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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Johann Strang oeronstaltett». Theatervori.attni, dnd Kräuzchev« in» eine« Soozerte« 5087 fl. vrcetUnahml hat, v»n »elche» Betrage zum Lukanfe von Sprtsemark« und für Baruutirstützuug« 2185 fl »erweukt »nrten. Auknüpfend an >ttfen Bericht, welcher von der Mlreichen Brrsammluug gmehwigeud zur Smutniß g«»««» renrde, besprach Fra« Barber die Thättgkeit de« Verein«, welch« eine fcgcn«reid)c icnaant werden köun«. Der Verein befolge al« Hauptzweck, bedürftigen Gtndireuden Lektionen zu verschaffen, wa« im Boijahre in nahezu 200 Füllen geschehen sei, weiter« diesen Studirmb« Freitische zu verschaffen »der selbe mit Speisemarkeu zu unterstützen. Frau Barber stellt an die Mitglieder tie Bitte, die Agitation für Freitische nicht außer Acht zu lass«, da durch diese Leistnug viel mehr gethau werde al« durch einen, wen» auch beträchtlichen Geldbeittag. Schließlich s-richt Frau Barber die Hoffnung au«, daß e« bald gelinge» werde, sowie bereit* für die hungernden Schulkinder eigene Lüchen errichtet »erden, auch für arme Studenten ein eigene« Sprisehau« zu gründen. Einstweilen jedoch arbeite der Ausschuß uuermüdet fort, glücklich tu dem Bewußtsein, nach Kräften zur Linderung de« oft beispiellosen Studeuteueliuds beigetra-eu zu haben. Hierauf wurden dt« Ergänzung«»,ahleu in den Borstmrb vorgrnommeu. 8roßvrit«u«ten. «London, 18. Mai. (Ol.-Torr.) Es ist kaum glaublich, und koch ist e« eine Thatsache, daß die zwei hier erscheinenden eiufloßreichen radikalen Blätter, der ,^8p«ot»tt>r' und die „Pall-Mall Gazette“, die bei Besprechung allgemeiner soz-aler Fragen stet« Freibeit und Gleichheit predigen, jede passende uni unpassende Gelegenheit benvtzrn, um ihren passionirten Groll gegen Juden und Judevthu« auSzuposaunen. Proben diese» Hasse-, wie sie in den Spalten de« .Sprctatorhie und da erscheinen, sind den Lesern di'ser Blätter nicht unbekannt, aber sie sind mild genug i« Bergleich zu den Bemerkung«, die die „Pall-Mall Gazette' jüngst aemacht, als sich ihr rin« Gelegenheit darbot, über Juden zu sprechen. General Toulauger soll nämlich vor Kurzem eine Aeußeruug gethau habe», die sich jedoch als unwahrs?) herausftellt, der zufolge er die reichen Juden aus Frankreich ausgewieseu haben wollte. Da» ftagliche Blatt war nun voller Freud« über diese Seußerung und fügte hinzu, daß es ein piam d-Midtiritun wäre, auch dir armen Juden iu Frankeich und Englaul' auf gleiche Werse zu behandeln. Da» sind also die Wünsche und Hoffnungen einer immer wachsenden Partei im Linde, die auf de« Standpunkte der Humanität steht uud in den ausgesuchtesten Phrasen Bruderliebe prchigt. Doch laffen wir diesen Großmäulern ihr kindliche« Ber« guügev. So lang« der Jude seine Pflichten im Staatt treulich erfüllt, so lange er ehrlich, arbeitssam und fleißig ist und fruzal lebt, wird er stet« die öffentlich« Meinung für sich haben. Mögen solche Prinzipim für ewige Zeit« den Juden ut» Leitstern dienen. — ES sind jetzt fast 50 Jahre, seüdem di« hiesige Reformgemeind« sick orgauisirt hat, und zu chrem Ruhme muß mau «S ihr nachfigen, daß fie stet« bestrebt war, mtt den andern hiesigen Gen rinden in Eintracht und Frieden zu leben. Wie in dem meifeu orthodoxen Synagogen, wird leider auch in der Rtsormst nogog« der Gottesdienst am Sabbath nur-äußerst spärlich besuht, und um diese« Hebel abzuhelfru, glaubten die Vorsteher dkuselbeu anziehender zu machen, daß sie darin einige Modifikationen einführten. Die wichtigsten sind: Der dreijährige Eyclu» im Borlesru der Tbora, und daS Recltire» der Hastarah iu englischer Sprache. Welch« Erfolge diese Veränderungen habe» werden, wird die Zukunft lehren. Wir wollen da» Bestt hoffen. — Jüngst starb hier im 87. LekuSjahre Herr Leone Levi, Professor der Statistik am hiesigen Kiug's College. In Lncoua, Italien, geboren, kam er als junger Mann nach England, wo er, wahrscheinlich au» pekuniären Rücksichten, seine Religio r als Jude