Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 11.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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i fteM «aff Geflisseullichsft brtoirtt. ult M et sein« Helfern, [ de« «*ifra CtaatCoftmicm mb de» (tvftt« Schlachtdenkern, zu nerdäuftu habe, wen» ihm das herrliche Werk derdmtschen Einheit so »ohl gelung« ist.' Dar»« hat er s» -tmm unb dewühetm Rath gffuaben, weil er selbstständige lleberzm- I guugen n«h«» der seinige« gelte» lieh, »eil er «n denjenigen, die er in ernste» Lag« erprobt hatte, »uverbrüchkich festhtelt «ad ihnen sogar manche eigene, Jahre lang gepflegte Anschauung gn« Opfer «beachte Und »er Allem war er zum Herrsch«» berufen. »eil er, wie der Leuchter t« Heüigchume, aus »ine» G«ss« ge. wese» ist vom Fuß bi« Wir Spitze; er war vom Scheitel bis z»r Sohl« ein Mau», ei» Fel«, an de« die »ach so hochwogende Branduug sich brach. Di« llnguast de« «ffmtlichea Urtheil« «ouate seiuon Wille« nicht brechen, die Guost kouutr ihn nicht tftnden; « that, wa» er »ach ernstester Prüfung für Recht erkannt chatte; der deutsche Kaiser fürchtete Niemand außer Gatt. Gegen wen hat sich der erregte u»d irregeleitete Volk«. »Le wilder und uugeberdiger erhöbe» al« gegen ihn in jenem stürmische» Jahre, wo km berechtigte» Bolltwünjchen so viel Unklare« und Berbvecherische« beigemischt war? Deauoch war e« sei»« erste That, al« er die Zügel der Re. gier»»» ergriff, freigestunte Mäuuer zu de» höchste» Würden zu berufeu; er hatte 8cht»ng vor de« BolkSwillea, aber er war kein Sklave desselben. Drei Mal habe» frevle Hände ihm «ach dem Lebe» getrachtet: dies« Meuchler habe» nicht vermocht, ihm da« Her, zu verhärte», ihm de» Glaube» zu oehmeu, daß viele Mllioven deutscher Herzen i« vewmwerung, Berehrung und Hingebung für ihn schlage»; sei« 8ebe»«,de»d ist erfüllt gewesen von de» Sinne» und Sorgen, de» Arme» «ufzuhelfen; er wollte al« Klutg ei« Schützer der Arme» sei«. Und diese Geschlossenheit de« Charakter«, dieser feste und unerschütterliche Wille kam ihm, weil er wie ein Leuchter im Heiltgthume grwesm ist. well er Gott im Herzen getrogen, «eil er eine» ttefreligiöse» Sllm beseffe» hat. Unaufhörlich wiener hi» auf dies« Quell de« Lebe»«, er wußte, daß die Sebeuskrast selbst der mächtigste» Ratio« versiegt, wen» diese vnome» lebendig« Wasser« verstopft werde». Seine Religtosttät glebt »»» auch die Zuverficht, daß er der letzt« Staude ohne Baug« mtgegeugeseh« hat, baß er ficherlich tu» letzt« Kampf so nmthig und fest wie jed« ander» de. stand« hat. ~ Ader seine Religiosität war keine ««herzige, keine versolguugßsüchtige, Ne war, wie e« dem Herrscher eine« so groß» Reiche« zr».cmt, mit Duldung schö» gepamt; laut «»oll» wir Juden zumal e» bez«gen, daß unter seiner lftgieruug di, Gleichberechtigung aller deutsch« Bürg« ohue fWckficht auf da« vrkmntuiß Staatsgesetz t» Deutschland -grworde» ist. daß sei»« Guade und sein Rechtsgefühl uns mächtig vorwärts gebracht hat. Gott Hai dies« Lmchter tui Helligthume auch voll um» ßrahft mit de» Lichte seiner Gnade; Erfolge, di« »u« «ärch«. Haft erfchteu», »«» wir sie an« fern« Jahrhundert« läsen, wem, wir sie fecht selbst miterlebt hätt«, hat er erreicht; er '.feilt b*l Deutsch« Roich, d« Tr««« «ud