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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 16.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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lich t» Jahre 1881 die gelammten fiofbcomtn und Pvüzeibcoaten fcc< Wahlkreise« mit Ausnahme der Lofbeamtt» de« Kronprinzen (jchttgmKaifersjeintratm. HrrrLiebermanavonS. erklärte, er wolle beweise», daß der Antisemitismus »och keineswegs lobt, sondem i« Wachsthu« begriffe» sei uov nicht, wie i)«rr Enge» hvchtine wolle, al« »grober llnlug' behandelt wnden könne. Die Bersammlung wurde sodann durch riue llcherlich« Komödie emaeleitet. Während mau in de» öffentlicken Lokündigungen »Juden und Sozialdemokraten' ausdrücklich von dem Zntrttt ausgeschlossen hatte, wurde verkündigt, daß man dem Recht, avwalt Sach« und dem Redaktenr Hildesteimer ju ihrer Bntheidiguag für sich und zehn Genossen „f Tit« Geleit" zugeschert ^be. Da die Seuanntea natürlich st«l, der Skandalversammlung fern gchalten, so erklärte Lieber nanu, daß uunmchr gegen di« Herren in oontnrnamnm vri fahren werde. Eö wurde sodann der BeleidianvgSprozeß breit getreten, welchen der antisemitische Agitator Dr. König gegen Dr. Hildesheimer angestrengt und in welchem ix die Berurtheilung des letztnm zu einer Geldbuße von 2CK» Ml. rrlaugt hatte. Herr König suchte in langen Brtvichtuuge» auszuführe», daß seine Privatehre in den Artikeln der »Jüdischen Press»' fälschlich gekränkt sei. (Zekanottlch hat da« Gericht die angch eteueBttoeiserhebung in dieser Richtung ab,;elrhut.) Alsdann gelangte die Komödie zum Abschluß durch Ai nähme einer Resolution, in welcher »die deutsche Bügerschaft Berlin»' ihre Latrüstung über den Rechtsanwall Hugo Sach« und dem Redaktem Hildesheimer aussprichi. (Sir möchten den Antisemiten den neuest«« Rechtsspruch res Reichsgrrich ts —in der Drozeßsach« Thümel — als ernstliche Warnung zuruseu: „es sei »war Niemandem verwehrt, ein, Religion, resp. deren Einrichtungen anzugreise», ad« es dürfen keine Ausschreitungen dabei stattfinde», welck« de» Borschristen rntaegrn seien, die zu« Sch»^ der religiöse« Gefühle Andersgläubiger und zur Wahnwg deS cenfcffiouelleu Frieden« in Dartschlavd gegeben seien'. — S. auch da» folgende »Stettin." Red.) Stettin. Die Judmhetz«, wie sie jetzt wieder in Aufnahme io»»', hat vor dem hiesigen Landgericht der antisemitischen »P rwmerschea Reichspost' eine Gkldvnß« von 300 Mark ewgen igea wegeu der schmählichen Berleamduua eine» Gtettiner Misch« Laufmaunt. Demselb« war aachgesagt worden, daß er einem Arbeiter am Sonnabmd eine Stunde Urlaub venneigett habe, als derselbe gebeten, mit feiner krank« Frai zu« Abendmahl zu geh«. 'Die Beweiserhebung stelle uunmchr fest, daß der betreffende Arbeiter weg« Erkrankung seiner Frau 4 bis 8 Tage bei volle« Lohn beurlar bt Word« ist, und soso« nach Empfang tat Nochricht voir der Erkrankung nach Haus« geschickt wurde, wobei chm iuxh di« Pferdebahn vorbezahlt wurde. Da Redaktem du »Pommerschm Reichspost' sucht« sich damit anszmed«, daß da» Blatt mhstifizirt wordm sei. Die schmähliche Lerläumdung ist aber durch die ganz« autise» «ltische Presse gewandert. Da Staatsanwalt hatte nur eine Strafe von 100 Mk. beantragt; die Religion Hab« bei de« Artikel keine Rolle gespielt, sondern nur volkswirthschafiüche Gründe. D>is Gericht aber erkannte auf eine Gttdbuße ia dreifacher Höhe. Es war der Ausicht, daß hier eine Beleidigung vorli^r, welche H,h«sttin nicht al« Werkmeister, sondem als ^filde treffe. Das Christentum dürfe aber nicht >ur B e rtzetz u ng Andersgläubig« mißbraucht werde». Da» Gericht Hab« sogar geschwankt, ob hier nicht «ine Gefäagnißltrake am Slik wäre. JlMl«**« t. Hkr. «ude Mäm. (Or^Cr.) Ued« die von de» Betäub« der Shaagogen-Gemeind« Ostpreußens am 13. v. M. hier abgehatt«« »dritte Religionslehrer-Conferenz ist i» diese» Blättern (Rr. 0) zwar bereit« bericht tt wordä, doch möge ergänzend hier noch Mauche« ans d« Nerhandlnug« und Beschlüff« «itgetheilt »erd«, was für dt« Leser dieser Zettnng ei» Jurereffe Hab« dürfte. Zu der von dem Borsttzeud« der Schul- Auspektral