Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 11.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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— 8« — Inanatinree« ober unweit des botanisch« Gartra«) zur v>rsüauna za stellen. Der Vorsitzende der versammln»«. Herr Overtchrrenneistrr Lindem au». wie» darauf hi», daß Sb? Heine ab» Menschen manche» Unlautere »«gebracht «erden Dime, nr d da» die Gequer auch wirklich eine ganze Blüten - lese ^sarrnua gestellt Hütte», welche Mangel au Patriotismus und ali,Dstm Gefühl bekundete. I, heuti.<« Zeit seine diese Aenßeruagea uuhaltbar »ud unverständlich und deren Ansarabrmg balage er. Da» Denkmal solle aber dem ,L«rderd»httr Heine" gelte». Zu der vou Herra Hofprediger Stöcker Iterrttö bekauuten Eingabe bemerkte der Herr Oberbürgermeister. daß ihre maßlose Ausdrucksweise nur sehr winig christliche» Sinn bekunde. Da durch die Rauifizenz der Kaiserin von Oesterreich auch die Mittel zur Einrichtung des Denkmals sicher gestellt seien, so beantrage er die Genehmigung der Vorlage. Gegen dieselbe spricht Herr Stadtverordneter Adams, weil die Aeußerungen Heines älter Vaterland, gute Sitte und Religio» und unsere rheinische Heimat idn der Ehre eiue» Denkmals «uwürdig machen. Aber auch er muß entschieden protestiere« 8 ege« die von Stöcker versuchte Eiumischuug iu ie dortige» städtische» Angelegenheiten. Herr Iustizrat Vlorm entgegnet«, es sei ein bittere« Unrecht, Wenn man die Zeit außer Acht laste, zu welcher der Dichter gelebt, r« Gebildeten iu Dmtschland würde» es nicht derstehen, »unu die Versammlung die Errichtung ablehnte. Sicherlich würde mau ihre Gestnnung mit der der Berliner Protestireiideu identifizieren. Da» Deukmal soll errichtet werden b<m Sänger des Buches der Lieder, der Lorelev. Nachdem «och>der von ultrrmootaneu Gesinuuuqen nicht freie Ghmu.-Dit. a. D. Kiesel sich gegen mtt Herr Iustizrat Courth fftr die Vorlage ausgesprochen, der daran eriauerte, daß es siä, darum handele, ob die alte rheinisch« Kunststadt «och fernen an der Spitze von Kunst, 'Wissenschaft und Bildung und eine Stätte de» Freisinns bleibe» solle» ging man zur Abstimmung über. Boa 23 anwesenden Stadtverordneten stimmten — unter ihnen b*r Herr Bürgermeister — 12 für un» 11 gegen die Vorlage. Das Drnkmal-Eomilt hat also gPegt. Oefkettpeich-Ungart». Wie». Bor einigen Tagen »urde in Wien der 100 Jahre alte, erwerbs- und beschäftigungslos« Leopold Lohn »ege« Bettelus auf der Straß« zum Polizetkommtffartat gebracht. Dsit Rücksicht auf das hohe Alter des Manne» wurde ders:lbe nicht, wie sonst üblich, auf de« Kounniffariat 1» Hast b« halten, sonder» »ach Austtahme seine» Rationale auf freien Fuß gesetzt und gegen ihn die Anzeige bei« Bezirksgericht «ege» Betteln» erstattet. Aber auch bet« Bezirksgericht kam der Hundertjährige ohne Strafe davon; denn wiew-chl der Staat»auwalt seine Bestrafung wegen Betteln» beantragte, sprach ihn der Richter mtt der Begründung frei, daß der Angeklagte in Aabetrocht seine» hohen Alter» nicht arbeite» ksime u»d sich auch kein Arbeitgeber finden dürft«, der eine» hundertjährigen Manu beschäftigen würde. Di« Gattin de» Frrigesprochene», die fich im Auditorium befand, dankte für bea Freispruch und sagte berichtigend: .Bitt' schön, kaiseilich königlicher Herr lüath, mein Man» ist nicht 100 Jahr' att» just i» er gestern 101 Jahr' alt geworden." Lrüu 8. März. (Or.