Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 11.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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lueister» entbot ein« erfreulich«« ®taak diese» in Dienste ber Huueauttät wirkeubea Verein. Zuar ist eiur NeiueAb- :mhme der Mitglieder,ahl (wo 160 auf 164) zu tmflatir n z^wefta. da Eisige durch Wegzug odrr Dod gusgeschiede» ->iu». »stet« da» Bermög« der Stiftuu, hat fich trotzdem gehob«. «ud zmar vvrwttgeud durch Schenkungen, unter deae» 2000 R. Legat de» verewigte« früheren Vorsitzende« Hern» l>enu»nn «eher »ud »000 M. Geschenk von dessen Kinde« hervorznheb« fiud. Der K,«d» der Stiftung betragt gegeuwüttltg über 36,000 M. von den Ziuseu diese» Kapital», de« disponiblenFoad» und den MitgliederbettrSg«, ergaben -sich über 3000 Mark verfügbarer Betrag, au» welchem die Stiftung di« eiaaegaugene» Gesuch« ardßtentheil» »« berücksichtige, i» der Lage war. Di« Sektion I der Stiftung hat 26 Semesterstipeudie» vertheile» können «ud zwar 14 au Mrdiziuer, 5 an Philofophea. 2 a» Juristen, 10 «a Kouser* vatortfte« 4 an Schüler der Kuust-Akademie, 1 au eine Kindergärtnerin. Hierbei ist ohne eugherstge koufrffioaelle Beschräukuag sorgfältig nach Verdienst und Bedürftigkeit verfahr« »orden. Sektion H greift is »eitere Kreise, defthräukt fich aber dafür auf kleinere Unterstützung« iu momenl «euer Nothlag«. Hier stad« wir 17 Schriftsteller «ud Htudirende, 14 Künstler «ad Suustgewerbetreideude, 19 Gelehn« und Lehrer. 18 Tchaaspiiler und Recitatoreu, 42 An- ' gehörig« dt» Saufmaauöstaude« und 33 de» Sewerbestaude» 1 «rtret«. Bi»h«r hat die Mendelslohn-Sstftuug in ihrer fiedm- «rdzwauztgjShrigen Thötigkeit <1861—1888) tu Sectiou I 701 Stipendien mit 47 947 Ml., iu Sektion H 1242 Unterstiltzuug« mit 13 646 Mk. zur verlheiluug gebracht und ' dadurch manche» Daleut emporgeholfen, manche Sorge ehrl sich und redlich »orwärr« Strebender gelindert. Eia solches > «efteultche Nesultat verdient gewiß die Beachtung und Thnl-; «chme aller Mmscheutteuud«, zumal tu unserer Stadl, wo BiUmfchaft und Knnst blühen- und wo der Name Meudelssvh». hoch geachtet ist. Unsere Mitbürger werden durch i Schenkungen und durch Zeichnung von Jahresbeitrögen damit t jeluufall» «tue Sache der echten Humanität fördern. Di« General Versammlung ertbeilte der durch Herrn Bernhardt Bvdek iu exaktester Weise uuu bereit» 10 Jahre lang geübt« Buch- und Caflaführung Decharge «ud votirte ih« für seine mühevolle Thötigkeit enstiwmigen Dank, vou den Nmwahl« sei noch erwähnt das, auf Her« S. Kinkel* stein di« Sohl zu» erst« vorfil^nden fiel. — Wir «vitbsche» der Stiftung für ihr« fernere Wirksamkeit ein Wachse», Bläh« «ud Gedeih«. JtaRlBtf, 12. März. (Or. Gar.) Rach lurze» Krankenlager, in Folge eine» Uaterletbtleibeu», da» die Aerzte bei- Schwäche de» Erkrankt« »eg« nicht z« «pertr« wagt«, starb gestern Morg« 10 Uhr der Obrr»Radbiuer.Ster» im fiebennndsechszigst« Lebttrsjahre. Dir Beerdignng fand bereit» dies« Nachmittag auf de», durch bot verstorben« 4» vorigem Jahre auf Preußische« Gebiet« erwarb«« Be» gribnigplatze bei Langenfelde statt. Die Bethetligunq der Geweiud« war eine ziemlich große, vou ««»wärtigm Mabbiuetu war« di« Herr« Dr. Loeb iu Altona. Dr. Heiuvver tu Waudsbeck, Dr. Earlebach iu Lübeck und Dtt. Eaheu i» Fulda auweieud. von denen der erster« i« Hause, der Letztere am Grad« sprach. Außerdem widmet« noch «iuzeloe Freuude dem verstorbenen Worte ber Anerkennung. Fast fiedeauuddrei-tg Jahre hat der Dohtugeischtedeu« sei» In« al» Ober-Ribbiuer bekleidet; i» August 18i>l trat er dasselbe att. Daß die Verwalttmg im Hyper» mchsodare» Siuue geschah, hedars wohl kaum der Erwülmuug, ätz darf da» wohl al» Mra»t v«rau»g«etzt »erd«; «ch Gat« wir wohl früher »u dieser Stell« Geübtheit geamu* «Mt. t» Jutereff« der.Geuwiww unser Bchauer» darüber «w ,^drücken — dwh dürf» wir de» verstorbwwa bin Au* »rstiiuuug nicht versag«, dass