Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 12-13.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 12-13.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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behaupten konnte, bi« zu^diesem Tage, wo Lmtschland da« erste Wort hat im Rache diese« Ertüheil«, wo die deutsche Flagge i» allen Meeren weht. Heilig ist un« da« Vaterland; heil un», daß wir un» sein erfreuen, daß Kaiser Wilhelm den großen Dom deutscher Einheit über alle deutschen Gaue gewölbt hat. von dem Erbauer de« Stiftzelte« heißt e« in der Schrift: .Gott habe ibn erfüllt nit göttlichem Geist'. Alle« Große auf Erden entsteht nur durch die Männer, dieinen Hauch Gotte« n, ihrer Seele spüren. E4 war nicht Ueberbebung. sondern die ttefste Demuth. al« Kaiser Wilhelm beim Ln'ritt seinrrReg erung eine feierlicheKrünuvg anordnete, und die Krone, welche «hm Gott gegeben, vom Altar nahm und sich auf« Haupt setzte. Ihm bedeutete der Satz, daß er durch Gotte« Gnade Kinig sei, nur eine Erhöhuuq de« Pflichtbewußtsein». Nienal« haben Preußen» Könige ihr hohe« Amt ander« ousgrfoßt. Die unumschränkte Macht, die sie im vorigen Jahrhundert sich angeeignet haben sie nie dazu verwendet, um da« Volk zu unterdrücken, sonder» nur dazu um e« zu befreien v in der Herrschaft der adligen Geschlechter, die die Arbeit de« Volke« mißbrauchten zu persönlichem Wohlbehagen. In liesem Sinne war die Souveränität der »Rocher von Brovce". wie sich Friedrich Wilhelm I. auSdrücke und auch heut kann nur ein König, der eine göttliche Sendung zu erfüll« g aubt, feststehen im Kampfe der Parteien, im Streitt der Meinungen, und indlm er keiner Partei, keinem Schlagwort sich gefangen giebt. Allen gerecht werden. E« gab Stunden m Leben unsere« Kaiser«, wo dem Kühnsten der Ruth ent »ich« wäre; da war e« der »göttliche Geist", der Glaube a r seine Sendung, der den Eifer auf« Neue entfachte. Nur wahre Frömmigkrü hat diesen stolzen und doch so demüthigeu Glauben. Der hochselige Bruder unsere« Kaiser« hat einst in feierlicher Stunde da« Wort de« Josua al« den Grund u.Itm> seine« ganzenLeben« verkündet, jenti Wort: »Ich und mein Haus, wir wollen dem Herrn drenm"; in dem Auftuf an sein Volk hat König Wilhelm e« ausgesprochen, daß dieser Satz auch »seine Seele erfüllte"; ja seine Seele war voll von Gottesfurcht. darum war sie auch voll von jenem göttlichen Geiste, der chn hoch hinau«hob über den Streit der Porte rn, der ihu lehrte nicht zurüchuweichen, wenn er für da« Stecht und Heil seine« Lande» eintrot. Uod 8ott hatte ihu wie jenen Baumeister de« Stifizelte« au»gestatt«t »st Weisheit. Einsicht und Erkmntoiß. Man hat oft von drin wunderbaren Glücke unsere« Kaiser» geredet, aber hier paßt iier ttefsinuige Gedanke unsere« unsterblichen Dichter«: »Wie sich Verstand und Glück verkette«, da« sehen die Thoren n«mal« ein, wenn sie den Stein der Weisen hätten, der Weise mangelte im» Stein." Warm seine Siege Zufall? Er hatte mtt WeiSI^it Erfahrungm gesammelt und mtt äußerster Sorgfalt da« scharfe Schwert geschliffen, daß dann veruichtmd auf die Feinde niederfuhr; warm die Erfolge der Verwaltung und der Staat»kunst, daß jetzt anders wie in der Juzmdzttt unsere« Kaiser«, die Feder dem Schwerte sich ebenbürtig erwie«, warm sie Zufall? er hatte mit Einsicht die Käthe verschmähet, di« ihm schmeichelten und ihm zu Mund« redetm, uud Männer erwählt, die bei aller Schm vor de« König« geheiligter Majestät, doch der Wahrhett die Ehre gaben und frei redeten uod frei rrdm dursten vor de« Fürst«, der nicht dm Sieg seiner persönlichen Meinung, sovdem der ösfmtlichm Wohliahrt heischte; war die Begnftemug und Liebe, «st der die Best« der Ratio« ihr» zujauchztru, uud durch Wort uud Schrift ihn verherrlicht«, Zufall! Niulmermehr, er besaß die Erkmntniß. daß e» die Me« sind, welche die Wele regier«, daß die Meuschhett vorwärt« schreitet, daß e« seine« Staate« nicht würdig sei »nur vom Genüsse der erwordeum Güter zu ledm.' Ikaiser