Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 27.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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MtfArtn Jwobtn, bof jwr x hier bei »nächst ftoltflBbcMbe» feit alten $cBi(|tta*fft4tl der hies. Rabbi«« Dr. Jaul«» Fr» Mm ttontapttd edWklade» Httrben. Es liegt arin rine Mn der katholischen Gnstlichkeit drm Inden tbuw Anerkennung. die nur derjenige, d« uufere bmtt, recht würdige» dm«. Lei dies« 9t» r sei «Nähet, daß in d« hies. vorwiegend katholischen r^stMütterung deic Antisemitismus nie Wurzel fassen konnte, 'ivwie daß der Rabbiner mit den katholischen und evange- /tische« Geffillchen aufs freundschaftlichste uud »nge> -HWlv-eudfte verkehrt. - ^otpgtß. Die verbrettuunutisemitischer Flngblätt«, »wlche bekanntlich systematisch von hi« aus erfolgt, hatte , euch hi« zur Lieihuachtszeit eiae Anzahl jüdisch« Geschäfts- -krute veranlaßt. Anklagen «egen Lteleidigung zu stellen. Die ° Stmusamvalffchist uud das Obei^audesgericht in Dresden ad« hat die A» geklagten imßer lilerfalgung gesetzt, da es weder Leleidignrg «och strafbare Aufreizung tu de« Inhalt fiudea kannte. Die AukUger ««suchte» nun die Ttaats» aawaltschaft zum Borgeheu wegen groben UufugS zu v«a»- 'lasse», und die Staatsanwaltschaft in Leipzig brachte die .Sache nach längeren vorenoägungrn au das Amtsgericht; 'dach eudele die B«haudlung mit kostenlos« Freisprechung «ll« An«< klagten. Aart«r«d. Bor de« hiefigeu Schssfeugericht hatten jüdische,: Geschäfte daselbst gegen die Verfasser uud »geb« ein,« Flugblattes wegen öffentlich« Beleidigung erhoben. I« den» Flugblatt, zu dessen Verfassern 'uud Verbreit«« u. « auch ein 8etirer Malz gehörte, war in ’ bekannter Meise aufgefordcri: worden, zu Weihnachten bei jüd. Geschüstslertteu rächt zu kaufen, sonder» nur bei christlichen. Hierbei wäre» ülchmähnnge, gröbst« Art gegen die Jude» 'du allgemeinen ausgesprochen. Der Gerichtshof erkannte jedoch auf Freisprechung, weil ein beleidigend« Angriff auf die Jude» nicht vorliege und auch nicht erfichtlich sei, daß die Dortmunder jüdische» Geschäftsleute gemeint seien, »eit« liege anch ei» formell richtiger Strafantrag nicht »or. — Das Flugblatt war von de« anttsemtttsche» deutsche» Verein in Dortmund verbreit« worden. Ms ei» AugeNagt« bei den Gerichtsvnjaudlullgrn Deutsche uud Inder, als im Gegensatz »tt eiuaud« befindlich darstellte, protestitte d« vertrat« d« StaatsauwaUschast, Gerichtsafleffor Paxmaun, dagegen, »eil di>: Jude» gleich den übrige» Deutschen als glnchberechtlgt nm« de« Gesetz ständen. SrwOAuttwwwte«. Mradfor» Jun. (Or.-Corr.) D« allzufrühe Tod des -! Kaisers Friedrich wird auch hier beklagt. In d« Synagoge wurde schon gleich am Samstag nach des Kaisers Hinschriden «--des ch>len Mannes in d« Rede de» Rabbiner» Dr. Strauß Erwähnung gethoa. Der Redan sagte ungefähr: Alle Deutschen, . besonders Äe Israeliten des Ausland«» empfingen die Nachricht «ü demselben Gefühl, als ob ihnen irgend ein« ihr« thruersten Auvrrwa rdteu entrissen worden wäre. Obgleich srme Regierung nur von so knrzei: Dauer gewesen, so habe « doch hinlängliche Beweise von sein« Tüchtigkeit als «dl«-Regent und als weis« Staats«» n« gegeben. K> chm konzeatrnten sich die Hoffnungen der Kation nach de» Hinscheiden seines große» . .und greisrn Lat«». Wen» diese Hoffnungen nicht ganz < «füllt »reden seien, so müssen vir nicht murren gegen dio unerfixschttchm Wege d« «orjehung.. und wen». wir t such an« lieber tveele Lagen PN211AV lOl rtMri *79 fen, v*fo wollen wir Hussen «»d vertrank« aus Sott, daß « uns ^K, »ran Regmiten i» Gesundheit, erhalten, ihn mit Wris- «ld daß unserem deutsche» Lawrlande ei» Scheibe» beschicken sein möge. - Ü>a» Pajtürlei» d« lutherische» Kirche hi«, das. wie .Ihnen früh« einmal berichte», zu d« Partei Stück« isorteu stchürt, hat sich v« einigen Wochen mied« Re AtiijWGsfpsld» Zchrüngt mit