Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 27.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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«Sibirien die Wohltaten «Ser bür,jrrttchen Nichte nrit nur wenig« Sttfmbn«; st« dürfen z.«. nicht in Sptrttnos« Hendeln und kvun« nicht Offiziere »erd«. Deshalb «and«« viele Jade« an« Rußland und Polen nach Ostfibiriru an«. Während de« jüngst« Aufstande« »nrd« viele dorthin transportirt welch« sich and) dir Amnestie nicht zu Nutze, macht«, sondern lieber tu Gidiri« rerdlieben. Sie find rin redliche« nnd arbeitsame« Volk Ardeüer, Handwerk« und Kanslenie, welch« sogar mit den Chinesen konkurrtr« und bei d« Nachbarn sehr wohl geliti«. Deutsche Kaufi«1e verfichert« mir. daß fie lieber mit ihn«, als mit d« Ruff« geschäftlich verkehrt«. Sie find äußerst gastftenndlich und in fast jedem Hause wurde ich freundlich «mfuwommm. «fr»«. «usSüd-Zfrista. Die.Witwaterlrau» jüdische Gemeind« - iu Johannesberg sucht durch meljrere jüdische Zeitung« rin« Geistlich«. Diese« Factum ist von aroßem Interesse. Die Gemeind« ist nicht nur noch sehr jung, sondern die Stadt selbst ist eine der jüngst« in Südafrika. Die bedentend« Goldlag« de« Distrikt« Hab« eine Menge Jnd« hierher gelockt, und trotzdem Johanuesberg t» Transvaalg-bictr liegt, wohn« hier «ehr Engländer als Hl,Länder, daher auch die jüdische Gemeinde eine überwiegend englisch« ist. Es gewähri Befriedigung, daß in solch einer neu« Ansiedelung sich schon «in« wohlorganifirte jüdische Gemeint»« befindet. Ferner ist r« «in Zeichen großer Anhänglichkeit an die angeerbte Religion der Väter, welch« die englisch» Jud« charakterifirt, wenn man fie so fern vom Heimachlande dieselbe so hochhalt« fieht, und da« an einem Platz«, wo bisher keine Jud« existittm. Da« Jud«thu« folgt der Etvilisation über dev ganz« Lrdkrei«. Handel und Verkehr find überhaupt vom Judenthuw nicht zu uud was di« Jud« auch ergreif«, und wo fie sich auch niederlaffm. fieht «an die jüdisch« Religion Wurzel schlagen. Wir dürftn hierbei nicht verhehl«, daß an dieser Ausbreitung de« alt» Glaub«« zum groß« Theil englisch« Jud« ein« bedeutend« Amheil Hab«. Wie Engländer überhaupt geborene Colonist« stad, so find englische Jud« dir Sendboten, die Religion Israel« über d« ganz« Erdbod« zu verbreit« Wa» nun unser« Gemeinde betrifft, so wäre zu Häsen, daß fie bald ein« geistlich« Führer fände, der da« begonnene Werk seiner Vollendung «tgegmführm könnte. Whmtt&a. Aen^Hart Liner der bedemmdstm Jud« Amerika'« fft an« seine»Leb« geschieh«: Michael Heilperiv. Gebar» in Pol«, wandert« er 1848 nach Ungarn und wurde da unter Kossuth Secretair de« auswärtig» Ministerin«», 185V wandert« er nach Pari« au« und 1866 mit Kossuth nach Amerika. In New-Aork «utwickrlte er «ine große littaarffch« und journalistische Thäligkeil, war Anfanas Mit. arbeitrr und später Heranitgeber der neu« amerMnisch» Encyklopädie, er war ständiger Miterchetter der.Ration", einer der best» literarischen und wiss»schaftlich» Wochenschriften. ferner ebenso Mitarbeiter der .Evackrg^Post", zu da» Redakteur» bekanntlich Carl Schurz gezähft hü n. s. w. 1881 hat er sich mit seiner ganz« Kraft der Unterstützung der rujstsch« Emigrant« hingezeb», namentlich hat er sich um die Gründung der Coloni» stk dieselben groß« Brr», dienst« erworb». Am ««ist« quälte ihn die nihilistische Auswanderung, die in der Regel au Größenwahn leiden. Die Geduld und Hingebung de« verstorben» für dies, Emigrant« geht über «ule Vorstellung. Lvblich überstieg» die an ihn gestellte Zumuthung» alle Grenz« und er auchte — Rew-Pork verlast«, um nur eiuigermech« Ruh« zu bekommen. Sr zog nach Sumst, von wo er jet>» Mora» nach Rew-Bork ftchr und jed« Abend Heimkehr« «atzte. Auf eine« Vieser Gänge nach Sumit» in riner kühl» Nacht, erkältete er sich und zog