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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 12-13. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 12-13.
Article
Beilage zu Nᵒ 12-13.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 99 — Stellung. We et nur «it noch zwei andern Aerztm jüdischer Evnfession in» ganzen Lande theilt. Petrrvan ist ein berück» tigst«, g-meingesäh liche* Judividuum. Es ist das derselbe Petrevau, der in der Affaire Fischer in Dorohoi, wovon sie seiner Zeit in den Briefe» au« Rümäustn (Brief H.) betidltet, eine so unrühmliche Rolle spielte. Er soll es gewesen sein, der au der Leute de» Bauern Bizuc, nachdem die erste Autopsie vollzogen war. zwei Rippen brach, um sie den Aerzten zu verdächtigen, und M. Fischer, den Lohnherrn des Bauern, wegen tvdtlicker Mißhandlung dev Preetz machen zu Annen. M Betrevan Hot auch andere« Unrühmliche vollbracht. Nun ist dieser N'chtgentilmaan nach Huschi versetzt worden wobei e« nicht fehlen ionnte, daß der judennresierische Untersuchungsrichter mit den jüdischen Stadt» und GerichtSärzten in Berührung komme. Und so ereignete e« sich auch bald, daß M. Petrevan Herrn Dr. Almogen als Sachverständigen abzu» hürm hatte, wobei er ihn. ohne chn zum Sitzen einzuladen, stehend vernahm. Herr Dr. Almogen. der während seiner dortigen zwanzigjährigen Praxi« an Ehrerbietung grenzender hochachtender Behandlung gewohnt ist, fühlte sich hierdurch sehr verletzt. Darüber indignirt, schickte er ihm seine Zügen und ließ ihn fordern. Und Herr Petrevan. der wohl den Muth hatte, einer Leiche die Rippen zu brechen, einem Juden eia Bnn zu füllen, zitterte diesmal wie da« böfe Gewissen vor einem mulhiaen Juden. Er verstand sich vielmehr dam. den Zeugen die Erklärung abzugeben, er habe nicht die Absicht gehabt, Herrn Dr. Almogen in seiner Ehre zu kränken, sondern es sei die« seine Beamtenproxi« allen Sachverständigen gegenüber ohne Unterschied»« de« Berufes oder Standes, da da« Gesetz ihm nicht vorschreibe, höflich zu sein. Kermischte und rrenrste Nachrichten. Magdesurß. Die evang. und kathol. Geistlichkeit beab» stchtigt eine Ergebenheit«.Adresie an Kaiser Friedrich zu richten; würde l« sich nicht empfehlen, daß festen« aller deutschen Rabbiner ein Gleiches geschehe? Wreoka«, den 18. März. (Or-Eorr.) Da« jüdischtheologische Seminar veranstaltete heute im Anschluß an den Frühgo>te«dienft eine liturgische Trauerfeier für den in Gott ruhenden Hochseligen Kaiser Wilhelm. — Am 22. d. M. soll, wie wir hören, in der Seminarsynagoge ein Trauer- Gottesdienst abaehalten werden. — Gleich nach Eintreffen der Trauerbotschaft waren die Borlesunzen am Seminare auf drei Tage geschloffen worden. — In den Gemeindereligiousschulen wurde auf die Bedeutung de« erschütternden EreipnisieS aufmerksam gemacht und daran ein Gebet für den Hochseligen Kaiser Wilhelm, sowie für Sr. Majestät den Kaiser Friedrich angeknüpst. Arsoks», den 14. März. (Or.-Eorr.) Heute schloß Prof. Dr. Freudenthal seine Vorlesungen am jüdischtheologischen Seminar. Sichtlich gerührt verabschiedete sich derselbe von seinen Hörern und von der Anstalt, au welcher «r 24 Jahre hindurch gewirkt hat. — Die über einen etwaigen Rachfolger Freudenthal« verdreitet-u Gerüchte entbehren, wie wir besttmmt versichern können, jeder Begründung. «peinig, 18. März. (Or.-Korr.) Die Reihe der Probe- Prediger ist hier aoch nicht geschloffen, zwei derselben haben ihr« Saubidatur bereit« zurückgezegeu. Sestern predigte Herr Dr. Des sauer (früher Rabbiner iu Köthen, jetzt Landrabbtner iu Meiningen) hier zur Probe. (Aus einer Se- »edtde in Obers chlefien, tu der ebenfalls die Rabbinerstelle vakant ist, schreibt man un», daß die Rabbiner, die mau daselbst zur Wahl iu Io«stcht genommen hatte, die Einladung zur Probepredigt abgelehnt haben, und zwar — wie mau sage» muß —.nicht mit Uurecht; ,e» liegt etwa« den Stand Verletzende« darin, wenn namhafte Rabbiner, die in größere» Gemeinden bereit« längere Zeit ihr Amt würdig bevetde», unnmebr Sch Zuspielern glttch »zur Probe' anstreten »nd dann dem / - Lnfall der Abstimmung, bet de« «ft Jutrigue »nd Nepotismus ^^^HanptroLe.spielen, sich «rSfetzmruud dadurch tu ihrer eigenen Gemeinde in eine schiefe Stellung bringen sollen. Sollte nicht der Rabblnerverbaud, der die Ehre de« Stande« zu wahre» doch übernommen hat, auf Mittel und Wege sinne», wie diesem Uebelstand« abzuhelfeu wäre.