Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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" -1'^: **•*.-; '-' >• * ~ IW — ' - ><it hshei«, Mitra Sin« hat et Dulhlamkrll und Kilbe; ' Llahrtzeit nab Erikchtigftit ja seine» eigenen unb seiaer RUH« Sellmntiv gestempelt. Ja tiefster Rlhrung erinnern »r an» der goliane» Worte: Alle «eia« Untertbanen stehen Meinem Herzen »letch nahe. Und diele aoldnen Worte — er hat sie in Tha'en uwges tzt. Jeder Tag seiner Regiervnqlzett gab deirdt»« Zeugniß vin seinem hehren Wollen n»ö vollottngen; jede Stunde seine« Dasein» war eine Weihestnride höhnen L den«, wen: der Wohlfahrt seine« Buikr« aew^wet. All die reichen Tugenden de« Hohen- «ollernftaiame« sirm ta ihm potenziert zur Erscheinung g*< -konweu. Wer je die edle, vornehme Heroenqestalt gesehen, wird ihren majestätischen Zauber n'mmer vergessen. Und _bhf* herrliche, strahlende Heldengestalt, bte gesichert zu sein ^schien geftm alle Stürme und Anfechtungen — o tiefe, unfaßbare, vernichtende Tragik de« Meuschenschcksal«! — sie Mit einem heimtückischen, schleichenden Siechthum verfallen. - A»« den soanigm Gefilden oe« Süden«, wo er Heilung ' gesucht, rief ihn die Herrscherpflicht in die noch winterlche Hcrmath, und wo andere Sterbliche zagen uud verzage» bei dou Ansturm lürzierlicher und seelischer Schmerzen, im vollen Bewußtsein, dem nahen Tode zu verfallen, kämpfte der starke Gnst immer w eder einen siegreiche« Kcmpf gegen die grimmige Gewalt de« Leiden«. Wa« Wunder, wenn Männer, Frauen, ^mder, Greise ihm, dem Uavergleichsichea, so oft er sich zeigte, thräoeadea Arge« znjudelten, vor ihm. dem Liebling Gotte« uud der Mensch», sich in uufwallender Begeisterung uiederbeugtrn und jeden Tag seine« schwerbedrohten Leben» al» ein Gnadengeschenk de« Himmel« priesen. War er doch schon hieaiede» ein nahezu Ballender». umsttahlt oou der Gloriole himmlisiher Verklärung, und hatte den höchsten Grad menschlicher Vollkommenheit eiieicht. Ja der Vorzeit wäre er unfehlbar unter die Heroen, unter die Halbgötter versetzt worden. Doch ber Sultu«, den »vir dem Unvergeßlichen weihen, ist er auch ei» anderer, er ist nicht weniger getragen von der allgemeinen treuen, hingebungsvollen Liede. Andächtig lauschten wir je dein Wort, da» dnc große Verklärte seinem Volke kundgethan, al« sein Mund zu martervollem Schweigen verurtheilt war, «och eh' der TodiSeagel ihn geküßt; andächtig und mit zermotmendem Weh werden wir noch vernehmen, wa« er gewollt uud gennrtt m ernster, stiller Geistesarbeit über ta« Grab hmau» ... Verstummt, ihr Zweifler au der Uafterblicklkeü, im Angescht solchen Leben» und Streben«. Nicht Trd, nicht Vernichtung ist denkbar, kein Berlöschen und Bergetan, nur neue« Wandest» und Werden in höheren Sphären. Wir ahnen im heiligen Schauern die Grüße besten, wo« wir in chm besessen und wa« wir in ihm verloren, und werden sein Andeiilea segnen bi« an da» Ende aller Tage. Unsere, dem tiestlen Herzen entströmende Trauer, die Tobten» Lage eine« großen Botte», der ganz« fühlenden Menschheit deteiuigt sich mtt dem Wehruf oe« schmerzbewegterr kaiserlut »en Hause«. Trauernd bringen wir unsere ehrfurchtsvolle Huldigung, unser Mitgefühl >«» kaiftrpaar, dem gesammten Herrscherhau« «ad beten: König aller Könige, Du uaerforschlicher Lenker der Schicksale, richte ans die Tiefgebeugten, die hochgesinnte kaiserliche Wlttwe Victoria, die edle Dulderin, und chre de« besten Later« beraubten Kinder, die glaube«»starke kaiserliche Wittve Augusto, unfern Kaiser Wilhelm II. unb seine erstuichte Graahltti August« Victoria uud da« gesammte Hevckcherhau». iisieb dem in so juogeu Jahren zur höchste« Wirde berufenen Herrscher Deinen Segen, o Allvater, zur Erfüllung seiner hchren Aufgaben, de« trauernden Sohne, der: mir gerechtem Stolz auf da« Lebenswerk seiner Ahnen {uiückblickm darf, Kraft uud Weisheit, daß er die Lichtsaat eiuer erlauchte« Ahne« zu voller Reift fördere, zum Hell de«. 