Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 10.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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UJS "t" Mertl», 28. Febr. (Ot.>8orr.) Die vo» M. Hille gestifwte Kraukenkaff« jüdischer Handwerk« und Künstla hielt ihre 42. Generalversammlung ob. Dt« Borsteher Hermann LandSbagrr» M. Manhermer, 8. Auerbach, D. Keilcheofeld, M. X vodeusteiu, Jos. FeLntel, M. Jacob, 9L Zöget «ad 8. Nelson wurden »jeder gewählt. Der Food« der Krankenkaffe beträgt 28,013 Mark. Die Einnahmen «ad Laigaben inkl. Geschenk« balaaeireu mit 9762 Mark. Die Gesellschaft zählt 24 lebend«,-24 verstorbene immerwährend« Mitglieder, 3 ordentliche immerwährende, 2 L«t»>Jnbilare, 1 Stiftung«. Jubilar (M. Halle), sowie 281 Ehren« ua» 27Ü ordentliche MUglieder. Die Hilfsanftalt für Wittwea und Waisen hat 356 Mitglieder und 57,950 Mark Fond«. Der Jnbelfoud« besitzt 10,250 Mark Kapital und Spezialftistungeu von N. Oppenheim, M. I. Bodensteia. Her«. Landsberger Jacob «ad Minna J«rael, M. und Bertha Menheimer, Ludwig Löwe mit 10,250 Mark. I. Gkogaa, 28. Februar. (Or.-Korr.) E« ist bekanntlich ungleich wichtiger» einen Mensche« vo« wirthschaftlichen verfall zu retten, al« dann, wenn er verfallen ist, ihm ein Almosen zu reichen, von diesem Gedanke« geleitet find hier vor einige« Jachren a»f Anregung de« Herrn Mamlock mehrere Mitglieder uuferer Gemeinde zusammeugetreten, um ein« Darlehu«kaffe für hiesige jüdische Gewerbetreibend« zu gründe», die kein« Armennuterstützunz beziehen und für die Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung Gewähr leisten. Da« Unternehmen galt «icht al« sehr au«ficht«voll, well, wie e« schien, ihm zwei Klippen drohten; waren die Leiter zu rigoro«, so nützte e« nicht«, waren fie zu mild, so wurde da« Grundkapital aufgezehrt. Die Erfahrung hat gezeigt, daß diese Befürchtungen grundlos sind. Im letzten Jahre find 108 Darlehen gegeben worden, darunter 24 in der ungefähren Höhe von 300 Mark, 5t in der Höh« vou 200 M. I« acht Jahre» betrug der Gefammtverluft 550 Mark bet einem Grundkapital von 5000 Mark. d. i. nur 1'/, pEt. pro Jahr. Da« ist bei eine« Umtch vou 15,000 Mark i gewiß ein geringfügiger Schaden gegenüber dem großen 1 Segen, den ein solcher Verein stiftet. Der v.rein hat natürlich wie jede« besonnen geleitete Fiuauztnstitut einen ReservefoaM. Dieser beträgt gegenwärtig 1940 Mark; er wird gebttdet au« den Zinsen, welche die Darleiher zahle». Der Zinsfuß ist 3 pLt. Wir vrrdflentlicheu diese Daten in diese« Blatte, um an andern Orte» die Grüuduaq ähnlicher Vereine auzuregen; fie sind, wie man steht, nicht so kost» spielig al« mau von vornherein glauben möchte. Kßor», 4. März. Den Mitgliedern der Sterbekasse ■ ifüO ,-riTS erlauben wir uu« hierdurch kund zu thun, daß 233 Mitglieder sich bi« jetzt dem Vereine fest und unverbrüchlich augeschloffeu haben; dagegen haben zu unserm größten Bedauern 28 Tollegen, die bereit« ihren Beitritt erklärt hatten, trotz wiederholter Mahnung ihr Eintrittsgeld nicht berichtigt, so daß wir grnöthigt find,« dieselben nach ß 23 der Statuten anäzuschließea. So bedauerlich die« auch ist; so hoffen wir doch, daß der neu gegründete Verein erstarken und fest« Wurzel faffen wird, und ersuchen wir daher unsere werthen Mitglieder, auf befreundete College« einzuwirkev, sich dem Verein anzuschließe«. Such wäre e« .sehr wüuscheorwerth, wen« die werthen Mitglieder bei chren bezüglichen Gemeinde-Vorstände« beantragte», «inen jährlichen Beitrag der' Sterbtkaffe zur Gründung eine« eiserne» Fond« zafließen zu lassen, wa« i» K 10 der Statut« vorgesehen war, wonach Privatperson«, Gemeind« und Varine passiv« Milglich« «erd« köaaen, wenn sie sich zur Zahlung erue« jährlich« Beitrage« vou 10 Bcon pctpfiN^tcK. Zum Schluffe berichten wir, daß wir a» Eintritts« Gelder» nnd sonstme» Zuwendung« 327 M. 9» Mg. ver» ewaahmt. und 220 M. 