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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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M V ,^aS La«- ««serer Sehmsmh^, s» wird vou der ,JÄ. Presse" in Nr.!i im LeUartikel Palästinn genannt. Wir glauben, da? diese« «inasi-orthodox« Blatt fich mit diesem >n«d»A arg v«r„»l«pi»t. .Da« Land «»serer große» geschichtliche» Lrinner»»ge»" — diese v«zeichmr»g wir» wohl im Herze« jede« deutsch» Jude» ei» klangvolle« Echo stade». Ader da« »Land »»serer Sehnsucht" — da wird sich der d««tschr Glanbensgenoffe doch, «»gesicht« der aittisemiiisch» Strämnng. dt« ja Kanaan für Israel al« da» Vaterland der Znknuft proclamirt, sehr best»««, ob er fich j« dieser Fahne Menne» soll. — G«an genommen, wen» man fich keiner Selbst» tänschnng hingiebt, ist e« eine grosse Unwahrheit, Palästina al« da« »Land unserer Sehnsucht" htnznprlle». Wer hat den» Sehnsucht nach Palästinas' Wen» Iiente »er Messta« in p«nona erschiene, und die Inden zur Rückkehr nach Palästina anffarderte-wie viele würde» th>» denn folge»? vir find überzeugt, die »Jüd. Preffe» wärde auch dann »ach »eitrr in Berlin erscheine», «a steckt de»» bei diesen Herr» die Sehusncht? Wie viel« von ihnen find den» ihrer vorgeschützle» „Sehnsucht »ach Iw» heilt,eu Lande» grfalgt? Und dieses Herr»» könnte e« doch wirklich einerlei fei», ad ste ihre Rente» in Berlin »der i» Jerusalem Verzehre«, wenn «t> ihnen mit ihrer Sehnsucht ernst wäre, oder rtelmchr — dem» wir wolle» keine bewußt« Lüge voransscif» — wenn fie nicht »an einer Selbsttäuschung befangen wärm. E« ist nicht wahr: di« Herr» habe« gar keim Sehnsucht nach Palästtnai Iber demvuchstaben derGla»ben««rttkel nach soll der bändige diese Sehusncht Hab»— nun, da' haben die Herr» auch Sehnsucht. Warm» soll «an die« H Und nun ei» Andere« I Wir »Wh daß auf de» Bvd« de« Jndmthnm« Gottlob nicht die Männer wachs«, di, der Bolk«sch»le Feind« stad und die Pädaa»gik «ißacht«. »wr doch scheint ft so. al« ob i» »Äen jüdisch» Käpfm kau« ein verständniß deff-n lebte, wa« eine a«te Bolk«schule in »nserer Zeit ist und wa« ein g»1 aulgebildeter voll«« schnllehrer s«iu sollte, sei« müßte. Wohl verstand»: sei» müßte. Die Theologie «wht selbftgmügsa«. behauptet allein di« Wahrheit z« besitzen nnd fragt da»« nicht: Wa» hast d» gele»t, d» halbgebildeter Pädagoge? Sie sagt: Du hast nicht gelernt, «a« ich gelerm habe; und da ich die Wahrheit, die ganze Wahrheit, die alleinig,' Wahrheit habe, l» hast du eigmtlich gar Nicht« gelemt, hrst du mindest»« da« nicht gelernt, wa» dich zum Religion« lehrer befähigt. W»n die Herr» auch rechnm kännt», s» würdm sie sich sag» müff»: Der Junge besuchte 8 Jahre di« Bolk»schnle, 2 Jahre die Präparandeaaastalt. 3 Jahre da« Seminar. Und wenn man da« znsammenrechnet und!>abet bedmkt, daß die 8threrbildung«anstalt doch ganz andere Forderung» stellt an d« Fleiß d« Zäglinae. al« die Hochschulm; daß sie ihre Zöglinge bi« zum 20. Jrbrr in sttrnger Zucht hält, so würde man doch zagebm müssen, daß auch e,n gebildeter Lolttschullrhrer Etwa« ist und Etwa« geernt hat. Aber, fteillch leisten die Seminarim nicht immer, wa« ste leisten sollten; und die Lchrer sind nicht immrr, »a« sie sein soll ten. Da« ist leider wahr, ab. r e» ist weder die Schuld der Lehrer, noch der Pädagogik a« fich. Da« wird bester werden. w»n andere Anschaanngm wieder' geltend werden. E« dürfte dm Inden viellicht unbekannt sein, daß die Stöcker und Tenoffm di, abgesagtesten jsseinde der neuen Volksschule sind. Wollen wir auch iu unser» Kreis» für die Schule — Stäcker« zücht»? Sollte >»» du Kameradschaft uicht dedmklich machen? sollen wir m>t dm Feind» de« Indenthum« znsammenqehm, um die neue Volksschule!n