Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 31.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 2)
- Language
- German
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sich« iusnahmeu fkftt mb e« ist ja «»glich, daß ich zmveile» in atiacr Begetfteruug für M hehre tat oan »er Freudigkeit ia Straft gesproche» so» die Lehrer eraahut Hab«, ioouerdar jung z» bleibe» ia Geaüthe, sich uicht allzusehr v»m Geschicke beuge» z» lasse», weil aa» u»r daun aahlthuea» auf hu Gemüt »er Hinter z» wirken ia Stande ist. Aber traurige Lrfahruuge» habeu «ich überzeugt, „daß die Lehrer besser wären, wen» e» ihueu beffer ginge". Die Lehrer a» »eu Bolk«schulea i» allen, »der »och den meisten deutscheu Laudeo klageu mit großem Rechte. Und nun vergleiche mau: Was ist da« Lebe» eine« jüdische« Religiouslehrer« gegeuüber de« eine« christlicheu volttschullehrer« iw kleinsten Gedirg«- dorfe? Thal der seine Schuldigkeit, so muß ihm aerde«, wa» recht ist. Er steht unter dem Schutze de« Gesetze, der Behörde», fest iu seiner gesicherten StellungI Er kau« und wird iu de» meisten Fällen avaactren, fortsihreiten, wenn er Streben hat. Aber — wer nimmt sich de« jüdischen Religiouälehrer« au? Da« kau» au« ihm werde», wo sieht er einen Hoffnungsstrahl? Wo findet er eine Stütze, eiueu gesetzlichen Halt? Rechtlo« muß er sich auf sich selbst verlaffra. E« find «,« beispiellose Fälle bekannt geworden. Wir habe» e« erlebt, daß mau iu mehreren größeren Gemeinden, i» welcheo die Luxusausgaben so viele Tauseud« per Jahr verschlinge», al« der Lehrer Hunderte bezieht, voa dem Lehrer sagte: „<H ist wahr, unser Lehrer ist tüchtig, wir möchten ihu nicht hergeben. Aber e« stad einige unserer Mitglieder weggezogen. — wir köunen chm de« Gehalt uicht mehr gebe», de» er seither bezog". — „Er ist zwar seit einer Reih« voa Jahre» bei uo« und hatte biöher schon kau« sein Auskommen. Allein er ist alt. seine Berhältuiff« nitbigen ihn, hier zu bleiben, «eil er sonst nicht leicht ausgenommen wird. Wozu als« sollen wir un« anstreugeu? Mag er sehen» wie er durchkommt. E« wird chm schon geliugen..." E« find un« Fälle bekaunt geworden, wo der Lehrer sein anständige« Auskommen hatte; die Mißgunst hat ihn verdrängt oder sein Einkommen geschmälert, nach de« alten, leider nur allzu wahren Worte: „Die Juden köuue» uicht weinen sehen, aber — besonder« ihre Beamten — auch uicht lachen!" Diese Berhältuiff« müsseu ein Ende nehmen! Da« ft die erste und höchste Aufgabe der gemeinsamen Institutionen, die sich da« neuere Judenthum geschaffen hat. Die Hera» bildung eine« richtigen mld in seiner Stellung gesicherte» Beamteuftande« geht allen anderen Aufgaben voran. Alle« Audere ist vielleicht schön und gut; aber gegeuüber dieser Aufgabe find e« — Allotria. Und wird e« uicht bald, so st es ei» Unre cht, ei» s chwe re«, unverantwortliche«, anch noch ferner junge, leistungsfähige Mensche» zum Lehrerberufe heraubildeu zu lassen. Wa« ist zu thu»? Wie helfeu? Mau hat vor eisiger Zeit vo» einer hervorragenden Stelle au«*) die fett langer, langer Zeit augestrebte definitive Anstellung der Lehrer au« Rückficht für di« Gemeiud« al« undurchführbar erklärt. Da« hat »»hl überall tief verstimmt. Wie? Rücksicht für die sich auflvseude Gemeinde, ja »«hl, — aber keine für die Lehrer, für die Beamte»? Will aau immer u»ch nicht dara» deukeu. daß der Lehrer sich doch uicht anflöse» ka»u! Daß chm, der sei» Leben sei»«« verafe