Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 31. · p. Seite 239

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 31.
Date
1888-01-01
Page
Seite 239 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/5369809-5935050-5938343--6759-5372647
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Dr. Galdschmidt fc* Mangel Crgriffm oh der ©ttartinj dich« Zaac», Gott preisend, daß er ihn diese» Tag rMkb »»d erreiche» ließ, katpfie Redner a» da» OibdiMtt «nr ^kicht kon Beadr allein lebt der BtnriA* Zarückblickcnd -oaf seine LKzichrige Thätig^kett. belenchtrie der Jubilar ln» Wort €kmn da» Gerechten, da» ihm .von boa Staat ttte «n, M n zum Lehrer and Berkünder de» gättttch« Worte» derase» »nnrde. inf Richtschnur diente: »Lus drei Dn^en steht die sittlich« Welt. Gottetwort, Gottesdieast und Mensch,«, liebe." Die «>n Herzen kommend« und zu Herzen dringende tiefempfunden, R'de schloß mit einer »ednmthdvollea Sir. inner«», an die Männer, die an seiner Lette Iah« laug -ffc di« Gemeinsame Lache wersthittiger Sienschen liebe „earbeite», nud di« der Tod oo» seiner Lette gerissen, mit «ine« Dante an die trenergedene Gemeinde und «tt dm» erneuten Velüdde der Treue gegen Gott, da» Baterland »ad di« Gemeinde. Noch einem von Herr» Odereantor 8! r für Shnliche Fr,re gedichtete» und komponierte» Festste)«, da* Herr Cantor Zadikvw «tt seiner schönen und weilten Stimm« meiste,hast »um Ausdruck brachte, beschloß mit einem Adon olom der Thor den herrlichen Gott,«dienst. — I« Restaurant Mose» fand unter Theilnahme der Gemeinde und vieler auswärtilicr Säfte die herrlich« Feier ihre« Abschluß. Nachdem Herr I a I o b h auf den Kaiser da« erste H>xh aasgrbracht hatte, in wache» all« Thettnehmer begeistert e nstimmten und Herr Rabbiner Dr. Wolfs oh n au» Ltnrqerd mit seinem erste» Toaste aus den Jubilar Alle begeisterte »ad entzückt«, wechselten in großer Fülle ernste und heit,« Rede«, die. wie rin von Herrn Dr. Hahn gedichtete« Tafellied zur Erhriirrung der Gesellschaft wesentlich beigetraxen haben und noch sehr lange bei allen, die da» Fest mitgemacht. eine herrliche Erinnerung zurückkassen werden. 8-n gteaftfart n. M. Der biesiae Rabbiner. Samson Rapböel Hirsch, versendet da» nachfolgende Tircular rn diverse deatschc Rabbiner: ,Ew. Ehrwürde« stimmen gewiß mtt dem allgemeinen Bedauern »beretu. daß in dem Minilterial. Erlaß vom 18. Juni 1884, «och welchem di» jüdischen Schüler für die Anfertigung der schriftlichen Arbeiten in der Reifeprüfung vom Schreiben am Labbach nicht dispenfirt werde« sollen, eine schmerzliche Lerkämmernug der jüdische« G'Nnssenstrene, insbesondere auch eine tiefe Erschütterung der «ligiüsen Gewissenhaftigk'tt erblickt, deren Pfl-'ge al« ein so wesentlche« Momert in der Erziehung und Hm»nbildu»g der Heranwachsenden Jugend zu beachten ist Bon viele« Letten ist der Versuch al» »ünschensnnrth bezeichnet worden, durch eiue Eingabe an du» Hohe Ministerium ewe Zurücknahme der betreffenden Ber» stonng z» erwnkea und hat man dabei der Lermnthnng Raum gegeben, e» wöge bei E,laß de, selben wohl nicht der ganze Ernst gegrnwärng gewesen sein, mit welchem da» jüdische Rest. ator»gffetz da» «Scheiben am Labbath al» eine schwere Ber. letznng der dem Labbatb zu zollende» Heilighaltung verbiet-t. Behuf« einer solchen Eingabe an dir hohe Behörde wäre daher eine übereinstimmende Erklärung oller deutschen Rabbiner über da« Schreibverbot am Labbath wünschentwerth und Mächte ich mir mlonben, Ew. Ehrwürden um Ihr schätzbar^ Mitwirken zu einer solchen Eingabe, insbesonderenm dieErwächlignng zu bitten, auch Zchren Rame» der Erklärung beiznfüge i: daß noch dev Aussprüchen der jüdischen «liglvnl- Gesetzlicheri Autoritäten da» Schreiben in jeglicher Schrift zu de, am Labbath «ltgtonsgesetzlich md strenge verbotene» wnkthätigleitrn zählt nud da; di« jüdische Jugend am Labbach zum Schreiben anzohalten eine tiefe Erschütternng ihrer religiäsen Gewissenhrftigkett wäre." — (Es sei hier daran ei innert, daß vor 2—8 Jahren von «me« talnrndknndigen Rnbbiaer einige Artikel in der .Reuzeit" erschienen find, die i» dmmetralin Widerspruch mit obige» yiWlll Stuttgart, 28. Juli. (Or^Eorr) Di« versommlnng israel. Lehrer Württemberg« wird »» 7. August d. I. i« Hotel Degginger dier ftattfiade» gegenständ« der Verhandlung werden bttdeu: 1. Bericht über den Staad de» Verein»; 2. Eiulritu»g«-V»rtrag de» Vorstands, Hrn. Oberlehrer« 8. Ltera-Eßlingen, über .Uasere Ziele". 