Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 15.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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errichtet mb eiugewecht dnrch bcn Obcrfcattdr Br. Bio», welcher im l«r .Proviu-iakloge" beputtrt m«r. Die mit de« Tele wtaabnai Cctamvieti mtrtai mit t«f9nbcm Leih« ««gtffiirt Rrv. «. M. T ulloch drückt« io de» Verlauft seiner Ausp'ach« die Hoffnung au«, daß t« .Moutefiore» Loge" ,»» »an Geiß« beseelt werde» möge, der'de» brav« rnd berühmt m Mau», deffeu Namru fie fülwt. auszeichvete md daß ihre Mitglieder »ach »eff« Beispiel dahin strebe» werde». Woflthättgkeit und Meuscheuliebe zu pflegen. Herr Amtmann Simen äußerte in seiner sehr be:edteu Ansprache s«i»e Freude darüber, daß er di« Loge in Uedereinsti«u»mg mit den erhabensten u»d besten Privcipieu de« Bunde« geführt wiffe. Koch Schluß de« Acte« lud derselbe sämmtlich« Brüder zu ruem Abendesse» in seiner Wohnung ein. Nwßlerwd. Meter»! lurg, 2. April. (Or-Lorr.) Die .Nordische Telearaphrn-stqentur" berichtete vor einigen Taoe» daß der zur Loruahme der Massage an ftailer Friedrich lil. berufene Arzt Dr. Sobludowaki von Geburt Linfse sei. Au« diesem Anlof thnlt man dem .Woschob" mit. daß Dr. S. — Jude ist» d<r noch jetzt seinrm vätnlichm Glauben ange. hört. Er ertstommt einer durch «Hern Wohlthätigkeitostun bekannten Familie in Grodno. Er hatte die Wilnaer Rabbiner chule absolvirt, unü dann erst widmete er sich der Medizin an der Petersburger medizinisch-chirurgischen Akademie; er trat dann in den Militärdienst und nahm al» Arzt Theil a;t dem Feldzüge 1877—78. Daß Sabludowiky Russe ist — da« berichteten alle Blätter, obi daß er Jude sei — davon war nicht« zn lesen, in der .Rowoft Wremja" so wenig, we in ihr-m antisemitischen Srsinnungogrnoffen .Grashüanin'. L« würde sich auch nicht gut an«nehmen. wenn diese Blätter, die die Alben au« allen A«mtern ua' Stellungen o»«gestoßen zu leben wünschen, berichten müßten, b ß eben die e Juden an ander« a Orten so ehrenvolle Verwendung finden. efttofvif«. 9ttM*twsa. Die Grundsteinlegung zu einer neuen Synagoge .ieß da« überau« freundlich verhältui-, welche« zwichn den jüdischen Lolonisten und den älteren christlichen Arsiedlern hier besteht, so recht zu« An», druck komme». Bor wenigen Jahren, al« die Zahl der jüdische» E-nvohuer nur noch eine sehr gering« war und mit der Zeit der Besuch de« Todeeeagel« die Rothwendigkeit eine« jüdische, Gottesacker« hervorrirf, war ei» eia christlicher Farmer, »elher der i« Werde» begriffenen Gemeind« zu dies«« Zweck, «in Grundstück schenkte. Jetzt, wo e« gast, unter großen Anstrenqungen eine Synagoge zu errichte», war e« wirrer rra Ehrift, Herr Black, welcher diese» Unternehmen wesentlich dadurch förderte, daß «r da» schwierige Amt eine« Schriftführer« b«rm Bau-Eomitee übernahm. Zwischen Heir» Black und seinen jüdische» Lollegrn waltet die schönste Harmonie uud die« ist, wie e« scheint, eine günstige Borbedeutunk für da« glückliche Gelingen de« Unternehmen». Jo der Skizze von dem Wachthum der jüdischen Gemri» schüft in Süd-Afrika, welche Herr Rev. A. F. Ornstein. Geistlicher dnc jüdische» Gemeinde der Eapstadt, in seine Rede ve. flocht, erwähnte er da« folgend« interessant« Faktum: Al« im Jahr,! 1842 die Eapstadt-Grmeiud« gegründet wurde, entstand ei« Hiuderniß bei de» Eheschließungen dadurch, daß mau «irren luglaubigten jüdischen Registrator nicht zulassen wollte. Die Schwierigkeit wurde durch ein Arrangement beseitigt» nad) welchem «au die relig'üseu Funktionen durch «men jüdischen und die bürgerlichen Akte durch ein« christliche» Geisllühm vollziehen ließ. Dieser rechtfertigte u.u da« in ihn gesetzte Bertraueu so gewissen hast, daß er' bei Ausführung xx fteiwillig üdernommeueu Amttobllegenheiw» nie ein« Anls erung that, wodurch ein jüdische« Ohr in