Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 9.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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fl ' »äste» StMÜ Ma» Rfttzkaß. tV» dir ^Schaicksäul« M Deutschchu»»«" zu prolcsttren mck da» Uutrruehmev dem Miuist» de« Innern ,a bontjlm. Sogar bk .Kxt-ßtg.“ HM flch gedrouge«. oagrficht« dieser ^Stöckrrrirn" an dt« - Pstdrlrxzefle det der Bmrdiguug Humboldi« und der flattzüld«» de« Berll»er Schillerdeükmal« zu erinnern; w nn sie jetzt Wc de» Einfluß der Etöckaei auf unserer Staatslettuug warnt, s« dürsten wir wähl billig fragen: wer daun bei der Wahl Ehrru-Stöcker« in de» Rrich«tag den >u»schlag gegebea wsreu eS nicht dieselben Ratiouallibernleu, 1» deren l ftam M genannte Blatt jetzt f» scheinheilig für den Borkämpf» gegen da» »Psaffenthunr in jeder Gestalt" in die Schranken tritt? Daß ebne so bedenkliche augestöckertr Partei jetzt gegen die Stöckeret z» Feld« ziehen will, da« fetzt dieser ganze» Karueval-Eptfad« die Krone der Lächerlichkeit auf. Und für dies« Kartellbrüderschast zu stimmen, hatte an« vor eine» Jahre Herr Profeflor Lazarus so dringend ewvfthleu. — Hr. Sticker hat jüngst auch ein politische« Flugblatt durch die Christlich-Soziale» verbreite» lasten, von dem di« ministerielle .Norddeutsche Allg Zeit." »Värt: .Daß e« Stelle» euthalte, die eia Hinblick auf da« Preßgesetz wie ans den litter. Anstand sich nicht wiederpbeu laßen." — Die .National-Zeit."' ermannt sich sogar z« der Bitte an die kartellbrüderliche» Louservattveu, sie mvchte» doch tu Staatstattrrffe Hr. Stickert abhalte», im Neichgtage und Abgeordnetenhaus« zu rede». E« üb« da« d e allerschlechtefteu Wirkung«» auf diejenigen Liberalen au«, «elche mit gemißiglen Kouservativen zusammeuzuwirkeu bereit find. Hr. Sticker sei der Repräsentant einer zwar noch zuweilen »achllingenden, im ganzen aber glücklich überwuudeueu gehäsfigsten Episode unserer Pmtelkämpft. wem» er selbst die Konsequenz au« dieser Lhatsach« nicht zu ziehe» »ermige. so sollte» seine parlamentarische» Fraktiousgeuvffe» th» doch i« Staat«iutcreffe dazu veraulaflr». — 8 AüuiaoAer^ 24. Februar. (Or^Corr.) Unter dem Borsttze de» Herrn Rabbtua» Dr. Bamherger tagte am 12. d«. M. im Geballd« de« hiefige» J«raelittsche» Waisen. Hause« die Bersammluug d» jüdstche» Religionslehr» Ostpreußen«. E« war die« die dritte Koufereuz seit dem Bestehen de« Ostpreußische» Gemeiudroerbaude«. und »ena auch seit dn letzte» rin Zrittaum vou 3 Jahren verstrichen war, so «rfrmte fich dir diesmalige KoufereUz nicht« destoeveuig» ein« recht zahlreiche» BrLheiligung, sowie denn überhaupt da« Gepräge, da« die Bersammluug an fich trug, Zeug»iß dafür «blegte, daß diese hier »och so jaage Institution zur Hebnng de« Religiou«uuterricht« und de« Lehr», staube« iuzwtsche» au- Interesse eh» zual« abgenommea chatte. Eine große Anzahl vo» Ehre«gLfteu. bestehend au« ML»»»», die »och vo» einem wahrhaft jüdischen Geist ». füllt find, folgte mit uugetheilt« Aufmerksamkeit den Brrtzaudltnv» »ud g^ üb» die dabei zu Tage getretene richtige Auffassung d» Anfaab« unserer jetzigen Rttigivasschulen ihr» Nuakeuunng den vollste» Ausdruck. Nachdem die stoufrrruz uw 2 Uhr Nachmittag« mit aiur» Gckdete, gesproche» von de« Senior d» oftpreußtscheu jüdische» Religiantlchra — Ton» au« * enstei« —, erüffnet worden war, begrüßte der Borsttzeu . .n m,rm» An- »de die Erschienenen und gab di« Erwartung kund» daß auch diese stonferriz di« ihr verliehe« Bestimmung in voll, ständig» weise erfüllen «»de. Hi»a»f wurde da« Protokoll der letzte» Konferenz verlese» uad al« »ft» Gegenstand der Tage»«rda»»g d» .Rormal-Lehrplau" tu Behandlung ge- »oauweu, dieses Sch»erzen«ki»d der jüdischen Reltgimwschulea. G« soll brrjrntgr »och gebore» werbt», b» th« zu d» gewünschten praktische» Brauchbarkeit »»helfe, wirb. Freilich .stiebt es dafür schon so viele Rezepte, baß ein Buch davon ^gemacht w»de» kl,mir, allein selbst die größere» Gemeinde« Hub mit ihm noch nicht wett