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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 27. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 27.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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s«,t ist? - Do«.9.<Orka mag noch so Großartig sab «rhabeue« jan Ziele toben, — wenn er die Skmpfrt* fteiheit der fniffanricni «ertrrter de» Iudeathums gegen die Orthodoxk, krI selbst ge^n bk Orthodoxe« — den« rt ist Selbsttäuschnm, oder bewußte TLuschn«^ »ata na» an objektiv« JtSmpft, »» di« Person keine «olle spielt, glaubt — beeinträchtigt. Sa«« der Schein m« .Brüderüchkett". den der Orden verbreitet, Ersatz s biete« für die Lähmung der Entwickluugsftast de« Judeuthmus? Ja. ich gestehe Ihne« offen «in: ich find«, daß die Hilnde der .Wochenschrift gebunden find, seitde» in «e rl i« ««b Frankfnta.3R.bcr .-ine orthodoxe Flügel in de« Orden et«,«, treten ist. Ich habe e« genau verfolgt, und hob« Ihne« vklleicht tkfer in« Herz geschaut, als Sie selber. Wenn der eine Flügel der Orchodoxk «ft dem brüderliche« Ordensbatche sich umhäuzt und die Hände in de» Schooß zn legen scheint, so werden die Geschäft« der Orthodoxie noch von de» ander« Flügel« besorgt; wen» aber die .Wochenschrift vor den Orchodoxe« die Tegel streich», dann hat der ganze religiöse Freisinn, die ganze freisinnige Richtung capitnlirt, den« dk .Wochenschrift" ist bk .eine hohe Säule, die von verschwundener Pracht zeugt;' stürzt auch diese, dann wird »versunken und vergesse,," da« Loos de« hohen Luffchwuuge« sei«, de« bk Emwicttnag de« Indeuthum« im Morgenroch der «««zeit genommen. Oder sollk ich mich mtt meine» Wahrnehmungen irre«? Sollte der Orden in den öffentlichen relig. «ngelegeaheitea keine Feffeln anlegeu, und die Forderung der Brüderlichkeit «nr ans die Verhältnisse de« private» Leben«, auf da« Gebiet der persönliche« Interesse« beschränken? Dk freie Darlegung dieser verhältuiffe würde, wen« Ihnen dk Ordens-Statuten die« gestatten, für eine» große» Theil Ihrer Leser .eia Dort zu seiuer Zeft" sein. 8oS oo ftnuolnck." »mn. d. Redaction. Selbstverständlich verstößt nur derjenige gegeu fdie Pflicht der .Brüderlichkeit", der im eigenen Interesse einen Angriff gegeu dk Brüder «acht. Dk .Brüderlichkeit ist natürlich uuterworses den Pflichte«, dk alle gegen den einen Bater, gegen da« Indeuthum. habe«. Wenn der .Brnder" sich gegen de« Bater »ergeht, da«« ist ««Pflicht de« Bruder«, den Bruder zurechtzuweise«, nud wen« drs Bergeheu durch dk Oeffeutlichkeit begangen Worten, durch öffentlich« Zurückweisung den schlünwen Folgen vorzulengen. Da« ist dann dk rechte Brüderlichkeit, wenn der Bruder dem Bruder für verletzte Siudeöpflicht durch Slarheft und Offenheft Sühne bringt. (Hie, gilt da«, wo« der Talmud für de« Fall aufstellt, wen» ein Sind durch ein Berlangeu de« irdische» Bater« in Kvlifion »ft der Pflicht gegen de» himmlische« Bater geräth: TOS2 OT3*n KTTI NNM — Der «. B-Orden steht ü» Die aste de« Judenthnm«, dk I«r. Wochenschrift", dk älter alü der Orden i« Deutschland ist, ftcht ebenfalls im Dienste de« Jndenthnm«, sie ist also de» Orden völlig coordiuirt, nicht snbordinirt; dk.Brüderlichkeit" t» Orden ist aber de« höhere« Postnlate» de« Indenthnm« untergeordnet. Sol weft kam, die Rücksicht auf die Brüderlichkeft niemals gehe«, daß dk Irueresfen de« I«. denthnmch dk fr«‘.e Entwickeln«, desselben, geschädigt werdm. Die Tendensz