Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 18.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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fänynqj bd I Jusüiution getMiba j« ftia. EMze der lecMcxaimkena Mitglieder jcmt Ehevma, die sich an d« abgchrltenen Bor» tröge» gar »id)t beteiligt hatte», wird «ach (imAc di« Zeit zu lang, mehr als 2 Jahrzehnte auf di« Wiederkehr eines solche» Fiste» «arte« }» «chsie». unb so zog »a» denn i» E wägung, ob die Abhaltung desselbe» nicht alle Jahre zu m»öa^ichen sei. Mau kam rum überein, sSmmtlich« Tractat« de» Talwnnd sowie der Mischna a» Thora kundige Männer zu oeitheileu, die ihr Pensum währeul« ei»e< Iah«» zu vollende« habe«; daß eine so große Zahl eia« »Bereiu" «»«macht, crgiebt sich von selbst. Unter diesen Umständen ging die Geburt desselben vor En hiesiger für ta« Talmudftndium begeisterter kann, hat die Sache in bic Hand genommen unb wA seine« Einfluß zur materielle» Begründung dieser feiner Schöpfung rins'he». Lerselbe Herr will alrer auch mit dieser idealen Ausgabe Sie Unterstützung armer jüd. -«lehrt« verbinden. Freilich wurden einige Stimmen laut, die au« diesem Grand auch ein« Rückgang de« Talmud-Bern»« in Ansficht stellten und sich gegen einen neuen Verein au-sprachen. sglNt auf beide vereine wirken kann, nach dem Spruche de» weist« i Spr« Prediger«: »Der Weitiifir der Gelehrte« wehet bie Weishett." W An» -Leftgig ersucht uns der Vorstand der i«'rael. Religiousgemeiax um Aufnahme nachstehender Entgegnung: »Jo einer in Nr. 16 der „Israelitisch« Wochenschrift" von 1888 enthaltene» Lorrespondenz au« Leipzig firdrt sich mit Beziehung auf di« zur Zeit hier fchwebei'd« Angelegenheit der Anstellung «me» Rabbiner» folgender Satz: „ftrfM nedgaetc Persönlichkeit mochte sch ans da» hier bi«her beliebte einjährig« Vertrag »»«-HLltniß rin* (affen, nnd so blieb dem Borstaad« der israei. Religion«, gemeinde bin anderer Ausweg, al« durch irine bei den Mitgliedern in Umlauf gesetzte, sogar in den jüdisch«« Garküche» ,>«r Einzeichmrag hmnugereichte Petition um Beibehaltung de» bisherige» Prediger» Dr. E. sich eine golden« vrilcke bauen z, lass«." Wir erkläre» de» gegenüber, daß Berhandlnnge» über vcrtrag»bediug«rge» zwischm irgend einem Beioerber und de» Unterzeichnete» Vorstand« bisher überhaupt nicht statt- - gestlndru haben, daß ferner der varstand der erwähnte«, vor Gemeindemitgliedern an ihn gerichtete« Petition vollständig - fern steht und die in obiger Lorrespoadenz enthaltene gegen» the.lige Behauptung auf grober Unwahrheit beruht. Leipzig, den 24. April 1888. Der Vorstand der israelitischen Religion«, gemeinde zu Leipzig. Alex Werihauer. Finkelstein." (Der Barftoud kannte fih da« Echanffemeut, «ü de» «r sein Ersuchen auf Grund de» Preßgesetz,:« an nn« richtet, getrost e-sparen; da« wird er nun auch wohl an« der Aufnahme de: beide» Leipziger Segenberichte in Nr. 17 » Vl. entnommen habe». Sa tief wir je«» Echauffement auch bedauern, wird e» aa» doch »icht al halten, i» Interest« de« JndrnUmm« auch «akte z« «Bort 'ommen zu lassen, selbst wen« der Vorstand. M» wir nicht «mehme», einem berühmte» Muster in der Auflegung eine» ]>erpetauin «ilentiam folge» würde. An« -kkfni Grund« he nie zuvSrderst nur einigt Bemerlnngen. k Die «stg<|iu| de» Vorstand«» läßt völlt, ungewiß, r, :* derselbe bist«,, nie«,'.» da» einjährige ««tra^oerhüli. beliebt hat. Erst eine diesbezügliche Klarstellung («ante kll ausfchlüße». daß geeignete Perfifrlichbüt« da» solche» Vertragsoerhälnüß ftessärig erhalten and aus «wertuag überhaupt resp. auf «i« weitere kKttbewevderzichtet he«, «oll doch der Vorst»»» et», sechste» derufr» habe», der sich garaicht §amHxt hnttel LoreesPoadent jederzeit zur BnMstag st.lle». Uajer Eoerrspoadeut bezetchart e» ol» notorisch, daß die LnltnSb«ulite» der Eemeiada. der Rabbiner sowahl wie Mi: detbetl Emttorea, einjährig» Lontroct Hütte»; ebeusa di« Lhalfrche, daß Männer, die de» vorstmtd« sehr »ah« steh», für die Unterschrift der Petttio» z» Gunsten de» Dr. f eiagetrrtr». CB«» di« «hrenwerthest» und glanbwürdtgstea Müaaer de» L»rrespo«d«,tm fest versichert habe«, »olle» »ft vor der Hand mit Stillschweigen übergehe». Red.) Martnrg. 