Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 23.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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solche von laxer Observanz. auf de« Talinud: die »ichtimten je.» Sa* muht die „Jüd. Pr.» daran»? Sie läßt da» Wörtchen „beinahe» »eg. und setzt etum» zu. Ml Prof. L. garuicht gesagt hat. »ovou sie aber gen» hätte, daß es die Firma „Prof. Lohen'" trüge. Die ,Jüb. Pr." läßt ihn nämlich sagen: »Alle Einrichtungen der jüd. Gemeiude al» solcher beruhe« auf dem Talmud», und ixm affociirt sie den Zusatz: „der als eine Quelle uud Graut läge de» jüd. Glau« den« zu bezeichneu ist, wie die Bibel selbst.» Such nicht e i« Satz i« ganzen Gutachten, enthält eine solche Gleichstellung de» Talmud» mit der Bibel. So willkürlich schneiden sich diese Herren die Wahrheit zu; diese Herren, die sich stet» mit ihrer sogen. Principieutreu« brüsten. Sa» für einen Werth hat aber solche Principientrene wenn da» Priucip der Priucipien nicht die Wahrheit ist? Die Würde der P-iucipientreae kann doch keine höhere sein, al» die der Wahrheit? Sie darf nie und nimmer die he.lig« Wahrheit in dm Dienst der elenden Lüge Kellen, sonst wird fie zur Heuchelei, zum JesuitiSmu», zur— Bla»phemie, sie fälscht da» Siegel Gotte», die W a h r h e i t! — TaJTin DDK n*3j5,*T. Wa» übrigen» sonst da« Gutachten de» Herrn Professor Lohen betrifft, so enthält e» sehr beacht-nswenhe Slemente zur Logik deil Talmud. Der Philosoph hat da gelegentlich der talmudischerMelhodik gute Dienst« geleistet, worauf wir noch zurückkomnm. Altes «nd Re«es über Religiomsunterricht, Lehrerbildung «uv Lehrerstellnug. Boa I. Sliageaftei» i» Ober.Ingelheim. n.*) In jüngster Z-it wir r« besonder' der Artikel unsere» alten, edlen und rtmvürdigen F eunde» R. in A. in Nr. 50 de» v. I. dieser B'ätter. welcher den Au-ginqSpunkt der verschiedenen Äesprechunoen über den Religion». Unterricht bildete. Wer diesen Man" zu den Äeon-rn de» Lehrer» stonde» zählen konnte, weiß N'chts non seinem langjährigen Streben und Wirken, von se-nem Wollen und Thu". Und so war auch feine Aussprache dazumal gut gemeint, wenn auch — wie die Red. schon bemerkte — rtttn» beeintrncht'gt durch die Berallgemeineruag persöalich-r Erfahrungen, durch Erscheinungen oor seinen Augen und — durch Ma theologischen Maßstrb. de> unsir Freund eben überall und auch beim Religionsunterricht, bei der religiösen Jugendbildung. anzulegen bestrebt ist. Da» ist eine Trübung de» Blicke«, die der «inseitigen Ueberschätzung de» eigenen Berufe» entstammt, die ja an fich rühmenswerth ist. aber leicht zu Folgerungen führt die von den Gl-edern dc« anderen Beruf» nicht grtheilt werden können und nicht . ethrilt werden sollen. und darum-diese verstimmten. Das Judecthum ist geknüpft an di« jüdische Wissenschaft, an die jüdische Theologie: sie zu Pflegen, zu fördern und zu stützen ist eine heilige Ausgabe der gesammteu Judenheil. Sie, die jüdische Wissen chaft, ist die Grundlage de» religiösen L>bea< für alle Zeiten. Aber — ist sie selbst od.r kann sie darum ein Gegenstand allgemeiner individueller Pflege sein? Soll jeder Jude oder auch uur jeder jüdisch« Rrllgion»lehrrr ein Theologe se.n n de» Worte« verwegenster Bedeutung. Wa» wäre dann — ein Rubbiner? War t>a» Bolk zu aller Zeit voll de» Geiste», «ud ein jedes Glied de« Bolle« im Glaube, in die Tiefe dieser Wissenschaft einzudtiugen? E» hat ja so sein sollen, thn war e» auch so? Wa« au» diese« uueud» kichen Gebiete, dessen G.eu^rn noch nicht einmal festgrsttllt sind, gehört in dm Schule, ««hört z« dem. wa» -kl« wissen . müssen, mn religißse. um gute Jude« zu sein? Gewiß tzim« > men di« geehrten Lestr dies« Blätter mit mir überein, wen«' _ ich sage: mVS Bfl tfTtt yrs PTIttn I.Nicht da» Wissen. sooder, da« Thn« ist die Hauptsache.»