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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 12-13. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 12-13.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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fladirt Mathematik oder Lotet«, dem, diese nttfta jo «uch de« t-kharsfina. Nvu wird so viel vou jüdischer Wissenschaft gesprichrn, da« ist den« doch ei« uukantrolirbare« Wort. Stall die jüdische Wiffevschast im ««befoogeuew, gläubige» Si«ve fortznpsionzrn, wie da« früher geschehe«, ist jetzt alle« — Charakteristik. Und zwar so viel Eharalleriftik, daß der Chornkter verloren geht. Ihr könnt wohl eine Leiche srciren, nimmermehr ober da« frisch pnlfirende Leben. Diese Eharckteristik herrscht auf den Hochschul-n. fie ist ia die Elem,mtar.Religion«scholeu eingedrungen, in den Religion«- büche n kommt man vor lauter Begriff«destimwuugen dessen, wo« Judemhn« sei. nicht zur Sache. Die jüdischen Hochschulen müssen sich erst «mändern, und die VkN ■TWl dürfen nicht mehr so spröde thun, sondern sollte» da« Beispiel Mose« beachten, der gesagt hat: Meine Lehre triefe nie -legen, meine Rede riesele wie Thau. Dann dürfen sie de» eigentlichen Schullehren dreist da« Unterweisen der Jugerd überlassen. Ich komme nun zur Elementarschule. 4)ie jüdische Elementarschule ist so alt «ie die Religion«schule, denn dir letztere war zugleich die erster«. Ist denn l>er Leseunterricht, der Schreibunterricht etwa« andere« al« Elemeutar-Unterrickt, und damit, nicht mit religiösen Lehren, hat man auch früher begönne». Einen solchen Destillirung«- Prozeß hat mau früher noch nicht vorgenommen, daß non rein religiöse Lehren ohne Zusammhaag mit weltlichem Wffeu lehrte. Enthält doch die Bibel geographische. geschichtliche, ethnologische. linguistische Notizen und die 4 Spezirt werde« in den 5 Büchern Mose« fleißig gehandhabt. Im Talmud ist e« noch Sr,.er, ich wollte sage«: noch Kiffer. Und weist nicht die Religion«-Uebung, wie fie Mischrah und Semara vorschrriben. auk ein au«grbreitete« weltliche« Wissen hin? Da« Xttrt rv "na |*K gilt nicht blo« vom religiösen, sondern auch vom weltlichen Wisse» Wenn wir den oben erwähuten Destillirung«.Prozeß mit glücklichem Ei folge zu Ende geführt, und hätten Alle« reckt vnd gerecht gemacht, hätten die religiösen Lehren rein vou wiltlicheu Schlacken hergestellt, dann — hätten wir ein Werk für da« Gehirn der Gelehrten, aber da« Bokk und die volk«m,ißige Religion-Übung käme zu kurz. Man beachte doch die eigenthüwliche Berfaffovg der jüdischen Religion, die ein: Religion der T h a t ist, die da« Leben auf jedem Schritte mit Geboten begleitet, die selbst da« Jas vom theokratischen Gesichtspunkte regelt, und man wird leicht begreifen, daß „unsere Weisen" Sprachkenner, Mathematiker und Phhfike : waren und sein mußten, und daß Einer mit Recht sagen krnnte: „Mir find die Straßen in Nehardea nicht so bekannt, al» die Sterubahnen am Himmel." Uber woher hatten ie ihre Wissenschaft? Doch nicht au« der damal« uoch ungeschriebenen Grmara! Und daran« können auch unsere tkinder fie nicht holen. „Sie lernen Gemore und kövoen nft ore" hat mau früher mit Bezug auf die polnischen Rabbi« gesagt. Alle« dir« weist darauf hin, daß e« sogar religiöse Pflicht de« Israeliten ist, weltliche Kenntnisse zu erwerbe:». Aber wo solle» wir diese holeu? Die Simultanschule ist (wenigsten« vorläufig) auSgsechlpffe», also bleibt nur bi« Wal,l zwischen jüdischer «ud christlicher Elementarschule. M m wird nicht fehlgreife», wenn mau in den allen konservative» Gemeinden «ehr da« Streben nach weltlichen jüdische« Lehranstalt«» in den sogen. fortschrittlichen mehr da« Strebe» nach Religionüschuleu versuchet. Demnach müßten die letzteren die religiöser» fein! Fehlgeschosse»! Aufmerk ame Beobachtungen ergeben, daß dort nicht blo« da« Eeremonielle vernachlässigt wird, sondern der Gottesdienst selbst ist — verödet, die Empfänglichkeit für religiöse Belehrung ist auf de» Nullpuntt gerathen. ja selbst der geringere Schulz« an z, de» die Religionsschule