Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 16.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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V — fnfwt»fmb a» cbrigt^OM HtttfOckni kt Eauftr«, »ttgetheilw Kölle ktreffeub k» wu kr Behörk» thetls inicknifUn, ttzetl» wiekr für uvgesetzich erfl Arten ftul» tritt ■ «hu* Schülers ul der ReUitoilfAalt gleich muh 4»(Unkten 13. Lebensjahre, setzt bet Vorsitzenk, Herr De. Bawberger di« Grüube auseiuaakr. >mß die Lousereuz sich k» a»Geführte» KW« gegatifcr uicht für kampe» <e»t hall« tan, «»f (int et^eiUich« tttgtlaai dieser Bertzültuisie htazuwttkea. — L» folgten Prabelektioaeu saa bewährt« Lehre« in kn verschiebe«» Gegenständen bei Schalplaaes mit ka Zöglinge» bd Israel. Waisenhauses, i» bei« BMaan» die Konferenz ftattsaub. Nach einer kur» 4» Besprechung der adgetzalten« Probelekti«« sprach der vorsitzenk kn Dank ans alle», welche zu» guten Geling« dieser Coufamz überhaupt, und zur Förbernag des Reltgionsschulawseus km allgemein« beigetrag« Hab«, mit dem Hin» zu füg«, daß in kn kwiesenm Eifer der Lehrer für die Erftillnng ihrer Vafgakn das beste Mittel enthalten sei, zur Hebung der serial« Stellung kizntrag«. Zum Schluffe sprach kr Vorsitzende des Vabauds-Ausschuffes, Herr Stabt» tath Elösser-Jnsterbnrg, Werte kr «uerkomuug «mb das Dankes an*. Der Schriftführer: Dr. Wolffberg. Inster-arg. (Or >Coa). Am 8. April feierte der Pr» dtger'der hies. jüdisch« Gemeinde, Herr Weinberg das Jubiläum seiner 25jihrigm Amtsthtttigkeil un hiesig« Orte. Die zahlreich« Beweise kr Verehrung. die dem Jubilar kt dieser Velegenheü zu Theil ward«, legi« reichlich Zeug» »ist davon ab. »nie viel Aaertmnnng u»b Dank er stch in diese« Bieiteljatzchnadert reger und gewissenhafter Strebsamkeit erworben hat. Am Berw'ttag fand« sich in der Woboang des Jubilars 4« Gratulation Deputationen des Vorstandes kr Synagogen» Gemeind« »nd des Vereins für Krankenpflege und Beer» digungSwesm ein, wobei sie zugleich Geschenke überreicht«. So von der Gemeinde ein Paar stlk«e Leucht« und vom verein für Krankenpflege 1 Dutzend silbemr Löffel; der K«u«verein verehrte dem Jubilar einen prack wollen Rnhestuhl. Nachmittags 8 Uhr fand im , Gesell schastshaus" ein Festessen starr, bpi welchem Herr vorstvbet Wulf auf dm Katsvh die Herr« Stadttath E l v s s e r und Pvchiger S che r be l ans Gumbinnen auf kn Jubilar Trinksprüche ansbracht«. Letzterer wies dabei nnier Anderem kv:ans hin, mit wie Wiel« Schwierigkeit« der Geistliche in uns,rer Zeit, nt einer Zeit, in wacher leider der Religion so niel Apathie und Unglüubigkeit gegenüber steht, zu ring« hak, und wie in einem sünfundzwarqigjähria« verbleib« bei dieser geistlich« Arbeit die schönste und vollste Hingebung sie sein« vemf« bei km Jubilar vorzufinden sei. Der Jubilar selbst gab sein« Dank für die ihm geworden« Ehrenbezeugung in Worten der tiefempfunden« Rührung ans und führe d« Segen Gottes auf Diejenigen herab, in der« Mitte es chm bisher vergönnt gewes« für die Er» Packung des Judaithumg zn schaff« und za wirk«. Axnds fand« noch vasch'edenr theeitralischr Börstel» lung« statt, eröffnet durch emm von de« vtuä. med. Löwmthal, einem Schüler des Jubilars, verfaßt« nnd von Fräulein Wulf vorgettag«« Prolog, wecher rausch«kn Beifall hervorrief. JUtfmtartefK. Legen Verübung groben Unfugs ch«ch vabreünng antffemiüscha Schrift« war der Buch» häntürr Aug. Gotthold vom hiesigen Landgericht zu 100 M. Geldstrafe vcrmthätt worden. (Vas Schöffeugadbt hatte Jr erster Instanz Einstellung des vakahras beschloffm. da Botthold w«en einer ähnlich» Druckschrift vor das Schwur» geeicht verwiesen Word« war. Dieses erkennte jedoch ans Freisprechung. wogegen das Landgericht in zweiter Instanz weg« Verbreitung dreier Druckschriften aus obige Geidstraft sowie aus Unb«nchbarmachung der noch Vorhand«« Exemplare alaimte) Die bei dem Obvlandesgerictzt in Münch« eingelegte Nvifion wurk nach Antrag des