1 heuern Lateiianoe«, daß der todtr Vater fort lebe in de»» Sohne, wie tu dem Gedöchniß seine« Irenen Volke«, jnHKmbclbä und ewig. Inen! Magdotarg. (Oe.-ÜIorr.) Die st»' »or. Nr. aas Freüag Idead «aderaroat gvoesme Todteafoier für well. Kaiser Friedrich fand inzicste de« tnzwllchen bekannt gewordenen allerhöchsten Erlaffe«, welcher auf Sonntag de» 24. d. M. eine allgemeine Trimer auorduete, auch in der hiesigen Synagoge — wie wohl allenthalben im Reiche — an diesem Tage statt.*) Die mit Orgelbegleivnrq vom Lanwr Wint er und dem Syaagogeugei'a« z-Berei« vorgetrageneu Gebete unb Lieder lesteteu die Feier würdig ein, dft in der wahrhaft ergreifenden und erhebikbeu Predigt de« Rabbiner« Dr. Rahm er ihren tftfstm und würdigsten Ausdruck fand. Schon dft Einleitung, wir der Tod eine« Fürsten t« Reiche de« Geiste« (de« Ribbi!)eh«da hanaßi) dem Bolle durch eine« der Weise« mitgethilt wurde mtt den Worten: .Die Llchtgedonne« uud di« Stau^edorenen r,»ge» um die vunteölrte; e« fiegtin di« Lnvl, dahin Ist di« helllg« vaadeSbU!" wirktt packend, ebenso ta» schön und fiunreich dmchgeführte Thema: .Der Hohepriester auf dem Throne", der nicht nur aus, sondern in seinem Herzen auch die Namen der Kinder Israel« trug, denn Jeder »at seinem Herzen gleich nahe, drr für Licht und Erleuchtung sorgte und den Weihrauchdust gutir. edler Thaten aofst igeu ließ, friedliebend, vou freundlichem Antlitz und gutem Herzen war CO1» n&ttnT**T), der leise mit dem Hauche görtlicher Liebe Ctj5t rt)tn ‘yp) zu an« spr'ch. und der ebenfalls dinch sein ecbadeue« Borbild uu« gekehrt .Leid zu tragen ohne zu klagen" Cfn* DTT1). — fflaä) der Predig folgte eni innige« Gebet vor geöffneter Lade für da« Seelenheil de« Entschlafenen uud um Trost für alle durch diesen großen Beilust so schwer Betroffenen. Die Lieder: .Auftrsteh'n, ja aufersteh'n wirst du" und .Der Herr ist w-iu Hirte' (ff. 23) schlosst, den überau« zahlreich besuchten erhebenden TrauergotteSdievft. Der Wunsch um Drucklegung der Trauipredigt wurde vielfach au«gesprocheu. g. Wreota«, 19 Juni. (Or.-Lorr.) In der jüngst stattgehabte« Generaloerlammlung de« Steven»Nachweis- Verein» jüd. Saufleutc ecstatiete der Schriftführer im Auft-a^r de« Vorsitzenden Bericht über die ThLtigkeit de« Verein« im soeben abgelausenen Geschäftsjahre. Die Mittheilungen waren nach jeder Richtung hin erfreulicher Nawr. Der Verein ist in steter ZunaKme begriffe», seine Mitgliederz chl ist vou 304 auf 400 gewachsen. E« wurden im Laufe de« Jahre« 127 Vakanzen und 118 Bewerbungen angemeldet unb find durch die V:retn«t''ätigkeit 27 Placirungen zu Stande gekommen. Ltbriipze konnten bedeoteud mehr untergebracht «erden; e« fehlten jedoch Aspiranten Die meisten Uaterftützungsgesuche wurden bewilligt, nur wenige, «umotivirte, mußte» zurückgewiesen werden. Auch der Kaflm» br-tlmd hat sich gehoben. Derselbe betrügt jetzt 912,77 Mk. gegrn 459 58 Mk. im Vorjahre. Der demnächst erscheinende Jahresbericht wird auch diesem Blatte «ftder beigefügt werben.**) Stettin, 22. Juni. (Or.-Lorr.) Au demselben Tage, an dem weiland Lais«' Friedrich in der FriedeuSsirche zu Potsdam beigesetzt wurde, haben wir auch hier einen braver und wackeren Man« zu Grabe geleitet. I« besten Alter von 48 Jahre« wurde rin« 8oui« Grün wa Id nach nun kurze« Lraakseiu durch den Tod eutriffen uud schmerzlich wird er vermißt werden nicht nur von den Leine», sonder« von allen Deue», bean: er Freund, Berather uud Uuterstütztr war. Ohne Unterschied der Person uud de« Glauben« hatte ereine offene Hund für olle« Unglück uud Elend, und s» manche Thräne ist ich ihm getrocknet worden, ohne .daß ch varu» tabt« drei grob« Berliner Gemetntefynagogen diese rrnnerseier am Sabbat i (tea 88) adgehalten warte, ist nicht recht ja begreifen Do« .^chtförchte Gott und den König" wie« un» bedingt ans Sonntag hin. »i: welche« denn auch die oethodore üildttheiwer'sche, »!e die Reform-Gemeinde die rrnuerfeier tegitg. Bettrüttecklörmmeir Nimmt nach wie vor entgegen der Schriftfühnr Martin strönkel, Sftwertstrab» ön-