widmet» »i»e bleibende -) Auf de»letzte» Gemeindetog des D. I. G. B. in Bwltn. (Med.) Stätte, ei» Zusammenleben, ein Zlsammeuwachse» mit Mm Heimat, mit der Geaeiude u»d ihre» Aogebörige», mit sotuea Berafe s» uöchi, ist, wie da« Licht dem A»ge? Goll dar Lehrer, der doch 5 bi« 6 Jahr« in der Ciftni«tH»ralt (»• harre, mußte, aa dem Fluch« istatu» ewiglich tragen: TTI H) pKarmn? S»I er sich »te der Pietät erfreue», »i, von erwachs««» Schüler» sich amrkamü sehen und di« Frücht« seiner Wirksamkeit genieße»? vir fiud der »ollste» Ueberzeugung, daß »tele LehrereMenze» eine ganz andere Entwicklung hätteu, wem, sie die Uederzeuguug mit tu ihr« Stelle nähme»: hier will ich m«tne Zukunft gründe», hier will ich bleibe»! Sie — die junge» Lehrer, würde» ga»z ander« wirken und strebe»! Sie würden suche», sich wahr» haste Freund« iu der Gemeiud« zu erwerbe». Und dir G> meinde würde sich sagen: Wir Müssen bieten Lehrer so stell«, daß er sich heimisch bei «u» füijlt. Sr ist ja mm bet un«. und soll bei un« bleiben. Aber jetzt? — Da wird auf der eine» Seite wie auf der andere» ge mäkelt, und bei der Aufnahme schau wieder der Abschied in« Auge gefaßt. Wen» die Gemeinden wüßte», daß sie dem Lehrer wohl «eh« thu», ihn iu der Erfüllung seine« Straf« hemme» und störe», abar uicht verjagen könnten; wen» sie wüßte», doß sie sei» mäßig berechnete« Gehalt nicht schmäl.»» köunen und dürfe» — dann würde da« BerhäUuiß ein ganz and««« werde»! Aber wie soll denu da« bezweckt wer de»? Wir habe» früher schon augedeutrt, daß e« einer wirksamen Bereinigung der deutsch-jüdische» Gemeiude» wohl möglich wäre. E« müßt« vor Allem eine solche Bereiuiguug dahio wirke», daß di« Lehrer nicht allein von dem gute» und böse» Wille» der Gemeiud« «der gar eine« Borsteher« »der eiuar reiche», vielleicht kinderlose», daher lehrerfeiudliche» Familie — auch schon dagewese»! — abhängig sind, sondern eine wirksame Stütze an der Gesammtheit habe». Nach einer nach einheitlichen Grundsätze» abgelegte» Prüfung müßte» st« durch eie» Lentraldehvrde verwendet, wirksam iuspteirt u»d iu »rduuug«. mäßiger Weise befördert, «der bei eventnellem Rückgang einer andere» Gemeinde »ersetzt »de, unterstützt werde». Die Lehrer dürfe» nicht da« alleinige Opfer der rückltssige» Berhältuiff« einer Gemeiude werde», dürfe» uicht zurückbleibe» iu durchaus unzeitgemäße Stelluuge», wo alle« dahin arbeitet, fortzuschreiteu. Nochmal« lege« wir diese Aufgabe dringend au da« Herz der Männer, denen e« gegeben ist, für die Gesammtheit wirksam eiuzutretea. Nehmt E»ch der Lehrer au! Wen» diese» gehulfe« wirb, ist die wichtigste Aufgabe für die jüdischen Religttmsgemeiude» gelöst. Nicht oben, sondern u»te» müsse, mir «fange». Kür di« Mä»»er müssen wir sorge», die dt« schwerste Arbeit für di« Reorgauisatiou de« Jude»th»m« zu »ollbrtugeu «ch dabet die schlechteste Stellung, den geringsten Lohn habe». Und — der geehrte Leser wird de» Zusammenhang de« Nachfolge»»«» mit dem voran« Gesagte» wähl fl»d«»: — Schafft »ar die Midmer au« dem Lehramt«, die dasselbe schände», die keim Spur i» sich habe» M» der Aufgabe eim« zeitgemäße» Lehrer«, o« der Kult« der deutsche» J»be». Ich verwahre mich im Name» vieler Hunderte gleichstrebe»der »u> gleichgesinnter College», mit «berat Hunderten, die im statistische» Jahrbuch de« D. I. G. B. mit L.(,hrrr) beptchmt sind, gleichgestellt zu.werden; st« ab» College», al« würdige Bertreter de« Lehrerstaub««, «zuerkrane».