Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 10.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/5369809-5935050-5938317--6571-5372480- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
di« jüdisihe Lrftü gleichgültig sei imd ih« nur die christlich« mteresfiri■; er thot dir« ia eftwr lSersammlmig. dir tt«r #m» t Jade» besteht; er widerlegt de» Lerwurf, daß Sraetz »»» ' dieser historischen Lormnifsion aussLschloffen sei, stolz mit der Bemerk« daß dann er (8.), defferi Verdienste um da« Inden- Ihnm all»di«gS erst ia der — Zukunft lieg«», dieser Kommisfiiu nicht beigetreteo «Ire er verschweigt di« Thatfache, drß einem Manne» wie dem Geheimen 1 Juftizrath Prof. Stobbe, dem ausgezeichneten! Recht«! ehrer, dem besten Senner der politischen Geschichte der Inden in Deutschland wSdrrud de« Mittelalter«, dem bedeutendsten Mitglied« dieser stommission, e« geradezu peinlich auffiel, daß Graetz nicht dabet war; er erklärt jeden jüdischen Theologen, weil er ein warme« jüdische« Herz habe, für ungeeignet zur Mitgliedschaft bei der historischen Sommisfion (wenn dieser Grund stichhaltig ist. dann müßten freilich di« Deutschen di« Forschungen über deutsche Geschichte dem Ausland« übertragen); wa« heißt die« andere«, zumal Breßlau zu Juden sprach, als ein unverblümte«: S ch wei g enSie? Her: Geh. Rath Kristcller hielt alle« Reden, soweit e« nicht Lobin bedeutet, schlechtweg für Uebelwollen und unliebsame Interpellationen beantwortete er mit: klommen sie damit au'« Bureau, nur hier: Schweigen Siel Aber diese« Gebahreu, so lyrauuisch und gefährlich wie ,« ausfitit, ist doch im Grund« um lächerlich. Die Macht dieser Herren reicht doch nicht hinaus über den Saal von Saffels Hotel für di« paar Stunden, für welche der Besitzer ihn dem UuSschuß vermiethet hat. Nicht« ist komischer, al« solch ein Duodeztyranu. Der Gemeindebund hat keine andere Autorität, al« die moralische,*) und er verliert da« Bischen Ansehen, da« er »och besitzt, weuu er treue und für ihren Glauben begeisterte Juden durch schroffe Formen gewaltsam zurückstSßt. S« siebt hem Biele, die die Berwaltaug jüdisher Angelegenheitr» nicht an« religiösem Triebe in die Hand nehmen, souderu weil sie auch gern ein wenig Herrschaft und Macht au«üb«u r »ollen. Der religiöse Jude sieht auch solche Leute nicht ungern beim Werke, «eil er hofft, daß allmählich da» uuheilige )euer zu einem heiligen sich klären wird. Häufst erfüllt sich diese Hoffnung und au« der Lust, Vorsteher zu sei» und ein BerwaltuugSgebiet zu habe», entfaltet sich eine wirkliche Liebe zur Religion. Aber »a« wir in Berlin erlebten auf dem am Semeiudetage, war trotz de« redlichsten und beste» Dillen« einzeluer Nicht- Berliner tat Zurückdräugen der Religiösen «ud die Herrschaft der Nameujuden. Kür jede«, der nicht «ft den Berlinern stimmte, der dem Gemeiudebund eine» crnf eu Inhalt, eiue würdige Anfgad« stellen wollte, galt da« ltzesetz: Schweigen Sie! Die vertza»dl««De» anf de» V. ordentliche» Gemeinde Uag« 41 Werli». l«chl»h.) öit haben der «vllständiakeit irrgen nachzulra,^«, daß de« vnrean anser de» gen. Herren (Meyer, «eafey, Landsberger) als Beisitzer »och angehörlen dt- HH. Rechtsanwälte: Dr. Edwin Satz snb Dr. A iebländer, beide an« Berli,.) Herr Eabb. Dr. Bogelftvin-Slettin ntterpellirt hierauf den AaSschütz «der den i» dies. «l. wiederholt besprühen«» wnndeftea ») Sb he w. n. d:« .Verhandlung,»- S.-7ö, Anmerkung. Punkt der histor. «„»Mission, maru» '««i^ntliche.jütische Hstoriker- Pros. Dr. Artls, der doch bekanntlich tet« Theologe ist. in die .hist, Eommission zur Ersorschuua der Geschbbtr der Juden in Deutschland-, der er doch «ran irgend Einer »ngehtzren »utzt». n < »< benlfeu wurd«. ftraer wie e« gekommen sei, daß der ««»schütz, der ja sonst von feinem statutarische« Recht«, .Personen,- die sich um da« Iodevthum verdient gemach«, im Ra«,-» de» Bunde» Eirrnbezelgnnge» zu erweisenbei oerschiedeueu Gelegi ah iten so ergiebigen «tebrauch gemacht habe, die» bei« .«rity-Jubiläumin ostentativer Weise unter» laffen habe? Bei der Beautwortnna dieser Interpellation zeigte sich der gange Jammer ia der Zusammensetzung dieser zur .0bjecti ve« Behandlung der jüd. Geschichte eingesetzten Itommisstoa.- Man möchte fast mit' dem Propheten sagen: MB? 'S NV122. «>« bei einer ertappten schlimmen Thar in solche Bei legenheit gerieth der »«-»schütz, an» der er sich in recht schülerhafter Weise au»zureden sucht«. Der Vorsitzende de» D. I. S. «.. Herr G.