Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Stunden wöchentlich. Und zwar: 6—S Stunden hebräisch. 1 Stund« Religiovsgeschichte, 1 Stund« für Liturgie, (wo. runter wir auch de« Unterricht im Ueberscheu derselben, inä« besondere der Gebete für die hohen »sesttoge und dergl. vrrst'hen) und im dritten Jahre ciae Stunde für praktische Hebung im Eantorat (Seminargotte-dienst). Braktische Hebungen im Unterrichten sind im Seminar selbstverständlich; rt kan, daher ein Theil der hierfür ongesetzten Stunden auch für den Religion-Unterricht verwendet werden. — Gestatten Sie mir nur noch eine« Schlußartikel über die Bestrebungen für Besserstellung der Lehrer und Ber« wandt«-. Die Vars« Hirsch-Stiftuwg und die rmssische« J«Ve». Bon B. T. (Schlag.) Aber selbst Handwerkirschuleu find in Rußland kein große« Brdürfniß. Wer die dortige» Verhältnisse »ur oberflächlich kennt, wird «iffeu, daß man den Jude« deuBorwurf, den mau chren westliche» Brütan macht, daß sie unter deu mit körperlicher Arbeit verbundenen Berufsarten nicht zu finden find, bei der größte» Sehäsfigkeit nicht wageu kauu. Da« Handwerk hat dort keine« goldenen Boden «ad doch weudeu sich die Juden fast allein diesem Berufe zu. Jede Art davon ist zahlreich vertrete», ja wohl zu zahlreich, u» nicht wünschen zu müssen, eine Hinleukuug auch zu andern Ständen möglich zu wachen und durch Einschränkung der <kou> cnrrenz da« traurige Loo« de« jüdischen Handwerkerz» milderu. Rur die technische Ausbildung wird eine vollkommenere sei« könne«. Aber auch da« wird wohl da» Handwerkerelend nicht zu besiegen vermögru; ob die technische Ausbildung von Werth sein kan», hdtgt zunächst von wirthschastlicheu Factore» und Brdürfnisien ad und nicht tu erster Reih« vom Arbeiter; ehe also diese Zustände fich nicht änder«, werde» auch technisch« Schulen zumZiele nicht führen. Die Wurzel alles Uebel« ist ja in dem Mangel der letzter« nicht zn suche», sondern tu dem Zwange de« Zusawmenwohneas auf einem für rnsfische geographisch« Berhältuiffe ungemein geringen Flächevraume. Sowie die Freizügigkeit gewährt wird, können dt« hier überschüssigen Kräfte i» große» Lzarenreich wo ander« ihre Stelle wohl ausfülleu und zur BerbesserNvg de« ersteren könnten jene Millionen aufgewendet werden. Aber da« liegt ja nicht i« Plan« der Regierung. Da« Resultat der mehr als fünfjährigen Arbeü der Pahlenscheu Jndencommisfiou, der Antrag, den Juden die Freizügigkeit zu geben, hat der Lzar selbst verworfen. Die Ausbildung zu Ackerbauern wäre wohl schon di« beste Verwenduug«art der stattlichen Summen, wenn der ländlich« Besitz tat Juden gestattet sein sollte, »a« aber tu deu weniger bewohnten and darum billigeren 8a»de«ftrtch«u nicht der Fall ist. Unter diesen Zuständen ist eben kein Schritt zu« Bessere» möglich, bevor nicht die allerdrückeadste» Hindernisse und die allerschlimmsteu Beschränkungen beseitigt find, ist eia Aufschwung zur Lulturhöhe der Zeit ei» Ding der Unmöglichkeit, eine unberechtigte Forderung und kein Unternehmen, da« ihn herbeizuführe« beabsichtigt, »nd wäre e« anch ans noch so mächtig« materielle Stütze» gebaut, hat Aussicht auf ueaueuswrrth« Erfolg«. Dies« Schulgründnngen stehen ja tn geradem Widerspruch zn deu bisherigen, diese Angelegenheit betreffenden Ukaseu. Ich meine, daß mau recht uuaugeaeh» berührt gewesen sein muß, als Baron Hirsch für seine edle» Absichten die Genehmigung der Regierung erbat, und wen» »an ste nicht ab lehnte, s, waren gewiß andere als gegen Judey wohlwollend« Gründe maßgebend gewesen, wahrscheinlich war die Ktnanzgröße des Stifters s» schwer ins Gewicht gefalle». Keiner aber wird behaupten »ollen, daß das Wohl der jüd. Unterthane» allein «der anch nnr vorwiegend bestimmend sei» konnte, sonst