Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 20.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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feie Saldeodi »>d Heinemann Ab Lehmann r.a. sich »»der »nkammengethan, um noch eine» Kim» »Palästinrnsischea HAstverein" zu gründe«. Da» brlr. Eomfte erlaubt sich die vitthülfe alter (?) Glauben«- aenoff-n, deren Herz für da» Wohl unsrer Brüder im heil. Laude warm empfindet, für da« Ualeriiehmea in Anspruch zu «ehaun. Die bisherigen Bestrebungen und großen Geldsendungen für die JSrarlnm Palästina'« waren »nicht vor de« gewünschte« E solge begleitet, und roh immer sind dir »eisten derselben darauf ang-wilscn, in ihrem Elend die Hilfe ihrer a,«wärtigen Glaubensgenossen in Anspruch zu nehmen." Um nun denjenigen palästinensischen GlaubenSbrüdein, die unter diesen traurigm Berijältnissen leiden, zu Hilf« zu lommrn, hat sich dieser neue Verein gebildet. — Direkte Geldunterstützungen sollen in der Regel nur an diejenigen gegeben werden, die längere Z il im heiligen Land« ansässig sind, und zwar entweder an svlche, dir durch Alter, Krankheit oder dergl. au d>r G winnung ihre« Leben-unter» halte« behindert sind, oder an hervorrager.de würdige Talmudgrlehrte. welch« keine Subsistenzmittel besitzen. Die Thitigkeit de« 8 rein» beruht auf den Princpien dr« ^überlieferten" Judentum«. Mitglied de« Berein« kann jeder JSraelite werden, der sich zu einem Jahresbeitrag von mindesten» 5 Mk. auf drei Jahre verpflichtet." — Hoffentlich wird diesir Bereis über dir Verwendung etwa eingebender Gelder ordnungsmäßiger Rechenschaft oblegen, als dieS Herr Salveudi m t den Huuderttausenden lbut. dir durch seine Hände gehen und über welche sein« — junge Tochter Buch führt. £«» Höerschlefie» Die Vertretungen der Shnagogeu- Gemeiaden von Beuthen OS., Glei»itz, Tarnozvitz, Kattowitz. My«lowitz und KvuigShütte haben in - einer gemeinschaftlichen Versammlung im 8. April er. beschlosten, die Vorstände sämmtlicher Synagogen^Gemeinden de» Regirrungl-Bezirke» Oppeln zu einer Vereinigung «tnzuladeu. Der Zweck derselben soll cioe Beralhung und Förderung gemeinsamer Angelegenheiten bilden. — Die Hauptpunkte betreffen: Gründung eine« jüdischen Waisenhaus»« kür ganz Oberschlesien und Regelung de« Religion«» Unterrichte» aus Lammunalschule». Dir Zeit und der Ort der nächsten Versammlung wird demnichst genau bestimmt «erde», in Aussicht geuommin ist einer der letzten Tage de« Monat» Mai oder Anfang Juni d. I. — Vielleicht führt diese erste Bersammlung der Gemeinden auch dazu, daß man Angesicht« der Unthätigkett de» deutsch»i«r. G.meindr» bunde« den Beschluß faßt, eine« besonlreren oberschsifischen Provinzialvrrband zu bilden; denn mr durch Selbsthülse kann un» geholfen weiden. I Zu» der H^ranin» Hkasi«. (Or.»tkor.) So begründet! auch die Klage ist, daß da« jüdisch-rellgiöse Leben in de»! Herzen und de» Häusern der dem jüdischen Bekenutuifle | Augkhvrtgen sehr an Halt verloren hat, weil die Gesetze». Neue nicht mehr vorhanden, so muß doch anerkannt »erden, daß ein großer Theil der Trost- und Haltlosigkeit setuer eingeschlagenen Richtung sich bewußt wird. Daß läßt sich au« der Sympathie erklären, welch« jene, deren ganze» Indenihom au« eine« sehr schwachgrcdtgrn Moralextract besteht, der hier und da auftauchenden Bewegung in den Bestrebungen zur Besserung entgrgeubrirge«. Uedrrall, wo neue Pläne berufener Rabbiner für et»,: fruchtbare Gestaltung de» jüdischen Religionsunterrichte» auftauchen, werde, dies« lebhaft von Setten der Gemeindemitglirder «uterstützt. G« scheint, al» wollte man doch den Kindern da» rette», »a» sie beinah« verloren hätten. Auch eine zeitgemäße Gestaltung de« Got tesdienst«!» hat sich in viele« Gemeinden unsrer Provinz vollzogen. In den «eisten drrselbe» (im benachbarten Schlesien nicht aadrr«) hat man r» für gut gefunden, den Zankapfel (einer Orgel) in di« Gemeinde zu werfe». Gin tüchtiger Gant, : mit gutgeschuttem Ehor ersetzt diese» Iustrument. Da» hatte» wir jüngst Gelegenhett in der att-erwürdigru Gemeinde Ltssa zu b«obachten. Der jung«, tm» 28jährige (Stator Latz daselbst, der (ims angenehmen Beriton-Heldentmor un'» eine gute »nfitalische un) gesangliche Auatildnug genossen har, hat hier eine« Knabenchor hrrangeittd t und dadurch dem Votterdienste eine sehr schöne und erbauliche Gestaltung gegeben, wa» ihm in der Gemeinde au,h durch allsritige Anerkennung gelohnt wird. Da er anch tüchtiger Lehrer ist. so hat die Gemeinde durch seine Acqui» stlion einen g'ücklichrn Griff gethan. 