Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 10.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/5369809-5935050-5938317--6572-5372481- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5. Die 8 bisherige« Revisor«», die HH. L. I. Leszyusky. Ruß »nd Rothholz, werben wirderaewähit. Es tritt jetzt um!•/» Uhr eine Pause bis 8 Uhr ein. Der 6. Gegeastaitd brr Tagesordnung betrifft die Rn träge des >u ssch usfes auf Statuten Veränderung. — Wir werden von Heu 16 Paragraphen nur über diejenige» referiren. an welche sich länger« Debatten und wesentiiche Aealerunaen knüpften. Am wichtigjüm ist der K t über den Z w« ck des D. I. V. B. Derselbe lautete nach den revidrrte« Statuten von >862: »Zweck des Bundes ist die Förderung der Berwaltunas-, Bildung-« und Wohlthitigkritsaugelegenheiten der Israelitischen wc« «einden des deutsche» Reich» Insbesondere soll dieser Zweck erreicht werden durch: ' I. Fürsorge für Religionsunterricht und Ausbildung von ReU- Sionslehrrrn, irstrebung eines glefihmäßigen System» der definitiven Anstellung und der Pensiouirung von Gemeindebeamten, sowie die Fürsorge für deren Hinterbliebene, Unterstützung von Unternehmungen und Veranstaltungen zur.Hebung der BolkSbildung unter den Juden und zur Verbreitung richtiger Renntniffe von dem Wesen und der Beschichte des Judenthuw», Ausmxnteruna zur Ausbildung der Jugend für Handwerk, Landwirthschafr und techuisch« Gewerbe. Förderung des Kranken- und Armenpfiegewesens, namentlich veseittguna der Wanderbettelei. Die Behandlung cultueller und ritueller Frage», desgleichen die Erörterung politischer Gegenständ« sind von der THStigkeit des Bundes ausgeschlossen." Der Ausschuß beantrag«: nunmehr folgende Kaffung für Rr. 1—b: Insbesondere soll dieser Zweck erreicht «erden durch: 8. 4. b. l. Sammlung und Mit»Heilung von Erfahrungen auf dem Gebiete der Gemeindeverwaltung und Unterstützung bedür>- .ioer Gemeinden, Fürsorge für Religionsunterricht und Ausbildung von Reli- 8. 4. 6. 8. aiooslthrern, Einrichtungen, welch« die Altersversorgung der Gemeindebeamten und di« Fürsorge für deren Hinterbliebene bezweck»», Errichtung und Förderung von Anstalten zur Hebung der Bolksbildung unter den Juden, Aufmunterung zur Erziehung der Jugend für Handwerk, Laudwirthschast und technisch« Gewerb«, Mrderung des Aranken- und Armenpfiegewesens. Bekämpfung der Wanderdettelei und Fürsorge sür entlassene Strastzefangene, Sammlung und Bearbeitung statistischen Material» und Verbreitung richtiger Renntniffe von dem Wesen und der Geschichte des Iudenthums. Referent (Affeffor Dr. Minden) motivirte die Abänderungen. Aus der Versammlung nimmt das Wort Herr Dr. Rahm er «nd beantragt folgend« Änderungen, Iheils redaktioneller, thells materieller Natur. »ck 1 statt »Unterstützung bedürftiger Gemeinden" zu sage«: .Hülseleiftung a» bebürft-ge G me »den zur Errichtung resp. Erhaltung ber Gemeindeinstittttionen." »ä 8 Einrichtungen, »elche di« definitive Anstellung, die Belhülf« bei eintretender Invalidität, di« Altersversorguvg u. s.w. ack t statt .A» statten" zu sagen: Veranstaltungen. »ä 8 di« Schlußworte von: »und Berbreituug" «u zu ßreichen. » Der Vorsitzende erklärt, daß er »ur dl« materielle» Aiäaderuags- «ntttge des Dr. R. »ck 8 n,d 8 zur Debatte stell«. — R. »otivkt lainr Aatrsge. «r^dedarert, daß der Ausschuß die Worte .defiaitiv« Unstellung" aus den früheren Statute» jetzt »liminirrn wolle, wen» auch die befiniitv« Anstellung i» kleinern