wechselte. Er war in seinem speziell« Fache eme irr erst« Autoritär« im Land«, und die hiesig« hetvarragerldsten Blätter bracht« ausfithrlichrrWckrologe, worin fte die groß« Verdienste de« verstarb«»« ans de« Gediett der Staristik und de« Handel« hervorhoben. - — We in früher« Jahr«, so zieren auch in diese« Jahre die Wände der hiesig« Rohrl Akademie «ine Anzahl von Oelgemälden, die von jüdisch« Künstlern gttiratt worden stad. D« Ehrenplatz unter diesea nimmt unstreiti,, Herrn Solomon« »Kassandra- «in. Die Presse spiächt sich sehr schmeichelhaft darübtt au«. Hdeffa. von einem hochgeschätzt« Berlin« Gilehrtta uud Weltteis«dm geht der „Notiouol^-Ztg." folgende «ttthetlnug zn: „Ans einer Reise nach den Länder» der Balkan- Halbinseln begriff«, entschloß ich mich in Jassy ein« Abstecher nach Odessa zu machen. Ich ließ «einen vom königlich« Polizeipräsidium in Berlin ausgestellt« Paß von dem deutsch« und «sfischen Konsul in Jassy vtstr« und passtrtt ohne Schwierigkett die «sstsche Grenze. Nachdem «eia Paß in Odessa nach «sstsche» Gesetz gleich nach metmr Ankunft au die dorttge Polizeibehörde abgeliefert ward« war. erhielt ich von derselbm die Ordre, «ich sofort nach dem Poüzetbüreau zn verfüg«, dem, mein Paß sei nicht tu Ordnung, wett — meine Religion in demselben nicht angeführt lei. Ans meine Frage, was denn die Herr« von brr PMizet meine Religion anginge, wurde mir btt Bescheid, im Falle ich Jude wäre, mußte ich Odeffa dezw. Rußland entweder sofort verlaff«, »der mir die Erlaubmß zn einem siebentägig« Aufenthalt erwirk«. Da ich nun wrder Jude bin, noch länger wie ein bi« zwei Tage iu Odeffa zu verwett« gedachte, so lieb ich den Polizeidttrktor grüß« und «rin« Paß behufs der Rückreise nach Rumänien wieder abhvttu. Ich mdchtt aber jede« Deutsch«, zumal jedem Nichtjud« drtugmd rath«, will er nicht Gefahr lauf«, bei einem länger« Aufenthalt <n Rußland sich den schltmmsttn Unannehmlichkeiten und Plackerettu ausgesetzt bezw. «n der Grenze kurzweg zurückgewies« zu seh«, seine Religion «der Konfesfion von seiner heimathlichm Polizeibehörde iu d« Paß mtt ausnehmeu zu lassen. Mittellose Jud« »erd« heute unter kein« Umstäud« mehr über die «sstsche Grenze gelaff« und «an erwartet demnächst Ausweisung« armer Juden iu große« Maßstabe au« Cherson, Beffarabi« tc. Im Interesse der Wahrheit muß ab« ganz entschied« hervorgehobm wer«, daß diese Bedingung geg« Mafieneinwandcrnng von Jud« und geg« jüdische« Proletariat überhaupt, nichts?) von der russisch« Regierung »der von kn Griechisch-Orthodox«, sondern, wie ich aus zuverässtgster und vollkommen unpartheiischer (?) Qu lle weiß, von den ttu Laade seit Jahr« ansässigen uud geduldet« Juden auSgeht, di« fich auf dies« Wesse der ihn« dr»h«d« Konkurrenz ent- . ledig«, »der das Proletariat ihrer Glandenszenols« dom Halse schaff« voll«. *) Deutsch«, di« auf d« Rückreise m Rußl«d bie rumänische Grenze überschreit« wollen, kann ferner nicht ernstlich gmug gerath« werk», ihre Pässe vorher von der betreffend« rumänisch« Behörde vifir« zu lass«. Ich hatte dir», wett auf der rumänisch-österreichisch« Grenze lein solcher Zwang herrscht, in Odessa versäumt und danke es nur km Zufall, daß ich nach endlos« verhmMlung« wieder über die Grenze gelaff« wurde. Da« Zeugniß «ine» mir bekannt« Rumänen, der mich lrgittmtt« wollt«, mtrk mtt Achselzucken zurückgewies« — well der Betreffend« ein Jude war. vielleicht köuu« diese Zell« km «in« oder ander« Ihrer Leser von Nutz« sein. Sch«! er die kleine . - Müh«, sein« Paß iu der Heimath von der. angeführt« Kvosulat« vifir« zu lass«, so läuft er spiittr Gefahr» schlimmer wie ein Dieb oder Sttäfiing behandelt zu werden. a Deutsch« J-raeltt« aber kann ich nur ratheu, unter kn g gegenwärtig« Verhältnissen auf d« Besuch Raßl«»» überhaupt zu. verzichten." J k *) Dal wuf vielleicht i» «iazeloeu Fälle» dorget»ma-e» sei», »brr die Regiermig »od ontz^ax« Kirche go», h^»^rechr«^— Hecht de»» doch de» offtobnldtge» Lhatsache»

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