Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 18.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Hpfefe; Wmf st, __„_Iw tifiEni. Anstalt fimnenneh» stch «Lberite» rat ihr« I«* Beruf fte« in voifendetar« Staat« -» erfüll« iw!.«*■* fehl lUrtiler, 17. April. Heut, wurde w, etarm klein« ^rWesonda» eingeladen« Lrrtse der Grundstein za de« «n» neue, Shuagooe tdtgt. Stach etaer tu Mt vancomwisfian . «ul in Mc Gemetude-Verwallnu, gerichteten Ansprache de- ^Ha« Stodtroth Freund hielt Herr Lobdiiier Dr. Fried bie Weih-nie. wormf ler Vorsitze, d« de« ktapräsrntanten. i'firelle^-m». Herr Siodtrath Larla«. ei, auf Se M. J.1« Kaiser uab Sdnig F'iedrich III. aotztaaLte. Dam, l.lwrlx »ob Herrn Moritz Lohn lie für den »«udftein de- " stimmt« Urkunde verlesen. Ja dieser mir! darauf htagewies«. ß-isto- Io« 1829 erbante Sottedtzau« nicht metpk antznichend «oß «emesen sei und daß man detzholl im Jehrr 1884 tau '»taubau beschloß. Dt« Au»führ»ng deflelbe, int Herr Man- 'rrrmetster Süthge für 130,000 Mk. über«oma>«. Di« Sy. inogogaGemetud« zählt etwa 1800 Seelen. »1« Grundstein wurde ein Stein verwendet, welch« der alt« Shuogoge als Grundstein gedient zu haben scheint. Aar Arier de« Loge« wurden noch an« Semeindemitteln len Arbeitern 80 Mark “ «Hat. V«» der prentzisch-rusfisck« Grenze. 27. April. (D\«o'.) In uns,rem choiltfbtcn Deutschland, in welchem wir Jaden nicht nur dm Schutz der Gesetze, sondern «uh die Achtan« ^Unserer anderöglänbigen Mitbürger aeaießev. hak« wohl ^--Wenige Menschen ein« Alm«,, in welch' nirdn^m Tnltnr. zustande stch nuserr Nachbarvütfer befinden. Q:* find« dort ^«och manchmal Eze sie statt, welche in dir Zeit« de» Mittel. £ «Ua« gehöre» und dm Abscheu nnd dG Entsütze» jede» ge. ^Bildet« Menschen erregen. So hat neulich «ine angesehene ^Mische Familie Li bau'« ibr einzige» Kind, «in prächtig« k^.Müdchm im Alter von 10 Ja tarn, da« am einem dort arasstrrndrn Scharlachstiber nebst vielen ander« Kindern dohingerasst wurde, auf dem jüdisch« Friedhof« degrab« neüssen. Während man nun die geweihte Stätte, auf welcher ^kit kl,in« christlich« Kindetleich« schluwwerUa, vndientee. ff maßen refwretirtr. hat man die Gräber der arm« jüdisch« l'«»d seriell de» oh« erwähnt« Kinde« ans unmenschlich« ' Atzeis« geschändet. Loh« Hände Hab« dm Z««u de« hart ^«n drn Hafen grmzend« AriedhofG herabgerifi«. die Erde . aufgewühlt und dir entseelt« Kücherch« der arm« Klein« Jgaif heranögertffm Elende» Schädel treibt stch Ta, uad TNacht an der Stelle umher. an welcher die nnalücklich« ^Eltern ihr Liebste« begrab« Hab«. Jene verzweifelte '^Familie hat selbstverstlndUch alle möglich» Schritte gethan, ' nm ihrem tobt« L'eblinge Wied« dw Luhe im Grabe zu »erschaff«, leider ohne Eifota. llebernll. wohin man stch -Wandte, begegntte man tauben Ohr«, und selbst der Labdiner -konnte ritzt« thnn. Die Thatsoch« ist Himmels chrefeud, sie legt Zengnß ab von der Entsittlichnng nnd vencohuug ein- -g»l»er Schicht« der Brvülleruug Kurland», in deff» Ge. tvohuhcit« und Pissio.i« wir drm Leser hindurch ein« r klein« Eirblick gegedeu haben. Sollt« dies« geil« vielleicht in Deutschland in den betriffmd» Kreis« rivfiaßretchr bclfnlc Stimmen laut werde» taffen, so habm sie ihren : Zweck erfüllt. — Mm Lchhheifchran». Gab bi Nische Solid aritüt, >-«ta Geschichtch« an» der Prazi»). E« war einmal rin Schüchter, der lnuG Zeit in etaer Gemeind« ans Grnnd scher» Gewerbescheine» setae» Amte« waltete, ahn« vom Seiten der Gemeind« angestellt za fei«. La Schüchfer besaß »war Mc nöchige rabdtaische SutatHatta,, zur An» Übung seine» Ami,«» aber eine» schön« Lage« wnrd» in! der Gemeind« Stimm» der Mchttn»»« nnd d« llnzuheit taut, die sich nicht eher denchigtrn, »l» ta» die her wr MUfickkn», eine» HiMiiihlschlchttil Mit tzllsr setaer zahlreich« Ginn» and Frenndo «ns» Pridaischüch»r die Anslnstwag ailß Genwtade. L- « ve,fHafstn: t» «chuea ihm ein» PetiKmi zu feinem Gimsfen zahferiche Antnrsq nWnr meist rrtig üg^leößzMg^ Genwtatamitgüed» zu awuben. Sa» chm aber nfeht gelang. dG war, den zastÜBichut vezirtarobbtarr van seiner algiöfeu BertmmnDWürdigleit zu Überzenge». Der Nabbin» vertagt« rnndweg seine »nborffattan. wa» doch nicht» antaNd hckhm w^ll. al» er sprwtz tz«m Schächter die moralische Qnalification ab nadeschabet seiner techaffch« Fertigkeit. Der Schächter mnßie di» kseld rünmm nnd ei« von 0e» zirkörabbinrr aarorififttr: Eemeiadeschlchter ward angestelst. — Da begab stch der znriickgkwies«« Schichter zn einem ander« Rabbiner — «nd steh« da! all er zncückkam. brachte er von letzterem «in >lün»«d«I .«iewaiß über sein« Qualifikatiaa al« Schächter mit. — D» glaubst mahl, lieber Leser, daß diese best« Lrbbiarn. »er vervirtmd« uad. der «rla». bende, wilenweit von eiaandrr entfernt rooha»; Du v r» mathest, daß nicht b.-ide in >;feicher Weise in d« Lrge Mar«, stch über die Persünlichbnt de» Schächter» zu erknadigr»; D» denkst, daß di« beider Stabdiner in offmer Fehde tte». Lttzt» von alleieml Die Rabbi«« .find intim befrenude». bekleid« tenachbarie Ladbinuft der rme amtiert im Gebart»- «rt« de» SchÄhter», da andere rühmt sich, an demselb:n Orte w « da Schächter eeboren zu sein. (Wenn dicke» Geschichtchm ganz fr stch iewahrhntet, wie «» im» berichtet wird und n ir rt» m ckiagegelen haben, so ist es «in hübscher Zug rabbta-scha Solidarität) <Sp«eiew. Madrid. Sin« Knudzebnuz, wie wir fie jüngst am Nordbahnhofe hiaseibft gviehen, steht wohl oerei„zeit in der » schichtt «usere Stadt 40 ) Jahre stab beinahe nerflvsten, seitdem di« Jaden schimpflich au» Spant« »ertrirdeu wurde». Wie verschied« war jene Treunung von da Art und Seife wie man von den siablickna Lest« de» jüagft »erstordm» Hara Alfred Weil (, Mavrid ta v. Le.) Abschied nah». Die 800 Wo,« weich« die Leiche nach dem Bahnhöfe geleitet«, hott« fast süamittith« Notabiütütm da Stabt z» Insassen, nnd es gewährte eia« erhebend« Anblick, als mow fie ausstei^n nnd stch mn den mit Blumen bedeckt« Sorg gmppirm sah. Die ast» Größe» Spanten», dt« Biüthe ' da Aristokrntte, HazSge. Marquis» nnd Grasen. Minifta. Senator« nnd DeputirU im schSnste» Einklang »ttetaanda. ließ« st« all« politischen!l>iffrrmzen in dm HtnUrgrnud trrt« in Gegmwaci da Leiche de» jüdischen Mitbürger», da von allen Partei« in zlricher Weis« pachtet wnrde. Wie groß diese Achtuug war. da« dekandete nach besonder» da Minista de» Inner« in der am Sorge grsprochmew Abschied«rede, in da« Mitte er obbrach nnd unter Theäne» stch in die Arme de» Onkel» deti verstorbenen, de» f«nz»fischm GesandUn und Amt«senior» Lastellar, warf. — «» noch rührendere» Zeugnis füc die Grobhazi-keit de» va» storbenen hott« aber die barmherzigen Gchwestern dev katholisch« Gkmeinbe datnrch gegeben, daß fie wührml» da Nacht vor Uedersührung der Leich« bei de« Sarge Wach« hielt«. So rächlai e!»l« Spania di« Märchr« de» Fonatismn» an« dem End,! bk« 18. Jahrhnndert« durch die Ehrmbezea,nagen, welche sie naser« derühmtan stanzkstsche» Glanb«n»grnossm «wirs». GeeG bettaw wtem. London. Die Anatcettang der 0»»w1rtig« Inden au» Lußtaud wird mit nngemildert -r Strmg« fortgesetzt Der Odessaer Torrrspondeni da »Da^ly Lew»" schuidt: ,E«er da fremd«, ans da «u«wn.nuz»liste verzeichnet« Judm ist eta hirstzer Fabr^.sitzer. weich« 800-1000 P-rfourn beiderlei Kfeschücht» beschäftigt. Diese waden natürlich drodlo» werd«. ira die Favr k ,-schloff« w.id« »nß. — Um da« Such« u,ch aaszotrribeud« Opfern zu a« feichWru. hat dt« Polizck die kbtadt in 4 Soetion« ckngetdckit und werdm vfe Pahwaminatae« von einem llntapolizei» Eomibrr controlir», dessen kstUzliebec für die voa Hau« |» Hmtz z, machend» Untersuchung« verantwortlich find.