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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 12-13. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 12-13.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 98 - selbstisch«» Denken« tntfe Kühlen«. Ja, hinan-gehvben über un« selbst folg»»» »rir «fl* in Geiste dem Znutrrf*n6nft M Großen Tobten, ihm unsere letzt« Huldtom»-, unser» letzte« verehr*»-»»»!!«« Gruß in die stille Gruft nachzurufen, bi« l» viel Hoheit und Herrlichkeit umschließt. In btr weihevolle Gruft seiner Gitter ist Kaiser Wilhelm ruu htnabgesttrge». Ille« irdisch« Gepränge, da« thu auf seinem letzten Gaubegleitete, bleibt ntrfitf, e« schließen sich di«! stillen Pfortrn hinter dem Abgeschiedeur», die sterblich« LMe ist uu« sortaa verloren; nicht aber da«, wa« er der Morschheit, wa« er dem Vaterland«, wa« er jedem Einzelne» von au« -«wesen; da« lebt und wird fortleben ewig, »»vergänglich, bi« an da« Lud« aller Ta-e; die Segnungen seine« Wesen« und vlaltea« werden noch nachwirkea in komnrenden Geschlechtern. . Un« allen sei sein Leben und Sterben ei» Mahn- und Weckruf, stet« Gute« zu wollen und zu vollbringen. Ihm »acht» treuer Pflichterfüllung bi« in den Todl Und wie immer, wenn uu« da« große gigamische Schicksal zernlalnit, wir »»« anfrichteu t» Gebet zu Dir, dem König der Könige, so beten wir anch heute zu Dir au« Herzeaätiefen für den Seelenfriedm unsere« abgeschiedenen Fneden«h»rte«. Laß drn verklärt«« in den Gefilde» der Seligen den Schutzgiist seine« Volte« bleiben für und für. Schirme, Illvater, richte auf und tröste die Kaiserlich« Witt««, unser» Kaiserlithen Herrn und seine erlauchte Gemahlin. Schirme unser ganze« Herrlchrrhau« nud bewahr' e« ferner vor Leid und Trübsal. Der uaterge-angeuen Sonne folge ein llrahlender, glanzvoller, lichter Tag. an dem Deine Grdenkinder alle «»quickt «erden durch Deinen Trost, durch Deine Liebe! Imeu. Und von dem «deln Pattiarchra auf Deutschland« Herrscherthrone, der nunmehr zu seinen Väter» versammelt ist, w«ü«t sich nochmal« der wehmuth«schwere Wick und da» betend« Herz zu dem kaiserlichen Sohne, der abseit« von de« prunkenden Traaergefolg« in seinem stillen Sanftuarium z» Eharl ottenburg eine der schwersten Stunden seine« Leben« durch kämpft, er, der Märtyrer, der, die Dornenkrone de« Dulder« auf dem theuern, theueru Haupte, doch mit starker Hand da« kaiserliche Scepter» die« kostbare väterliche Erb«, «griffen — welch einen Seelenkampf hat e« drn liebenden Sah« -eiostet, den alloerehrteu Vater »ücht begleiten zu können aak seinem letzte» Gange, «ährend au« allen Ländern der Erd,: die Hohen und Höchsten stch um seine Bahre sihaareu. Sr der am meisten Leidkrageud«. »»eilte iudeß in stillt« Zwiegespräch mit seine« Gott... Heilige, ehrfürchtige Schauer erfüllen die Seele bei diese« «r-reifeude» Bild. Wende, Allvater, sei» Geschick und damit da« seine« ganzen Volke« zu« Heil und Segeu, laß alle« Körper- und Seelenleid, da« er erduldet, fich «vandeln i» Wohlergehen, tu dauernde«, »ng«trübte« Glück! Imeu, Imeu. Merkt». Einige Stimmen über deu die Leser dies. Bl. am meisten iuterrsfirende» Paff»« im Regierung-manifest de« Kaiser« griedrich, über dt« religiöse Duldung, au« der hauptstädtischen Preffe dürfteu wohl za registrireu sein. Daß sämmtlich, freist»»igeu Blätter darin die vo» höchster Stelle au^esprvchene verurthetlung de« Antisewiti-mnerblicke«, ist selbstverständlich. Iber selbst die cartellfrenndliche HNtionalAeralcoaservative .Nattonalzeituug" äußert fich hierüber »üe folgt; .Drückt dieser Satz da« Siegel auf deu ktrchenpoli^ischen Friede» mit der katholische» Kirche, so weist er ander^rseit« mit einer Entschiedenheit, welche nirgend« verkannt loerde» wird, die bköartige Agitation oer Herren »ud Ge,offen tu da« Dunkel zurück, i» da« die ihr Grunde liegende» Gefiunuugr» gehöre», vor weuigen «ch hüte «au diese Bestreb nagen al« eine ^fiuchtz» bezeichnen gewagt, welche «lle» freigefiuuten voll», »rvh»; die .Znchtrnthe" der