die Sehnsucht ' Seschtechter, gezründet »ud er hat dies« «a» so halt« wird; er hatte in seine» Hause »»endliche« Glück; er sah die Urenkel «r sei»« A»g« heranwachs», er sah dt, Zukuuft feine« «tzeschlecht« »ach menschlichem «rureff« gefichert *ii zu spät« Lag«, er war umgeb« von eine» Volke, da« ch« liebte, er war groß und gut «ud darum wird sei» -käme ewtg tiuern l wir aber, wie wir stet« voll Lrme für ihn, so lang er lebte, gebettt habe», bet« jetzt für da« ewig« Heil zu Dir, o Gott, »usrre« heingrgaugeuen erhaben« Fürst«. An« der Tieft »nserer G>»le erfleh« wir sodann Genesung für unser« Kaiser Friedrich IH, der jetzt die Saltuag de« Laude« übernimmt; « wehre dem Verderber, « hllf, « heile ihn, daß seine große Schusncht gestillt »erd,, sei«« Volke zu dien«, wie es sei» Vater gethau hat, e« »och lang« Zell zu führ« zu tau»* höher« Stuft» der Gesittung und de« Wohlstandes. Gftd »en Mg« Fürsten, der dazu beruf« ist, seine« kaiserlichen Vater «tn Mithelfer zu sein in der Regierung diese« 8-mdr«. der ficherlich wie einst Salomo, der Mge Herrscher, trat Weisheit und Einsicht bittet. Dein« Seg« von d« Höh«, daß er wie sei» Vater, und sei» Ahn, von seinem volle geliebt werde und Gerechtigftll und Tr«e pflege! Tröste die Kaiserin, die edle Frau, die durch fromme Liebeswerke d« Glau,, der Kraue zu mchr« trachtet. Gieb dem ganz« deutsch« Vaterland«, da« schwer geprüft ist. Dein« Trost, Dein Hftil. Dein« Fried« l A«m. Die deutsche« Jude» a« der B«hre des . ikchtser» Wilhelm. Die Trauerkuad« vom Htnscheid« unsere« geliebte» Kaiser« ist längst durck, alle Laude gedrungen, trauernd steht anz Deutschland au der Bahre seine« themen Herrscher«, der off«« Gruft wein« deutsch« Fürst«, weint ein Ästarft« voll, beweint auch der deutsch» Jude d« eines Regenten, der der Gewisse»«, »ud Relt» giousfretheit i« neuen deutsch« Reich etue Stätte de. reitet hat. Stark und mächtig ward es durch Kampf and Sieg, herrlich und beglückend durch die Lugend der Duldung und Menschenliebe. Niemals wird der deutsche Jude vergesse», daß euter de« Kaiser« Wilhelm mächtig,« Scepter nach zweitausendjährige« Sehn« und Ring« die Emaucipation der Jud« im deutsche» Reich Gesetz gewordm ist. Freilich enthielt schon die pr«- ßtsche Verfassung-Urkunde im Artikel 12 dm Satz, daß der Genuß der bürgerliche»: und staatsbürgerlich« Recht« unabhängig sei vom religiös« Bekenntnisse. Man gelaugte jedoch nicht zur Erftuntniß. daß dft Beschränkung», welche da« Gesetz am 23. Jnut 1847 hinsichtlich der Zulassung jüdischer Staatsangehöriger zu kffmtlichm Arwtem verordnete, durch die verfafftmg außei Straft gesetzt sei«. Unser Kaffer war t», der als Prinzreg mt durch dm Erlaß vom 23. Mai L8«0 de» Grundsatz ausspcaäj, daß dll Zugänglichkett öfftutticher Aemter für Jud« »nr nach der Verfassung«urkunde zu beurteile» sei. Unser Kaiser war ei mch, der dft Gleich. stelluog der Kouftsfiene» tu bürgerlicher und staats« bürgerlicher BezielMng t» norddeutsch« Bund« .und dann i» nm« deuffche» Reich durch sei« Unterschrift Mm Gesetze erhob. Es ist nur ein einziger Artiftl. dm da» Gesetz am 3. Juli 18«st enthält r Alle noch bestehende«, an« der de» religiöse» Beftnnftüfft» hergelettete»! .der biirgerliche» »ud stuatSbür -Ut