verwehr»? Du Leitung der Seminarien, —doch wir »mm» darauf zurück, wenn wir von d» jüdisch» Semtnarim sprechen. (socrsetz«g folgt.) schäue Wort .Da« La»l> unserer Sehnfncht" nicht a»f di« Partei-Feh« schreib»? — .Warum wirklich nicht?» wird der «neigt, Leser frn,». Weil-.Spiele nicht mit Schießgewehr»!" In unserer so ex»l,fibein Zeit ist da« Spiel mit solch» nationalistisch« Parren» gefährlich. Diese Patron« paff» ja vorzüglich in di« Hinterlader de« Antise»itt««nr. Die Antisemit» Unrat ja nur ans solche >eugerungen, um nnsern dentschm Patrioti«n,n« zu discreditirm. Wir glauben an«h, daß die .Jüd. Preffe" ihren bekannt» palästtnenstsch» Brstrednngen gar kein» gut» Dienst leiste«, wenn f:c unter dieser Flagge segelt. Die .Jüd. Preffe" ist ja sorist sehr geschickt in dm Künsten der Diplomatie und werß zu ihr» in« Dunste, Obscnre streifend» Manipulation» immer di« richtig» fretfirmtg-weiß» Glacäe'« zu nehmen. Auch ihre »»rgebliche .Sehnsucht nach Palästina" weiß ste glücklich mit dem Märtyrer-Worte Jordano Brun»'« «tnznleitm, der bekanntlich ad mr^orem dei gloriam von den Schwarzen verbrannt wurde. Sie muß sich, wie gesagt, vergalopirt haben. Ja. wem» fie und ihr Krei« bei ihr» Sammlungen für ihre orthodox» Angelegenheiten fich an ihr« Partei Genossen hielte I Aber der Hildesheimer'fcht Flügel der Orthodoxie hat ja da« „non ölet“ — .Gold ist geritchl»«" — zu seiner Devise gemacht, ja. man sollte mein», ec Hab« «» förmlich darauf abgesehen, Beiträge für seine crthodoxm Zwecke mit Vorliebe in den relig.-fretsinnigeri Kreisen zu erlang», vielleicht gerade in der Abficht, ihre vrthoroxe» Schaflein zu schon» und die gegnerische Opfarfähigkeit zu schwächen. Wie gesagt, bet dieser Taktik ist da« .Land unserer Sehnsucht" ein grober taktischer Fehler. — Namentlich ist e« unt-r dieser Flagge jedem allgemeinen, über rinn »eitern Krei« fich ansdehnenden Vereine im Jndmttmm unmöglich, fich an diese« Werke der Wohlthätigkeit zu beteiligen Vereine müff» fich noch »ehr, al« Individuen vor dem verdachte antinationalistischer Tend»z» hüten, mtb wir zweifeln nicht, daß alle die Vereine, di« bloß dadurch bestehen können, «eil sie der Politik vollständig feen stehen und nur Humanitär« Zwecke verfolgen, die aber eben durch ihre humanitäre T»d»z von der Orthodoxie für deren Special» Defideria, besonder« für Palästina. anSgenützt werden, durch die Bezeichnung: Palästina, .da« Land unserer Sehnsucht" ans «Schlimmste compromittirt und iu ihrem Bestände polizeilich gefährdet sind. Sag» wir: do« liand unserer groß» Erinnerungen und der groß» Erinnerungen der Menschheiti Da« ist WahrheitI Freilich »erden dann näher liegende Interessen besser ihr Recht behaupten können, al« wenn es fich vm .Sehnsucht", um da« .Asyl der Zukunft", handelt. Wamm aber ac>ch mit nnsern Mitteln .i» die Ferne schweif»", weil einige parteifanatisch« Phantast» für die Fordenmg» der Sezmwirrt und die nächsten Interessen kein Äug« und verständniß bub»? — An gewisse, leicht exponir:« vereine aber richten wir d» Warnnngsrns: Videtint consnles! Gericht« mit C»rref^e»de«xe«. Drmtschlnnd. Magdeönrg (ißriaatmitth.) E« ist bekannt, daß nicht nur die Redacteur« der ech»orthodoxen Blätter (.Israelit" und .Jrschurun"), sondern leider auch die sonst liberale .Zeit, d. Jndenthnms" dem B'm:-Brith.Orrm gegenüber eine feindselige Stellung rirmehm», obgleich man genügende Beweise hat, daß die bete. Hur» in völliger Unkenntniß über die T»d»z de« Drbni sich befind», und man fragt daher billigerweise, mit loelyrr Berechtigung köüiien dieselben übe ein« Geg»stoud ihr Bedeckt aassprech», ohne von dem selb» eine genügende K»irtniß zu besitzen. Wir könnm un

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