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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 28. · p. Seite 215

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 28.
Date
1888-01-01
Page
Seite 215 (sequence 5)
Language
German
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K 1 frabtfl und so durchsichtig, daß ich »eine Berwuuderuna Ketrübf c nicht riuzuschränkm vermag. Ich« Satz, der mich 'zu widerlegen versucht, muß Erstaunen wecken. Der Heer Torrespondent glaubt mir. daß ich aus 'eigener Anschauung berichte; ab«, ab« — da ich nur einen hochaHtbaren Äraelit« gesprochen, muß meine Schilderung unrichtig sein. D« Torrespoadent darf mir noch «ehr glauben, ntmlich: daß mein Gesicht»«, Gehör», und auch Geruchssinn sehr gesund ist. Wenn ich nun mit solchen Vinnen auägesialtet und dazu noch von Schönfärberei und Ladelsucht gleichweit entfernt bin. so »trd die Darstellung «ein« Watzrarhmuugen wohl auf Objektivität Anspruch erheb« dllrfm. Zu dies« Wahrmhmuugm wurde ich von jme« Israelit« allerdings veranlaßt; die Darstellung derselben zu beeinfluss« hat « jedoch in Irin« Weise versucht, r» wäre chm auch rb«sowtaig gelungen, wie dem Herrn Torrespondenlm. — Wenn ich auch oft die Stimm« wäge und nicht zähle und mir da» Unheil eine» achtbar« Israelit« oft mehr gilt al« da» von Dutzmd« and««, so habe ich dem Correspondeutm inzunschm doch den Gefall« erwiesen, auch andere Stimm« zu hören; iudeß habm 'mich diese in «ein« Ansicht nur bestärkt. Wenn d« Weg mit Rosen bestreut wäre, würden nicht mehr al» 8—10 Männer in der Synagoge erschein«, meint der Correspoadent. Eine Seh«- C" r, die in unser« Zeit ihre« Gleich« sucht l Ich kann Eorrespondenten hochangrsehen« Persönlichkeit« nenn«, die d« Besuch d« Eharloitenbucg« Synagoge nur au» dm Gründ« aufgegeben, au» d«ea aut, ich dieselbe niemal» besuch« würde, od« wie man jctzt sagen muß. niemals besucht hätte; diese» sogen. Betlokal ist nämlich weg« Abbruch -de» Hause« gekündigt word«. W«u di« Juden Tharlottenburg» wirklich sammt und sonder» so iodiffnrnt wärm, wie dn Tocreipondenl in leicht zu merkmd« Absicht glaub« mach« will, so wäre da» auf Beichaffuug einc» würdig« Gotteshauses gerichtete Bestreb« dies« Juden, die der Entfauuag weg« an dm cultuell« Einrichtung« d« Bmlwer Gemeinde in kein« Weise theilnehnuu können, geradezu »»«kläriich. WeShalb d« auf d« 13. Juni d/J. behördlich äuge» sttzt gewesme Tnmin zur Anhörung der Eharlottenburger Judm üb« chre Bereitwilligkrn zur Bildung rin« selbstständigen Synagogmgemeinde plötzlich ohne Angabe von Gründen wird« aufgehob« ward« ist — vermag ich nicht zu durchschauen, Hab« iudeß ft meine «igmm Gedanken barüb« und die muß mir schon der Eorrespondmt gönum: Grdaukru find «bm zollfrei. Auf weit«« Ergüsse de» Hen» Lorrespondent« komme ich noch zurück. Urbrigea» bemerke ich, daß dt« Ansicht immer mehr Geltung gewinut, wonach da» Judmgesrtz von 1847, bi» zu welch« Zeit in Preußen noch keine so riesig« Gemeiudecompl»xe bestanden, wie sie jetzt in Balm und andern großen Städten vorhanden, in solch« Eomplezra immer b»«Uichne Zustände schaff« muß und eine gründlicht Revrston «heischt, der allerdings jme unumschränkt« Gebiet« jüdisch« Gemeind« abhold sind, denn pateutwürdige Devise lautet: „Schweigen Siel" Aache». Ei» tuteressant« Bericht üb« da» Armeu- »esm der Syngogrn-Gemeinde zu Aach« tu d« Jahr« 1886 «ud 1887, erstattet von Rabbi»« Dr. Jaul«», liegt «l» vor, der un» ein« klaren Urbec blick üb« da» ganze Lrmeuwes« d« dortig« Gemetud« gewährt. Au» de« tr.fflich« Bordertcht Heden wir folgeud« Gesichtspunkte hervor, die d» feinmKeunrr uuseraGemrindevahLltniffe charatteristr«: „Die WahlthättgkintS-Auftaltcu köuu« sich bei Gewährung .von Unterstützung« allerdings nicht von d« streng« Grundsätzeu lett» lass«, wie sie etwa für di« städtisch« Ar««- »«wallaug« «aßgebmd find, welch, d« gesetzlichm ver- Pflicht»»- gemäß dm Arm« nur da» Allen»thvendigstr zur