Staats» anwall» kosteusälll«. verworfen. — Unser Bezirksrnbb>ner De. Laud« b e r g hat sich dnrch tüemergischegerichfliche Verfolgung dieser Angelegeuheil recht verdient gewacht und wie es wünschmsverch. wenn man alftuthalbm aegm dergleichen antisemttische Preßerzeugniffe. die immer größere Dim«stonm annehm«, mit der Anzeige bei« Staatsanwalt nicht zurück» ktelte. Der D. I. G. 8. war unter km sel. Nachod oft für die beleidigte ichre aes Juknthums mit Erfolg ein ge» treten, dm jetzigen Leitern (Kristeller und Lazarus) paßt dies jedoch nicht, sie «ein« uw Politik (?), bade sich der D. I. G. 8. nicht zu kümmern! Nun. so müssen die betr. EinzelrVorstände oder Rabbiner die Sache in die Hrnd nehmen. — Gegm kn g«. hiesig« Buchhündler. der um die Zeit des Wkihnachtsfesus die bekannt« Schmutzblätter mit der Devise: Kaust bei keinem Jud«! hier und in der Um» geg«d vielfach kolportirm ließ, schwebt iu Folge deffen noch ein Prozeß und ist auf «and« Ausgang um so gespannter, als ja diese HttzMttch« in viel« Gegend« Deutschlands zur Verbreitung ge angten. Aaffek. Da- Organ kr Stöckerpartei. das „Deutsche Bolksblatt", macht cms einen Hetzartikel aufmerksam, wilchen „die vom Hofperdiper Stöcker haausgegeveue..Deutsche evangel sche Kircheuzeitnvg" ans der Feder eines evangelisch« Geistlichen" über die Juden in uns. Regierungsbeztik bring». In dem ftommm Art kel ist die Rede davon, daß Gott das Jud«. Volk zur Züchtigung für Die Sünden da Christen gebrauche. Di« Zuchtrutde da jüdffch« Wuchaa und Blutsaurer sei nitthig. um unsa sonst ermaitrak* und erst rb »des christlich» germanisches Bolksltewiißtscin wrchzurütteln und zu stärk«. Aba das d«tsch« Volk sauge an, diese göttlich« Liebesabficht £ versteh« und %v. erfüllen. Es heißt in dem Artikel heuch» isch: „Nich» h,ff^ die Jukn, ada wehret Ench «ida ste, laßt kein« jüdischen Vctrug uuaufgedeckt." (Solldem»etwa ein christlicher Betrug ungufgebeckt bleib«?) Mau dürft stch von dem jüdisch« Volk eb»sowenig ausplüudau lasten, wie die Trichinen als Hausthiere zücht» »da Reblaus und Kar» tvffelkifer unta dir Obhut des Tiaschutzveretus stellen. Mit da falsch«, Toler»u z" wüffe gebrochen und Ausnahmegesetz« üb« die Jud« verhängt wabeu. Andernfalls komme .Revolution." (Diese Drohung soll sich offmbar auf kn betr. Passus in Kaiser! Manifest beziehen ) Aas Leipzltz schreibt man uns nnier» 15. «pnl: Deutschland hat sein» Kavzlakrisis, Leipzigs seine Radbina» krists. Letztere kann nunmehr wohl als vemdiat angesehm wad«. Fünf Bewaba Hab« geprobt, doch ist die ganze Sache resultatlos vmlauf«. Keine geeignete Persönlichkeit mochtt sich auf da« hia bisha beliebte einjährige Berttagevahöltniß eiutaffm, und so blieb dem Borstanke da israel. Relig'onsgwieiuk kein andeira Ausweg, als durch eine bei kn Mitgliedern in Umlauf gesetzte, sogar ln den jüdl» schen Garküchen zur Eiazrichuuüg herumge» reichte Petition um Beibehaltung des bisherig« Predigers Dr. E sich' eine gvlkne Brücke bau« zu last«. (Wir müffm offtu gesteh«, baß wir ein s» uuqualificirbares verfahr« zar nicht für «»glich halte». Wie lag denn die Angelegensei»? Der bisherige Prediger kündigt de« vorstank die Stelle — au» hier nicht näher anzugekudem Gruuk —, kr Vorstand schreibt in so lg ede ssen die Stelle mehrmals aas, es »eldee sich Kandidat«, aus da Zahl daselb« w«i:k» fünf ausgewühlt und zu Prok» predigt« kruftu. «ab dies Alles um — schließlich demjeutge», kr dem Borstauk die Stelle vor die Füße gelegt, »och gute Worte zu geben, baß a poch fernerhin in «nt uud Würk verdleik; wie gefugt, das Ganze erscheint uns unglaublich. Es ist von k» Borstauk einer so groß« und gebtlkt» Gemeiuk nicht »uzuneh»«». daß « sein« eigen« Würk uud kr mehrerer, höchst würdiger Rabbiner s» viel »agtebt. Wir bachttu Ar saug» au eine Mtzstiflcation, akr kr Herr Corresponkut «oitt sich uns «Ü vRl«« Ram» und zeigt sich im wettern ZlieU seiner Correspanknz sehr vertraut mit b« vechöltimffm and Barging« in kr Leipzig« Gemeinde.