etwa« hätte beleidigt werde» können. A« der Kapstadt kam am 0. Januar ei« Prozeß zu« > Auftrag, welitzer der .Schochei' S. Slum gegen de» G,ist- -.7^«1 Uch » der jüdischen üftmeinde Herr» A. F. OnOet, «»hängig gemacht hrtte. Erster«» vtrlaugte von diese» 400 Mk. EatschädMug, weil er t» ei»e« Lttcular i» deLidigwldrr Weise da« ve» de» Klöger geschlachtete?fleisch al» .trefa" erklärt hat». Kläger ist Beamter au eiuei: »men < Synagoge io der Lapstadt «ad z»gletch Schochei i» piuer «lemciude. Herr Ornstein, om dem Oberrabttüer antr risst t, hat da» von S. Sston, geschlachtete Vieh al« .ttrfa" erklärt, softr» dieser »icht ei» von Herr» Dr. Adler ring«holte« BefähigurgSattest vorftge» körne. Kläger »Hbctt «i». daß ei» einmal apprebirter .Schochl" seine Frnciiori überall au»* üben könne, ot«e seine Bestellung vo» der geistliche« Behörde einer andern löemeinde coastrmire» zu laste» uud stellte da« Ausficht«recht »er Herren Dr. Adler und L>r»steiu über feine Gemeinde in Abrede, »eil dieselbe eine uuedhäazig« Bereinigung sei. Da« Gericht sprach dir Anficht an«, daß es durch nicht« «wiese» sei, daß der Beklagte mehr als feine Schuldigkeit getha» habe. Er Hab« nur sei»« ttzemeiud« in einer gemäßigte» uud paffeubeu Weift vor etwa« gewantt, was ihm au« guter uud richtiger Ueberzengung al« riue Gefahr für ihre Religio» erscheine« mußte. Kläger wurde demgemäß kosteufällig abgewiesen. Ker«ifch1r ««d ntmtfU N«uhrichte«. Mer kl» Der am 9. März d. I. verstorben« hiesige S,nität«ra,h Dr. Bernhard Bamberqrr har seine-, Wohl» tbätigkeitSsinn über den Tod hinan« bethätig». An verschiedene Personen werden, dem Wunsch de« Bernorb aen aemäß. von seinem Sohne schon jetzt Legate i» Höhe von 40,000 Mark ouoaezahst. — Außerdem sind, aut die R. Z. mit» theil». 90.000 Mark au4jnzohleu nach dem Ableben der Witt««» sie sind wie folgt vermacht: 29,000 Wn k da« W risenha»« zu Paderborn, 20,000 Mark da« Woffenhau« tu König«» berg i. Pr. 20,000 4Jt. der Untnstützungdveiuiu sür Aerzte (nicht Huftland). 20,000 M. die ve-schämten Armm Berliu« (bekommt der Magistrat), 10.000 M. die jüdische AlterSver» sorguna«o»slalt. Leipzig. Lurz vor Weihnachten vorigen Jahre« mrrtze tu vie en Städte» de« Reiche« ein hier gedruckt«» auttftmitische« Flugblatt, beste» rnflächiger Jutast »llg,meine Eutrüstrng erregte, in Tausende» »ou Exemplare» verbreitet. Au« Schmalkalden wird um geschrieben, baß dort fftnf P«soueu »egen Verbreitung solcher Hchblltter zu «wer Geldstrafe von ft 6 Mark und t» bi« Koste» vrrurtheilt worden stud. (Das ist doch «eutgsteu» etwa«.) Auch ein Zeichen der Zeit! schreibt sein .Reichdote" au» Danzig vo« 20. März: lver Diuziqer Gewerbevereiu veranstaltet a« 22. st. ene Aedächtaißftier für weiland S». Maj. den in Gott ruhea^x» und in Ehrtsto entschlafenenen Kats« Wilhelm I. Dft Gedächtnißved« hält laut Zeituag«iaserate» — drrRavbinerlVr. LSerner(Da« von Anfang an zweifelhafte Gerücht von der Lersetzuntz Stöcke,« nach KSnig«berg wird der .ft. H. Z " vou zuver» läffiger Seile al« unbegründet bezeichnet.) Mißekdorf. Der Verein der i«r. Eleuv-ntarlehrer für Westfalen und die Rheinprovinz hält hier (ftafferfaal, ftaferuea« straß« 29) am 20 und 21 Mai er. fein-! dirSjährtge ft»«» ftrenz (zugleich Generalversammlung der llnd-rstützmq«kllffr)' ab. Ans der Tage«ordn«ng siehe» folgend« Gegenstände: 1. Jahresbericht de« Borsttzenden (Blumenauvftl«ftld> -*~- 2. Vorstand«wähl. — 3. Der Lehrstoff »ich tal Lehrziel für den jüdischen R«ligion«mtrrricht an Gumeasieu und Häher«» Lehranstalten überhaupt. — 4. Die oeriMiche »»d soMle! Strllmg dtt» jüdffche» Lehrer«. —6. KBit ist H « in einer einklafsigen jüdischen. Sch»lr alle MheiULge» zeitig schriftlich und müudrich zu beschifftigl»? bibtiothei jür Mische Schür». - 2. Wch» Den Besuchern der fto,«ftrenz (vitzchrr bei Heer« Lehrer S. Loebenstrj» .