6. J. Aatzreniß. 8. Mai. Heute Nachmittag 4 Uhr schloß sich das Grab über der sterblichen Hülle des kgl. Hofrathe« Dr. Engelmann, des Direktors der kgl. Kreisirrenanstalt; ein sanfter Tod hat ihn vergangenen Sonntag von einem quellvollen Leiden befreit, das ihn vor einem Jahre plötzlich au» seiner aufopfernden Thätigkeit gerissen und auf. das Siechheit gefesselt hatte. — Bon 1860—70 Direktor der Irrenanstalt St. (Georgen, übernahm er. nachdem er mit der ihm eigenen Energie als medizinisch-technische Auskunftsperion bei der Bauleitung der neuen Kreisirrenanstakt mitgewirkt, im letztgenannten Jahre die Leitung der ausgedehnten und mmterhaft eingerichteten Pflegestättc; von hoher und höchster Stelle war ihm stets Anerkennung geworden, 1880 wurde ihm der Titel eines k. Hosrathes verliehen. Herr Rcgicran>sSpräsident Exz. v. Burchtorff. Herr Regierungs-Direktor Gossinger und viele hohe Bamte Herr Bürgermeister v. üWintiev, der Vorstand des Gemeindekollegiumö Herr Rechtsanwalt Dr. Meyer, Geistliche aller Bekenntnisse, Männer und Frauen aller Stände schenkten dem Verstorbenen ncbit de» ihm Jnt Leben Nahestehenden die letzte Ehre. In lvredtcu Worten hob .Herr Rabbiner Kusznizsky anschließend an ein Bibeiwort hervor, wie Liebe und Treue, neben hoher Geistesbildung die Eigenschaften gewesen seien, die den Verstorbenen so hervorragend zuin Seelenarzte besah,gt, wie das durch und durch harmonische Innere des .Heimgegangenen das iit seiner Begeisterung für Musik gleichsam Ausdruck gefunden, es ihm erniöglichte, ein so besorgter Borgesetzter der ihm Untergelvilen, ein edler Menschenfreund, ein rechter Vater der 3cim(jcii zu sein und wie er neben der Anerkennung für sein Wirken, neben der Verehrung alle ihm Nahestehenden, das Glück gefunden l)abe, an den drei an seinem Grabe stchciidc» Söhne die Früchte sorgfältiger Erziehung zu sehen. Unter den Klängen des Beethovenschen Trauermarsche» senkte sich der Todtcnschrein! Der Dahingeschicdcnc ruhe in Frieda! CeHtvctiA ttnaam. Mir», 27.April. JstderRabbinerein'Geistlicher? In dem da» Gesetz zur Regelung der Recht-Verhältnisse der i-r. Gemeindrn b.-rmhenden Au-sckussr erklärte der Abg. Ritter v. Gn'ewoSz »dir Rabbiner, der keine Weihen empfange.', könne nicht als Geistlicher betrachtet werden." Da au« riner solchen Atvßerung sich sehr bedenkliche Eonse» qa-nzen ableit-n lassen, sehe ich mich genülhigt, derselben ent» gegeozutcet n. und die» um so mehr, ai« auch da» pr ußische Judengtsiy vom Jahre 1847 ton drrselbcn nur s heinbar richtigen Anschauung auSgegangen ist uid demzufolge von den Rabbinern überhaupt keine Notiz genomm-n hak. Ich habe e» vor 25 Jahren au» dem Munde Josef Lehmann'», de« Begründer« de» .Magazin» für die Literatur de- Au»> landc»" erfahren, daß bei B.ia'hung dc» erwähnten preuhi. scher» Gesitz!« der Minister bei dem damaligen Borsitz „den dc» B rlinrr Vorstand.'» (;n welchem Lthmann, wie er sich aaSdrückte» der ,Cad-U" «a>) über Wesm und Bedeutung der Rabbiner sich Rath» erholte, und daß j.-ner Votsitzende nklättc: »Der Rabbiner ist kein G.istlich:r, rin jeder Jude kan« die Funciionen de» Rabb'ner» ausüden." Die Folge dieser Erklärung war, daß in der preußischen Gesitzgebung von den Rabbinern leine Notiz grnommen wurix, daß .ihre Trauungen stattSseilig nicht anerkannt wuü'en und daß Jahrzrjnt« hindnrch ausschließlich lür di« Juden die Livütranung etzliaatorisch war. Ferner daß die Aabiinrr directe Comir^glabgah m zahleattnußtm undjjnoch