Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 27.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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— 206 — ganzer Mam »erben — der Mfabc still ans dem Heilig Ihn», für das er »ohl, »d: weil«»» die Gtbeotttter, Holzspalter nub Wasierschöpfer, über nie ein Priester »erben liuml Uab boram: So lange noch nnter nn« Inden jeder Her>elanfene ohne Listen nab Berns sich Lehrer neunen bars; so tagt in den Semtnarien und Lehrerbildungsanstalten selbst nicht die Meister in ber Erztthrngs- und Unterrichts»istenschast, »elche der Schule und nur der Schule «»gehörten, allezeit als Lehrer und Letter wirken. sondern .Münner von allerlei Zunft, die nicht von der Pike auf gebient mb die daher auch nicht den freien Ins- und Einblick geronnen haben enf das Lesen, auf bas Ganze in den Schulen nnb t» Unterricht. So lange hier noch Minner »irken. btt bas Seminar und das Lehramt nur als Durchgaursnoften betrachten für höhere S tellungen; Minner ans anderen BernfSkreisen, gleichviel »eichen, »»elche nur einmal so eine Spritztour machen »ollen in bas Gchulleden; Minner, die nicht mtt U»rem ganzen Sein und Leben kor erer mit der SchMe vernwdt und verwachsen find; so lange bei uns Inden insbesondere der .Gelehrte" «udi in der Schule den Meister wacht, so lange »farb es nicht bester »erden mit dem jüdischen Schulwesen, «erden »ir keinen in fick geschloffenen und dadurch geachteten Lehrerstand haben. __ tstaetsetzung folgt. IU B«r»» Hirsckf-Sttftmsg ml Me r»sstsche« Zl»»de». «an S. 1. Es kann nicht fehlen, daß btt üde'wältigend großartigen Stiftungen des edlen Baroo Hirsch lebhaft besprochen »erden und dtt verschiedenartigsten Meinungen über deren Wirkungen Hervorrufen. Die große That an sich ist g,»tß ein schönes jjetchen eines dtt schwersten Opfer nicht scheuend' n, für das Wohl seiner elenden, unter Druck und Knechtung stehenden Brüder besorgten, allzett hüfsbereiten Herzens. Das ist btt allsettige Deutung, »elche bas uneigennützige Werk erfahren kann und darf. Die Abfichten find edel und groß, und nur das Gelingen desselben läßt viele Gemüther in schwerer Bes »rgniß. Es liegen leider keine Meldungen vor, ob »tt vor vollzogenen Thatsacheu stehen, »der ob die Berhandlnugen mit den betreffenden Behörden und Denen, btt es angeht, noch i» Sange stab. Zn bebauen» »Art es, nenn die erster«LHntr Meinung sich bestätigte, zu bedauern um des hochwichtigen Gegenstandes willen, 'dem es hier gilt. Unseres unmaßgeblichen Dafürhaltens Hütte btt Angettgenhett zum Zwecke der bestmöglichen Verwendung dieser Summen frkcher der öffenttichen Discusfion übergeben »erben sollen, stt köinte dabei nur gewinnen; von ganz besonttnem Werthe »vüre es, rnsstsche «aßgchende Stimmen '»orüber zu vernehmen, »eil dtt staatlichen Berhültuiffe überhaupt und btt der Juden im bejonbern uiht mtt andern zu vergleichen fini». Sehr wichtig ist es, btt Kroge von diesem Punkte ans in« Auge in fassen. In den Midea» mtt diesem Geschentt bedachten Sündern kam» man beruhigt fett», es stehen da keine staatlichen Hinderniffe entgegen, Dtt Türkei sowohl »tt Oesterreich-Ungarn» »ett entfkrut»principteNe Bedenken gegen den cnlturellen Fortschritt der jüdischen Sanlesberohner zu h^en, können es nur «tt Dank begrüßen, »mm ein so ansehrlicher Theil der Bevölkerung auch zu Ratz mb Frommen der ganzen zu nützlichen Bürgern gemacht »verd m. Ganz «ider« Rußlands Da ist »an noch nicht duultt jnfrteben, btt Juden sich &zn überlaffen, sondern es ist ein ausgesprochenes > der btt ^volksanfklüniug" zum Sieffort habenden e^ bau Juden dm ZiDang zu den Quell« de« Wissens nnd immtt zu einer mensstenwürdigeren debensfftEuUg shftemattsch abpksch-oeiden. Jede neue