Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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dort über die Orguuisatio» oud Zweckende« Orden« Schere Anfllärnng zu grdes. Ich erlaube mir hier zu bemerken, baß rt wohl augeweffm wäre, nicht nur diese« Belicht sonder» auch meüie in Halle gehaltene Anrede in toto i« den jährlichen Bericht de« Exemtiv-Eomiter« der Lonstitution« Sroß-Loge ,nf;n< nehmen, und z»ar au« folgendem Grunde: Wenn in Deutsch» land der Orde« festen Fuß fasten und sich, wie e« bei de« Eifer der neue« Mitglieder zu erwarten steht, weiter verbreiten sollte so daß die Bildung einer oder selbst mehrerer Großlogen notwendig würde, daun wird auch die Zeit gekommen sein, wo die Regierungen der einzeln« Staaten ihre Aufmerksamkeit dieser neuen Geuoflerschaft zuwruden werde»; und werden dieselben um so mehr sich über deu Orden zu orientiren wünschen, al« die enge Verbindung welche zwischen den deutschen und amertkauischen Logen naturgemäß stattfiuden wird dev über unsere Organisation und unsere Be strebuugen nicht geuauer ivfonnirten deutsche» Beamteu vielleicht zu unbegründetem verdacht Veranlassung geben, mä^ichrr Weise auch den antisemüischen Feinden eine Handhab« zur Verdächtigung dielen würde. Mau wird daher seiurr Zeit vou deu deutschm Logen Dokumeute einforderu, welche über unsere Principien und Bestrebungen Ausschluß geben können. Sine« der nächtigsten solcher Dokumente ist der jährliche Bericht de« LxetUtiv-Lomitee« der Toustitation«- Groß.Loge, well e« ein officrelle« Dokument ist der höchsten Behörde de« Orden«. Wenn daher der nächste jährliche Bericht sowohl diesen meinen Bericht über meine Seudung »och Deutschland, sowie die in Halle gehaltene Anrede enthält, so würde diese« Dokument ohue Zweitel ganz geeignet sein, etwaigen Anfrage« tlh«, »,e Ziele unsere« Ordert« genügend zu begepneu und de« deutschen Regierungen die Ueberzeugung zu gewähren, daß uusere Bestrebungen rein humanitärer Natur find und sprciell alle p o li tischen Agitationen »»«schließen. Ich theilte deu deutsch« Logen, laut meiner Iastructiou, inner mit, daß, sobald die Anzahl der deutschen Mitglieder de« Orden« 500 betrage» würde, eine DistrictsGroß Loge ia Deutschland errichtet »erden würde. Auch würden dann die Freibriefe in deutscher Sprache abgefaßt werden. Ich halte e« für angrmeffeu, dir Aufmerksamkeit de« Execntiv-Eomitee« aus folgende Thatsachen zu richteu: Wie mir bekannt, lebt i» Deutschland eine g'ößere Anzahl früherer Mitglieder de« Orden», welche Amerika ohne Abgavgöka! teu verließen, theil« weil fie erwartete», bald zurückzukehreo, theil« well fie derselbe» nicht zu bedürfe» glaubten, da der Orden drüben noch nicht etablirt war. Manche dieser früheren Brüder mögen jetzt >>« Wunsch haben, sich deu ueueu deutschm Logm aiizuschließm. wer dm jedoch hiervon abgrhaltm durch dm Mangel einer Abgaug«- karte von der früherm Loge. Eine solche aber nach Verlauf vieler Jahre kommm zu laffm und alle rückständigen Beiträge nachzuzahlm, dürfte für Biele zu hart sein. Indem ich hiermit meiam Bericht über meine Tdättgkeit al« Delegat der EouftiMtio»«-Groß-8»ge für Dmtschlaud schließe, spreche ich die Hoffnung au«, daß di« Ausbreitung de« Orden« jmseit« de« Ocean«, in unserem altm Vaterlande, dem Orden zur Ehre, dm Stammgeuoffm tu Dmtschlaud zum Gegen gereich« möge. »Humanität" habe ich dm «mm deutschen Logm zum Schiboleth gegeben: aber Humanüät ist leider ein leere« Wort im Mund« vieler Uuderufeuer, eine Blasphemie sogar, wen» vou unreine» Ltppeu gesprochen und zu« Deckwr«»t«l benutzt für unltwtett Zwecke. Wird aber diese« groß«, erhabene Wort auf da« Panier einer groß«, weitverzweigt« Genossenschaft geschrieben, wird da« ia chm enthaltene hohe Princip i» dieser gehegt un« gepflegt, daun wirkt e« segmbrtugmd und befruchtmd im eigene» Hause, anregend und nutzer schaffend «uh «f ferner stehende Kreise. Dr. Eduard Gut««»»." (Präs. >x« l. Distrikt« i» RewHort.) Gerichte «td GOrreftechidech^«. Daukfchtuust. du. Werkt», 2». Juni. (Or.