de« Berbaudes, Herr« Rabbiner Dr. Bamberger-Künigüberg bernfene, L»»f«»a»z war« 85'^ Lehrer erschiene». Außer de» Borjltzendr, dos Berdand«- - > «wsschnffes, HerrO Stadtrath Elsssnr.Jnsterdnrg, l war» zahilreiche Gäste theils als Vertreter der Gemeind«, thetls als Freund« des «eligionsfchnlwesem» znge^n. — Herr Ahreufeld-Lßtzeu berichtet über d« iKormal-Schnlpla», - di« Schnlordmmg mW die Beschaffung der nothwadig« Lehrmittel. Juda» der Referat ei, getreue« Bild von da iu dm Religtousschulm de« Berbaudet» henschead« Zuftända / entwirft, kommt er zu de» Schluß«, daß die Ziel« dr« Normalplaue« «och lauge nicht erreicht find und et», . größerer Arbeitseifer der Lehrer daher erforderlich ist. I» der an da« Referat sich knüpf«»« längen» Debatte »erden beinah« übereiustimmead die Schwierigkeit« betont, welch« " der Erreichtbarkeit im Wege stche». Beschloff« wird die Wahl einer Comwisflo» zu» Zwecke der Rodistztrnug de« Norm alp laues. — Herr Stnrmann-Osterode. hält ein« Borttag über dm Werth des uachdtdlifche» Gefchichts- - unterricht» in dm Religtousschulm. Di« Nrthweudigkett diese« Uuttrrichtsgrgaftande« wird nachgewtts«; die Schwierigkeit« desselbm sind nicht größer als die t«s Geschichtsunterricht« überhaupt in d« Schul«; der ganz« lteaftoff wird auf drei Schuljahre vertheilt. Die Aufuahm« diese« Gegastaude« als eines besonder« Pmsums in da Lekti>uspl»n wird nach ftattgefuudener Debatte beschloff«. lieber die Mechod«, d» Umfang «nd »o» Schulbuch für blirf« löegeustan» soll die ob» gewähltt Cemmisfion später Borfäsltge mach«. — Herr Sekretair Klein-Königsberg berichtet über die bisherig« Ergebntffe der Hilfskaff« und di« definitlne Anstellung der Beamte». Für dt« Guneindebeamtt» ia da Provinz« Ost- und Westprmßm» and Pommea ist eine Hilfskaffe ^gründet u»d von dem Her« Minister bestätigt Word«. Rrf. beklagt das geringe Jurereffe der Beamte» für diese« Institut. von 250 Beamt« find mtt 19 Mitglieder der Kaffe betgetrrttn. Derselbe Mangel au Juterrffe ist tu d« Gemeind« selbst vorhanden, den» die Sorge für ihre Beamt« und die Htuterbliedaa dersell»» icfrakt« am Herz« lieg« sollte. Di« feste Anstellung iet Beamt« scheitert an der «angelnd« Leistuugsfähigmt der meist« Gemeinde». Dageg» ist zu koustatircn, ba# die Gemeinden fast ausnahmslos an de» Prinzip festhalter, sich ihr, Be amtt» bis in das spitt Lebensalter im Amtt zu »lhalta. N achde« hierauf der Borsttzeud« des Berdand-Ilusschnffes, Herr Stadtroth Elösfer-Jufterbnr«, die bisher vergeblich« Bemühnng« de» Verbandes um di« Erretchnng des zu erstret»d« Zieles geschildert hatte, wird nach einer »eit ans« geführt« Disknsst«, der Antrag de« Rek. äugen»«»«.- da Berbemdsvorslaud z« ersuch« dm Gemeiudevorftäadeu d« Bettritt zur bestehend« Hilfskaff« dringend zu empfehl«. — Im Ramm der Schul-Jnspeklion spricht Herr Ahr«»- feldt-Litzen über die ForMlduug her Lehrer. Ref. hiett es für beiuah« munöglich, daß der von der Gemeind« «nge» / stellte Schoch« zugleich eia tüchtiger Lehrer «tt methodischer " Vorbereitung für dos Lehrfach ist. Für dtt Mehrzahl dieser Lehrer ist ei» Wegweiser str d« Unterricht, wie vergleich« Lehrmittel für dtt öffentltch« Schale» de« Staate« Vorhand« find, dnrchan« erforderlich. Roch einer kurz« Debatte wird folgend« Resolurttu aagenomm«: I» Erwägang, daß dtt größere Anzahl der bei d« Berdand«- gemeinde» «ngestellttr Lehrer weder seminarisch »och äberhan pt pädagogisch vorb rcttet stad; daß dtt hieran« refnlttt rend« Uebelftände durch dtt ftattfindend« SchNl-Jnfektton»" und dtt hierbei ertbnli« velehrnng« allein nicht beseitigt > werd« könne», hält dtt Schnl-Jnsprktio» dtt wettere Fortbildung vieler Lehrer für dnrchan« gebot« «nd empftthlt dm Gemeiüden, ihr» Lehre« die Möglichbtt z« verschaff«, bet bewährtt« Lehrkröstm in nicht zu weiter tttttftrnmig an d» Unlerrichtsftnnd« in d« verschieden« Lebrgegenstätä« hospittrenb kheilzxnrdarn. Gämmtftche Vkwzlt<b« bor Borbaud«-; Schul-Jnipeftton find gern erbstig, tttt erforoerttchen difvdezüglich« Unttrwrifunge» oh« jede EntftMignng zu äbr»- l - '.~As/2L: .J. : :<-b «^nvMSwnnWi

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