auSzuübe» vermag, wird in «S^ebiger Weise benutzt, die Herr« Junge, und gftch,. lein Mädchen au ihre ü» Schnljchwäuze» stch beweisende Menscheiwürde zu gewöhue». Die Erklärung hierfür ist sehr einfach. Die größere Begeisterung für dwv Jndeuthu» nud der vom Jndeuthu« selbst wa»m empfohlene Wissen«» drang hat die jüdischen weltlichen Lehranstalle» gegründet,. während «au sich da, wo diele Triebkräfte fehlte», mit de« ansta»d«halber nicht zu umgehende:. Minim»« der Rrü» ,ion«schule begnügte. So ist die ReltgtonSschule so recht * eigevtlich riue „gwang«"-Schule gewordeu. (Schluß kocht.) Noch«», im März (Or.-Eor.) In der sichern Borau»- srtzung, das vou Zeit zu Zeit ein Bericht über unser« „8mfar für jüd. Litterator' Ihre« geschätzten L-snkreise erwünschtsein dürste will ich nicht verfehlen, in Nachstehendem eine? kurze Schilderung über unsere B-reinöthätigkeit au« der letzte« Saison zu geben. Unser Verein ist vor 4 Jahren V5V TI&3 mit nur 20 Mitgliedern in« L>brn getreten und hat sich se'tvem z». der stottsicheu Höhe von 100 Mitgliedern ewporgeschwuage». Di« Leiter dess lben waren stch aller Zeit ihrer Aufgabe wohl bewußt, daß nur unverdross'ne Ln«bauer und zielbewußte« S'reben im Stande sind, da« anfänglich schwache Inter ff« zu größerer Begeisterung für die jüdische Literatur und ihre kostbaren GeisteSschöpfungm zu steigern. Zu diesem Emporblühen hrben einerfeit« die in populärer Weise grhalreneu Borträge und anderersrit« die im vorigen Jahre begründete Bibliothek sehr wesentlich beigetragen. Er wü'de sich rlich zu «eit führen, wollt« ich über jeden einzelnen Bortrag auch nur eine kurze Rezension folgen toffen. Ich bescheide mich damit, nnr da» Thema jede« eia» zelnen Redner« anzuführev. In der nunmehr beendeten Wintersaison 1887/88 wurde« ' die folgenden 6 Vorträge gehalten: 1. Bon Herrn Rabbiner Dr. W e d e l l au« Düsseldorf über Faust und Hiob. 2. Bon Herrn Lehrer Ostermann - Bochum üb« verthold Auerbach. 3. Von dem evang Lehrer Herrn L ü t h e r «* (Safttop über Nathan der W.-ise. 4—5. Bon d m Unterzeichneten zwei BorlMqe Über.' Jübiscde Hochschulen und Mose« den Meümon. , : Säwwtliche Borträge wurden von der zahlreiche« Zn, Hörerschaft mit llbhaftem Beifall ausgenommen und habe» da« Gute gewirkt, daß hindurch t ie Entwickelung de« Verein« um eia beträchtliche« Stück wnter g-fördert wurde. Au« - diesen so befriedigenden Wahrnehmuagrn läßt sich die eiue Thatsoche nicht hinwegleugneu. daß derartige Vereine auch. in mittleren, selbst kleineren Gemeinden, ohne de». meisten« nur den Großgemernden eigenen gelehrten Apparat, fiste». Boden gewinnen und zum Segen und zur Anerkennung de« I Judenthum« Erspcüßiiche« leisten können. -■ H Auch euren andern Gedanken, der sich mir gewallsam in die Feder drängt, darf ich nicht verschweigen und l)offr : ich, daß die freundliche« Leser Jbre« Blatte« ibn nickt f» onffafsen, al« wollte ich pro domo sprechen. E« wurk« « diesem Blatte vor einiger Zeit von einem Rabbiner (II. ia A.) dem isr. Lrhrerstaude unter meist ganz falsche« Boraussetzuugen der Vorrourf «utgcgengeichleudert, daß er nicht auf; der Höhe der Zeit stehe*) Ich glaub« aber, nicht« is: geeigneter, diese ungerechtfertigten Angriffe trrsseader zu wid«-' legen, al« die nicht vereinzelt auftreteode Erfahrung, daß der . isr. Lehrer neben seinem ohuehiu schweren und zeitraubrmde» Berufe auch noch Lust und Kraft in sich verspürt, die Bevbreilung jüd. Wisse»« «Mer semen Glauben «gen »sie» aazustreben. , Wohl haben sich auf diese« Gebiete die Herr» Rabbiner uuschätzbire» Verdienst erworben, und die geistreich» Bor-: träge der Herrn, Dr. Jaul»«, Dr. Frauk «ud Dr. iLeveA find bei uns noch m-frischer, dankbarer Erivueruog; alleina *) Sit habe» wederholt erklärt, sdaß d de« Herrn K K. nicht im eotferntetz» ehifUI, km Leh>«st»»d« vorwurs ,ur mache», soiwer», daß er nur vereimett« >ä>» im »u« in d«»e» Lehrer lqügÄh M hebräische» Visse»« ku (ziemlch . ■nforkniow de» Hirt» «. nicht genügte». SeMait wird »« i Heer AafcS« M ob »rttktH^Uchmichpüchti»

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