3. Referat von Lehrer Ltraßburger-Bucha» über die ^Revision de» Lesebuch« für israel. Schulen Württemberg«', 4. Bortrag de» Lehrer» Spatz-Eschenau über .die Jude» in Hohenlohe im 11. «. 12. Jahrhundert"; 5. Lutrag. betreffend die Llterszulageu der Borsänger (Religtvnslehrer). Aaiserotanter» Die .Pfälzische Presse", ei» Blatt, welch«» bisher für ein Organ der .inständigen" Heidelberger gegolten hat» bringt eine» scharfen antisemitische« Hetz, artikel. Al» unerhört müffen wir «ameuttich die in demselben erhaltene Bchauptung bezeichnen, daß die Alliance i«ra4litr .de» ansgesprochenen Zweck habe, über die köpfe der einzelne« Rationen hinweg da« Volk der Juden auf Grnnd eine» großen jüdischen Geldmouopol» za eine« großen jüdischen Reich zu vereinigen." E« ist wiederholt vollständig klargestellt daß die Alliance israälite nicht» al» eia Wahlthätigkeitsverein ist. der die Aufgabe hat. die materiellen und geistigen Zustände »f Juden im Orient, die meisteuthett» unter einem schweren Druck und im Schmutz leben, zu verbessern. Die .Pfälzische Presse' hält den Inden eine Anzahl von Sünden var. verheißt ihnen aber — nud da» ist de» Pudel» Kern — Amnestie, wenn fie sich zu guten Kartelldrüben, bekehre» und von dem freistnuigrn Parteiprogramm kaffen wollen. Der sauber« Artikel ist in eine Reihe von andern Blättern, wie die .Saarb,Ücker Zeitung", üdergegangen. Hkofe» Dir russtschr Kommission für die Judenangelegrnheitm soll, wie die .Pasenrr Zeitung" nach Mitthcilangen de» ruft. Blatte» („Djen“) .Der Tag" geschrieben wird, »orgrschlage« haben, die Juden innerhalb ihrer bisherigen Ntederlaffn»,«grenzen zu belaffen. Eine Ausnahme soll nur in Bezug auf die jüdischen Laodwirthjchaftcbesitzer insofern gemacht «erden, daß eine Familie nicht mchr al» 20 Djesfiatinrn (ungefähr 21'/, Heft.) besitzen darf. Alle Feldarbeiten müffen die jüdischen Landwirthe selbst verrichten. Sollten fie jedoch dieselben durch gemiethete christliche Arbeiter »»»führen lassen, so sollen ihre Besitzungen von >mt«wegen snbdastirt werden. Zur Konttollirung der jüdischen Landbefitzer sollen besondere Beamte angestellt werden, welch« für Feststellung rer Uebrrtretungr» dieser Borschriflea besondere Prämie» erhalten werden. Die jüdischen Landbesitzer dürfen keine besonderen Kolonien bilden, vielmehr nur Glieder einer Landgemeinde sein. — Auch sollen dir Jaden, wir der .Äralhdantn" mittheilt, zum Studium der Beterinärkunde bei der Univerfität Charkow gar nicht zogrlaffen werden. — Rach anderweitigen Lftttheilungrn hat die rnsfische Regierung muerding» all« in Helfingjor» ansäsfigen Juden ansgewiesen. Mir». Die Berliner Antisemiten stn» sehr niedergeschlagen, daß ihr Wiener Freund und Colltge, Herr Schönerer welcher bekanntlich wegen Ueberfalle» de» Redaftiouspersonal» eine» hiesigen liberalen Blatte» zu vier Monaten schweren Herker» vernrtheilt worden ist, beim Antritt seiner Strafe wie ein gemeiner Verbrecher behandelt werden wird. Er wird, so klage» dt« Antisewitea, keim besonder« Zelle haben. Ec wird geschoren, rafirt und mtt Sttäfltngslleidern aagethan werde«. Er wird keim eigene Wäsche and keim eigenen Schuh« tragen, nud nttt Profrsstrntftenarbettrn beschäftigt werden. Er wirb Sttäffttig«kost essen müssen tc. k. — Man weiß in der That nicht, ob »an sich mehr über di« Dummheti oder Unverschämtheit dieser Klagen wandern soll. Herr Schitnrrrr tt» »erurthettt »egen eine» gemeine« Verbrechen«, nicht etwa «argen eine» politischen vergehen», den» »tt der Polttik hat es aicht da» geringste za ttp», weaa ein Polittker arte dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.