art und weise, «it welcher der Widerchriftltchi Antisemitismus fich beispielsweise auch i« Anttsemirerckalechismns Angriff, gegen die Religion der Inden gestattet. Mt Bezug auf den auttsemtttschen »slntikratru" mrd verschiedene Dühring'sch« Schriften wird alsdann ansgeMwt, daß viele Antisemiten nicht nur der jüdischen, sondern auch der suWühen Reliaion durchaus feindlrch gegenübeifftehen. Das Lornoon 1'infkm« »erde von leger« immer und iwmiu wieder gepredigt, und ans ihrer Kühle sehalle ,s noch ganz anders fürchtbar-gehäsfig, als ans der Kehle dessen, der es zuerst gerufen. „Was »oller, sie mtt diese» Rif? Ist es nur das wissenschaftliche Streben, et« Erkenutniiß, die «an selbst errnugeu, auch anderen mit» gnthetlen, »der ist es oll Imehr die süudtiche Begierde, ans de» Henr» »er Deuts,hen mtt der Religion auch die Räch» ft en lieb« heransznrrißen, damtt sie dann, von keine« Zügel mehr gehaltrn wilden Bestien vergleichbar sich auf di« Juden stürzen, ist es rächt die l ändliche Begierde, anstatt ans de» langsamen Wege staatlicher Gesetzgebung (l), innerer Krlsttgnng d»s lwntschan Volksledens bas Ziel zu erstreben, dieses vielmehr «ckangtn zu »ellen ans dem allerdings kürzeren Legi ungesetzlich« Wglhens geg» das Indenthnm?" Dies« Frag« «lstnüder «ntnwieter der in Rede stehende Artikel der »Leipz. Ztg." wir folgt: „Glrbt es mm leider solche Männer in Deutschland, so ist es die heilige Pflicht Aller, bi« Fahne des EhristmthnmS Hochbalten, mögen st« auch letzlich dasselbe Ziel (oio!) verfolgen wie jene, stch von ihn« p, scheid«; denn t« letzt« Gmnde arbeiten jene widerchristlich« Anti» semiten nur dem Indmthnm in dir Hände, dem, ihnen geg«. über muß allerdings d'aS jüdisch, Volk als Märtyrer er» schein«." Höchst ergötzlich ist es nun aber» wenn in demselb« Artikel der Stöcker als der Bannerträger bei« chrtst. lichen Antisemitismus hingestellt wird, während Schop«» Hauer, Fenerbach und Dühring als die Vertreter de« wider» christlichen AntisewittSmuS angeführt werd« und eS dann weiter heißt, daß diese Unterscheidung immer klarer fixirt werden und in da» öffentliche Bewußtsein übergehen müffe, solle nicht der Haß. den die eine Richtung predigt, die Liebe ertvdten, welche die andere christliche Richtung vertritt. Das klingt ja dem Stöcker gegmüber fast wie Ironie; oder sollte — meint die „Fr. Ztg." — die „Seipz. Ztg." thatsächlich vergessen Hab«, welche hervorragende Rolle dieser Mann des „prakttschen LhristenthumS" in de.-; Reihen der schlimm» st« antisemitisch« ^ehapostel gespielt hat? Der Stöcker und Liebermann v. esotmenberg. der jetzige geistige Leiter der „Anti em. Korresp."» gegen welche fich wohl auch der Artikel der „Leipz. Ztg." richtet, waren dcch stets intime Kampfgenossen, und die „Leipz. Ztg." hat selbst nie gefehlt, wenn es galt, den Samen der Zwietracht ausznstrenen! Oiskeäen» 29. Juli. In Folge de» vor einiger Zeit gebracht« Artikel» in diesem gesch. Bl. betreffend die Heranziehnng jüdischer Tullnsbeamten zu den Tommunal Abgaben, wonach solche nur von der Hälfte ihre» Di«striukomm«s besteuert werden können, betrat ich den Reklamatiorsweg mit der Motivirnng, „als Beamter einer dem Staate untergeordneten Corporation" Anspruch auf besagte Ermäßigung zu habm, und bat um dieselbe. Dieser Tage ging mir der nachfolgmde abschlägliche Bescheid zu: ,4)$rc Reklamation gegen die Höhe Ihrer Gemeinde» steuern pro 1888/1889 haben wir zurückweis« müssen, da .Sie nicht zu denjenigen Beamten, Lehre« oder Reli» gion»di«e« gehör«, welch« nach dm Bestimmvngm des Gesetzes vom 11. Juli 1822, betr. die Commnnalsteurrpflicht der Beamten, ein thrilweiser oder gänzlicher Erlaß der Ge» meindeftenern zusteht. Geg« dies« Bescheid steht Ihn« Klage beim Be» zirksansschnß in Merseburg binnen einer Präclnfivfrist von 2 Wochen, vom Tage der Behändignng dieses Bescheides an gerechnrt, zu. Der Magistrat. An den Laotor der jüd. Gemeind« Herr» Marco» Le»i« bier." Herr Eantor 8. will den gewiesen« Beschwerdeweg etnschlag«, mögm diejenigen jüd. Beamten, die eS bereit» erfolgreich gethan Hab«, ihn mit ihrem Rath unterstütz«, resp. eine derartige Klage in aller Form uns. Bl. zum Ab« d«ck einsend« all» Schema für die betr. jüd. Beamt«. ZNS Mestfaken, 31. Juli. (Orig.» Torr.) Einig« A«ße«ng« ocS Herrn Klingenftein im VI. Abschnitte seiner vervffmtttchnng: „Altes und Neues über Reltg'ousnnterricht, Lehrmckildnng und Lehrerstellnng" »eranlaff« mich zu einig« Bemerkung«, die fich auf Erfahrung gründm und stch auf di« »rstlichen Provinz« bezieh«. Bedauernd hebt Herr Klg. die Thatsache hervor, drß in nnse« jüdisch« Gemeind« seit einer Reche von Jahren «in |tt große« Gewicht auf die s. ,. „schön« Etzasantm", ans auf GaugeSvirtuosm bet« Lantarat gelegt »ird, und daß biefe dem «üchtig« Lehrer vorangestellt werden." E« ist diese wlrkttch bettagmswerlh« Thatsache »an solch weittragender Bedeutung für Gemeind« und Lehrer, daß sie i« dieser gesch., wett »erbreitet« Zeitung näher belmchtet zu werd» wohl verdient. Die jüd. Lehrer der westlich« Prooinzea, di« im Besen» satze zu dm RechgionSlehrern der östlichen Ge^nd«, all«

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