Gemeinden »st nicht durckßsetze» fei, so muß sie doch «»gestrebt, als Ziel hi,gestellt werde«. Mt nützt denn dl« Altersversorgung, wenn di« Gemeinde, sich der Beamte», bevor ft« aft werde», zu «»»ledige» suchen; a»ch für di« «it einer plötzliche» »ich» durch Alter eftttretende» Jnvrlldtttt (Blindfit, Verlust der Stimme durch Rrnnkheit und dergl.) müßt« «in« , ürsorge durch de« D. I. G. B geschiff«» werden, damit dies« Unglückliche» »fitzt mim vanderbettel gezwungen würde». — Ar«,fotz». “ ' erg trat »st großer Wärme sür den Antrag Ratzmer «i»: es i« seiier G««rinde gerade durch Hinweis auf den betr. ß des ' litiv« Anstellung der Enltnsbmonten .dann fall« der moralisch« bitte dringend de» Antrag -Brau,schweig uud Wolfs- Eharlettenburg chreche, dafür, «mnea» M Anschaffe« «klärt jedoch der Referent, de» Antrag abznletzae». Dt« vo« Dr. Ratzmer be- , «utraMr »amoaUich« Abstimmuag letzet ber Borsttzeud« ab, es wird NH| ptlffMiflPCK HMnnttf MMt UWt OPMßhMg WH Md CtiBOKfC tzt^ein^ltm^Vrrt^ tzchtze». Jbai Resultat ist ^et^eltzcht, da» Büreau alt«, Ssotat« gelnnge», dt« destatttn« burchzusetze», streich« mau jetzt dies« Wort«, I St, piß de» D. I. G. B. guu weg, er Ratzmer aazunetzmea;*) auch Laaoan-ft «klärt, die «ajorität fit sür Atletzaung; mich Der Herr Vorsitzende ttzut tziertet eine» Ausspruch, d ist: ^Er glann: nicht, daß »er «ar«lisch« Einsl« B. so grvß sei, es nette wohl der persönliche dos Lehm»»« der festuß dos Herrn lUaterstützmm »tzalichor HiVAkaffe lehat. «ss.ll jedach i« Prob hat. Es soll jedach i« Protokoll vermerkt werde», daß «8 wünsch in »werth sei. — Der Antrag Lehmann. di« »Fürsotg« für entlassen« Strnsgefangene" (t, Re T ,'cht besonders ßervorznßeb«». da st« u»ter .Armenpstege" fall«, und de» Schein erweck«. als ob dt« Zahl jüd. Snafaefaagenea so groß sei, »aß der »rmeiadebnnd für st« Sorge trage» müsse, wird — »och einige» Gegeabemerkaage» der Rechts« aawsltrBeasey und Stern — abgelehnt. — Rahmer spricht za »ck 8, daß der Gemetadebuad kein« sachwiffenschastlich«» Studie» zu de- »ad versorgen hätte, er könne ans Grund dieses »Uao» ebensogut morge« .eine Aommtsfion zur Bearbeitung einer Enrvclapädte dos Talmuds auf Rosen der Gemetaln» rinfttzen, das sei doch sicherlich nicht ein Zweck te« D. I. G. v., er soll« ans Hedang und Verbreitung der volksdildnng (durch Loliräge, potmlär« valkssch'iften) sei» Augenmerk richte«. Anch für Sammlung »nd Esiarbettnng des statistische» Materials würde «an dem Ansschuß dankbar fei». — Lebman» boantragt statt »und Berbreitnng ». s. w." zu sagen: »zur Lertzrettuna o. s. »." Beide Anträge werde« vom Ausschuß und dementsprechend vo» der Majorität abgelehnt »ad der ganz« ß 1 mit Ansnahme eiaiger rrdactionelle» Aeadernngr» in der Fassung de« Ansschaffes aageaoa»««». 8« § 8 stellt Landau-Braunschweig de» Antrag, da» aliaea betr. Ehrenbezeigung angesichts der Bmkommnisj« beim Jubiläum des Pros. Grätz zu streiche», es «Kd aber «bgrlebnt. Zu 8 3 «erd« di« Anträge Rahmer'«: ») statt „Stistnngea, welch« den Zwecke» des Bundes nicht widersprechen", zu sagen: .nur solche, welch« de» Zwecke« des Bundes entspreche», können mit dem D. I. G. B. vereinigt werden", nnd b) zu» Schluß hi»»«z»füg«u: »fall« der BundesK-ffe daraus kein« Rost«, erwachse»" — abgelehat. 8 b ist neu »nd lautet: .Rechte der Mitglieder und Epen de». »DK Spender, werdt» I» den Jahreslift«« »ufgeführt. Die außerordentliche» Mitglieder werde» i» de, Jahreslifteu ausgefühlt und erhalten di« .MKthntluagea", sowie das »statistische Jahrbuch" ». s. w. Di« khreumitgiieder habe» dieselbe« Recht«, w!