0t Pfg. au Porti«, Druckkostea und Material %tbau f» vrrbleibt «8 dnmmch «um Summa mm 107 «. zur Resertztz, wetchm UWchMcheut» um» varstmche und zwei Mitgliedern durch Revision für richtig befunden wurde. Reuamnelduncen siebt entgegen. Da Borstand da Stecbekasse NNId. L. Leipziger, Tamor. Zu» MeEfake». (Auflösung de« politischen Räthsrl« in Nr. 8.) Da für den Wahlkreis Olchko-Lyk-Johaune«- bnrg gewählte Regieruug«-Prästdeut von Gumbinnen war Robert Viktor von Pattkamer, unsa jetzig« Mnista de« Innern. Derselbe war bekanntlich während da neuen Laa am Aufa-g da Sechziger vanrath de« Kreisch Demmiu und hatte sich hierbei durch seine konservative Opposition gegen da» libaale Ministerium bekauut gemacht, nnd dürste daha mit dem Landrath L L. dch au Mecklenburg grenzenden Kreisch fich selbst gemeint haben. Ob dies« Lav brach X. X. sich lächerlich gemacht, wenn die Gochoa Konvention bestand und wenn sie nicht bestand^ kann dadin gestellt bleiben. Bei dem maßlosen Elende, welche die «eualichen Ausweisungen harmlos« rusfi» scha und österreichischer Unterthaue» im Allgemeinen > verursacht haben und da« vom Landrache dch Kreisch Strasburg in Westpreußeu wieder augefaageue Hia- und Herschiede» zwischen Rußland und Preußen insbesondere noch verursachen wird, ist dem unbefangenen Staatsbürger da« Lachen über eine derarttge Verdrängung da Humanstät durch da« Natioualität»-Prinzrp vollständig vergangen. Die Verehrer de« Reichskanzler« Fürsten Bi«marck ziehen au« dieser Rede die Beruhigung» daß derselbe die Ausweisungen zwar später gebilligt» aber doch nicht selbst erdacht hat. Oesterreich-Uwgart». Mir«. E« hat schon längar Zeit valautel, daß der Herrn Baron Hirsch-Ehereuth ein« Schulstiftung plane, welche in ihrer Großartigkeit einzig dafteheu würde. Wie wir nun hören, find die Borbaeituuge« für die Aktivirung dies« Stiftung so »eit gediehen, daß in ein« nahen Zeit schon di« praktisch« W rksamkett dec Schulen de« Baron Hirsch wird begiuueu können. E« handelt fich bei diesem großangelegteu philanthropischen Werke darum, die in Galizien Heranwachsende Geaaatto« jüdischen Glauben« dnrch entsprechende Schulen z« zivilifirea, fie da Unwiffenhett und Verdummung zu entreißen, und fie durq Ackaba» und Haudwerk zu tüchtigen Mitgliedern da Gesellschaft zu «ziehe». Nach dem Willen de« philanthropischen Stifter« solle« die Lehr« an diese« .Jndeuschuleu" keine«weg« jüdisch« Koufesfio» sein müffeu. sondern da« Lehramt soll jedem tüchtigen Lehr« zugänglich sein, ohne Unterschied seine« GiandeuSdekenntaiffr« und seiner Abstammung. Baron Hirsch bestimmt« fern«, daß in jenen Gegegenden Galizien«» in welchen öffentliche Bolk«schulen noch nicht tu genügend« Zahl vorhanden find, da vierte Thal der Baron Hirsch'sche» StistougSschule» christlichen Schülan zur Verfügung stehen soll«, und daß diese Schüler im Falle ihrer Bedürftigkeit mit Schnlrequifiken und Kleidan zu versehen seien. Feen« sollen sie auk.Kosten der Stiftung von Katecheten unta Aufsicht da kirchlichen Behörde de« Unterricht in da Religion «halte». Go find di« „konfesfioarllen Schulen" de« Baron Hirsch beschaffen. Er hat e« gezeigt, wie die Philanthropie in Einklang zu bringe» ist mit konfessionellen Anschauungen, nab wa« die Haupsach« ist, mit ein« wahrhaft vorurchetlslose» und echten Menschenliebe. Da betreffenden Gttstuug hat Baron Hirs ch, wie wir hören, ei» Kapital von zwölf Millionen Frank« Swidmet. Die BerwaUnng da Stiftung solle» ei» Zentralratorinm, da« feinen Sitz in Wie» hat und zwei Lande«- kuratorieu. mit dem Sitze tu Krakau u»d Lemberg desargen. Die Mitwirknog in diese» Kuratorien Hab«» auch notable Persönlichkeit«» christlich« Ko«f«sfioa zugesagt. Arttmu IS. Februar. Die gestern unta Vorsitz de« Herr» stüs. Rache« Mandel abgehältene Genaal-Versammstmg de« Mähr. jüd. WatsenhilfSvaetne« »nrde von demselbe, »st ei«« Aschrnse eräffnet, de, a de» im »orige»