Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 7.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/5369809-5935050-5938314--6545-5372457- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bi« auf die vorgrschlag«« Abäudemuq der ganzen Stotutm enthalten di« anderen Punkte na Grunde nick?«, was nicht schon längst auf früheren Geweindetagen reiflich berathen worden ist. Wir wollen die einzelnen Gegenstände in Kürz« durchgehen and unsere Bemerkungen daranknüpsen, ad 1 u. 2 ift nicht« zu bemerken, die Wahl de- Bor« sitzenden und Burean'« ist meist schon vorher festgestellt und vollzieht sich in bekannter einstimmiger Weise. ad 3. Dir Bericht de« Lutschufle« — gewöhsich von Herrn Dr. Kristeller erstattet — wird all da« nochmal« reproduziren, wa« in den gedruckten ,Mittheilungen* de» letzte» Jahre bereit« zur Kenntniß der Mitglieder gelangt ist, in geschickter Gruppirung der Thatsachen und Zahlen, Vorführung der Leistungen und Summen — alle« mit bekannter Meisterschaft. Die Bersammlung w'rd den Bericht mit Begeisterung und Applaus hinwegnrhmen. (Die Nichtanwesenden bekommen ihn im nächst« Heft der .Mit«Heilungenzu les«.) Der Herr Borsitzend« wird jedenfalls auch über die Thätigkeit der Kommission sür jüd. Geschichte rrseriren, vielleicht ermannt sich einer der Herren Abgeordneten zu der Jntripillation: Warum der AuSfrhuß de« D.-J. G.-8. dm Meister der jüd. Geschichte, Herrn Broteflor Dr. Gr ätz. nicht als Mitglied der historischen Kommission berufen hat? Auch eine Interpellation darüber, wa» der Ausschuß zur Förderung der Volksbildung unter dm Juden etwa durch Berbreitung populärer Broschüren über wichtige, die Juden und da« Judenthnm berührende Zeitsrogen, wie r« Punkt 3 de« § 1 al« Zweck dr» Bunde» fordert, gethan hat, wäre wohl am Platze. — Bedauerlich ist, daß der Bericht über die Kasjenverwaltung. Einnahmen und Ausgaben. nicht der Einladung betgrsügt ist, damit derselbe vorher hon jedem Äordneten ruhig geprüft und etwaige Manita gezogm n können. (Damit erledigte sich Punkt 4 und 5.) ad 6 ist zu bemerk«, daß e» zu dmkrn giebt, daß der Ausschuß, nachdem erst aus dem Grmeindetag von 1882 da» Statut in vielstündiger Sitzung revidirt, festgestellt und angmommm wordm, schon wieder mit einschneidenden Statutmänderungm vor di« Bersammlung tritt. Bon Wichtigkeit ist z. B.» wie eine eilige Vergleichung ergiebt, daß au» den Zweck« de» Bunde» der im bisherigm Statut 8 1, alinea 2 ausgrführte Punkt: „Erstrrbung u. s. w. der definitiven Anstellung der Gemeindebeamtm" in dem neu« Statut pur» weggelassen ist. Hoffentlich wird ein Antrag aus Wiederherstellung diese» wichtigen Punfte« gestellt werden, ob er aber die Majorität erlangm wird, dürste bei der meistm» <m» Bor st ehern sich zufammensetzmdm Bersammlung mehr al» fraglich sein. Al« erstreb««werthe« Ziel sollte doch dieser Punkt i« neu« Statut keineswegs fehl«. Bon den 2 Anträgen der Synagogengemeinde Potsdam ist der erstere, daß in jeder Gemeinde eine Cmtrasisation der Armenpflege vorzunehmen sei (durch Bereinigung von Abgeordneten der verschied«« WohlthärigkeitSanstaftm in der Gemeind«), um rin« einheitliche Verwendung der au» dm verschiedenm llnterstützungSsond» fließmden Mittel zu beschließ«, ein guter Rath, der übrig«« in dm meistm gutorganistrlen Gemeinden bi»hrr schon, so weit er ausführbar, befolgt wird.*) Der zweite Antrag:. Erörterung und «nt Beschlußfassung über Maßnahmen zur Bekämpfung dcr Wanderbetr-lri, ist eine Seeschlange, dir seit Existmz de» D.J. G. B. auf all« Gemeindetagm zum Vorschein kommt. Da die „wirksamm Maßnahm«" nicht näher präcisirt sind, fürchtm wir, »aß die Erörterung darüber fruchtlos verlaufen wird. Der Antrag 8 (vom Synagogm-Rath in Freiburg) Vereinen, welche die Förderung de» Handwerk» und der technischen Bestrebungen unter den ISraelttm sich zur Aufgabe gestellt Halm, ohne weite, Bedingung« eium Zuschuß «u» de» Mitteln de» Buude» zu erlheilen, gehört im Gnmde *) Geschieht pv. hier in Magdeborg längst. (Red.) nicht vor die Plenarversammlung. soadem ift BerwaltungSsache. Der Antra« i> (von Herr»» Rabb. Dr. Silberstein» Wiesbaden), sich die Förderung populärwissenschaftlicher Borsräge über da» Judenthum angeleae.i sein z>'. lass«, ist sehr gut gemeint, gehört aber wohl eher vor dm deutschen Robdinkrverband. urberhaupt ist r» rin Fehler de» D.