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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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fache« und Dogmen uich'.S voinehmen und habe mithin keine Brftigmß. rinzurete». Bezüglich de» JncidenttS. ob d» hiesig« jüdisch« Gemeinde da» Ruht besitze sich ul» Eivilparlei zu coust tuireu. führte Herr Sbwt»«Anwalt Thorn au», e» bestünde» allerding» Zweifel b'züglicb diese» Rechte»; e» bliebe de» Gericht»- Hofe üderlasse», sich ein U-theil über die Jncidenzfroge zu bildet-. D»r Präsident eik'äite, da» Gericht würde sei» Urtheil üb-r die Frage der Eiv'lpnson der jüdisch n G-- nossevschait ln der Sitzung vom IS. Juni ve,künden. Der Prozeß wurde mtihin bi» ouf diesen Tag v-rschoden. Altes «»d Ne«eK über SteliOio»s««terricht, Lehre, HUdm«- ««v Lehrerftellm»-. Bo» I. Slingenstkin in Ober.Ingelheim. m. Beim Lehrer hat da» Wort: »Nicht da« Wissen, sondern da» Tjun" noch einen »eitere« Sin». Nicht wa» der Lehrer weiß, sondern wa» er kann, wie er z« erziehen und zu unterrichten versteht. — da» ist die Hauptsache! Und da» ist bei« ReligwuSuuierricht. diesem erhabensten Gegenstand de» Unterricht», durch wrlchen vorzüglich de- Geist gebildet da» Herz erwärm», die Liebe zum Guten, Schönen und Wahren g pflegt, der Lharakter gestärkt werden soll, om allermeisten cer Fall. Der Lehrer muh e» verstehen, hinc-bzusteigev in die Seele de» tlmde», er muß die SindeSnatur und ihre seelischen Bedürfniffe begreifen rrfaffen — und da« kann er -ur durch da» Studium der pädagogischen Wiffenschoft! Wohlgemerkt, mein hochverehrter Herr Dr. Goldschmidt, der pädagogische» Wissenschaft, nicht der jüdisch-pädagogischen, denn da» giebt e» nicht, so wenig e» eine jüdische Naturwissenschaft giebt. Ihr jüngster sehr schöner Artikel (in Nr. 16) hat mtck gleichwohl nicht überzeugt. E» giebt nur «ine pädagogisch« Wissenschaft, angewandt auf den jüdischen Religionsunterricht, insoweit er seine Besonderheiten hat; und da» ist doch sehr wenig. Die Pädagogik, oder sagen wir die Psychologie, bezieht sich doch eigentlich nur auf da» Subjekt uud nicht auf da» Object an sich, wenr auch die Eigenart de» Object» zugestanneu werden soll. Bielleicht ist einige Uebung für den hebräischen Elementaiuntirricht nöthig, vielleicht auch einige psychologische Erkenntniß brr Besoaderhe ten de« jüdischen Geiste»- und Gemüth«lebeu» der oft eigenartig n jüdischen Ki»d:r»atttt; aber alle» da« läßt sich zusammenftffeu in de» Rahmen der (allgemeinen) Psychologie und Pädagogik. Hüte» wir nn», für da» Judmthum Bedürfnisse zu schaffen, die nicht find vnd nn» für allgemeine Wissenschaften eine» besonderen jüdischm Isolirschemel zu construiren. Wir habe» ein« besondere jüdische Theologie mit ihre» jüdischen Hilftwiffenschasteu, Geschichte u. dergl. Vielleicht dürft« selbst einmal eine jüdische Geschichte für die Schule bearbeitet werden von erarm Meister in Geschichte uud Pädagogik, die fich enger anschließt ar die Erscheinungen der allgemeinen Geschichte, u« jene durch diese zu erklären: d u Zusimmeuhang zu erweiseu zwischen de» jüdischen Verhältnissen uud de» Gesammt« fortfchritt bei Menschheit, der zu j.-der Zeit auSgegangen sst von denselben Triebfedern, die die Gelfte»Welt beherrschten; aber — da» ist Alle»! Da» all.