Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 22.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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gar Offotbatunc, 3. UtfeUng M p tat «Wir» »ctft WU^da» a*k Geagmptzi« a»gia»»«»a Bach-Mvslvwitz stellt v» Lchlabaairas, de« za Fol ge Sie Bersawwlmig m 9*/4 llhr gefchloße» aitK JHc |mrit« Merfnauaknai wurde i» Vertretung de« Borfitzenden so» De. Badt Montag deu 21. Mat um 11'/. Uhr vormittag« i» demselben Lokale eröffnet. Der Borfihmd« gedenkt de« schweren, tiesschmerzlicheu Berluste«, den unser Saterland erlitte« durch deu Hingang Seiner Majestät de« in Sott ruhenden Hochseltge» Kaiser« Wilhelm; er gelieutt i» Berehrung und Treue Seiser Majestät unsere« vielgeliebten Kaiser« Friedrich, für dessen Genesung wir AL' die inbrünstigsten Gebete zu» Himmel rmporseuden. 2)i« Versammlung härte die Worte de« Bar sttzeudeu stehend an und stimmte begeistert in die Hochrufe ans Kaiser Frielrich ein. Bei dem 8Berichte über den Stand de« Verein«, dessen Mttgliederzahl aogeublickllch 142 bettägt, erwähnt der Borfitzend« mit .chrendeu Worten der Verdienste de« namentlich sür die Unterftützu»g«kafle eisrtgst thätig gewesenen Mitgliedes Held-Breslau, de» die Borsehung allzu rasch und allzu früh abbrrufeu. Zu Ehren des Dnhingeschiedeneu erhebt die Bersaiamlnug sich von ihren Plätzen. Der Kassenbericht ergiebt, daß die Einnahmen i« Jahre vom 1. .Zarnar bi« incl. 31. December 1887 einschließlich de« au» de« Jahre 1886 überttagenru Kaffabestandes von Di. 30,64 betrugen M. 125.74, hiervon ab die Ausgaben M. 115,25, girbt einen Laffabestand von M. 10.48, der pro 1888 > orzutragra ist. Da der diesjährige Lassrnabschluß keine» Ueberschnß onfweift (die An «gaben de« Jahres betrugen M. 115 25 gegen einen Kaffrnbeftaud von M. 80,64 ultimo December 1886), so fällt die Ueberweisunq an die Uut,rstütz»ng»kasse weg. Lui Lntrcg der Revisoren erlh rlt die Versammlung dem Laffenführer Dr. Selig mann und dessen Stelloertteter Dr. Einstein Br da« Verwaltungsjahr 1887 Decharg«. Der ungünsttge Kassabestaad glebt dem De. Jacvbsor-Schrim« Beravlaffnvg, noch aal« aas der ta der gestrige» 8«>s<nnaüu»g im Namen des Herr» %*■ Selig««»» etagetrachtea Antrag zarLckjakommea. Er wita'ch», datz derselbe jetzt berathea «erd« Dr. Braun. Pietz oesürroortrt dt« durch Aanahme des »arrags Settgawn» herbeigesährt« Erspanüt Es sprachen M dieser Lngelegenheil di« Her«» De. E laste in-Breslau, Dr. «»dt-Breslau, Dr. l Jacobson.Lckri-m, Dr. Eob«-Kattawitz, Etsenberg-Beatde». I Noseuba« »-Beut-e», »»d nachdem dt« Wahl der Lsr. Wocheuschrtst" damit b-g"ü»det wcr^e» ist, datz dieselbe «mch t« »ettlaffene» Jahre die Pratakol« der Bersaaunluug in «ctanao abgedruckt habe und daß »on . dem giedakle^. Dr. Kahmer tu ltebeuswürdigster Weise fein Blatt zur Bnösfmtlttung der Berhaudhanbluegr» des Beretus zur Bersüqu-g gestellt worbe» sei, was um» «adere» jüdische» Blstter» »icht bekUuut «worbe», wir» der Lutrag Selig»»«»» i» der vo» De. B a d t vorgeschlagecen Fafiuna <tür das nüchfte Jahr) äuge»»«»«». Baß-Neustadt hält es sür augezeig«, «tue» moävn ausst»tdig zu machen, ssuwige Mitglieder zur gahl-ug ihrer Beiträge anzuhalten Dr. Brau» rüth. M«tgU»»r, d»e drei Jahre ht»durch mit ihre» Bein«»«» t» Slüekftuud« find, zu streiche» Dr. Badt inllirtz de» j tz Lds. S dar Statute», wonach die Mitgliedschaft erlischt. .Dadurch, daß trotz dreimal wiederholt«« MaPmag dis zum letzte» Dag: de« Nkchnungsjahres de» Bereto» der Beitrag »W gezahlt worden ist - Ei»« solch« Mah»u»g Hab« bet all« i» Betroch« komme»de» Fülle» seattgesuude» u»d es bleib« nun nur »och übrig, rach der Strcnge de« Gesetzes etuzuschrritea. Der Lntrag Brau» wird augeoommeu. Dr. 8. Neustadt, der bczügtich der Er»«»»»»« vo» Ehremuit» xliedern et»e» Lntra-i pelle» r»L, wird aus g 18 des Statuts verwiese»». Nunmehr wrd zur Neuwahl de« Borstaude« geschritten. Dr. Jacobson-Schrim« erklärt ganz entschiede», eine Wiederwähl nicht auneijme» zu «olle». An seiner Stelle wird Dr. Biberfell'-Samt» »«geschlagen. An Stelle de« zeitig von Breslau abwestnbe» Dr. Seligmon» wird dessen seitheriger Stellv>«reter Dr. Einstein zm» Schriftführer vorgeschlagen. tUt beiden vorgeschlagenen Herren »erden durch Acclamatto» gewählt, ebenso die übrige, Vorstand«- witgllrder durch Acclamatio« wie de rgewähtt. Dr. Sawnelsoh, üvrrnimmt ten Vorsitz wieder. Dr. Gabt. Brests» h«tt den awpkvchiglat Bagtra, «nd entschuldigt sich bet »er BersomM g», d«ß er da« Thema nicht vorher bekannt pgedea. 