2V. April. Wege« Beschimps rag der jüdisch« Religion wurde heute vor der Strafkammer de« Landgericht» i» Marburg gegen d« Boltischullehvee Kenner vaa dort verhandelt. Am v. Dezember 1886 fand in de» Dorfe Marbach bet Marburg eine von de« Reichst »gil-Abneerdnet« Dr. Bückel beruf«« Bersammlnag statt. Sfr dieser trat auch Fenn« al« Redner auf und soll n. a. giänßert habe»: „Ueber die Meinung, e» gäbe auch ehrliche Zfrd«, dicke ich folgender»»-«: Die meist« von Ihn« Maki* wist*. da» der Talmud da« Gesetzb»ch der Jadn ist und daß la dem» selb« steht: ,Daü Gqrtz Most« gilt nnr vom Jadi* znm andern; ans die Gojim« hat e« «um Bgng. die düft« ste besteble» und betrüg«." Run ged« Sie Acht, «ei« itzernnt Thut der Jede; wa« i« Talmud steht, ist er in unser«» Augm ein Schuft; thut er tt nicht, ist er in den Lim« der Jude« ein Schuft. Ein Schuft ist er auf alle Fälle." Dieser Lenßerung »egm erhob dft Staotsankiattschast Grund d«S tz 166 de« Straf-Gefetz-Buche» di« A " Dieser Paragraph lautet: »Wer dadurch, daß er in «schimpfende» Aeußernngen Gott lästert, «in Aer girbt, oder wer öff»illch eine der christliche» Kirche»' oder eme andere mit Korporatioasrechfta innerhalb des Bundesgebiete« bestehende RckigionS-Gesellschaft oder ibre Eimlchlang« oder Gebräuche beschimpft u. s. w^ wrd mit Gefängniß bi« zu drei Jahr« bestraft." DaS Laadgerdtzt lchnt« di« Ervfflumz de« Hauptverfahr«« ab. I» Fol« einer vom Staatsanwalt eingelegten Beschwerde hob jedoch da« Obala«d«Sgericht za Kaflel d« B.schlnfj de« ISemb« gericht« auf und b.-schlog die Lrüffauag de« H«ptverfahrmS. Rach einer sehr umfangreich« Beweisaofaahmt beantragtr der Staatsanwalt eme G.-sammtstrafe von drei Moirat« Gefängniß, sollt« aber blo« eine Beleidig««- stk vorldg»d erachtet »erd«, so beanttaae er sechs Wochea -esänzniß. Da« Urihell wird am 2. Mai verkündet wnb». (Wir kämmen auf dies« sensationell« Piozeß näher zurück, sobald da« Urthell «bst Gründm ua» voniqzt. R.) Pich. 20. Aprll (Or.-Lor.) Am 15. April, ab«dS 6 Uhr, fmck in de. Synagoge die ErüffanngSfeieide« deutsch» Jsr. Kinderheim» statt. DaS Gotteshaus Mt: ein .z«hl» reiches Publik»«, besteh«» au« Angehürige» aller konßsston«. Bo« behördlicher Seite war« anwes«d Herr Laubrath Ralsh»-«, Hrrr Bürgermeister Gei», der Eiemeindeiach in oorpor«, sowie der KreiSschultnsvektor Herr Pfarrer Jttger. Nachdem der hirs. Männerchor in wahrhaft künillirischec Weise Psalm 180 vorgetrag«, bestieg Herr Bezirk«wbbii «r Dir. Kopfstein ans SmS die Kanzel, am, anfrüpsmd «m ei» Gleichnis, i» halbstündiger R^d: vir d« Zabvrma em BUd wahrer Menschenfreundlichkeit and Nächstenliebe z» »Iwerftu und de»l«te dem« ««. daß eS Israel sich nicht znm Gesetze mache, nnr g«g« Ma»d««brüder sich »oylthättg z» erweise», sondern es al« rin« Pflnht erachte, all« Mmsehe». welcher Eouftssioa ste auch angrhürm mü'M, in der Z:n der Roth zur Seit« zu sieh« und dorhaud««» Elend za lindern. Rachhe« der Herr Redner die Anstatt dem besoaderer: Schatze der BehSrde «ipf chle», wandte er sich an die Klein» beS Klnderheimst dann die gtttl. Vorsehung das Td««rste auf dieser Wett entzog«, und mahnte sie. km Weisungen der Letze« z» folgen, brave, edle M«sch«, um« Untmtzanmi von Kais« nnd Reich za »mden, »der «ach immer wahr» Aagm HSrige »e» SlenbmS der Israeli «a zu sein, tla die Red» schl^ sich «in lüngeee» eiafrackStbollkS Seb.t für b»Kwfer V