Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 6.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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n «ab Sr. erlchimm; bi< jüb. Gemeinde ch Mttgs " ' E) Auiieck. W St*f. ©nmbtet «*i geschlossen wurde dir Probe» »«4 d» ««fang tim« batten rdorul-B-lkötted«« (2#W froh Herrn), i*f(cn schtüe Juloatrmiß aus Mt «nwe{atb«n et»«n recht 1 r ‘Am OtebcKl omu|U. Lrotzdem Li» ich »er «»ficht, »atz » «homM-Hy«« i» deu «ahme» der Lehrprod« kfc. ikiit. iet:-* LönigSlütw »« durch Mitglieder de» BorstandeS und der Reprise »Io nz zahlreich vertrete«. vir ©«tritt in die Tagesordnung hält Lehrer Zwirner» LümgSiütle mit Lindern der Oberklafle der jüd. Schule «ine Probr-Lektion über »di« geschichtliche Entstehung de» LhauukatzfrfeS" nach einer derselbe» z» Grunde gelegten klar durchdmhtm und auf methodischen Grundsätze« aufgebautm Disposition.*) Roch der durch Herrn Hauptlehrer Walther erfolgten Begrüßrmg wird da» Büreau constituirt und in dasselbe die rm Bern bard-Taruowitz, (Bors.) Dr. Müuz-Gleiwitz, Lohn-Lattowitz, RrchtSanwiüt Berger und Walther» LSnigShiitte gewählt; zu Schriftführern werden die Lollege« B r a n l!»Barthen und B o eh «-LSnigShütle ernannt. Der Vors tzmd« legt den Entwurf eine» au deu Deutsch» JSr^Geneindeiund zu richtenden Schreiben« vor, in welchem für di« m vorigen Jahre bewilligte Subvention gedankt und eine soll« sü die diesjährige erbet« werde. Au» letztem soll« der Theilnehmem ein Reisezuschuß bewilligt werden. In der ich hieran anschließend«» Diskussion wird allseittg hervorgetwben, daß eia erneute» Gesuch um Subvention bedenklich erscheine und die Ablehnung desselben zum Beschluß er-oben. Zm Verlegung gelangen hierauf die eingegangmen Be» grüßungischreiben von den Herr« Rabb. Dr. Rosenthal- Breslau. Rabb. Dr. W jener«Dppela, Rabb. Dr. Ba ßfreund-Tcnmowitz und Rabb. Dr. Deutsch»Sohrau, welche sä amtlich ihr Bedauem auSdrückrn, daß sie an der Theilnahine durch BerufSpflichtm verhindert seien. Auf Antrag de» Lollegen Rosen bäum I. Beuthm, beschließt die Berfammlung, da» Protokoll der Berhandlangen an die größeren ier. Zeitungen mit dem Ersuche« um Aufnahme einzusmdm. Säu mtlichrn anwesenden Ehrengästen wird die Theilnahme au deu Debatten mit dem Rechte der Abstimmung zuerkannt. Bon der Debatte über die vom Lollegm Zwirner» LünigShiiite abgehaltene Probelektion nimmt die Versammlung mit der Motivirung Abstand, daß bei der in jeder Beziehung »usterhaftm Unterrichtsprobe ein« Diskussion über» flüssig erschein«. daß aber andererseits auch wirklich vor. Sldenr iluWellungen die Diskussion persönlich zuspitzen nten. f ~ Lollege Bernhard-Tarnowitz ergreift hierauf da»! Wort zu xm von ihm angemeldeten Bortrage: »Welche Eia-1 richtungen sind seilen» der Gemeinden zu rreffm, um dm hedr. llaterricht überall richtig zu gestalten? Dem Bortrage warm folgende Thesen zu Gmnde gelegt: 1. 9k Einrichtung und Erhaltung de« hebe. Unterricht« gehört zu de» «alt»»-Einrichtungen und ist «lufgade der Gemeinde». 2. Die Einrichtung hebräischer UaterrichtS-Lnstalte», welche der Leitung pödigogisch gebildeter Lehrer zu übergebe» sind, muß überall «gestrebt wrrde». ». Dir llebertraguug de« hcbr. Unterricht» au nichtpä dag-gisch gebadet» Lehrt tästr »der nicht hierfür qaallfictrte lkaltuebrauUe, ist als b-sagog scheu Gnmdiätze» widersprechend, «ögUchst zu »ermetdrn. An de sehr sachlich und klar gehalteum AuSführungm -schließt sich eine 2 ständige bisweilen sehr erregte Debatte an. ' Dr. Münz-Glriwitz betont, der hebr. Unterricht müsse!'.