Maßregel seitens der rusfischen Regier,»,!, dtt fle betrifft, verfolgt ganz äugenscheinlich den Zrxtt, den dumer mehr dervortrett iden Bildungsdrang im llttrme zu ersticken. Ist es nöchtg. auf btt traurigen Ukase k,streff« der Beschrünkung der jüdischen Studenten hin»u»»eisen? Sie find in jüngster Zeit erlassen warben und »erbe« in der Durchführung die bekannte rnsstsche Strmge nicht »nrniffen laffen. Die höheren und nttberen Hallen der Wissenschaft sollen ihnen bi« auf einen geringen, dem procentnaler irerhültniß lange nicht genügenden Satz ansgeschloffen Mitten. Die Summen sollen nur zur Errichtung von Schulm, besonders Elementarschulen, verwendet weiden. Hat man fich über die Wirkungen, die eine durchfchnittltche Bildurg im Gefolge haben, Klarheit verschafft? Man wende nicht ein, es find nur Elementar- und Handwerkerschnlen beabsichtigt und dtt fie Frequentirenden »erden in aller Zukunft gern der Beziehung höherer Lehranftatten entsagen. Dtt Intelligenz, die unter dm rusfischen Juden, «tt bekannt, eine so zahlreiche Vertretung hat, läßt fich mit solchen stle>valtmitteln nicht so ohne weiteres in dtt Schranken »eisen. Da« Bildungsbedüifniß, ohnehin mtt jedem Jahr in ftcrer Steigerung begriffen, würde durch niedere Schulanstciliin in einer Weise in die Höhe geschnellt weiden, daß die Unmöglichkeit, es zu befriedigen, für das Judenthum sehr verhüugmßvolle Folgen haben kann. Dtt Intelligenz lüßt sich nicht eindLmm-u und braust das leider schwächliche religilft Moment, wie ein mächtiger Sturm die Spre», Hutweg. Man erinnert sich wohl noch der Rachrichten »an jüngster Zett, dtt uns btt Ohren gellen machten, Rachrichten, die, wenn iie fick auch, wie vorauezusehen war, nicht in volle« Umfange betätigten» doch nur zu geeignet find, zu zeigen, wohin btt höhere Bildung unter s» beschaffenen staatlichen Verhältnissen führen muß. Wer denkt dabei nicht an den großen Abfall der 20er Jahre, obwohl hier die Dinge noch nicht so ungünstig logen, wie wir sie jetzt in Rußland sehe» Treten dttse trauriger Erscheinungen, dtt die Juden in Deutschland erleben mußten, auch in jene« Lande ein, stt würden naturgemäß Dimevfionen anuehmen. für dtt unsere Vorstellung keinen Maßftab hat. Es ist deswegen die äußerste vorficht geboten bet Ergreifung der Maßnahmen. dtt von de« edlen Wohlchäter geplant werden. Dtt ganze Regiernngsmaschtne wird in Bewegung gesetzt zur Propaganda kür das orthodoxe Ruffenthum; an Belohnungen und Prtvittgttn lüßt man'» nicht schien für dtt Uederzetretenen. Stt nahe licht die Gefahr, wem dtt Inden mtt ber geistigen Srkenntuiß zur ürkenvtatß ihrer elenden Sage gekommen find. Solche Gefahren iergeu aber die Bestrebungen, dtt auf eine tnttllectneve Erhebung unserer rusfischen Glaubensgenossen abzttlen, tu fich, mtb «üffen fich bei« tiefen» Nachdenken Jede« ergeben. Diese Klippen find z», umgehen. («chloh folgt.) Hrrichtr »»d S»rre^öo»>e»-e«. Denkschlvood. Magdosnrg Ar« Luxemburg schreibt «an uns unter«!!S. Juni über den sZortgang des Prozesses gegen dtt Re» t-aktture des »Lnxnrb. Wort" wegen Beschimpfung der jüdischen Religio»»: Mein diese« Blatte berichtet, hatte bei len ersten Verhandlungen in der Schnug vom 5. Juni dtt Berthetdiguug dem ismelischen Kvnststori um das Recht bestritten, als Eivilpirlei auszutreten. Das in der heutigen «Sitzung ergangene Urthell über dtt Lorftage erkennt für iikecht, dtt juristische Persvulichkett des ffroülittschen Eonsistoriums könne nicht augezweifelt werden; jedoch habe dies« Misüsche Person nur diejenigen Rechtt und Amtsdesuaniffe, welche ihr durch d« kestthende Getttzaebuna auSdrüLich etarnt werden: iw vorliegenden Falle sei jedoch dos knstirten der Ewupariei durch keine gesetzliche Verfügung de-