Wilhelm war der Bauueuträger der na» tiooalm Ire«; diru» wird sei» Ruh» dauern, so lange Deutschst«» dauert. Ei» solcher Fürst ist auch nicht tobt Ist der grrße Kurfürst todt. ist Friedrich H. tobt? Gte 98 — lebm in den groß« Wirkuuam, die sie fort uud fort auf ihren Start au«übm. Und wie sollte ter Glanz de« Ramm« Misere« erst« dmtschm Kaiser« je «rlöschm, der erfüllt gewesm von avtttichem Geist» von Weisheit, Einsicht» Er- ■. kmntniß de« Höchst«. Prei« und Dank Dir, Vater i« dm Höhm, daß Du diesen herrlichen Mann uns gegeben und ihn zu hohm Jahr« hast komm« loflm, der un« Dmtschm ein Vaterland geschaffen und diese« große Reich gegründet hat auf dm Säulm der Gerechtigkeit, der Gew ffen»fteiheit und edler Menschlichkeit. Prei« und Dank Dir, o Gott! daß Du auch da« Hei« diese« edlen Fürst« verklärt hast mst hohem seltmem Glücke, daß Du nahezu 60 Jahre dm Bund erhciltm hast, de» dereinst unser Kaiser mit Weimar« hochgebildmi und hohstr-bender Fürstmtochter geschloffm hat. Möge die schwer geprüfte Kaiserin in der Erinnerung an ihr verlorme« Glück, in dem lieblichen K> anze v^n Kindern, Enkeln und Urenkeln etnm Trost find« für ihren gerechten Schmerz. O öffne den Schatz Deiner Gnade« und laß ihn auSsttöme« auf dm edlm Sohn de« herrlich« Vater», auf dm Kaiser Friedrich Hl., der auf Schlachtfeldern für Preußen und Deutschland sein Leberi eingesetzt hat. deffm Hau« riue Heimstätte der Dichter, der Forscher, der Künstler ist, smde ihm baldigst He'lung und Hilfe, daß von ihm der Druck der Krankheit unv von dem ganzen deutschen Volke der Druck der Sorge gmommm werde, »aß der in Krim und Fried« bewährte, vielaelicbte Fürst seine Gesundh it wiederrrlange; segne die Kaiserin Victoria, die in er, stea und fteudigen Tagm ein große» Herz, ein« hohm Geist und einen sestm Will« bekundet hat urd jetzt de« kranken Gattm treuester Schutzgeist ist; segne l*n Kronprinzen, daß er dereinst sich würdig anfüge der glänzenden Reihe aroßer Könige, wrl he da« Hau« der Hohmzcllern unser« Vaterlande gegrbm hat; segne da« ganze Kaiserliche Hau«. O sei unser« dmtschm Volk in dieser ernsten Zeit Schutz und Schirm, Trost und Heil. Gieb dem heimgegaupmm Fürst«, der ewig leben wird in dmtschm Herz«, da« ewige Lebm in den himmlischen Höhm! Amen. Gerichte und CsrrrfP<mde»lfell. Krawkrelch. TfetftiKt». Da» französische Ralbinat hat in jüngster Znt bedeutende Verluste «rlsttm. Währmd de« letzt« Jahre« Hub« vier angesehme Rabbiner ihrr irdische Laufbahn beschloffen: Lipmann in Lille. S. Lävy in Bordmux, S Marx iu Bahonne und Eharl'ville in Belfaillc«. Der letztgenannte starb am 31. Januar d. I. mstten in seiner Bemföfähigleit, da er dm Schülern de« Lycmm» Religionsunterricht rrtheilte. Geboren 1814 in Metz, bekleidete er nach einander da« Rabbiuat j in Lyon, Dijon, Pari«, Orane», zuletzt iu Bersaille«, wo 'j* ihm ein friedliche« und ehrenvolle« Greismalter bffchirdm war. - Der Berblichme war eia tüchttger Talmud ist, ei« Üefer J Denker und ein ausgezeichneter Schriftsteller. Wir verdauten \ chm ein wichtige« Kirrt über dea Eben Ha-eaer; e« ist da« j eine Uebersetznng diese« Codex mit gelehrt« Aueikmuungm, -i in welchr» häufig da« frauzöstfch« und nuchamÄanisch« Recht zur Berglrichung herangezogm wird. 4 Seine Verdienste »utbra im Tempel und auf de» Fried- 1 Hof vom Grandrabbinner Zadok Kahn uud Rabb. Mäher | gebührend gewürdigt. J IL.März (Or.-Corr.) EstieDuellgeschichtemacht , - hier viel von sich redm. Herr Dr. Al möge«, unser Gklubm«- H gmoffe au« Huscht. hat den dortig« UntersrichuugSrjchtrr Z Petrevan, ein« eingefleischten Judmfrrsser, gefordert - Diese 'D Ehrmfordemng hat nicht »rrfthft, in l« westest« Kreis« i § Luffehm zu erreg«, hat aber auch Befrichtguug hervorge- Hi rufe«. Herr Dr. Almogm ist ei« Maim von Ehre in de« M Worte« ureigenster Bedeutung und al» Arzt gesucht uud M beliebt i» feine« Distrikte. . Und diesem Umktanl» ist eL auch AM zuPlschrech«, daß er dort Stadt« mid GmsthWuzt ist edw W