sich «ine Lung»«tzündnng zu, der er am erleg« ist. Seine Söhne Louis und Angel» sind berühmte Echriststeller, Letzterer Profeffor der Naturwissenschaft an der Akademie zu Philadeftchio. Die Beerdigung I fand am 12. Mai statt. Sei« irdttch» Reste ruhende Sumit. Die erst« literarisch« Größen itnwAorßtz hob» t» jnlrl fM|Cf ItlpCKffS. Mardauierista. Dr. Charles Groß wurd« zum Hülfsprofrffor der »glffch« Geschichte wr der Hauptuni» versität der vereinigt» Staat« Rordameikka's Harvard, ernannt. Durch seine Sfsav „Silcko mar»ot««j»" yat derselbe bereits die Aufmerksamkeit der «glffch« Geschichtschreiber auf sich gelenkt, und dieser Erfalq ist um so n>erknfii«tmr,' als in dt« Entwurf rin Stoff ar» der «glffch«, Geschichte durch einen Amerikaner in deutscher Sprache behmdev wird. Di« Jud« wurd» i« verflosirnm Jahre ans se ne Tal»te durch, die bewundmnswerthe Abhandlung üb« ,«ü jüdische Schochkammer". welche «in« Theil d« Publikation« d« .Engllsch-- jädifch.historischen Ausstellnng" bildet, aufmerksam. Di« « diesem Werke hervortrrtende Gründlichkeit und Klarheft sind charakteristisch für d» FvrschergetÜ Dr. Äi oß'. und wir «» war»» bald von demselben das Ergebnis einer Studi» in England in dem Buch« üb« ba .Golvk«>smam»". wüchetz bald die Preffe valaff« wird. Unser« Freu« üb« die de« Dr. Groß aewordene Ehre wird nur »ed'irch abgeschwächt, daß wir nicht von ihm erwart« dürfm, de g er auch jeusests des atlanttfch« Meeres seine Forschung« üb,r englisch^iädffche Geschickte noch weit« verfolgen w«de — schreist .Zftw. Chrvv." HfßtkudeHchiu. Profeffor Satzce hat eine Abhandlung üb« jüngst zu Lo1-al-^.uanrno in ligypt« entdeckt» Tafeln mit Keilinfchristm für den vaein b« .Biblisch« Archäologie" geschrieb«. Dies« Tafeln »erd« höchst wahrschedilich einiges Licht üb« bi« frühere Geschichte Palästtua's vabreit«. ans welches Land sich manch« d« mitgetheiltm Nachricht« bezieh«. Es eerbient bemerkt zu »erden, sagt das .Athenäum'', daß der egtzptisch« König d« .Sonnengott, anfsteigend an« dem göttlich« Ta,«, dessen Name Masn ist," g«annt »ir>. Hierin findet Profeffor Satz«'« Vermathang. »elch« « in sein« .Hibdert giorlffnug«" «tttheilt und wonach da Name Mo >e s mir Ua eines Somieugottes in Verbindung zu bring« ist. eiw mächtig« Stütze. — Herr Jsaac 8arten« bat unter ban Titel .die amerikanisch« Inden" eine wichtige M rerialienfammlnng zur Geschichte da Jud« tu Amerika hai ^sgegeb». :2 ' J| KerMscht» ««> «mfte Nachrichten. - o Ureskan. Ja da glauzvallm Nrd«. die d« Prof. Dr. Stmdemuud bei da oem hochsrliga Kais« Friedrich geweiht» Trouasei« da hiestgm Untoerftät Haft, wandt« sich da beredte Gelehrte mst folgend« Wort« an die Th «»logt e Studierend«: .Ihr Emnmtlitou«, die ihr dem Studium der Theologie obliegt, um einst die göttliche Lehre zu ixctündrn und als Settsorger die HeiM dar vedrüngt« zu «heb«, ged mft stets d« Warle du» zohm verblich»»: »Ich will, daß d« fett Jahrbmwat» in Mttuem Hause heilig gchaltme Grundsatz rrlig«« Duldung auch ferner all» «eine» Unlathan», welcher Religio »sgem etuschaft uud welche« vekeuutuiß sie auch augehör«»^ zum tächutze gereiche. Ei» Jeglicha uustr ihn« fkht meine» Herzen gleich nahe." «» bestätigt stch^^aß d« «ch. «qi-»^ rath Iprosrffor d, Sagarve in Götting« sich König!. Staatsanwaltschaft mit de« Lleärag« gewandt hach unsan Her« Rabbtn« Dr. Munk weg« deff» in ver .vberhess. Zeck." verLssentlichi« .Eckläöorg", dr welch« derselbe n. kt sagt: ,D» von Herrn Itrof. de Lagarde unttr seine» Eide aasgrstMeBchauptuo^ daß di« in seine« 6 Aussprüche l» Talnuck stehe», sei eine Unwahrheit", strafrechtlich zu verfolg«» da diese Gutacht« angefüsltt« Erklärung" die schwer« Beschuldigung eines zu» mindest« fahrlchfi» geleistet« Lides in sich schm ße. WUk Gestern tat 21 k vüseiertr ha«! Jottkauttzische Ehepaar da» seltene Fest lrqc