-Cor^) Am 2V. Februar d. I. fand bei dem hiesigen Kreisgericmr die Verhandlung gegen den Sirthsihafttbrsttzer Schmiedl au» Weipert wegen vergehen» gegen KZ 8 und 312 de» Strafgesetzbuches (Aufreizung zum Haste gegen eine Koufeflion) und Urbertretung des Preßgretze» statt. Der Angeklagte hatte eine in Berlin bei Schulz« unter de« Titel .Der- Talm»d, Eultnrgefchichte und Moral de» Jndenthums" erschienene Schrift mehrfach verberi'et «tt überdies in zwei Blättern die Ankündignug erscheine»' bisse», daß er bereit sei, diese Schrift Jedermann ans verlaniw» gnttis einzusende». Die Schrift, et» Extract aus Rohlinz» »gelehrten- Arbeite» »nrd« gerichttich verboten und i^ge» den Berbredrr die Anklage erhoben. Bei der Verhandlung wurde di« Aufheb«», der Oeffmtltchkett beschlossen, «l» Bertheidiqer de« Angeklagten strigirtr der antisemitische Abgeordnete Dr. Pattai. der nachdem er alle Geschworenen von nicht ausgesprochen antisemitischer Gesinnung abgelehut batte, in seiner vettheidignugsrrd« all, Rohliaq'sche» Angaben über den Talmud vitterh^te u»d. wie nicht ander» zu er«,r»e« war. die Frersprechang de» Angeklagte» durch die antisemitischm Geschworeuea «rzielte. Di« autisemitischm Brovinzialblätter sehe« iu diese« Freisprnchr eine Berurtheilung des Talmud« von de« christlich - germanische» Bolksgeiste und berichten auch über di« ver» Handlungen in de« Sin»-, daß der Angeklagte de« Talmud selbst verbreitet hätte, als ob in der Berbreitung de« Talmuds eine Aufreizung zum Haste gegen das Judenthu» gelogen wäre. Man muß leider zugeben, daß die Antisemiten durch ihr, Rührigkeit e« verstanden haben, sich eiue» starken Au- Hang zu verschaffe» »ud durch ihre Kühnheit selbst unter der näht gerade fttteasreundliche» Bevölkerung die Meinung verbreiteten, daß der Talmud nnter Rebenmeaschen nur die Jude» verstehe, daß er es für ein verdieafNiche» Verl ausdanke iu den Küpftu. daß die AUiuioe iaMlite von Ädt zu Zeit Versammlungen abhalte, in denen darüber berücken werde, »ie bie vkltherrschast an die Juten »» bringe» sei. Widerlegungen werden wohl den Antisemttra gegenüber nicht« helfen, aber di« Schwankend«« kömcken doch zu besserer Einsicht gebracht »erden, wenn «au von unserer Sette in solcher Weis« rührig wäre, «in wahres Bild von de» sittlich« Aaschannnqea des Jndenchum« zu verdrriteu, wie es di« Gegner von ihre» Standpankte thu» Ganz besonders in den Kreisen, wo das dnüsch-natioaale Element überwiegt, wäre da» geboten. Afrika. Marokko. Die Geschenke der jüdischen Gemetnde, ,« Tanger au den Gutta» find demselben wir üblich, überreicht worden, wobei Se. Majestät fich tiußerte, durch diese »ufmerksamIeU aufs Höchfte befriedigt worden ,a sei» I» dem Dankschreiben, welche« der Sultan dieserhalb au de» Oderrabbiuer nur di« Vertreter der jüdischen Gemeinden ergehe« ließ, findet fich folgeuder Pastus: »Se. Majestät hat oeruommen, was Sie zum Ausdruck gebracht habe» und segnete Sie mit deü Wünschen für Ihr Wohlergehen. Mtt Rücksicht ans Ihr treue« verharren bei der bewährte» Loyatteät, antwortet« S«. Biajestät, daß Iftlche» Thun alle« Lob verdiene, mtt doß es dersett« Weg fei. welche« auch Ihre Vorfahre« gefolgt find mtt durch welchen ihr Leben und Eigenthum ihnen erhalte» rourde» unter de» Schntz« des Himmels. Se. Majestät aat wartet auf Ihre Gratnlattone, «tt de« Wunsch«, baß Sie und Ihre Fauttllrn ans immer »or jede« Mißgeschick befreit bleibe» möge». So. Majestät acceptirt Ihre Geschenke mtt bittet für Ihr znnehmende« Gedeihen, für di, verlängeranq Ihre» Lebe»» «tt für di« Hälft Gotte» in alle» Ihr» Unternehmungen." — Dir Führer der jüdische» mtt christlichen Gemetttte» Mozador» haben eine Bersammluug abgehaltr» «tt «tue . Bittschrift an die Handelskammer in Manchester gerichtet, in welcher ste die RottzwenbigkeU der Aaftechterhalttm» de» Schutzes i« Jntereffe der Humanität «tt de« Handels darlegten. _ Herarifilrt* »»I tutulb Miuhtfaktit. In» Metutuge» schreibt «an uns: Am «ergangene» SabhOt, am Tage nach de» Httvrrtt uaftre« vielgeliebt«» Katstü», hat auf hohe Anordnung Herr Lowdeoblttüer Dr. Dessauer einen Tranergottesstenst «tt ü'chorgesaag uad Predigt abgehaltea. Gleichzeititz hat er allen Lehrer» de» Herzog!hums nnter Zaftndnn» einer geeigne e» Anjpc«"