-llorr.) ^A» Sabbath, dm 23. d. M.. fand in dm drei Synagoa« unserer Gemeinde und in viel« Rebmsynagogm ei» Trauergotte»bimst für' Kaiser Friedrich statt. Ia dm Predigten unserer Herr« Rabbiner. sahm wir noch einmal da« Bild de« edle» Manne« vor uuserm Geiste ersteh«, der wlhrmd seine» Leben« nu« thmer grwesm, und nun, nachdem er da« Zeitlich« gesegnet, un« unvergeßlich bleib« wird. Und wahrlich, wir Hab« ollm Grund, unsere Treue Kaiser Friedrich bi« über da« Grab hinan« zu bewahr«. Ma« hätte Kiffer edle Monarch vollbringm könum, wen« er gesund grwffea and wen» ilM eine lange Reater»ag«zett brschiedm gewesen wäre l Rur 90 Tage der Regier»»». warm ihm gegebea, und er hat sie bmutzt, nicht für sich, sondern für scku Brlk Er hat für sein Bolk gekämpft, er hat für sein Bolk gelütm, er ist für sein Bolk gestorben Run liegt e« an ua«, im Geiste Friedrich« zu leb« und zu wirk«; nnu liegt e« au un« zu zeigen, ob wir würdig stad, daß ei» so groiee, seltener Geist wie Kaiser Friedrich für un« gestritten und gelittm hat. Werk», 24. Juni. (Or.-Eorr.) Am Donnerstag, dm 21. d. R., hielt, der Einladung des Vorstände« der hiesig« Z'ae-B'rith-Gemeind« folgend, der Rabb. Dr. PH. Krone r- Brandmburg bei der Trauerleier ftir dm verewigt« Kaffer Friedrich 1EL in der mit würdigem Trauerschmnck versrdmm Synagoge (Berlla 0. Grüner Weg 19) die Grdeokrche, welche di« sehr zahlreich« Zuhörerschaft tief ergriff; di« verehrliche Redartion gestatte mir; die markant estm Stell« der Rede wicderzugebm: .Wir erheb« Herz und Hand zu (Sott im Himmel (klagrl. 3,41) und fl-hm: Ewiaer, schwergeprüft iu kurzer Zeit zum zweit« Mal hast du unser thmv!« Vaterland — o erbarme dich unser, schütze und wahre ia Zukunft unser tiefgebeugte« Deutschland, richte un« auf und tröste uu«. Am«. Tage tieferschütterndm Wehe«, innerster Trauer, uaumnbarnr Schmerze« sind un« gmaht; eS klag« di« dmffchen Gaue, es klagm di« Best« aller Völker, e« klag« Erd' und Himmel; der Edelste der Edel», ein Fürst, groß im Leb«, groß in Freud und Leid, groß in Roth und Tod. groß für rwiae Zeit«, ein Fürst, der seine,, Thron geadelt und grz-rrt wie Wemge, ist ua« genommen. Schoo ist seine sterblich« Hülle zur Ruhe gebettet. . . O, die Eagrl de« Hnnmel« habm un« bmridet um den Hohen, dm Herrlich«, in deffm kurzer RegierungSzeit so viel Grüße, aber ach, auch so viel Leid sich zusammragedräagt- Auf ,i,n ist «ft Recht da« Prophttmwott aazuwmdm: ,E« «hie auf ihm der Gefft de» Ewig»; der Seist der Wei«heft rind der Einsicht, der Geist de« RatheS und der Stärke, der Gefft der Erkmatniß und der Gotte«furcht (Jes. 11,2). Und wie der Prophet in lichter Schau da« Ideal der Mmschhett in dem ewig« Friedm erblickt (das. Brrs. 6—9). so hat auch er dm dauernden Friedm al« den idecilstm Zustand der B«lker und »l« da« erstrrbeuSwercheste Ziel der Firsten bezeichnet. Wer vou.un« kennt nicht seinen vorbildlich« Lebendgang? Ruhmgekrüate Thatm haftm chm «int unvergänglich Denkmal gescht in dm Annalm bei; Geschichte. Dichter und Sänger habm diese Thatm, dies, Großthttm, iu Lieder» vertzärlicht und gepriesen, die im Volttmuvd ewig fortlebm werde». All di« glänzend« Aaästivhlangrn seine« herrlich« Gefft«». seine« ««mm Gemüih«, seiner rftt dm Ideal« der Knust erfüllt« Seele — »er hat sich nicht dar» erhob« uad erquickt? Wie gern verweilt» Alle bei de« Anblick de» gesegnet« Familienleben», ia de« ueb» Hohett und Seeleuadel die schlichtest« Bürgertug«!)» jede« ftuzckw Mügied zwrtm uud schmückt« l Mft seinem lichten^ Auge Hai der Begnadete die labtzriuGsch verschlang«« Fäden de, Slaawkeust durchschaut, i