Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 11.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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*t fix toerteu |ierNn| »»»letzte«, Jugbesunbere fot die Befthchuug z»r u« der Senwta*. nud BuubeSoertrettmg nt zur Bekleid«»» »ff,-»sicher «ewler »o« religtöse» vekeuutuitz uuabi Licht» iei«. dt mihält da» Bekmntniß, dag Tugend und Sittlichkeit auch bei Andersgläubig« zu schütz« und zu ehren sei. Unser Kaiser hat damtt da« Werk vollendet, da« sein er. lauchter Steter, der hochselige König Friedrich Wilhelm HI. begann, al« er durch da« Edict am kl. März 1812 den tu den Pre« rische» Staaten wohnende» Juden an Sttlle ihrer .Gewerbeprivilegt«, NawraltsattonSvatmte, Schutzbrief« und Eonzesfiorm" da« Staatsbürgerrecht und damit eine Heimath xilieh. Freilich blieb« der Beschränkungen noch viele. S Äff diejenigen Juden, welche da« Staat«bürgerrecht besaßen, im:«» nicht fähig, ein gültig;« Zeugmß in Kriminalfälle» abz tlegeu, wen» es auf härtere Strafe al« SV Mk. Geldstrafe oder 4 Woche« Sefängnß aoka». Ungünstiger al» in dkl monarchischen deutschen Staaten war die Frage der Juden i« de» sogenannten .freien' Städten. Während die Stadl Breme» noch bi« zu den fünfziger Jahren keine» Juden al« Angesessen« in ihren Mauern duldete, beschützte di,, Stadt Hamburg ihre Jude» nur unter Ansrechlerhaltanz rigoroser Gesetze. Die Stadt Frankfurt beeilt« fich, al« sie im Jahre 1811 ihre Selbstständigkeit «iedererlaigie. de» kurzen Traum völliger Smancipattou der Juden zu zerstören. Noch in den dreißiger Jahren wurde daselbst di: Zahl der jüdischen Eheschließungen obrigkeitlich festgesetzt- Im xttJtu deutschen Reich ist dir völlige Gleich» berechtig ung der Bekenntnisse Gesetz und Wahrheit geworden, daß fie e< in alle Ewigkeit auch bleibe, da» ver> trauen wie der Gerechtigkeit und Weisheit unserer Hohenzollernfür?« In innigster Dantbarkeit wollen wir deutschen Jude» m sere« entschlafenen Kais«« gedenken, bei seiner Bahre steher auch wir die Segnungen Gotte« auf da» deutsch« «eich herab, au seiner Bahre legen auch wir da« feierliche Gelübde ab. getreu bi« in den Tod dem Kaiserhaus« zu dien«, mitzrriage» «> allen Werken b ärgerlich er Tugend, au «lle, Beftrebuuge» zur Ehre und Stärkung de« deutschen Baterlaude». Da« Bit'' de« Kaisir«. de« ruhmreichen und weisen Herrscher«, de« Schirm Herrn der Religion wird auch in unseren Herzen nie erlisch««! htt D*?1 s nqp 3»n eunzen Gedächtnis; wird der Gerechte sei»! (Psalm 112 8.) I Und ivü'.dig reiht fich hieran der unvergleichlich herrlich« | Passus in t rm soeben erschienenen Manifeste de« Lais«« und König« Friedlich HI.: [ .Ich will, daß der seit Jahrhunderte» iu Meinem ' Hause heilig gehaltene Grundsatz religiöser Dulduug auch fenier alle Meine llutertffime». welcher Reli» giowr-Kiemeiufchast «ud welchem Bekeuulutffe fie auch augehöre», zum Schutze gereiche. St» Jeglich er »mter ihnen steht Meinem Herze» gleich »atze, habe» dach «lle gletchmitzig t» den Tag,» der Gefahr ihre volle Hiugebung bewährt. L Gatt whilte und beschirme da« theuere Leben unsere« p allerguädigßen Kaiser«, Kduig« und Herr»: •pan vm* rr [: .to'3 rnr ofan xem » -? - ■ ■ ■ Damffseblawtz». Glagdeßgirg. Die i« den Kirche« »e« deutschen Reiche« finden auch iu allen Synagogen deffelteu Trauergott««» dienst« um dm allverehrtm Helden-Kaiser strtt. In vielm Synagogen