-iu ist die Aufgabe der jüdisch-'.heolosiicheu Seminare; sonst Nicht». Mao hrt auch tu christlichr» Kreisen Versuch« gemacht, die Eautidrtm der Theologie durch einige Brocke» und Adfäll« au« de» Semiuarieu zur Inspektion der Schule, der «vulgäre»", .niederen" Volksschule, per Ertheilung und Leitung iuSlxfondere de» Relig«or»noterricht» zu befähigen. Wa» man damit wollte, ist zu dnichfichtig Wa« man damit erwirkt« körnte ich an drastischen Beweisen zur Erheiterung der L ser «ittheileu, doch e» ist nicht «eine Ausgabe, und die Leppe ist wir zu heiß! Machen wir keine derartigen Sunftsiückchel nach und verständig» wir «u» auf unserm Gebiete; denn wir, wir wolle» keine hinfechend« Hierarchie stärken, noch auch di« Schule schwäche». Wir Wolle» nur erleuchteten Neligio«»mtterrtcht vom Anfang di» rum Schluß der schnlpfltchtigen Zeft! Sonst nicht«! Oder — nicht? Laß mich eine» solche» Gedanken nicht hegen, Vater de« Licht»! Aber — soll ich e» wiederholen, wa» ich schon tausendmal früher sagte, daß der jüdisch« Lehrer kein»Amhoorez" sein darf? Daß er wohlbewandert 'ein muß in de» Urquellen de» Judenthnm«. in der Bibel; daß ihm da» rabbiutsche Schrift, thu« kein Buch mit siebe» Siegeln sein durf? Ifer da» ist Gegenstand für sich, ist die Aufgabe de» vorbereitend«» Unterricht». Der zom Lehramt berufeae Junge maß in der Schule außer den Grundlehren d» Judenthum» und der ganzen biblischen Geschichte sich die nOtfjif*u Kenntnisse erworben habe» im H e b r ä t s ch«u. die wir von jedem Religion», scküler verlangen: er muß hebräisch lesen können, muß die Hauptgebete und den geschichtlichen Theil de» Pentatench« übersetzen können. In der Präparandrnanstalt muß er mit' dem ganzen Inhalt der Bid l bekannt »erbot alle gesetzlichen und geschichtlichen Theile au» dem Hebräischen in« Deutsche z« übersetzen im Slande sei«. So vorbereitet tritt er in» Seminar. Davon »ollen wir una reden. _ (Kortse»»», folgt.) Berichte tmfc C»rrespa»r»e«-e«. Demtsedloued. Aänißstzerß 0.-&Z. im Juni. (Die heranziehnn g der i»raelitischen Gemeinde-Beamten zu To.mmunal«Steuer.) Der beim Borsteheramt der Kaufmann, schaft zu Stetti» angestelltt Bureauvorstther G. reklamirte!>egen seine Veranlagung zur dortigen Gawmide-Eiakommeateuer uud erhob, mit diesem Einspmch abgewiesen. Klage mit dem Anttace, den beklagte« Magistrat nicht für berechtigt zu erachten, ihn von seine» ganzen Dirnstetnkommeu zur Steuer heraaznziehen. da er al« mittelbarer Staaiobeamter nach dem Gesetz vom 11. Juli 1822 nur von der Hälfte seine» Diensteinko-nmen» besteuert wrcd-a dürfte. Der Auffassung de» Beklagten beitretend, erkannte der Bezirk»- au»schnß zu Stettin auf Zurückwessung der Klage, weil dem Ktäger die Eigenschaft de« mittelbaren Staai»bea«ten »ad folglich auch die diesem eiogrräomtc thrilweise Steuerbefreiung nicht zustrhe. Dagegen entschied da» Obiv-nialtung»gericht, II. Senat durch Uriheil vom 18. Mai 1888 im entgegengesetzten Sinne, indem e» auSführte: Dat. Borsteheramt einer Aaufmanuschail gehört zu dem .dem S taat« untergeordneter Korporationen", von welche« der ß 8» Titel X. Teil II A. L. R. bandelt. Al« defiaiti» gegen feste» Gehalt aogesttllter Beamter einer solclje» Korporation besitzt der Kläger di« Eigenschaft «ine» «iveldare» Staat»- beamte« und kann daher anch die Steuerprivileaien eine» solchen ans Grund de» Gesetze» vom 11. Juli 1882 nach der Kabinet»ordr« vom 14. Mai 1832 füi: sich ia Anspruch nehme». E» sst unzweifelhaft, daß auch dt; Synagogen- Gemeinde» zu den dem Staatt uuterueordneten Korporatio.ren gehören, und die definitiv »nt fetem Gehalt aage» siklltea Beamten sind somit berechtigt, auch für ihre Person da» den mittelbare» Staat»beamtea eiageräumtt Seu-rptivii gium in Anspruch »u nchmea; — e» mßgen daher alle onjeuigt» jüd. Gememde-Beamun, dw »>icht b.reü» in ibccr Etgeajcuaft al» Gasuichc uno Lehcec da» Pcivilegtum der völligen Eommu al St uel-Fre>deit gevießru, ans G,uud der rben allegtrtca Entscyetdung der Odecvecw iluuigl.Gr. ichll dci t>e» b-tress'nden Ottebehöidc.i beantragen, sie uui von der Hälft« ihre» Dlenstriakomme»«^» Gemeinveiokommeasteuer (Eomotnnalstciter) heranznzirh,». da selbst im beste» K--lle noch recht lange Zeit vergehe» dürft«, bwor im Wege der Geschah«», di« Stgosschaft der jAdifchy» is»itn»dra»ttn ei* , Geistliche oder Kirchendiener anerkannt chgede» o - - . '' ~Tn. ii liiMBMil

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