« di« außerordemlichen. Die ordentlich«: Mitglieder erkalten dieselbe» Drucksachen wie bk anßerordentlichen nnd habe* außerdem das Recht, stimmberechtigte Abgeordnete zu« Goneiudetag zu senden." Dr. »aß« er hat gegen den Inhalt de» 8 nfibts cinzuwende», nur an der Fassung, er glaub», baß es doch wohl logischer wäre, wea», der Ueberfchrift entstirechend, zuerst die Recht« der Mitglieder, dann der außerordentlichen, Mt Ehrenmitglkder nnd schließlich der Spenden «nsgefüßrt würden. Der Vorsitzende überweist dies de» Ausschuß zur Berückfichttguug de, der Redigkuag. Prof. Laznru». der bisher das Wort noch nicht genommen, macht in sehr erregter Weise dem Vorredner den Borwurf der Unbescheidenheit (große Erregung uud Murren lu derversammlung und im «orstandsbureau, man erwartet eine llnterbrechuirg de« Rednir» durch den Vorsitzenden, resp. «i» Monitum, aber es bleibt aus), da dock« einig« Jurist» an der Aenderung der Statuten gearbeitet hätten, die wohl ihre Grunde für dies« Fassung gehabt Hobe» müßte», da es schöner klinge mit deiien zu beginnen, die am w«»igst«n Rechte hätte», als mit ihnen zu schließen. — Dr. Rahmer erwidert, daß er zunächst cor.stalirr, daß es dem Redner Kotz dtti Aufwandes aller Rhetorik nicht gelungen sei, den § von dem Vorwurf« unlogischer Aufeinanderfolge zu reinigen, deun der Grund, weil es schöner klinge, sei kein logischer, sonder ein ästhetischer; bei Festsetzung von Statuten seien ihn, (kem Redner) di« Gesetze der tzogik maßgebender. Was den Borwnrs der Unbescheidenheit anlange, Io scheine ihm gerade der Schreiber de,' Vorworts zu einem gewiffen Buche am allerwenigsten hierzu qualifizirt. (Bewegung). Er werde sich weder durch persönliche Jntektiven noch durch den Mangel an Schutz seilen« des Borsttzeuden abholten lassen, die Pfiichten seines Mandats zu erfüllen und sein« Vorschläge bei de» Statuten zu machen. Zu 8 6 beantrag« Dr. Vogel sie in den Jahresbeitrag der außerordentlichen Mitglieder von IO Ml. auf b Mk. herabzusetzen; auch Dr Rahmer und Lehmann plkldiren dafür, wird aber abgelehut. Zu 8 7. .Die in 8 4 ausgesübrten Einnahmen (die Beiträge der Mitglieder, Zinsen der angelegten Kapitalien, Schenkungen, Stiftungen uud letzttvillige» Zuwendungen) find zu den laufenden Ausgaben zu verivendcn . . . 'Dem Ausschuß steht die Verwendung der für die laufenden Ausgaben bestimmten Ausgabe» zu . . . doch soll es dem Ausschuß gestattet sein, für «tchtig« Ausgaben auch au« dem eisernen Fond« bi» zur Höhe vo» 3000 Mark zu entnehmen". Dr. Rahmer vermißt «« dem Statut irgendwelche nähere Auaaben über das, was unter .laufende» Ansgaben" zu verskhen sei. vom «usschußtisch r-« folgt keine Definition. Eohn-Liegnitz vermißt auch jede näher« Angabe über da» .Geschäftsjahr". In g 8 heiß, es neu: Stimmberechtigt« Gemeinden, di« keilt eigenes Mitglied zum Gemeind:Iag abordnen, können andere Mitglieder bä Bundes oder selver Organ« iGemeindetag, Ausschuß und Delegirte) rb»u« «i» der Slimmeaabgabe sür sich beanftrageu." resp. deren Abgeordwu« alten Stttut 8? heißt es, .können »er erblickt tarin eia« Sch«äler»mg der R önea ir ") Gemeinden uabgabe i «n auswai her t in der Mahl ihrer Aligevednete« und beantragt basür zu setzen: .könne» «itglieber einer andern Bur de »gemeind« mit der Gttmmabgab« beanstnmen." Dieser auch vo» M.G. Lewy u. Lohn-LKgnitz unterstützt« Ankrag wirb angeni»,