würden ganz «tat Symptome und Erleichterungen etntreffe». Ist taut aber sicher gestellt, daß dieses neutrale Berhalten der Regierung wenigstens nicht in " ei« noch ungünstigere« umschlägt? <N find widersprechende Lesarten tu der Presse darüber ovrhande», bei wem deu» di« großen Snmme« deponier »erde« solle» »der worden find. Rach den Eine» ist dos bei reichen Glaubensgenossen, nach Andern bei, de« Ministerin« für »Bolksanfklätunggeschehen. Da« letztere - wäre jedenfalls viel bedenklicher» ich will garnicht de« Unwesen« der häufigen Unterschlagungen gedenken, die bei rnsfische« Beamten üblich find, aber «'N ha». Beispiele, daß jüdisch« Fvuds nicht davor geschützt waren, zu Zweckr» verwendet zu werde», die mit der ursprüngliche» Bestimmt»- in gar keine« Zusammenhang standen. Wo einmal die Rechtsungleichheit solche Schranken gegen Juden aufrecht erhält wie in Rußland, da find derartige E wägunge» vollauf gerechtfertigt. Gegen Oesterreich-Ungarn wird mau grwiß kein Mißtrauen hegen. Vielmehr hat der Kaiser von Oesterreich seinem Dank gegen deu hochherzigen Menschenfrrnnd durch eine besvntae Auszeichnung Ausdruck verlieh«». Vielleicht wäre selbst ein« gesteigerte Auswanderung aus Rußland am Platz«, vielleicht ist ste unter tat gegebenen Umständen am meiste» angrzeigt, am sicherste» da« Wohl > der Drgziehendeu zu begründen «nd zur Entlastung und Linderung der Daheimgebliebene» beizutragen. Jedenfalls aber würde der menschenfreundlich« Philauthrep seinen Verdienste» um das Judenthuo «in neue« htuzufügen, wen» er eine ausgedehnte Aussprache vor der definit»«» Bestimmung seiner Stiftungen au Rußland über bi« von der öffentlichen Meinung zu ermittelnde beste vrrwenbnnz znlteße. _ Kerichle tut* Gsrrespsuderyr«. Dowtfedlawd. Magbeönrg Wir erhalten au« Oberschkefien folgend« sehr zu brrückfichtigeude Anregung: Zu deu Korrespoutatze» Königsberg O.-P. und Koblenz in Rr. 24 tut« 26 ta ,Woch«schrift" bemerke ich, M die Obcrschlefischeu Magistratsbehürdeu neuerdings vom Herr« Regierungspräsidenten zu Oppeln eine Verfügung erhmtru, wonach die Rabbiner - von der SommuNalsteurr nicht mehr befreit sei» sollen. Es würde fich nach Lage der Dinge wvhl einzig osfe allein empfehlen, daß der Ausschuß des Rabdiner-Berbanbs oder ein Mitglied deffelben (für sämmtltche Rabbiner) die Sach« — wenn uvthig — bi« zum Oberverwaltungsgericht 7 durchführt«, da der Einzelne zu viele Koste« hätte «nd beim Magistrat allein nichts erwirken könnte.*) Dr. F. in L. k Maßdeßnrg. Die »Allg. Ztg. d. I." charakttrifirt in -. ihrer Rr. 26 dt« religiösen Parteien de« Judenthnm» folgendermaßen; »Die reformistische Part«'sollte das -^ Judenthum au« der Stagnation der letzten Jahrhunderte wecken, Licht tu die Verworrenheit bringen, Mißbräuche «rt -, veraltetes beseitigen, und wo es nöthig, selbst uengrstakte», um nicht tu schreiendem Lontraste hinter der fortschreitend«» Etvilisattva zu bleiben. — Aber auch die »rthodore.^ Partei hatte ihre volle Berechtig»»-, nicht etwa blos. wett sie da» Bestehend« repräsattirt«, sondern well sie jedem qktremr» .1 Beseitigen entgegentrrte», das Berlaffe» des historische»' Bodens, in welchem jede pofitive Religion ihr ste ficherudes " * Fundament hat» verhindern sollte. — Anfang« ta ihrem Zwte« spall sich schroff>genüberstrh«d, hatten fi« naturgemäß eine gemäßigte Mittelpartei znr Folge, dt« Iegenwärtig in der breite» Mehrheit unserer tlanbensgenossen besteht.- 8. Werk», v. Juli. (Or.-Torr.) Der Prsfimism»«, mit dem Ihr Eorrespondent ans Eharlottenbnrg in Rr- 28 der Wochenschrift, entgegen meinem Bericht in ta vorherge- " , gangene» Nummer, die ch,rügen Juden beuetheilt, ist so hoch- -) Btelletcht nimmt da» Baldur Kabbinat dl» AngilegeichiN dr ku Hm» (ifcW