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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 10. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 10.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Jahre vvrstorbeuc» vorstandsmttgliede und hochderbttnteu Stifter de» vereise» Herrn Max Lö» Beer dr »armen Worte» »idwete. zu deffeu Ehren sich die Versammlung von de» Litze» erhob. Der Rechruschastsbericht gedenkt ferner der scl. Kran Nina Fröhlich, die dem Verein 50 st. testirt«. uod coustatirt trotz »dermal« vermehrter Ansgabeo für die Waisenpfle-e eine» Zuwachs de« vermögen« nm VIS fl. 28 kr. Die Jahresbeitrüge und Spenden per 701 st. und 159 fl. bliebe» auch im abgelanfeur» Jahre auf einem sehr niedrigen Niveau, und nur Dank dem Ertrüguiffe de« B,rei»«foube«. da« eirca 5000 fl. betrügt, war e« möglich, die Stoßen für die Waiseuversorgung zu bestreiten. E« stehen bereit« 71 Skiodcr in der Verein-Pflege, und zwar 45 in Brünn und 28 au-würi«, die theil« SO fl., theil« 80 fl. al« jährlichen Erziehungübeitrag beziehe», zumeist bei ihren Mütter», refp. nächsten Angehörigen und durchweg« in FamUiin untergebracht find urd in ihrer leiblichen Pflege und fit stich. religiösen und geistigen Erziehung von berufenen Person« u überwacht werden. Sowohl dieser Bericht, al« der Recht» rgsadschluß und der veranschlag für da« laufend« Ia^ mrrde» einstimmig genehmigt. Die ausscheideudeu Borstar damitglieder, und zwar die Herren: Landes-Robbiner Dr. B. Placzek und kais. Rach D. Mandl wurden auf drei Jehre wieder', au Stelle y« verstorbenen Max 8öw Beer wurde Herr Leop. Löw Beer auf zwei Jahre neu- Sewühlt Herr Emil S orer dankte dem Vorstände für seine kühewrlluug, worauf der Vorsitzende die Versammlung nach einer knize» Erwiderung schloß. — Ewglawd. Ktzrfstekd. Sonntag, den 29. Junior, bei Ge legen hett der Horpualandacht, wurde der übliche Gottesdienst Nachmittag« in der Synagoge obgehalteu. Ein erhöhte» Interesse gab sich gerade diese« Jahr durch den Umstand kund, da angenommen werde« durfte, daß überall beim Gottetdienste auf di« glatter nkrankheit, welche hier und in der Umgegend ernnr efiidemisch»» Charakter erreichte, Bezug genommen »erden würde. Rrv. A. Green hielt eine Ansprache über ^Ansteckende äkraokheiten und Gebrauch der Desiu fectionsmittel in der Bibeln lieber den Vorschlag rimn besonderen Bet- und Fasttag anzusetze», bemertte Herr Green, daß da» Iuderrlhum, den Werth de» Gebete» vollauf anerkennend, dennoch wett davon entfernt sei, den Menschen in Tage» der iHoil) und Gefahr nur auf da« Geb» hinzuweisen. Da» jüdisch« Gesetz lehre nicht bloß, »a« der Mensch von Gott verlangen durk, sondern in demselb»n Maße, wo» Go't von de» Menschen fordert. Die ganze Tendenz der L>hre de» Judurthums bestehe darin, zu bewirken, daß wtt einen geeigneten und zwcckmäßigen Gebrav ch machen von den urr« von Zoll »orgefchriebenru Verhaltung«, egel», durch deren Beobachtung dtt Sicherheit und da» Wohlergehen der menschlicher Existenz gefördert wird. In den Sauitätsgesetzen und den Vorschriften über Diät J<i|(t da» Judeuthüm, wa» ter Me »sch sich und Andern zu leisten hat. E» ist oft gegen da» Mosaische Gesetz der Einwand erhoben Norden, daß es sich da» Erdenwoh l de» Menschen zu sehr a rgelegen sei» lasse und hu nicht hinauftrage in «ine über ihn hinauSlicgende Spiere. Gerade au» diesem Grunde cber ist da» jüdische Reiigiousgrsetz über andere ReligionSsysteme erhaben, welche den Menschen schon in diesem Leb m ewporhrben von der Erde, oha« rha zum Himmel erheben zr können und ihn so dem Umstand« der Uasicherhett überl« sse». Mtt Bezug auf den Vorfall zu M-irah erflärte der Nedver. laß dir Worte fS n VTH (E<>r. 15,26) übersetzt »erde» miif&tn: ,Uad Gott belehrte iiyx über da» Holz, »elche», io da» Wasser gemorsru, dafselt« versüße." Da» mag wahrcheinlich Holzkohle g,wesen sei«. Da» Salz, »elche» El^chah amvendete, unttrnkbare Wasser zu heile«, «■*» lehr wohl