gelangt, »ob nun »ft die viele» «tt ihre» «aormale» Zustände«! Aufgabe de« Re- > war e«. »achgnwetsen,. tn wie wett sich d» tu d» orige» Koaftrruz «utworfr» Normal-Lehrplan i» verlauft der letzten drei Jahre bewährt hat. Und e» ' war h»zlich wenig, im« » uns larüb» berichte» konnte u»b n»r »m da« Jntereffr dura« uttht ganz fallen ,u laffeu. wurde je»» Rormal-Lehrplau behufs Modifizirnng ein» mj doo gewählten Kommission überwiese». E« folgte hieraus das Reftrat de« Herrn Stnrma» ou« Osterode iid» die Nothwendigkeit de« jüdische» Ge» schicht«unt»richt< tu den Schule» al« selbstständig» Gegeustand. Nur wenige Stimmen sprachen fich dagegen an« und wurde schließlich die näh»e Bestimmung üb» die eigentliche Handhabung diese« Lehr zweige« d» oben bereit« »wähnte« Kommission anverttaut. — Ueb» de« Stand der H i l f«- lasse d» vereinignn,, d» jüdischen Kultusbeamteu vou Oft-, West Preußen und Pommern referirle Herr Sekretär Klein au» Kdnig«b»g. E« war weui, Erbauliche«, da« wir bierbei zu hören bekamen. Bon üb» 200 Gemeinden und ebenso vielen Beamten sind von den »steru 19 und vo» den letzter« noch wenig» der Bereinigung beigetreten! — Gewiß, je öfter« die Klagen zu uni»eu Ohren dringen, daß nicht« für die Bersorgung d» Beamten und d»en tzioterlaffenen geschieht, desto g»echt» »scheint uns der Tadel, den der geehrte H»r diesem indiff»entea B». halten, besonder« d» Beamten, ihren heiligsten Jutettffeu gegenüber, an d-n Tag legte. Allein, so sprach He» Klein schon vor drei Jahren. Er sprach damal« ebenso zündeud und packend, aber wir erführe» e«, wie weuig Nachhall seine Worte in den H»zen der Bethriligten gefunden haben. — wa« indes bei dies» Gelegenheit noch al« höchst int»effant zu Tage ttat da« war d» Nachweis vou dem Stellenwechsel d» Beamten. Bon den Beamten in den 42 Gemeinden O st Preußens verblieben währeud d» letzten 8 Iah» nur 18 in ihr« Stellung. In den übrigen Gemeinde» vollzog fich eia Wechsel der Beamten, theil» freiwillig, theil« duah die stattgehabtm Ausweisungen — ab« nur in 4 Gemeinde» wurde dem Beamten die Stelle gekündigt. Hieraus er» kennen wir. daß die Stellung de« jüdischen Kultusbeamtea iu sein» Gemeinde nicht lo unsich» ist, al« wie man oft vage» hött. und daß die Gemeind« bei einigermaßen gute» Leistungen de« Beamte« und gut« Führung desselben nicht zu ihrem Vergnügen einen Wechsel der Beamten eiutretru läßt. — Um 8 Uhr ttat ein« Pause ei» und «4 wurde unter Leitung de« Herrn Kantor Birnbaum und Begleitung de« Spnagogenchor« Miachah und Mariw gebetet. Dft Beamten d» lleinnen Gemeinde« hatten bierbei einen Geauß. deffeu sie fich za erfreuen uur selten Gelegenhett habe». Mt d» Abhaltung von Probelection an den Waisenkindern fand spät» die Aoafrreir ihre Fortsetzung und den offiziellen Abschluß. Bei dem daraus erfolgten gemüthlichen Zusammensein, stellte «st sich beruu«, wie viel rheteorische Begabung in dieser sonst wenig dafür bekannte Bersammluug d» Religiov«lehr» vorhanden ist. wo» in der Thal die Berwuuderuug d» anwesende» EhreuakTtt erregte. Ts wurde zuerst da« Hoch auf uusrr» ihenrrn Lass» von Herrn Dr. Wolfeuberg ausgebracht, währeud Hr. Predig« Scherbe! «ms Gumbinnen aus di« baldige. glRkliche Genesung unsere» geliebte« Lrpuvriuzen toastett. Dann wechselte t« den Rede» Heittrkeit uad Erast ia d» passendsten Weift ab. und wäre« e« so «- viegene Sötte, dir wir vernahmen, daß jed» einzeln« Trinksvruch wiedergegebea zu inrrdea verdiente, wenn d-r Raum in diel. Blatte« «» gestattete. Sogar die altt Deraschch fchltt nicht. Hr. Lewinnek au«L»uiq«b»g gab na» eine wunderschöne Erkärnug eia« Talmudstrllr zum Beste«. Wtt schließ« unsere» kiericht «ft de« besten D ruk an ^«lle Diejeuigea. d« nn« dies« schöuen Tag geschaffen, zu denen i« »st» Reihe sicherlich Hr. Rabbin» Dr. Bamberger achürt. Er war e» auch, der .«» etwa« Poesie i» öj» Prosaffche chiueiuzubttuzeu" — e» der»»stattete, daß da« in de» .AamMublatde" erschien«»- Gedicht: »Israel «tu ewig Volk «ms Erdenk vorgette^eu wurde.