habm die Rabbiner und Prediger schyn qpr jüngsten Sabbath der tiefempfundenen Trauer dnoch Gebet und Predigt Ausdruck verliehen. So schreibt die .Magdeb, Ztg." unterm 12. d. Mts.: .Der vorgestrige Sonuabeud-Gotteidimst in der hiefig» Synagoge gestaltet« fich, ohne daß diese« in der betrMm'm. Predigtanzeig« ulgedeutet war, zu einem wahrhaft «greis« - dm Trancrgottesdimst. Da« Gotte«h»u« war a» her ge» wvhnlich gefällt. Wenn schon da« Gebet, da« der Rabbiner mit der Thorarolle im Arme für da« S-elenheil Illerhöchftseiner Majestät de« in Gott selig verstorben« Kecher. Wilhelm I. sprach, alle Herzm mächtig ergriff, so w« die« bei der daraus folgenden Predigt, Über d« de« verlesenen Wochenabschnitt entnommenen Text 2. B M. Lap. 12 v. 2: .Dieser Monat sei mch der bedmtungSofilste', in »och viel höherem Maße der Fall. In der Syuegoge wird übrigen« später noch ein besonderer TrauergoUetdienst ftattfindeu.' (Derselbe ist auf Freitag Abend 8'/. Uhr mberaumt.) Atetttn. 9 März. (Or.-Eorr.) Dem sorbm au» ge» geben« 84. Jahresbericht de» hiesigen i«ra^itischm Waisenhause« eutnchmm wir folgende«: In der Anstalt befinden sich sieb« Knaben, «in Mädchen ist in einer Pension und für vier Linder unbaf Erzirhuuggbeiträg» gezahlt. Da» Vermöge» de« Institut« betächt jetzt Ml 122 941.94 und hat sich somit gegm da» Borjahr um tDM. 8548^1 vermehrt. Der Bericht «wähnt zuerst, daß anläßlich der Anwesenheit Ihr« Majestät der Kaiserin i« September v. I. auch «in Vertreter de» Waismhans«« zur Andimz befohlen murde. .In derselbe» geruhte Ihre Kais«!, und Kümgl. Majestät Sich eingehmd nach den Zweck» und Ziel» unsere« Institut«, sowie auder« hiesig« israelitisch« WohlthStchkett«- Aastaltm zu «kuadigm. hob lobmd dm Sinn derselb» zur Linderung d« Leidm der Rcbeomea scheu l»ervor und empfahl, auf dem bettelmen Wege fortzufahrm und ähnliche Anstalt» in B«lin, di« Ihr« Kaiser!. und Königl. Majestät sp.ciell bekannt sind, zum Mnsttr zu nehmen.' Geslorbm sind fiu vergangenen Jahre 12 Wohühättr. bannt« auch Herr Abraham Meyer, der seit dem Jahre 1883 de» Vorstand«. Collegium angehörte, und d« langjährige HruSarzt Herr SanitL1»rach-Dr. Fränket; daaegm sind « nme MstgUrd« hiozugelommm. Unttr dm Eumahm» im »«gaogmm Jahre sind za erwähn«: n. zu» Brnndfond« Kt 7880 darunter von Ihrer Majestät der Kafferio ein Geschenk von 7v Ml; b. laufend« Beiträge «k. 3268 von 292 Wohlthäteru in Stettin. Berlin. Stargard i. Pc. n. a. O.; o. «eschmle «t 882PV und d. Zins« «t 4873. Die sämmüichm An«gab» betrug« Mt 8355 48. I» Gewahrsa» de« Vorstände« befind« sich noch für di« Waisenkind«« Sparkaffmbüch» i» Bettage von Mt 1631, sowie Met Meininger Loose. " -teipztg. 8. März. Am 26. Februar fand im Sitzung»- saal« der Synagoge die 27. ordentliche Emeralversammlung ein« Stiftung statt, welch« nun schau seit wehr al« ein Btrrtrljahrhuudert seMwmich wirkt. Di« .Mendel »so iMstiftung" ttägt dm Ramm de» groß« Philosoph« und seine« EukÄ, de« Kmnpouisten. Stndire br uns«« Hochschule und Schüler lldsae« Kon ervatorin«» find e« denn auch, welche st« M Falle Milchender Würdigkeit nt» Bcdür'tigkeit durch Sts. p«ndim nnt«iiütztab« «uß« dm Jüugem der «iffmschaft uub tz« Musik gewährt sie bekwmiüch,»ch Künstler, chch Knchgrwerbettrtbmdm. Schriststrüern,^chrrr>, u. f. W-M Nochfall« vorübergehende klein«« UnkerWMugln. ' tue nm eerft$t*bm §tg4m I“ " fctf ■brl—fCM Jahr, sowie 6er K>