d>» OrdensMFkei« Setzei»»iß: der U O. B. B. hat es fich znr Mtsfion gemocht; Jsvaelfte« z« vereinige« i« de» Serke der -Befördern«, der höchste« Interesse« der Menschheit «. f. -m. Daß bk Befördern«, der höchste» Interesse« der Menschheit nicht ohne Kampf möglich ist, kam» der Orden nicht ignoriren. So e« dk Sa-rheit, dk Ehre, dk Moral de« Judenthnm« verlmeqt, werde« wir spreche« «nd Handel«, wk Mose« von de« Gotteskämpfer» de« Stamme« Levt spricht: -pan rm mtl »Um d seine Brüder kannte er nicht" (Deuteronomium S3.S), und zwar t» Seist« und all» treneSühne de«Orden« — an« Brüderlichkeit". «tte» m»d Ne««» »der Neligio«s«»terr»ht, Lehrerdtld««O med Lehrerst-ellöMG. vca I. Oltngenftetn i» Oder-Jagelhet». IV. Die Ziele der religiös-sttUiche« Erziehung durch den Religionsnuterricht find dnrch dk ReligioUsoüssmfchast «nd durch dk Anforderungen de« religiöse» und sittlichen Leben« gegeben. Aber dk weg« muß fich dieser «k jeder andere Unterricht dnrch dk Pädagogik vorschreib«» lassen. Und zwar von den Avftngen alle« UM erricht« an bi« z» den höchsten Stuf«, im Seminar. Hier — im Seminar — fällt sogar da« Ziel zimeist «ft dem Wege zusammen. Hier ist jeder Unterricht eigeuüich Pädagogik; und jeder Gegenstand wird nur auf seinen erziehlichen und unterrichUichen Werth zn prüfe« fein. Es ist selbstverständlich, daß der Lehrer mit de« Stoffe, den er in der Schule zu verwende» hat, durchaus bekamst sein muß; ja, daß er wett «ehr sachliches Diffen haben mnß» als er iu der Schule verwert he» kan». Der Lehrer muß über de« Schüler stehen allezeit Haben wir also hier nochmals zu wiederhole», daß er kein Amhoorez sein darf? — Aber er muß auch ein gebildeter Mensch fetal Durch Bildung frei, dnrch Siebe stark, dnrch Treue groß! Es dürfe» ihm dk Keuutniffe nicht abgehen, dk man heutzutage von jede» Menschen fordert, der sich zu den Gebildeten rechnet und der vermöge seines Standes und Berufes za de« Gebildete» gehört. Ser wahrhaft religiös ist. wird anerkennen, daß alle höhere Eultur, dk den Seist erleuchtet «nd das Herz stark macht, zur stdügiofität führt, kille Erkeuntntß kommt ans Sottl .Alles mnß ineinandergreifen, eines durch das andere gedeihe» und reifen." Und dk da dk Lehre verbreiten, daß dk sog. Berstandeseultnr eine» Gegensatz bilde zur Religiosität, find eben Feinde aller Eullur nud der wahren d. h. erlenchteten Religiosität, — Sott schütze Israel vor solchen vertheidiget« der Religtoni Der äußere Schliff, die Findigkett «nd fast tierische List, dk man hier «nd da fälschlich für Btldnnz onsgirdh »kd der denkende Mensch noch ihre« Umverthe knrtheilen. Sk geben keinen Maaßstob für das, was man menschliche Bildung nennt ES ist also nicht genug, daß hier, im Seminar, einzeln« Gegenständ« vorgetragen. «tngeponkt, dem Sidächtutff« übergeben werden. Dos, was man auf der Prüft», hersagen kann, macht wahrlich nicht den Lehrer. Hinmnß die Lohre de» ganzen Menschen ergreife«, ihn für sein» Berns begeistern. ES gebt eke« in der Schule in keiner Schul« und am wenigst» im Religions-Unterricht, nicht ohne Jdealek Der junge Mensch, der Mc Schule betritt oh« Idealität der SestmnuW, ohne inneren Beruf, wird eben nie ein Lehrer »erden. Wer fich nicht sagt: hier stehe ich ans heftige« Hoben; hier will ich leben und wirken» so lange mtt dk Augen off» stehen; hier will ich Menschen belehren «nd er^ehin und dadnrch selbst «in ganzer Mensch, ein

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