Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 11.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Aber wie der ganze Lebenslauf diese« erhabenen Fürsten erstauulich und betspiello» gewesm ist. so erweckt noch sein Hciwgaug in diesem hohe« Alter eir so heiße» Sehnen nach dem Lerli reuen, so reißt sein Tod ein« so klasseud« Lücke, al» sei er ein Manu in der Vollkraft der Jugend. Dan: achl schon seit länger el» Jahresfrist ringt der edle Throurb« mit einer tückschen Krankheit, er. auf den Aller Ltg» hoffend sich richteten, wenn un« dir Sorge kam, daß der Lutser, der hochbetagt«, von dieser Welt sollte abg«. rnsen werten. In diese« schwere, Jahr« war un» di« uu> «nlwegte pflichttreue de« greisen Fürsten ein Tro't und «in« Stütze; und er hat in der Treue zu seinem Bolle, iu dem Hochgefühl der Regentenpfiicht au«gehirrt bi« zu» letzten Tage, er ftt, obgleich dem Greise de Bürde der Herrscher« Pflicht schlier genug werden mochte, die gauze Last allein getragen, und noch a« letzt« Tage, al« schon die ärztliche Einsicht den Zustand einen hoffaungtlosm nannte, schriftliche Besetile gegeben und «ft dem Enkel über da« Heer geredet, al« über da« starke Schwert, deffm Deutschland bedarf zu» Schutz sei»«« und de« Weltfrieden« und da« darum all zett de« heimgegaugeu« Kürst« große Sorge ge« »es« ist. 'Sem letzte« Wort war: »Ich Hab« keine Zeit, j müde z» jeii.* Die« war auch die Parole seine« ganz« Leb««. Welkt, na Schmerz mag da« Herz diese« Helden, der »ur «in« Leidenschaft hatte, die heiß« Liebe zu seinem Bolke und zu seinem Lande, zerrisse« habe» in den letzte» schwer« fogm de« Kampfe«, in den« die Seele sich lo«. rang von d:r körperlicheu Hülle, da der Sohn, der Liebling de« Bolkrt-, durch «ine harte Rolhweudigkett vom Krank«, lager de« Pater« ferngehalteu wurde. Werkt«» da« tieft Weh ermesftn, unter dem di« Kaiserin leidet, die litnger al« achtundfünf^g Jahre in trauter und treuer Eh, intt de« Kaiser verbanden gelebt hat uud durch chu so hoch emporgehob« word« ist. Wie tnf verwandet ist die hohesZrau, die Tochter uu. ftrr» Kar n paare«, die vo» einem Krankeplager zu de« ander», ve» eine» Todteubett zum «adern geruft» wttd und die zu, dieser seelische» «och noch schwelt« Ndperlichv» Leid zu trag« hat. * ' QU empfinde» der treueste Socho, der dem- Wbote »er «erzt» trotzend, mck sei« ohuedie« . schon so steck wsHstttrete Gesundheit noch mehr gefährd»^; dft smmigen Gefilde Jtalie»« verläßt und dorthin kommt,. wicht» di« Wich» ich» ruft, auf dies«, wutsch» Boden», dm er f» inutgsi lützt, und de« fern z» bleib« chm schon a» sich et» harte« Opsm ist. Ueber di»- Kaiserlich« gamitie, glänzauddemch Macht, durch Tug«d, durch Seist uud Humanität», hat sich dnukle« Gewölk gelagew, aber, durch die Wolke» hindurch leuchtet die Sonne ewig» Ruhme«, di» da« Haupt, dechw umstrahlt, dar da« Dmchche Reich gegründet und so. fest zusammru» gofügt hat. Wir hört« eb« au« tan heilige» Buch» ein« Stell« von de« Leuchter: au« reine» Gold«; au»«iu«m Guß sollt« der Lruchwr fern vom Fuß bi« zu»' Spitze Solch rin.! Leuchter stand im Heiligthu«. Girbt c« ei» paffmtere« Gieichutß für d« erhaben« Fürste», um desft« Heimgang jeder Deutsche tief emptzundme Klo» «stimmt? Wie der Leucht« au« sieb« Lamp« Licht ««»strahlte auf seine Um. gebuug uud d« ganz« Tempel «hellt», so sind vou der Person unsere« Laiser» Strahl« au«gkgaug« nach all« Richtungen unsere« Batertaude« uud haben e« tu all« seine» Gauen erhellt uud erweitert, durch siebenfaches Au«strahl»u der Gottesfurcht, der Wiffeuschaft, der Kuusi der GerechtigkeitSpflege, de« Wohlstände«, de« Ruhme« und der Größe. Wie dieser Leuchter ack reinem titelte war; so war kei» Nrg «ad Falsch i» diese« edl« Eharakter, uie mischte sich die Schlacke der Ruhmsucht i» da» Gold dieser echt fürstlich« Sestaauag. Wohl ist dreimal sei» Heer «uög«. zog«, um da« Glück der Schlacht« zu «Proben, uud Ruhm, wie er sett Mensch«gcd«km «ad von gewaltig« Krieg«, thatea erzähl«, noch nie gewon xn ward« ist; Refftet sich , seitdem an dir teutsch« Fahnen; aber nicht da» verlaug« , nach Ruhm war e«, da» teu schon damal« hochbchahrw» Fürst« auffch«chte au« bchaglicher Ruhe uud-ih» hiuau«.; führte iu den Lärm der Schlacht«, ivo er »ft eigeuer > LebmSgrsahr für seiue« Bolle» Wohlfahiu kämpfte, sonder» \ die Pflicht, sein Land zu schütz« geg« jegliche Unbill, dft j Pflicht, den Schild der deutsch« Ehre stei« «in und klar i zu erhallen. i Rur mit schwerem Herzen zog er de» Schwert au« der | Scheide, bann aber führte er «» glanzvoll jote Keiner zur! Ehre de« deutsch« Ramm«, zur Mchrmq deutscher Wohl» | fahr». Al« er, ein vierundsechzigjähriger Mann, teu preußisch« Thron bestieg, der geg« alle« umschliche-Erwart» ihm zu Theft geworden war, war er über die Träume de« Ehrgeize« längst hinan« und er glänzt um so Heller tu der Geschichte Deutschland», well er nie glänz« wollt«; weil, wäre er nicht herausgefordert uud gedrängt worden; der erst« Thnl seiner Regierung so friedlich gewesm wäre al» der letztere, in «elchem der Respekt vor den deutsch» Baffen die kriegerisch« Gelüste unserer Widersmher gebidckigt Hat, und wie da« kaiserliche Wort lautet; ei» „glorreicher Reich«, stickeun« geuordm ist. E« war er, Leuchter vo» nrteft Dvtte> iutau tt t* __^ •>»• .-t« - ».• "