9t wolle, damit Nie. man» überrascht sei. fti» Thema dahin ftrmnlirr», daß er spreche über .Paradoxe« ». y. Unerwartete« »er de» jüd. Rtltgtonsnnterricht." Der jüd. Religiansnlltrrricht ist, vergliche» mU de» anderer Lvnfesstonen, noch sehr vcrbesserm^sfähig; es liep das am Entwicklungsgang der Schale, an den Verhältnissen, unter denen fich da« Jndenthma erhalte». Für dt« »nter« Stufe fehlt e« nicht an guten, druckbaren Schnlbücher». aber t§ fehle» reitgtäse Schriften für die reifere Ingen» in de« höheren Klasse« der Religioasschnle« an» darüder hinan«. E« hemdelt fich natürlich nicht um Audachtsbücher. sonder, um Sckrifte» zur Hebung de« religiöse» Sinnes beim Htnan«- tritt in da« Lebe». Bor 40 Jahren gab e« überhaupt noch keinen geordueteu Religionsunterricht. Nur da« jüdische Hay S mit sein« fortwährenden religiöse» Nebungeu, der fleißige Besuch de« Gottesdienste« gab eine Summe von religiösem Wisse» nnb Empfindra, die wir heute vergeblich sacke». Einzel« bemühen fich ja wohl, auf diesem Wege sortznorbeiteu »nb fortzuschrrile». Redner will weder ihnen »och irgend jemand mit seine» Worten eine» Borwurf mach«: seine Bemecktmge» geben nur fein« auf persönltcher Erfahr«» , begründete Anficht wieder. — Der praktische Unterricht der alte« Zeit ohne Schule kam» trotz seiner Vorzüge unser Ideal mcht seül. EG fthlt ihm der Ueberblick über die geschichtliche Entwicklnnp der Religion de« jüd. Volke« und seiner Geschicke, e« mangelt der Ued rblick über de» metaphystschen Geholt - der Religio». Aber auch unser heutiger Religoasinterricht ist der L^rvollkammnuug fähig. D« systematisch« Religionsunterricht. wie er geübt zu werde» pfle,ft, artet an« tu Schematismus und Formalismus, er wirft zur bloße» GedächMißsach«. Das wichtigste bleibend« Renltst. N« erzielt wird, ist da«, was gewöhultch in diese« Unterrichte »ls Nebensache behaudett wirb: die Beleg« an« der Bibel; der übrige Unterrichtsstoff, der «eist mechanisch ausweitdig gelerut wirb, ist schnell vergessen, weil er eben nicht auf de« Wege durch di« Bermmst ins Herz gedrnnge» ist. - Eine» allgemeinen Uebev» dltck über das Religiousgedäud« erhält da« lttud Mcht. E« kann nun einmal nicht jeder Philosoph sei»; philosophisch« Dinge der Jugend populär darzustdle», ist vollend« nicht Je»«««»»« Sach«. — Mit mehr Glück $: der geschichtliche Unterricht eingeführt ward«». Geschichtliche Vorbilder, besonder« solch« an« der jüdische» Geschichte mtt ihrer Unzahl »an Beispiele» edelster Selbstverleugnung. twispiellvsen Math« i« Thnn und t» Leite». üben immer rtac dogeisternd« Wtrdmg auf die Jagend. Aber bei der dpa» artige» Beschaffenheit der jüdische» Geschichte ist ei» baldMe« Erlahmen de« Interesse« za befürchte» I» der jüdische» Geschichte erscheint gewissermaßen immer »nr ei» ander«« Bild für dieselbe Sache. Name» und Dlteu werden gepfropft auf dasselbe Schema von Leibe» unk Martyrien aber von de» Wirke» gelehrter Männer. G» wtrtz «ch dieser Unterricht zu» Gedächtnißkra»; was van der Uaniass« an Stoff, Zahle», Namen dlttbt. ist nur duiipft llrinnernng, »nd dt« Unklarhett führt zu de» ««kwürbigste» Ber» Wechselungen. Um diese Urdelständ« a »erhütr», darf man sich nicht darauf beschräntru. bla« Name», Date», Lebens abrjsse zu gebe» Der Jngenb ist da« lebendige Bild M paßen- Manne« vorznftchre« in einer geschickte, Anttvahl an« sein«, Werke»; durch vssprechimg riuzelner Ldslnnge» «ck Erzeugnisse ist ein tieferer Einblick 1» Mt Geistrsttzätigkett »es Volke« und seiner hervarragrnden Vertreter z» gewähre». Die Einsörmigkeit fällt dann von selbst »g. BerjMatzWg bedeutend« Männer, z B. mnncher große vielleicht dabei z» kurz lammen» n»d GiüDWsWMW^^MMr