Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
78% known words query
IRI
…/5369809-5935050-5938335--6696-5372591
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

■fr I*■ ■■: ■'•- ■ — 138 -*. #a» OfierschleA«, 10. Juni. (Or.*««rr.) Die Idee •kr »krfchlif ficht« CtyrngoicBÖenctiiten ist ihrer Berwirk- 7lichuu» sehr nahe Drückt. Wem, auch nicht alle Getneiuku sich bÄhrr kfiuttiv gebunden, so habe« doch di« «eiste» mit Bs^rh« »der mtudesteus im Priueip ihr Etuverstäudniß per Srüudmig eine» oderschlefischm Stzuogogengemetude- — verbauks jn crtamen gegeben. Die Vertreter der stebe» gemeind« Beutheu, Gleiwitz, Sattowitz, Köuigshütte, ./Myalowitz, Pleß, Tarnowttz find zu riue« provifortscheu Lowiter zosaivmmgettelr».' Die Vorsteher der oberschlefischeu Syuagogeuaeraeivden sowie dir Borfitzeuden und stellver» treten den Bmfitzlnde« der Repräser tantm-Lollegim find zum 19. Juni a. c. »sch Sletwttz berufe», mit dem Ersuchen, ez endgmig eine« oberschlefischeu Synagogmgemeinde» verband » zu toustituiren. Di« Tagesordnung für die „Delegirten-Berv iounuluug der Synagogmoemetnden des Regierungsbezirk J Oppeln am 19. Juni a. c. Nachmiitags 2’/, Uhr in Schäfers Hotel zu Gleiwitz" umfaßt folgende Gegenstände der Berachung: 1. Organisation der zu bildenden Bereinigung» Ditz, , Persouensroge, Beitrag. Stellungnahme zum Deutsch-Israelitischen Gemeindebuude. Ref. Herr R-A. Berger-Sönigshätte. Lorrei. Herr R.-A. Meller-Zabrze. 2. Gemeiusome Schritte gegenüber der Weigerung der . . Königliche» Skegieruug, die Soften für jüdischen Religion«» ,. unterricht auf Gymnasien und Realschulen in der bisherigen Wese zu übernehmen. (Ref. Herr Dr. med. Boronow- Skuigshütte. Lorref Her Ad. Schlesinger-Gleiwitz). - 3. .Befreiung jüdischer Lnltusbeamten von Lommuualabgabeu. (Ref. Herr N o t h m a n n-Beuthm. Lorref. Herr Dal. Wiener-Sattowitz). 4. Heber die Befugniffe der SSnigl. Regierung gegenüber den Heberollen dr Dynagogeugemeindea. (Ref. &trr Amtsrichter Glogau-Tarnowitz. Lorref. Herr Sanitätsrath Dr. med. Krätze r-Gr.-Dtrehl tz.) 5. Welche Maßregeln empfehlm sich zur Herbeiführung einer einheitlichen Regelung des Schulbesuches jüdischer Schüler an Ghmnafien. Realuud Siwultauschulen an jüdischen Feiertagen? (Rer. Herr Amtsrichter 8evy-Beuthen. Lorref. Herr Nothmann-Myslowitz.) ü. Auf welche Weise soll die Heranbildung deutscher Lultusbramtm und Rrligionslehrer befördert werden? (Ref. Herr R.-A. Ber ger-Svuig-hütte. Lorref. Herr S. Freund« - Myslowttz.) 7. Srürduug eines jüdischen Waiseubanses für den Regiernngsbezrk Oppeln. (Ref. Herr Stadtr. Huldschinsky- Sönigshüttr. Loirei. Herr Gauitätsraih Dr. med. Haopt- ' mauu-Gleiwij^.) 8. Welche Verhaltungsmaßregeln solle» gegen Gemeinde- - Mitglieder getroffen werdeu. die, ohne den Wohnsitz zu ändern, aus der bish« igen Syuagogengemeind« ausscheiden? (Ref. Herr Dr. «ed. Löbinger-Lattofitz. Lorref. Herr F. Muhr- Veß). Das zu iiewältigeude Arbettsmaterial ist sehr reich, ja vielleicht zu r«ich bemeffeu. Dürfte ja schon die Statuten» berathung, wenn fie mit der erforderlichen Gründlichkeit er- * folgt, einen sehr beträchtlichen Lheil der verfügbare« Zeit in 4; Anspruch uehuteu. Der wichtigste und zugleich schwierigste *. Gegenstand der Tagesordnung betrifft dm Plan der Gründung - eines Mische» Waisenhauses für Oberfchlefie«. Möge» es die Gemeinden i« Hinblicke auf die Aermstr« unter den ' Armen, auf die unmündigen, elteruloseu, früh verwaisten ' Sinder nicht an der weitgehendsten Hochherzigkeit uud Opferfnnbi'fctt fehlen lasten! Wir habe» schon früher augedeutet, daß die Aufgabe» des zu eonstitutiouirrude» Gemeinde-Verdaudes nicht um der Bereicherung, Ergänz««- uud Lrweite'nng Mig, sonder« auch dringend bedürftig find. Gemeinden, Welche es «il fich selbst gm meinen, dürfen nicht aus, Bntagsfiiegru von Lultusbeamte» reflectire». Das Wohl dar Otcmritifc» wird gefördert, «am auch dir kleinste Hp tabula nu macht, da» Provisorium ihrer Beamte» in Permaueuz zu erAäi« .uud vou der definitiven Anstellung dieser Beamten-Kategorie Nichts wiffeu zu. wollen. Wir kemun Gkmeindeu in Oberfchlefie«. welche die definitiv« Anstellung von Eriltnöbeamtm als ihren G-wreinb.