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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 17. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 17.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Der Leichtsinn de« Be kenntaisse« gegen die Erkenntuiß wird von unserer Verachtung betroffen, und ebeuso find wir nicht leichtgläubig', wenn ein Ehrist ,au« Uederzengnug' ,u« Judenkhume übertrete« will. Nicht die Jmmvralität der E hristev» sonder» die Jm»or alität der get auften Juden wird von den Juden verachtet, Madame. Die Verachtung gegen unsere Täuflinge bat die Frau Gräfin mit Recht constatirt, — da« fällt tn da» Gebiet der .Beobachtung"; die Mvtioiruuq ist Spekulation, und da bestätigt sich nach beide« Seiten, wa« ich oben im Allgeweinen mir gegen die Fr«, Gräfin za bemerken erlaubte. Solche Bestätigung bietet jeder weitere Punkt de« Buche«, 'und e« wäre gewiß auch weiter eine höchst interessante Promenade, den Spuren »er geistreichen Frau Gräfin Aachgstschleicheu und auf die falschen Stiche der gristigen Näh- Maschine die Aufmerksamkett zu lenken Doch ohne Zweifel würde der galante Leser endlich doch sich die Krage.»orlegen: Gelten die Gesetze der Ritterlichkeit denn nur für .. Nicht- Rezensenten? Ich »'S darum abbreche,, ehe diese Krage sich regt; will mich begnügen, bewiese» jp haben, daß wir Juden auch den Schmeicheleien einer Frau Gräfin Ouwaross-Gortschakoss gegeMiber kalte« Blut tewahren und unpmteiisch weder über an« selbst, noch über unsere Um» aebung uu« einer Tänschnug hiagebeu. Wir find der Frau Gräfin für ihre gute Meinung nud ihre« guten Willen au« kitfsteu Herze« dankbar, verkennen auch nicht, daß! die Brochüre der Krau Gräfin et« höchst schätze««werther Beitrag i« Kampfe gegen de» lutisemitiämu« ist. »der wenn da« Iudeuthmu die Achtung und da« Wohlwollia der Frau Aräst» wahrhaft verdiente, wird e« da nicht auch gehoben durch diese Gesinnungen weiter strenge gegen fick,, und gerecht gegen seine Umgebung sei« müssen?- Der Redaetenr de« .L'Untvers" in Part« hat der Frau Gräfin einen litte,arischen Handkuß kür folgende Stelle (3.30) »ediert: Böse, da« wir (Ehrifteu) ihnen (den Juden) "Mützen, ist unser eigenste« Werk. Da« Gute, da« jeder au rhnen bewundern muß,'-verdanken sie niemand al« fich selber."'— Ich kau» diese Antithese schön, aber nicht wahr ifistden. Ganz unabhängig von de» Umftäude». ebenso wenig wit ganz abhängig, ist weder da« Böse der ülhristeu, noch '»«« Gute der J-iden, und wäre auch erstere« >ur »an ihrer 'Majorität, letztere« nur eou chrer Minorität abhängig, g- Ich erkemw die Krone folgender Stelle (S. 6), de« Büch- "Uu» zur ,E« handelt fich da«», die Nationen, «nter welchen dir Inden leben, gründlich »üt de« Geiste der Bil- 'mvlch^und der Religio» zn durch drin gen; de» Jude» wenn Ächk Liebe, fo doch Achäwg für diese Rationen abzugewin- "j»e«?-chen Inden z«u Zeuge» der Früchte dieser Lioilisation -w,'«ache». Die erstrebte »»Näherung wird sich ^dü»».»o» selber wachen: Haß und veracht««, "ibetdeü'VoV selbst frewubltche« Beziehe »gen Platz mache», und der J»de wird sich glücklich schätzen, "rui'Chrlsteu de» Brüden », erkenne»»» Diese .. «orte find echte -.Lfttwelrn, Dfirdig einer liräftn, einer Fürstin! — Dr. Goldschmjht- Birkenfeld. Hericht» «ck Deintschlawd. Magdetznrg In bcn meisten jüd. Religion«sch»le», »erden Knabenrmd Möd-Hen klaffen <a einigen Uaterricht«- gegenständen — vibl. Geschichte, hevr. Lesen, Gebete übersetzm — eonMmri. Für diejenigen ängstlichen Gemüthec mancher jüd. Eltern, die vielfach ihren JndifferentiSmuS gegen die Religion«schule« tunnit »u verdecke« snchen. daß eine Trennung der Geschlechter nicht in allen Klassen durchgeführt wird, möge folgende Notiz ton besonderem Interesse sein» welche die in Kassel ,-rscheinende «onat«schrift: »Die Erziehnag der Gegenwart", tringt: .Bei den Schulbehörden und Schulmännern de« Bezirke« Meisseburg hat die Ueberzeugung Platz gegriffen, daß die Anordnimgen betreff« Trennung der Geschlechter in den «Schulen, auch schon von der Mittelstufe an. ein Mißgriff sei und daß «» sich in sittlicher wie methodischer Beziehung empfehle, an Orten mit 3 bi« 8 und 8 Lehrern die Bereinigung der Knaben und Mädchen in richtig abgestusten Mafien einzukühren. Demgemäß werden in größeren und kleineren Städten oll- Mittelklassen der K-, ,ben und Mädchen wieder vereinigt und die Bereinigung der Ober klaffen steht ebensal!« in naher Aussicht." Kamtzurg, 20. Avril. (Or.-Corr.) Wie alljährlich so wurden auch am jüngster, Pessachseste 46 Gefangene, von denen 24 Zuchthausgefangene und 22 wegen leiderer Vergehen in Hqst befindlich waren, durch die Armen-Kcmmission der Gemeinde vollständig gespeist und mit Mazzoth versorgt. Es h t diese Verpflegung eine Ausgabe von annähernd Mark 780 verursacht- Da da« Zuch'hauS sich in Fuhlsbüttel, etwa eine Meile weit von der Stadt entfernt befindet, so müssen die Speisen an Ort und Stelle bereitet werden und »u d-m Zwecke daselbst eine Wohnung gemiethet, sowie eine jüdische Frau, welche die Küche b-sorgt, und ein jüdischer Aufwärter. welcher die Speisen servirt. angestellt werden. Die Gefangenen werden unter Aufsicht der Wärter drei Male täglich in emen großen Saal geführt und nehmen daselbst die Mahlzeiten gemeinschaftlich ein. Besondere Anerkennung verdient da« freundliche Entgegenkommen der Rer» wallung. welche« ermöglicht, mit peinlichster Sorgfalt alle rituellen Vorschriften zu beobachten. Er mag fraglich sei«, ob die Rücksicht auf Me Speisung der Gesungenen am Pessuch geboten ist da solche währimd de» übrigen Theil« de» Jahre« nicht geübt werde-, kan«, oder e» beweist jedenfalls, daß man große Opfer dafür zu bringen berest ist. Umsomehr mußte die Eutscheid una «uffallen, welche einer unserer Dajanim ans die an ihn gerecht'te Schaaloh eine« Schlachter«, ob er einem Fremden, den er gastlich aufgenomm n und der rn Srbbath Gbol-hunmoSd mit einem AuSwundere-sch-ffe' die Resse nach Amerika antreten wollte, Mazzoch und Fleisch «itgebea dürfe, die Antwott ei-theilt haben soll: er dü>fe ib-n die LebenSmdtel wede>' käuflich noch al« Geschenk überlass.u, da der Fremde sie an Eabbtth mit an Bord nehme« würde! — Am vorigen Sonntag Nachmittag fand eine Trauer» Feier zu Ehren MS verstorbenen Oberrabbiner« Gier« in der sogenannten »Neuen Synagoge" statt. Dieselbe war» trotz einigen Widerspruchs, zu *em Zwecke schwarz breptrt aorden und mochte einen der Feierlichkeit ensspreckeuve, Einbruch Da Herr Dr. Hermann Adler in London der an ihn ergangenen Eiol iduna z« folam verhindert war. s» er- Härte Herr Oberrabbiner Dr. L o eb in Altona sich bereit» bie Trauerrede zu halten. Die Eyrumoge war »ehr al« überfüllt «ad vennochb: die Einlaß Suchenden nicht alle zu fassen. Mieleskeld. 'Die hiefigr Rähmoschinenfabrik Dürrköptz u. Lo. ha», einem junge» Man», brr sich um eine in der Zeitung anSachchriebene Stelle bewarb, wse die »Fress. Ztg." schreibt, den BchM^d, ertheift, derselbe möge fich feine Bewervung erftmr«, wir unser« Arbeite« wegen eine» tun«« :c Konfession al« Lchrlkau für da« Kontor imev." Warum Hit bie Firma denn solches . Man« israelitif nicht eagagiren

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