-R. Dr. Erlsteller, wollte zuerst antworten, da siel ihm der Herr Prof. Dr. B retzlau in'« Wort, »au möge ihm doch die Beantwortung überlasten. Herr E. degnügie sich »na damit, zn erklären, er sei ganz unschuldig dabei, er für seiae Person wollte gern Herrn Pros Grätz ia der Sommisfion haben, da» könne Herr Prof. Bretzlau ihm bezeugen. Herr Pros. Bretzlau sucht« hierauf den Ausschutz rein zu waschen und nahm da» ganz« Odium aus sich, rrsp. er wölzte die Schuld aul die Schultern der ^kommiffion-, di« ganz unabhängig vom Ausschuß sei ic. Dr. Xahmer wies daraus hin, datz sowohl den »Satzuaaeu der historischen Eommission- (abgedruckl in den Mittheiluagen Xr. 16, S. Ä> g S): .Die Sasse ngeschäste (der Eommission) und die Vermittelung de» schriftliehen Berkehr» besorgt da» Bureau de« D. I. »1. V.-, sowie serner au» der THatsache, drtz die beiden Borfitzenden unb noch «in Mitglied de» Ausschüsse« (die ö Herren: Eisteller, Lazaru», Steiathal) dieser Sommisfion angehörteu, und endlich darao«, daß di« Eommission thatsächlich Selber aus der Bundeskaff« erhalte, doch unbestritten hervorgehe, datz di« Eommission dnrchaus nicht unabhängig vom D. I. (8. B. sei, der Allsschutz also, der (siehe .RiNheilungen Rr. 16, S. liJ) die Mitglieder der Eommission berufen habe, auch mitverantwortlich für di« Schmach sei, die man de» Judenthum durch Richtbecufung seines einzigen (lebenden), von allen Gemeinden Deutschland» hochverehrten Geschichtsschreibers, aagethan, der Ausschuß Hab« dadurch den Gemeiudebund um alle Sympathien bei dra deutschen Gemeinden gebracht. Prof. Bretzlau gab allmühlich zu, datz die Eommission vom Ausschuß autz«: den von demselben besonders bei einigen Gemeinden gesammelten Seibern auch aus der Bundeskaff« (b. h. aus den Jahresbeiträgen der Gemeinden) Subvention erhalt«: zuerst zweihundert und dann noch achthundert und in diesem Jabr« taufen d Marl, doch das sei ja «ine ganz oerinasüalge Summe »» vergleich« zu einem Aasgabeetat von über 7009 Mark; darum sei die Eom«. doch ganz unabhängig vom Ausschuß, »ad wenn sie auch von diesem .berufensei, so haoe man doch vorher mit den einzelne« '.Mitgliedern unterhandelt, und da Hab« man sich für den Ausschluß tat Pros. Grätz entschieden, er (Bretzlau) Hütte sonst seinen Eintritt in die Eomm. entschieden abgelehn«. — Herr M. V. Levy spricht auch lein« vollste Entrüstung gezen das all« iüd. Gemeinden tlefverletzeude Verfahren de» Ausschuffe» au« und will die Gründe hören, warn» Grätz, der mit so warmen jüd. Herze» die Geschichte seines Bolle» geschrieben. nicht berufen worden. Herr X. A. Ster» vom Ansschutz meint, baft die Interpellation einige Tag« vorher hätte eingerricht werden müssen.*) Al« der Borsitzende Herr Justiz ruth Dr. Meyer die Verlegenheit sah, in welcher sich Ausschuß «ud Eimrmisflo» befanden, stellt« er die Frage, ob die Gründe vielleicht persönlicher Xatur seien, und sie deshalb nicht znr Ssft Uichen Minheilung geeignet fein.- Daran klammerte» sich die Jnterpellirten nunmehr fest: sowohl Herr m-X Eristeller al» Herr Pros. Breslau erklärten, datz die Gründe der Xichtberufuug Grltz' and der Xichtgratulation zu besten Jnviläu» persönlicher Xainr und darum iu disser Bersammlung nicht mittheiliar seien. — Ttzit dieser ErNäruag, mit welcher die Eonunissia» — ohne c» zu merken — den Boden, auf den fir gestellt war, streng objektiv i» der Be» »rtheilung der Thatsachea zu sein, selbst in flagranter Weis« bnrch» löcherte, wurde dieser alle Gemüther gleichsehr erregend« Gegenstand verlassen. (Herr Präs. Steinrhal erklärte nachträglich in <ehr erregter Weis«, daß er zwar Anfang» für dt«!8enrkung de» Prof. Grätz ae» wefen fei, datz er aber nach der eben vernommenen Debatte de» Beschluß der Eommission doch nur billigen könne.) 4. Der Rendant, Herr Hugo Re I nh «l» «Berlin, gied« hieraus den Easfenbericht der meist vftanntr» enthalt «ad wohl in de» nächsten Heft der.Rittheilnaoeaveröfentlietz «erden wiftl,*) »arnnk Herr Bankier A. Ruß-Berlin Xameatder Eaffenreoistouska« misst»» Bericht über die vorgenommene Revision erstattet n. Dechorge beantragt, di« der Vorsitzende auch aussprich«. *) Dieselbe staub 6 Tag« vorher tn der »Israel. Wochenschriftabgedrurkt. (Red.) *) Herr Dr. Rabmer moairt den 1 loste» für Eränze «as HtSUru von Delegirten, da die» gegen den Ritus verstotze; nicht bl«» »rrbtaat» < Xabbiu«, soabern anch stersiaaiae Prediger i«i« Jelllnek-Wieu. Man- , baum-Berlta) hätten sich von »er E» izel sihr gegen dies,: »»jüdische > Unsitte ausgesprochen. Der Ausschatz lwrltP: htrwarch de» ß 1 de» i Statins; di« einzelne» Mitglieder des tzntzschiche» ksnnte» ja in dieser^ Beziehung thun was ihnen belieb«, ater »ich« in« Rame» b«SD. I. G. B«--§