- Statute« zuwiderlaukend, :xrhvrrese«ren. Leider find auch solche Statuten von der Sön'gl. Regierung vestätigt worden. Soll der jüdische kuliusbeamie der Kleingemeinde, welcher selbst bei normalen Verhältnissen ei» Stück Nar>ycium in sich verkörpert, wen» «an «ha. wie eine E'troae, ausgeprefit. wenn er Gast und Kraft in» Dienste der Gemeinde eingedüßt, vor die Thür gesetzt werden können mit de-n uaerbitl chm Rufe: Nonpossaiaas? Wo bleibt da di« Gerechtigkeit und Billigkeit? Regelung der definitiven Anstellung der Eultusbeamtcn nach einem gewissen Provisorium, Regelung der Pmsionsverdättniff«, der Wittwe»- und Watienkafieu zu Gunsten der Beamien uud deren Hinterbliebenen gehört in da« Programm des Gemei»de-Berbandes, wenn ander» er auf der Höhe seiner großen, segensreichen Aufgaben stehen will «ob soll Er wird fiih auch nicht der Pflicht entziehen können, der Landplage der Wauderbettelei eiuev wirksamen Riegel vorzuschieben Gerade da« sehr expouirte Oberschlefiea muß energisch vorgehe«, um die au« Sali,im und Russisch» Palm täglich fich über uns« re Gemeinden ergießenden Bettler» schwärme von oft sehr problematischer moralischer Qualität obzuwehrm. Erfolgreich vorzugehen, ist der Gemeinde-Beband geeignet und berufen. — Die oberschlefischev Blätter rühmm die Hochherzigkeit dr« Barous Rathouiel von Rothschild in Wien. Ein Heger des Barons wurde vou einem Wilddiebe in Kartsdorf bei Haatsch iin Streife Ralibor ermordet. Der Baron hat nunmehr der Wittwe or« Baaigehalt seines ecmordetm Dimer« als jährliche Penfioa für die Dauer ihres Lebens frstsetzm laffm. Airßerdem erhält dieselbe au Erztehuagsgeid für jede« ihrer unmüudigen Stader jährlich 200 Mark bis zu deren volleadetera 20. Ikbeusjahre. Desgleichen hat der Baron die Sostm der Beerdigung grtragm uud am Grabe de« pfltchttrmen lvtmer« eiueu mtsprecheadm Denkstein errichtm taffen. — Am 21. Juni feiert da« Abraham Jottkowitz'sche Ehepaar in Pleß das seltene Fest der diamantmen Hochzeft. Der Satte ist 83. die Gattiu 85 Jahre alt. Beide erfrmm fich noch der körperlichen Rüstigkeit und geiftigm Frische. Au« Mirtteuröerg, 10. Juui. (Or.-Eor.) Israelitische« Waiseuhau« ,WU helmspflege' tu «ßliugea.) Nach dem soeben er.schimmm 57. Jahresberichte hat fich die Schule des Waismhauses wiederum als den Bedürfnissen der Zöglinge mtsprrchead bewahre, wooou die Prüfung eine« erfnmlichm Beweis lieferte, rbmso darf der Gesundheitszustand als günstig bezeichnet »erden, indem da« Hau« vou Sroukheiten verschont Rieb Da» Gedurtssrft des Königs wurde festlich begaugev, ebeaso für dm verftorbmr» Kaiser Wilhelm eia erhebender Trimergottrsdieast abgehalten. Aus der Anstalt »urd« nach vollzogener Konfirmation mtiaffen: 4 Knaben, welche 8ehrstell>:n annahmen. und 5 Mädchen, welche theil« in« Elternhauk zu-ückkehrtm. theils in Dienst traten^ Nm ausgenommen wurdm 7 Sinder, so daß am Schluß. des Jahres die Anstalt 36 Zögliug« beherbergte. Die probeweise veirköftiguuz vou Lehrltugea gegm Eutzrlt hat fich nicht bewährt. Der Ausschub hat sei» älteste« hochverdimtes Mttglied Adolf Haymann durch dm To» verlöre». Die Gefammteiu rahmeu betrugm 35,904 Mark, hier»»« komme« ,mf La-mbestaud vom vorig« Jahre 252fr Mark auf den Gruw»stock 6552 Mark, auf Laufeudes 24,881 Mark, auf Fortbild mgsichul« 1255 Mark auf Hofrach Adolf Levi-Stistuug 6l4 Mark. Die Gefammtausgad« betrug« 82,272 Mark, f» »aß ein Saffenbeftaud von 3633 Mart verbleibt, lva» veTriusvermöge« beziffert fich auf 258,968 Mark uud hat zezm da« Borjahr ca. 8959 Mark zugeuammm. Der Autheit de» Fond« für yir Fonbilduugsschule beträgt 21,273 Maik, für hie Adolf Leat-Stifttmg

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.