*) Bildung de« religiös« 7 Sinne« ist die Susgab« der Schul,. Kommen wir doch endlich auch zu de« Bekmniniß. daß dem Lei« sein Reckt gehött, de« Leben der Gegenwart, da» mit zroingrader Kraft vorschreibt, wa» al» Gesawmtgut dem jüdischen Bolle bekannt und heilig sein muß. Uud kommen wir al» Jude» doch ' endlich auch zu der göttlichen Wahrheit, daß der weiton» grüßte Theil dessen, wa» uu» heilig sein muß in uvserer eigenen, jüdischen Lebeu-führuva. auch dem Andersgläubige« hnliq sein muß, wenn er den Ansordrruugm seiner Religion genüge» will. Seien wir gerecht, wenn ,» auch Aodere niüt gegen un« sind. Halten wir fest an der lleberzeuqaug, daß e» Fromme giebt unter den Menschen aller Völker. Ich stth« nicht an, hier vor der ganzen Jndeuhnt feierlich zu erklären: Wenn einmal «in vorurthnlsfkeier „al lärme i n »r » Religionsunterricht von durchaus vormtheils» freien Lehrern eriheilr würde, so würde da» zu« autea Theil da» Heiligste auch au» unserer Religion «inschließm, wenn e» auch noch lauge nicht da» ganze Judentlium sein kann. — E» würde da« nicht, wie man gewöhnlich «nd zwar bei Juden und Ehristm sagt, weder ei» jüdischer, noch ein christlicher Religionsunterricht sein, sondern ein jüdischer u a d ei» christlicher; und die Ausgabe uuseie» jüdischen Religionsunterricht» würde dadmch um Biele» vereinfacht werden können. E« ist unser« Anfgab« al» finden, mit dieser Erkenotniß voranzul.'uchten. Ich weiß, dcß ich mit diese« Sätzen «>u Gebiet berühre, daß Bielen zu heiß dünft. Aber — man suche dm Gedanke» einmal doch fest avzuseheu, oder mit gutm Gründen zu bestreiten.**) Doch, ich gehr Birken viellriqt zu weil und dir Zeit ist 1 och ferne. Sie ist jetzt ferner, al» sie r» vrr fünfzig Jahr« zu sein schien. Wenn sie ober kommt — und sie wird kommen, so gewiß da» Judmthum ewig ist. — werdea wir, d. h. di« Juden, wabrllch nicht die letzten sein, «eich« zustimmm. Zu diesem allgemeinm Religionsunterrichte brauchen vir keine Theologie. Ee liegt ,u der helliuen Mmschmuatur tief gegründet. Er ist die Uroffenbarung Gotte» an die gesammte Menschhe.t. Seine festen ewigen Grundlage« sind di« zehn Worte vom Sinai. Könnten wir zu dirsrm aruodlrgendrn — «lemeatarischra — Religionsunterrichte Männer brauchen mit reichem jüdisch-the ologisckeu uud mit geringem pädagogischen Wissm und Können?***) Warum haben denn di« alten Rabbiner Melamdim uud Lrmdonirr mir ihrem weitgehenden jüdischen Wissm dem Verfall nicht Emhalt thun können? Denn nicht von dm Reform-Rabbinern ging da» Berdrrben au», sondern av» der Unvereinbarkeit dc» gebe»» mit der Orthodoxie. Warum saheu sie. die altm Rabbiner, da» religiöse Lelm vor ihrm Augen schwindm, «ud da» Jodmtbu« ihrer Mriung. ihrer Ait zerriunm an dem Lichte, an der Sonne der Wissenschaft. an den sittlichm Anforderungen der Gegenwart? Warum ist e« Thatsache, daß dir .Lerner» oft die grüßten Posch'im w.rrdeu und daß die Sühne und Töchter der frömmsten Rabbiner und jüdssch« Gelehrten — leider nicht in dm Fußtapfe« ihrer Väter wandeln? ») »der Hecht «a den» nicht «vch(Sid-40): T1? »T30W VrU TlO^fl mzrsD? unk (entt: -pon p*n ay ntiMmmra m. iß) -) reisllb« 9kWnte ist I« «st« J«hr»«ee b. «. (1870 Kr. 84 n. 35) »ich »,n brat Saibnikkintt De. vnchho lz in Hinten baratlcat nnk mH fnfct «ärwe kefürwvetM »orbtn. (IM) —) «« «knfemniy n*S, «w JSbischei vkllia UnkewmrbM«. nab »Säen fi« noch so wbn^qch »bilbrt sch,; doch mamm ban inunn Mc kervorheben, ba» temgt von beiden «eite» nicht. P* fn 09 .-mn -no^n Nv' ist bM auch für ten jübstchen Lehr« pfeL (IM.) -A -, .,».7 sL jiu: *) »Itilel I in Rr 21.