- — E« ist schwer abzusehen wie der Rabbtuerverband da Lbhllfe schaffen soll» die Beschlüffe deffelben können doch nur die Mitglieder verpflichten, aber nicht die Gemeiudevorstände, die durch da« Gemeindestotut an einen gewissen Wahlmodu« gebunden find. R.) tz?«ri». In einer der jüngst erschienenen Nummern de« »Pari« Mensongeerläutert Herr Alexandre Wetll die Hauptfigur in dem »Kaufmann von Venedig-, Herr W. kommt zu dem Schlüsse, daß entweder Shylock oder Shakespeare ein zweiter Bileam gewesen sein «üffe, welcher diejenigen gesegnet, denen zu fluchen er berufen ward, und daß alle Charaktere de« Stückes Schurke« seien, nur Shylock allein ein ehrlicher Mann. Der Schreiber versuchst, diesen Artikel durch eine Pariser politische Zeitung zu veröffentlichen. Da aber 7 Blätter die Aufnahme verweigerten, behauptet er nun. daß die französische Presse an antisemitischer Gesinnung die Gefammipresse Europa'« übertreffe. Die Kammer hat die Summe von 22,000 Franc», die al« Beitrag zur Subvention de« Rabbiner- Seminar« jährlich geleistet wurden, diesmal gestrichen und zwar, wie .Arch. Jsr.' berichten, ««uns phrase“. London. Herr F. Weber. Organist an der König!, deutschen Kapelle. (St. James Palace) hat das ManuScript eine« Werke« beendet, welche« den Titel fühtt .Die Geschichst der Musik de« Alsta Testament» unv die Geschichte der Entw'ckeluog der heiligen und Posaunenmusik in der christlichen Aera-. Da« Buch soll erläutert werden durch Skizzen über musikalische Instrumente, die im Alt. Test, erwähnt werden und die den Denkmälern de« Altetthum» entnommen sind. In seinen Bemerkungen zu den jüdischen Instrumenten handelt Herr Weber besonder« über da« Schofar und beschreibt in musikalische. Form dst Töne, welche auf demseben hervorg-bracht werden. London. Der große Erfolg der Anglo-Jewish-Exposttion bat die Idee ouftauchen lassen, eia permanente« englisch-jüdische« Museum zu gründen. Bei dem bekannten Unternehmungsgeiste de« Engländer« wird diese Idee bald verwirklicht sein. AtaNe». Prfessor Ascoli in Mailand, welchem von dem Institute of France der Boln,yprei« mit 14000 Franc» zutheil wurde, hat diesen Betrag der Gesellschaft für Sprachforschung zu Pari« überwiesen, indem er erklärst, mit der chm widerfahrenen Ehre vollauf zufrieden zu sein. Italien. Nach bem .Moniteur de Rome" sind dst in Pari« erschienenen Bücher .Geschichte Israel«- von Ledrain und .Ursprung der Geschichte nach Bibel und Ueberliefrruagen orientalischer Völkervon Lenormaod auf den Judex gesetzt. Wga. Die hiesige Polizei hat eine alst Ordennanz au« dem Staube hervoraesucht, nach welcher e« den Juden verboten ist, die dramatische Kunst au«zuüben. Lahor. (Indien.) Dr. Aurel Stein (J»r.) au« Ungar« ist zum Professor der hiesig« Universität ernannt worden. Diese. Ernennung ist ihm auf seiner Studienreise durch Bombay zu Tdeil geworden. -«ztral-Zst«. 'Der Prinz Rahim Koeli Khan. Bruder de« Emir« von Khiva, ist von einer länger« Reise durch Arabien, die Türkei und Egypstn heimgekehrt. I« seinem Berichte an den Emir über die Gesetze und Einrichtungen der besuchten Länder cheilt er demselben dst Er» gebuiffe dieser Reise» «it. In diesem in persischer Sprache geschriebenen Beruhst erwähnt er auch der Iu den und spricht nicht bloS ausführlich von den Rechten, welche sie iu der Türkei und Egypten in gleicher Wesse wst die Muhamedauer genießen, sondern auch von den Ehrenstelle« und öffentlich« Aemstra. welche viele von ihn« daselbst tnne Hab«. Amerika. Herr Joseph Black in Eleveland (Ohio) ein geborener Ungar, ist zum Generalkonsul iu Buda» ““““ S91480

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