d« Behauptung, da» Morrffgrsetz des Vmtatenchs sei für'» Lhriftenihmn ei» tSKnSttSDONt TOlCIQIVIL. ^CR gWPPnig Vt MUI| fertigte diesen Pastoren ab, indem « ihm die Widersprüche nackwies, in die « sich oerrannt hatte. Gesetze, wie sie im Dckolog niebnaefsat seien, mußten von allen civilisirten Meiffche» beobacht« unelie». Das Pastörlein, in die Enge getrieben, meinte zulcht. daß es nicht in de« Bereich eines Ral-biurr« gehöre, an» de» R. Testament Beweise zu holen. Dr. Strauß hatte nämlich die Aussprüche aus Matthaeus ital v, 17—19 an zeführt, wonach d« christliche Messias i gekommen sei, tat» Gesetz zu zerstören, sondern zu erfüllen und dessen evige Fortdauer z« bezeuge«. Auch dies,« erwid«te d« Rabknwr daß ja Jesus sckbst Rtbbia« genennt wurde und daß d« größere Theil des R. T. ei« Produkt des rabbinisch«» Geiste« sei. — Bei d« Gckächtnißfnrr für de« Kaff« behauptete derselbe Pastor, daß ,wir Christen", wte « sich nuf die Brust klopfend ausdrückte, schon längst für den Heimgang des Kaisers gebet« hätte«. Unttr dem »wir Thnsler:" meinte « seine Partei Stöcker und Genosse». Trotz d« judenfeindlichen Gefinanugru diese» chriftlichm Hirten tragen doch einige Juden hi« zur Aufiechthaltm-a frinn Kirihr bei. Jedenfalls «n großartig« (!) Beweis von Weicherzigiieit. Ein deutsch-christluher Pastor and«« Art ist ab« Herr One»»« in Manchester, d«r bei d« dortigen Gedächtnißseier sagte: Hoffen uni» beten wir, daß unter dem neuen Kaff« nicht wird« »Siüikerismus" gepflegt werde. — Diese Bemerkung hat die Runde in den Blättern gemacht und hat allgemein gefallen. — Die Leit« d« Rei-ormsynagoge in London, wozu auch Bradford grhö«, habe, beschlossen, alle auf die Opfer bezüglichen Stellen an« ihrem Gebetbuch« zu streichen. Fern« wnrlw der dreijährige ülyklus für die Thoravorlesung angenommen, ab« so, daß jede Sidra in dr« Theilen vorgetragea werde und jede« Jahr ein ander« Theil. so daß die Reform uud Orthodoxm imm« dieselbe Sidra lesen. Einige für die öffertliche Vorlesung ungengnete Stellen werden ausgeschlossen, vielleicht ist es Ihren Lesern noch nicht bekannt, daß in derselben Synagoge außx dem Geistlichen niemand zur Thora aufgtrufen wird. Letzterer spricht die Segenssprüche und liest den ganzen Abschnitt t or. Ein vernünftiges Zurückgehen ans die tiltrsteu Zeiten. (SJtii find kein Freund de« Monopols. Red.) «ftew. Kiütrie». Ja ernn» Werke von Wilhelm Jvest »Aus Japan nach Dentschlaud durch Sibirien" gtebt d« verfass« folgend« Nottzcr üb« die Jude»: „9» ist höchst bewirken»werth, daß in Sibirien, de» Herzen Asiens, rusfische und polnische Inden und deren Nachkomme« die Vertreter des deutsche» Ehara!!t«rs find, während sie io unser» Lattrlaudr nicht als ü)nr!sche au erkannt »«den. Ich möchte jede« verbissenen Autisnaiteu rathen, ein« Reffe durch Sibirien zu machen» uud wenn sein Herz »och nicht zu Stein ge- »or!«» ist, wird « mir zugeben müssen. besouKr« wenn « d« rusfische« Sprache nicht miichttg ist, daß die Säuge uusec« Muttersprache, vwlche fast jeder Jude spricht, ihn tief und angenehm «grtiieu. Natürlich spricht dieses Bott nicht „Hochdeutsch", snider» .Jüdisch", «ne »«dvrbeue Mffihuug von Deuffch, Nusstsch Polnisch uud Hebräffch, »elän« de» Uuttugewüiftm aufaug« schwer verftäudlich, ab« bei liuig« Uebuug seht bald und leicht geläufig ist. Ich ftlbft »urbe soso« veistauben, wenn ich langsam sprach, ehe ich i« Staude war. »Id« i» diesem Diale« auszudrücke»; sptttr ad« war es mir nur durch ihn msgltch, «auch« Schroterigkeiten bei Crleinuug der rusfische» Sprache zu überniubeu. Die Regirnmg, welche die Auge» verschließt, wenn die Jude» im «ttt.päische>» Rußland mißhaudelt, geplündert. ja i»g« getödtet werde», beschützt fie in Sibirien vor jede» Unrecht uud jrd« GewalUhütigIrst. WährMd Jud«», wen» ftr nicht Kmtfmtt, «st« Gilde stu», i» manch,,, «äliteu Rußland« cechs wohutn Mtefav gocktPuH sso t>