Yristung de» 8«d«S zu leist« habe». Pltval-Wohsthättgkeits- Austolt« dürft» sich «de» uicht darauf beschränke», vor de« ä»ßrrst« Bivttzstande zu schütze», souder» «üff« auch da helfend eiutnt'M. wo «S gilt, die gänzlich« Verarmung zu veihütm oder w« die von Seit« d« Kommuual-Armeuverwaltung bl willig! e Unterstützung zu« Lebensunterhalt uicht aosreicht. Andarrsrit» müssen Privot-Wohlthätigkrit»- Anstalten, auch »tun denselben genügende Mittel zur Verfügung st'hev, dir Gefahr oermeidm. durch Gewährung von zu rei r lich und häufig iremefleuen Uutastützuugm dte Arbeitslust und die Energie der Unt«stützu»gSewpfän»er. fich au» eigmer Kraft aufznhelfim. zu lähm«, sie gewissermaßen zu Bettle« zu erzieh«. Der Nutz« uud da» Verdienst d« Wrblthätigkeit würd« dann durch dm solchergestalt angerichteten Schoden bei weitem aufoewogrn werden." Wrikeryin berührt d« Herr verfass« einen sehr wunden Punkt auf dem Erbiete de» jüdischen Armenweseo», an dem noch viele Großg mriudeu kranken, daß nämlich die verschiedenen WehlthätigkeitSinstitute d« unbedingt erforderlich« Ec ntra ltsation entbehr«. Auch nach dieser Seite hin ist Aachen mustergültig. Ä dem Bericht heißt e«: .Dmu wmngleich die Verwaltungen uns«« Wohlthltigkrit»-Austalt« getrennte find, so stehen fie doch dadurch, daß der Präses und der Rabbiner der Gemeinde al» Borfitzender resp. stellvertretend« Vorsitzender fast ihnen allen angehören, und daß semrr die Vorsteherinnen de» Fraumv«ein» in dm vorstandSititzuugen de» Armen-Unterstützung»'Verein» berathend« Stimme habm. in eng« Verbindung mit eiuand«. Unzuträglichkeitm. wie sie sonst vielleicht Vorkommen mögm, daß ein« und derselbe» Person au» »«schieden« Wohl« thötigkeitS-Austalten ohne gegenseitige» Wissen Unterstützungen v« abreicht werden, find in unser« Geuttinde nicht möglich, da durch Vermittlung ihre» Vorsitzenden und stellvertretmden Borfitzmde» jede uns«« Armen-Berwaltuugen auf'» Genaueste davon unterrichtet ist. v,em, wieviel und zu welch« Zweck« Unterstützungen von den aud«n Armm-Berwaltung« verabreicht worden find." E« folg« nun: 1. derRechmschastSbericht de» Armm-Unt«- stüzung»-B«ein», der b«eit» 1860 gegründet ward« ist. Er zählt 149 Mitglieder uud hat eiu vermög« von 12 261 Mk. BemuSgabt wurden 1887 ö 664 Mk., au Unt«stützungen für dortige Familien 2 624 Mk. 2. D« iSrael. Fraumverein zählt 1V8 Mitglied« und hat einen BermtgenSl-eftand von 12 678.18 Mk. Die Einnahmen betrugen 3782.17 Mk. und die Ausgaben 1101.72 Mk. 3. D« Fiebetmann'sch« Jugmdvrrein, dek den Zweck »«folgt, schulpflichtige bedürftige Kinder d« dortig« Gc> M"Mde mit Kleidungsstück« und Gchulutmfilim zu vytsehm, zählt 169 Mitglied« und hat ein vermögen von 4888.87 Mk. verausgabt wurden 747.37 Mk., vereinnahmt 1 006.60 Mk. 4. Der t»rael. Ssyl.-B«eiu. der dte derrinstig« Errichtung etUlS Asyl» für Altersschwache bezweckt, Hot 167 Mitglieder u»>> ein vermög« von 30 699.93 Mt. 1887 betrug« die En nahmen 4077 Mk. 8. Die I. Levy'schr Stiftung, die bedürftig« Knabe» uut Mädchm brhii» Besuch» höherer Lehranstalt«», sowie Erlemuug eine» Hvndwwk», ein« Kunst «. s. w. unterstützt. Da» vermög« beten- 21678.18 Mk; dte Munahmm pro 1887 940.06 Mk.. die Auägab« 1071.84 Mk. 6. Dir A. Mayn'sche Stiftung, d«« Zweck ist. dürftig« Stildeut« de» dortig« Polytechnikum» zu unterstützen, weist eia Bermlgm von 6 910.18 Mk. auf; v«au»gabt ward« 18*17 an ein« Pclytechrtk« 160 Mk.; die Einnahme betrug 224t 96 9RL 7. Die Darlchuskasse besaß am 31. März 1887 -in vermög« von 6 201.60 Mk.; au 11 P«s»u« ward« Darlrhc» »«abreicht im Beirage von 1100 Mk. 8. Ohowraa tiarulluä-Olumaoäirn. Die Mitglirdnzahl beträgt 166. D« jährlich« Beitrag ist auf 6 Mk. stftrt. 1887 wurd« 167.76 Pik. a» Umerstützuug« gewährt. 9. Frau«-01iBwr»D-<-f»inUa»-0i»»»»«»aina. Da» ver» «ö,st» beläuft fich aus 2563.36 Mk.; v«aU»gM warb«' 96.76 9R. D« I«ed! zähst 182 Mitglied«.

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