Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 7.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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— 5L — ist et höchst schwierig, da» uöthige Material für den hebräischen Unterricht zusammenzustelleu. dt muß daher da» Notwendig st« in ge»«» berechnete« Ziele» abgegrönzt werde«. Nm ei» Maiw, wie Herr Swaourl Banmgarte», der fast 25 Jahr« im Borstande unserer Gemeinde fitzt »nd »fit bewundenlngSwürdigew Eifer »ach alle» Richtungen die Agende» der LultaSgemeind« beherrscht, tan» fich einer so schwierigen «nfgale unterziehen. Wir find überzeugt, daß sei» Entwurf mufiergütig für alle Schulen sei» wird. (Wi? ersuche» de« geehrte» Herren Eiose»der zur Zeit um grl. Zusendung de» betr. Lehrplan» behus» Mittheilung au die juhlreichm fich hierfür iuteresfirrude» Leser u»s. Bl. Red.) Kaaubrifli. Kufi. Die Richtigstellungen iaRr.2 Ihre» geschätzte« Blatte« haben lrahier auf da» unangenehmste überrascht» jo, in gewiss r Hi» sich: geradezu Bestürzung hervorgerufea. Daß der Herr Rabbiner Dr. Beck die Enthüllungen in Rr. 51 und 52 vor. Jhrg. in Abrede stelle« oder mindesten» a bzuschwächeu suche» wird, darauf war man gefaßt. E» war vielleicht für ihn ein Gebot der Nochwendigkeit. Wer in Rumänien, in dem Le nde de» Willkür, de» Muthwillen« «nd der Berhähnung cller Gesetzlichkeit lebt, daif auf sich, besonder» wenn er Jnd: ist, den Verdacht nicht falle« lassen, al» habe er den vergewcfitigendr» Gewalthabern auf irgend eine Weise unangenebm sein wolle». Nicht Jeder fühlt sich zum Märtyrer geboren. Und auch ich würde nicht die Wahrheit so uneat» hüllt v »geführt haben, wen» ich nicht auf dem Punkte stände, da» Laad so bald ol» möglich zu verlassen. Und doch habe ich die Leid«« unserer unglücklichen Brüder nicht in ihrer ganzen Unerträglichkeit, die Willkür ihrer Bedrücker nicht in »hrer gunzrn Verwerflichkeit geschildert. »Ich bin der Mann, der da» Elend snor» Volke» unter der Zucht'uthe de» Trimm,» gesehen', kann auch ich mit dem Propheten au» Anatoih oudrvfe», nur sthlt mir der drredte Mund und der gtwaud e Griffel jene» klagekundigen Seher», um die barbarischen Newaltthaten und grousigeu Unthaten, di« hier tagtäglich zeschrhen, zu schildern. Di. Beck giedt selbst zu, daß die Austreibung au» den Ruralgtweioden ungesetzlich sei; daß die Austreibung auf einer uudarm zerzigen, rohen und barbarische» Weise bcwcrkstelligt wurde, aber wa» hier so unangenehm überrascht, fit der Umstand,!iaß er sogt: „bic Juden wären lange früher ausge« fordert »orten, die Ruralgemeinden zu verlofieu.' Da r» ihm toi) btlannt sein muß. daß man die arme» Opfer aufgeforder, binnen 14 Tagen ihr Heim zn verlassen und dirie Summation um eben 14 Tage antedatin hat. Weiter sind ihin 300 Farnfiirn in einem Distrikte eine geringe Zahl. Aber geradezu Bestürzung hat e» hervorgerufen, daß Dr. Br>k die Entfernung der Juden von den Dörfern für lern g oße» Unglück hält, wefi ma» Gesetze g,schaffen, um dahier kn» anständige» «nd menschenwürdige» Dasein zu friste». Ist nur da» Schaakgewerb« anständig und me, schenwürdig, womit man fich früher befaßte? Heute treiben lue Juden auf dem Laude Ackerbau, halten offen« Geschäfte mit Colonial« und Manufaktniwaaren. Biele sind Oekouoa e», Bel Walter, Schaffner bei den Großgrundbesitzern. Nicht minder hallen Biele größere Landobjekte, Waldungen und Lethe in Pacht. Die Jude« find auf dem Lande durchaus beliebt. Uud «in Edelmann, H. Cerkr», wollte einige hundert Frank» beisteuern, um «ine Deputation zu de» BertragSmä-hten zu schicken, daß sie Vorstellung«» bä Rumänien hieäber e h beu und zwar nur an» dem Grund«, um seine Juden nicht miffe» zu müssen. Unl» treibt man sie deuu nur a»S de» Rurcilgemeinde»? Ist Uceri auch eine solch«? Dir Judm wohnen dort seit »ndenklüher Zeit» bilden dort eine ansehnliche tzlemeinde, fie haben bmt Synagoge, Beth Hornidrasch, Badrhau». Solle» sie so «fine weurre» diese» Städtchen vertäfle«? Hat Herr Dr. Beck unter de» 300 Familie» auch diese au» Ikon rnitrmdrginssm? Uni' wa» sollen diese in der Stadt