Steinsalz (^laeuo) gewesen sein, welchG jene Cttgeud mtt ihre» reiche» ammomatalischeu Erzengniffe» hervorbracht« und »elche» die Eigrnsihast hat, die organrschk» Unreinheiten de« Wasser» zu pavrlisiren. Mtt Bezog hierauf, bemerkt Herr Green, mag <» vieAeicht Einige« schemen, daß bei einer derartige» Auslegung die Schätzung der Mittel, durch welche Llischah de» Wille« «Sotto« zur Ausführung brachte, zu gering anßfallen würde. Bo dachte auch Naama», al« er verdrießlich — Llischah'« Thür de« Rücken wendete^ der anstatt zu beten und eine Zoibersormel anzuwmd«, ihm empfahl. sich im Jordan zu bnde». — Die mosaischen Borschrffttu. ansteckende Skrrauchettrv fern zu halten, wann einfach und vollkommen. Di« modern« Heilwtffev schüft könnte nicht« bieten, was im Stande wäre, da« von Mose» vorgeschriebe»« JsolirungLsyftem noch »a verbessern. Da« Sprenge» mtt Asche von der verbrannten lkuh war eine eiosachr Des» infectiou und die Ansteckumtzökrast: wurde besonder« nocß dadurch gemildert» daß der Desinfimtor sich selbst wieder deSiofictten mußte. Solche Beispiel« j»eige« klar und dentlich, daß da» Bete» wohl de» Mensche» eigeneStraftanstrmgnng nntersiützt. aber in keinem Falle dieselbe entbehrlich »acht. Dtt Hospitalregel empfiehlt diese Beachtung besonder» de« Juden, da dtt Maßregel der abgesonderte« Pflege ver Lranten ihren Ursprung in dem masrischen Gesetz hat, welche» gleichzeitig dtt Ausübung eine» Llkbeswerte» unterstützt, welche» sich weder um den Glauben, «och um da« Vaterland und dtt Russe klimmen, sonder» nur um da« menschliche Elend allein. Aersey. Eine« größer« Leichevzug. al» deu am Sonntag. den 5. d. bei der Beerdigung dr» «erstorbenen Herrn Simeon Jewell, einer «er älte'tm Einwohner von St. Heiier«. hat unser Ort. wohl in langer Zeit nicht gesehen. Mehr al» taus«d Personen bildeten Spalier von de« Sterbehause zum Begräbaißplatz. Dtt Haltung dieser groß« Menschenmosie gab beredte« Zengniß von der besonderen Achtung, welche Alle dem verstarb »en zollte». Diese gab sich aber noch besonder« dadurch kaud. daß verschiedene Flaggen halbmast hißten und sßmmtltthe Läden in der Stadt geschlossen waren. Am Grabe verrichtete I. L. Hanau dtt ltturgisckea Fnnklioaea in hebräischer und englischer Sprache. Dieser war ftüher Geistlicher der jüd. Gcmeiade, welche sich aber vor mehreren Jahren al» solche aufgelöst hat, da heute nur noch 8 jüdische Fdmiltta hirrsrtdst wohnen. Fist alle beim Begräbniß anwesende» Christen trüge» Akazienzweige, welche sie in dar Grab warfen, al« der Sarg hineingesenkt worvea war, und ein besondere» Interesse bezeigten sie, al» sie da» ganze jüdische Cnrmoaiell aus'« strikteste auSführm sahen. — Die Rachlasseaschaft des verstorbenen Baron von Ster» beträgt noch der Testaments - Sprcificatton 3,544,978 L. Sterl. ftnmäuien. C. Multarel. (Cr.«Ä.) Der politische Zustand derruwänischerr Jsraetttrn gerade seit 1878, in welchem Jahre ihnen durch den Berliner Vertrag angeblich eine völlige Unwaadtung zum Guten geschaffen worden, dieser unerträgliche Zuftandtst dem LuSlandr schon bekannt. Es dürft« darum Ihre Leser interrssiren von Zeit zu Zett Einzelhetteo über denselben zu erfahre». Wtt man ja weiß, wirb de« Israeliten aller Läadcr der »Handel- und nt de» m>gebildeten Länder» außerdem vor!) der »Handel mtt aeistlgr» Getränken" ui« verbreche» au gerechnet. Auch in Rumänien geschieht btt» und darum hat man schon vor vttlrn Jahre» ei««« ß ö im Spirituosru-Lvxazgesetz« geschaffe», wonach kein Jude anf dem Dorfe Schlüter sein darf. Und, damit diese Bestimmung, wirflich »»«geführt werttt stad dtt ehemaligea Schäoler von de» Dörfern ganz und gar vertriebe» werden. Rumänien »erspürt aber ttt Rothwendigkrtt von Zeit zu Zech, «G gar s» selb». Treibe» z« veranstattt» »rb Brod und Häuslichkeit zu bringen; «•>> de Unmenge anderer Gesetze fabrizttt. geht, kan» «an duupch aktive Soldaten idMpcherMffemtzaß

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