-J. G.-B., daß er Aagrlegmhriten. die qar nicht vor sein Forum gehör« — wir erim ern an die langwierigen Berathunam über dm Normallehrplan, ferner die Einsetzung der historischen Kommisston für die mittelalterliche Geschickte der Juden, Edisirn von Regest«, Respvnsm re. — mit den Aufgabm des Bunde» verquickt, währmd di« Grenzlinie auf der Hand liegt: Der i»r. Gemeindebund hat praktische BerwaltnngSfragm zu lös«,**) di« wissenschaftlichen und pädagogisch« Angelegenheiten gehören vor den Rabbinerverband. Berichte ««fr E»rrefpO<>e«ze«. De»ts«bl«u»d | Maßtzeß»«^ Wir empfchlen die nachfolgende, auf Anregung de» Elbirzrr Stadtverordneten-Borstrhec« Herrn Dr. Jacobi verfaßte Petition an da« preuß. Abgeordnetenhau« den Gemeindevorftändm in Pwußm zur Annahme. Mögen sie dieselbe schleunigst mit ihren Unterschriften versehm, „an da« Präsidium de» Hause» der Abgeordneten in Berlin" einsmdm. „Hohe« Hau» der Abgeordneten! Als durch da» Civilstand-Sgesetz den Geistlichen aller Loaftssionm die brtrifleaden Function« und damit auch die bezüglich« Einnabmm entzog« wurden, sollte eine jährliche Summe zur Eatschüdigung jmer in dm Etat eingesetzt werden. Die» geschah auch, und sollten auch die Rabbiner, bez. jüdisch« Cultutbeamtm in die Eatschädignng»berechtigtm eiageschloflen sein. Die Ausführung dieser Entschädigung hat sich al« unmöglich erwiesen, und wie der Herr Staat»- minister von Scholz in seiner Finanzrede in der ersten S-tzuug de« ho^n Haust» geäußert hat, wird dafür die Regierung ein« Gesetzentwurf einbriugm. nach welchem durch Staat»zuschüfle die Gehälter der evangelisch m Geistli bm auf mindesten» 3600 Mk. der katholisch« auf 2400 Mark gebracht werden sollm. Diesmal sollen also die jüdisch« EultnSbeamten auSgeschloflm bleiben. E» ist die» erklärlich. weil in den bete. Gesetzen die Bezeichnung »Geistlicher" nur auf die christlichen Eonfesstoam beschränkt wird, und den jüdischen Gemeinden überhaupt weder vom Staate noch von den Commuaen irgend ein Zuschuß, also auch nicht zu dm Gehältern ihrer Cultußbeamtru geleistet wird. Wir brauch» nicht zu erwähnen, daß da» Berhältmß de» Staate» zu dm Rabbinem uud den anderen jädi'ch» CultuSbeamte» —) Zunächst wäre dir Organffatroa vo» Bezirk»- und Provinzial- BcrbSudru in dir Haud zu nehme»; da« statistisch« Material steht dem Autschuh zu Gebvie, di» iveitere Sammlung und Bearbestuug desselben ist ein« sehr dankeiwwerrhe Aufgabe. Di« Herbeiführung der vollständigen Gleichstellung det Judeäthum«, Aushebung st» mancher Andnahmestrllung aus de« Wege der Petition an« Abgöordnecenhau« resp. an den Reichstag, oder durch rechtzeitige Borstellungen bei den betr. Ministerien gehört eber.falls z« deu Ausgaben de« D^J. G^B. So wäre «4 sicherlich höchst anerkennenswert!» gewesen, wenn der Autschuß auf ,e« diesjährigen iSemeindeloge den Vorstände» «tae Petttto» dargelegt hätte, wegen vttückflchtigmig der Hinterbliebenen der jüdisch« LulluSbeamten »ei de> eingebrichtr» Beamten -Rrliktrn-Novelle, ferner wegen Gleichstellung der jüdischra Lehr« und Lultutbeamtea »st de» christlichen „Geistlichen, Lirchrudieaera und Lehrern" betreff« der Br» frelüug von den dir-«» persönliche» Geaieiadeabgab« hiafichtllch Ihre« Dinrfieinkommk»« (s. unter „Magdeburg"); auch wiederholt« Vorstellungen bei den betr. Ministern »»ege» de« obligatorischen Charakter« de« jüd. Religloaluriterncht«, sowie wegen Berücksichtigung der llld. Geschworenen an ixn jüdischen tzeiettage» ^wenigsten« an Reich hoschana und Io« Rtpsmr) thaa bringend »oth. — Wir verkenne» durchan« eicht, «a» feiten» de« D.-J- G^B. für die Alter tversorguaa drr jüd. Calttwbeamter! bereit« zechen ist, besonder« durch den Abschluß de« vertrage« «st der „vstwrta". der dr» set Xachod zu verdanken ist, aber damtt sind die eigentlich« Peusi»u«derhülmtffe »er jüd. v«- a«tm »ach lange nicht ge regelt, tza ist »och viel zu thaa; von »er Herdeiführnng der vWaiiiven Avstrllnaa ist ob«» sch», di« Rede; Velde« ist et« hetlitze PfNG »er M. »rmrtndru.