anftmgen? Gel«» U d »a die vielen Gesetze, di« di« Regierung erlafft», damft di,r sj Jude« kein menschenwürdige«: Dasein fristen können, nichts". Sollen sie ausschlievich Wucherer werdeu? Der Wachet" allein ist hier gesetzlich verbürgt. Run. der 23. April stebi:''^ vor der Thürl Hilft chut n»th uud zwar so schnell allemöglich, bevor «»zu spät wird Mstleid, Erbarmen. Schonuu;, uud Rücksicht, auf diese hat mu» bei den Rumänen, mindeste»!., aber bei der gegenwärtige» Regierung nicht zu hoffen, e» fei denn, diese totrwn von au»närt». wenn auch gegen hoher: Zoll, importir». R. 4l«ertk«. zlew-Vart. Da» „Anierican Jew'4 Anna!' für 188l» macht daraus aufmerksam, daß amerikanisch« Juden, welche in Rußland reisea wollen, kft renken mögen, daß russisch-ame»- rikanisch« Verträge nur für Christen Gültigkeit habe« unddurchaus keinem Juden irgend welche Recht« garautiren. Der amerikanische Jude, welcher uuch Rußland reift, ist ganz der Willkühr der Regienrng «uheiiageaeben und hat von der Brr» tretuug seine« Heimawlandet» kein:» Schutz za erwarten» Diele» Verfahren scheint fast unmöglich, eatipricht jedoch den Thalsachen. E« giedt daher für unsere^ Regierung keinen Btttheidig»n-»grun» dafür, daß fie Verträge ringxht. »»durch' Bürger blo» um ihre» Glaub««» willen jeder Protektion verlustig werden. Die Juden l'ildea eine» mächtigm Faktor im amerikanischen Staattleben und ihre Energie sowie ihr Unternehmungsgeist mrden. in jeder Grschäst»braoche verspürt. Sie gehören zu onserm best>n «nd treuesten Bürger» und wa» ihre Religion aubetrcsft, so ist diese dft Mutter aller Religion«« Amerika« und Europa». Dennoch aber ist ein mittelalterliche» Borurthril mächtig genug, daß eine so erleuchtete Nation, wie die der!8ereinigtea Staate», währead sie Jürrrman« volle Xreihckt und gleiche Rechte gewährt, sich dem Einflüsse eine» solchen Boimrcheil» überläßt, und während sie Berträge «it andere« NaUonen zu dem Zwecke abschließt, die erbärmlichste Spezi,!» der Menschheit, welche dem. Namen «ach zu de» Ehrisftn, tl-atsächlich aber zu den Heide» gehört, beschützen zu wollen, »ft z vil'sirresteu Bürger der' Republik, wenn sie zufällig Anhänger de» jüdi s cheu Glaaden» und Nachkomme« desjenigen Brlft» stad, welche» die »Zehn Gebote'- empfangen hat, ganz uud gar ihrem Schicksaft überläßt. E» gereicht daher unserem Staate nicht zur Ehre, i« einen Vertrag gewilligt zu Haber, welcher einen so ungerechte» U»«erschi«d in Betreff eine» Thüle» «nserer Bürger machte noch weaigeraber gereichte» ihm zur Ehre, heute uoch diese». Vertrag anzveckennea und von dnn Versuche zurückzusfthea^ ihn z» ändnn. Die Irden Amerika'», welche so großen Reichthum entwickeln und an du» Handel eine« so bedeutenden Antheil nehmen, sind hierdurch grnvthigt eben soviel oder noch mehr al» irgend eine ander« 2 lasse nach Amerikw reiseu zu müssen »nd daher ist für sie dieser AuSuahme» zustand, abgesehen von seiner blr» sentimentale» Seift, «ine wahre Plage und seine Zulassung eine Uagrbührlichkeit. für welch« e» keine Entschuldigung (itbt (M. H.) Sk. <Lo»i*. Eine der löblichsten und nachahmea»« wert heften Bereinigungen am hiesigen Orft ist der „Liüerartscho Dameoverein', welcher jeden Sc aatag seine Sitzungen hält, und die Erträgnisse au» denselben WohlthätigkettSanstaUea zufließr» läßt. Dieser Verein, welcher bei seiner Gründung, im Jahre 1886 an» 8 Mitgliedein beftaud, zählt deren heute 12. Dft Nachmittage werdn» durch Lektüre, Dcbatte», Essay», Erzählungen, Gespräche, uud Kiitikeu »«»gefüllt. Die Rr«- wähl der Leiterinnen sindet all« 2 Moaaft stakt. Bci ver-' schu denen Gelegenheiten veranstalteten dft jung« Dam«*.^ Berloosungev, deren erhebliche isirträguisse dem Waisenhaus«^/.' in Eleveland und der heb». UnrerstützuugSanstalt zu Gate>^ kamen. Wir hoffen, drß auch dft junge» Damen anberSr^ Städft diesem rühmlichen Beispick« ihrer Schwester» ia8t.Lou^ folgen und ähnliche Bereinigung,m grüudea werden. 0F“ für dft jungen Dam« in Dentschlauv auch nicht übck.) — Der hftsige Verein „Schaar» Emettz' hält vom 25. d. I. an regelmäßig wöchentlich «oft Vorlesung über