pttirtrn, wahrhaft kdnig- «mw gilt ktinaömgg» blo« dm, I»tts»mitt«m»«, MW, de-r yliMest verftlW0G«ft»cht in ^tber Fam», als» nameutltch auch dem unduldsamen Parteitreibeu in der evangelischen Kirche." Die .Krrnzzeitung' liest au« dem Erlaß de« Kaiser« heran«, daß .Christen!!,»«. Monarchie nud Heer, die drei starken Wurzeln der Grsridlagen de« Staate« find." Sie übersieht zunächst, daß der Erlaß eine spezifisch christliche Richtung nicht betont, sondern auäführt, daß ein jeglicher Uaterrha«, welcher Religtoa«gemetnschast und welchem Be» kenntuiß er anch angehkrt, dem Herzen de« Kaiser« gleich nah« steht. Die .Krenzztg." stellt sich freilich der ,Nat.-Ztg." gegenüber jetzt so au. al« ob auch di« Stöckerscheu ntemal« an cintn »seit Jahrhunderten in der Lage der Dinge begründete« Grundsatz der religiösen Duldung" -«zweifelt hätten. Ueberau« amüsant ist da« Stöcker'sche Leibblatt, ver .Reichßbote" in der Art, wie e« dem Erlaß de« Kaiser« gegenüber Herrn Stöcker und seine Freunde wegen der Judenhetze zu entschuldigen sucht, litt .Reichgbote" schreibt nämlich, Stöcker habe nie andere Leute wegen ihrer Religio» bekämpft u. s. v. — Möge die« die letzte Lüge de» Blatte« und seine« Protegä sein I Wir «ollen über die .Schwach de« Jahrhundert«" gern den Schleier der vergeffenheit ziehen, wen« mau nur von nun ab im Geiste de« Satsermauifeste« an der Ehre und Wohlfahrt de« Vaterland«« mitzoarbeilen stch entschließt. Göttin-«». 10. März. Die .Göti. Fr. Pr." erhäft folgende Zuschrift: In einem Artikel Ihrer Nr. 1671 vom 10. März. betitelt .Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege." findet stch folgende B.mrrkung: Da di« Herren Direktoren der hiesigen chirurgischen und medizinischen Univerfität«ftiuikeo wegen de« christlichen Charakter« der Genossenschaft die fernere freiwillige Auäbilduug der Mitglieder derselben abgelehnt haben rc. Die Erklärung, welche ich gemeinsam mit Herrn Pr-fessor Ebstein abgegeben habe, nachdem un« bekannt geworden war. daß ein geachteter Dozent jüdischer Konsesston von d:r Genoffenschaft zurückgewiesen wurde auf Grund einer die Juden ««»schließenden Bestimmung, ging dahin, daß wir e«ablehue», freiwillig un« in der Folge bei einer Genossenschaft zu betheiligen. welche, indem sie an deu allgemeinen Patrtoti«mu« appellirt, eine ganze Saterorie von Slaat-bürgern. weil fie Juden sind, al« Mitglieder au«schließt. Wir glauben uu« al« Direftoren eine« Stant-institut« nicht berechtigt, ohne von Sr. Excellenz dem Herm Minister dazu au'gefordert z« sein, mit dem fraql'cheu Pnvatverrin .antisemitische Ziele" zu verfolgen. Prof. Dr. König, Direktor der chirurg. Klinik." Zn» im Aaunöver'sche». (Religion«, und Elemeutarschule.) Sicher hat Herr R.-A. nicht blo« im eignen, sondern auch in vieler Anderer Sinne fich au«, gesprochen, wofür mau ihm nur dankbar sein kan», und zwar, indem mau zu sein« Thesen Stellung nimmt. So viel steht fest: Kein Unterricht der Welt kau« vor Abfall und Untreu« gegen da« Judeuthn« schütze», denn onv nXT» nn 0DV *72 127». Da« hat Sp.- Magdeburg, sehr richtig »»«einander gesetzt und braucht daher hier nicht wiederholt zu «erde». Gesetzt aber. Herr Sp. hätte Unrecht, k»a« ist daun mit de» Worte»: .Bei tüchtigem Religionsuaterrichte haben wir keine Furcht vor Abfall" gesagt? All-« uno auch Nicht«! Denn wa« ist .tüchtig"? Ich tan» et» Beispiel von einem Seminarlehrer «nführea, daß ein talinndisch geschulter und gelehrter Man» seinen Sohn dem .elemeuaren" Unterricht der Religion«- schule entzogen und dafür m der Semara unterrichtet hat. Der Sah» war ei» Nagel z» seine« Sarg« — er ließ fich tanfrn. Solcher Beispiele timte man mehrere bringen. 0» kommt doch daranf an. in welchem «Sinne nnd Geiste mau lehrt und lernt, ob man Thor» lentt um ihretwillen lNVVv) «dm »m de» »Scharfsinn z» üben*. Ist letztere« Hanptzweck, i» ist e« geradezu «ine Profauatio» und hat Mmmer pttr Fol»» Da ist ,g« d«, doch noch richtiger, mau

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