er seiner UeberMgm»- stet» «. w 's * s tv *f-.v Hu» HGer HißchHe» 9. Mürz. (Or. Lerr.) Im Laufe de» Januar und Februar bot sich fast all« »bcrschlefisch« Gemeind« ein eigenaistger arristischer Genuß. Der zwölfjährige GefaugsküwU«« Abraham Rubiusteiu au« Suwalt iu Russisch-Pol«, der bereit» mit f-inem Vater «tue Imtflwe durch ein« Thetl Asirrika'» und Eaglaud»'» gemacht und fich auch schau in Hamburg, Berlin und Frankfurt a./M. hatte hör« last«, producine fich allenthalben iu den jüdisch« Gemeind« Oderschttsttu«. Der Kuabe verfügt tu der Thal über eiu« sehr syerprthischeu, äußerst modulation»fähig« hoh« Sopran >md epkutirt dir liturgisch« Synagog«.Gesiiuge mit einer gew fl«. nicht zu verkeuaeudea Verve. Unstreitig steh« dem kttium Säuger uugrwöhnliche Stimmmittel zu Gebote. Ob er fich auch iu Wirklichkeit zum systematisch geschult« Künstler aubreifm wird, ist eine audere Frage, welche «rft die Zukunft beantwortra muß. Gegenwärtig weiß der Vater de» Knaben da» edle Metall tu der Kehle sei«» Sohue» ganz fama» zu schätzen und der klein« Rubiastein muß seinem Vater schon eiu immerhin ganz beachtenswerthe» Sümmchen ersang« haden. — vor einiger Zeit hat eine Dnell-Affaire zwischen einem Misch« mid christlich« Rechtsanwalt eiu gewiffe» peinliche» Llussehm erregt. Au» einem geringfügig« Aulaffe beleidigte Letzterer sein« jüdischen LÜ vattn. Dieser ließ e« an der in solchen Fällen üblich'» körperlich« Zarrchlweisuug nicht fehlen. Der christliche Rechtsanwalt nmr aber wett davon entfernt, nunmehr auch dir linke Wing: zum Backenstrriche hinzureichen. Er forderte sein« Gegn>?r zum Zwrikampft, eine Forderung, welche auch sofort angraommrn wurde. Da« Duell nahm ein« für beide Thrir unblutig« Verlauf uud dr» ist der einzige Vorzug, weläw» man diesem urmüchsig teutonischen Streithandel nachrLhmeu kann. Ein jüdischer Rechtsauwal',' der sich seine» ih« unbequem gemordearn Mdenthum» wege, duellrri! Güt da aicht am Ende auch der Satz: TJTSDt Smr K16TW? Da sage noch eiu Antisemit, der Jude vermag« kein Pulver zu riech«. Indm Mischehen mit Audersglaubmdm scheiam die jüdischen Schön« uiiht sonderlich viel Glück zu haben. Wenigst«» spreche» die Fälle an» der jüdisch« Finanz-Lristo* kraste dafür. Wir riionern nur au d« Fall Bletchroeder und Schoßberger de Drruya. Etwa» Aehuiiche» spiette sich vor einig« Monattu natürlich jinter viel bescheidener« Verhältnissen iu einem oberschlestschen Laudstädch« ab. Eine junge jüdische Frau lebte unglücklich mit ihrem ihr vor Kurzem angetrant« jüdischen Satt«. Ihr intensive« Ja* tereffe wußte eiu junger christlicher Kaufmann zu erregen. Da» Lttbesverhältatß gedieh so wett, daß e» zwisch« den jüdisch« Satt« zur Ehescheidung kam. Der christliche Galan legte es seiner Dulctnea nahe, nach erlangter Danse dtt Eh« mtt ihm eiuzugeh«. Rach groß« Kämpf« erlangte er svgar auch dtt Einwilligung seiner streng kirchlich« Eltern zu dieser ramanstscheo Heirath. Alle» war schon zur pomphastest« Vollziehung der Etz« vorbereitet. Da mchtt da» verhäugniß vou Seit« der Säckttr de» Gesetze». Au« sehr ttifttgen Gründen durste vorerst dem Eheautrage nicht Folg« geleistet «erden. De uniebsame Enttäuschnüg der jungen Dam: kan» man fich wohl dm^eu. Werwe-ß, ob diese» Äebesdram, nicht gar ein« ttagtsä^a Abschluß findet! Mau köuwe füglich auch dieser Pikant« Geschichtt d« Ittel beileg« »bürgerlich und romantisch." Sr. 7. März (Or.-Eor.) I« unserer gut« RachbarjMd» Düsseldorf ist'geftrm endlich dtt dtt dorstqe Einwohnerschaft in heevorragmder Weis« beschäftig««! Frage de» Heino-Deukmal» zu« Abschluß gek»»»«. Scho» s«t Monalen wurde da» jro und eontr» tu dttser Angettgev* hest aus » lebhrfttste bporocheu. Kvei Besttioaen. eine pro« testirmde mit 668. und eine dafür eiutrrtmd« «st 332 Unterschrift« war« a» dtt Stadkverordwetenversammlmig. gekomurn. Dal. Heim-Dmkmal-Svnutt hatte de» Luirug «tttgrbmcht, d«, Ligttü zwei Plätze (iu der «ähr tz-