<« destianittr» Ziel im Auge habm. E» müsse also da» U lSerständnist der hebr. Gebete vermittelt und da« Jaterrsie vMr da» al jüdische Schriftthmn und die Heilkgthümer de« kMb Glaulm» angt.egt werdm. ©n pädagogisch gebildeter Uweheer sei hierfür in erster Reihe qualifiziert; man könne wchler einer großm Anzahl anderer mit gutem Erfolge lrhrea» »isch. der Personm — wie etwa di» La nimm — da» Verdienst rat gute UnterrHtSrefultote nicht verkenne». Amü pädaebildetr Personm sei« nicht immer vorzügliche Lchrr dm hebr. Unterricht. , Rechttanwalt 8 er ger -LstnigShütt«. Dm <u>» christlich« Lehrer-BildungSanstalte» hervorgehmdm Lehrern mangele meist die Qualifikation für die Eiatheilmlg de» he br. Unterricht»; dieselbm hättm eine Verpflichtung, ihre Qualifikatio« vunh RabbiaatS-Atteste aachzuweism. — Die These» de« Herrn Bernhard werdm in folgmder Fassung äuge» nommm: 1. Die Einrichtung «ad Erhalt»,, dr« hebe Untm-fcW gehört zu »cn wichtigsten Etnrichiungen »er jüd Gemein»« und hei dies« darüder zu wachen, daß derselbe rrtheil« «erd:. V. Die Errichtung von hebr. Unlerrichte-Uustalteu, welche der Leitung pädagogisch gebildeter Lehrer zu übergeb«» sind, muß über«» au« gestrebt »erben. S. Dir Erweckung de« hebr. Ukterrtch« ai« Privatthätigkett der Lehrer ist al» »othbedels nur dann,, empsehlea, we», die Erricht«», von hebr. UuterrichtS-Anstalten unwöglich -der mit Schwierigkeit« »er. buvdeu Ist. Zum Schluß gelangt noch die Resolution zur Annahme: De« aus jüb. Eemiuarten vorgeh lldeten Lehrer» sei bet Besetzung »on Lehranstalten der Borzug zu geben; die >u»b»d«ag solcher Lehrer tst LNHLftttdM. Rach einer IV minutigm Pause rrgrrist Rabb. Dr. Brann-Pleß da» Wort zu seinem Bortrag: ,Stoff und Methode de» Unterricht» iu der jüd. Ge« schichte." Deo hochinter«flaute,, AuSführuugm folgte die Versammlung mit sichtbarer Spannung. Die von dm Herrn Reftrentm dem Bortrag unter irriteten Thesen werdm in folgender Fassung angenommen: 1. Der Uaterrtchl m der jüd. Geschichte Io» die Jugend durch die Smflchl in de» EntwickeluuaSgang diS JubeaihumS zu klare« Ver» ftändniß für ba» religiöse Leven der G-grn»ar», zu überzeugu,,»treue« Bckeunluiß und zu freudiger Au«übm»z de« väterliche» Betrnntaiffe« erziehe«. 2. Demgemäß muß sich »er Uuttrricht auf di«t«ntgeu Persönlichkeiten, Lttleratur-Erzrugntsie und Begriff« beschränke«. der.« unmittelbaren Einfluß auf die Gestalt-ng de« religiösen Leben« der Gegenwart s-rldauert. Er muß sernr» mit de» äußer» Schicksalen der Bors«»«« in der Heimath bekannt mache«. S. Der gesammte llnterrichietzoff is um herv.irragrnd« Männer zu . . ja verbinde» n tim an» « Sammelwerke vermittelt werde». 4. Proben llnerarischer Erzeugnisse sind möstichst nur au» den ia allen ^.ällden beftndlichen Sammlungen (Liddur, Machsor, Peßach. Haggadah, Selichotb, Ikinnoth) zu geben ö. Der Unterricht in der jüd. Geschichte muß durch dir Unterweisung in de» übrigen Fächern de« RütgioaS-Unterricht« etm^stetig« Förderung und Unterstützung erholten. 5. Die de« 7. und 8. Schuljahr »ngehörigen Zöglinge erhalten diese» Unterricht in zweijährige« Kurs»« tu je > wöchentliche» Stunden. In jedrm Jahre wird der aaaze Zeit«»« durchgenommen. Der Lehrst »ss is» so zu verthellen, daß beide Jahv-Varse «nauder ergänze.,. Rach einer Panse von 10 Miauten zur Berrichtrag d«4 Mincha-GebetS werdm die Thesen zur Debatte gestellt, und in fast unveränderter Fassung mit einer Zusatz-Resolution deS Lollegm Petzol-Zabrz« angraommen: ES soll der Ge» schichtS Uoterricht in der jüd. Bolkt schule di« jüd. Beschicht« nutzbar gemacht werdm. Mit Rücksicht auf die vorgerückte TaarSzeit werdm auf Antrag des Lollegm Rosenbaum II die vorjährigen Thesen de» Herrn Dr. RatterSdoris-Gleiwitz und tu Berücksichtigung der Abwesmheit de« letzt zmanntm Herrn von der Tagesordnung abgesetzt. Herr Stera-LönigShütt« bittck Programm und These» für die Versammlung thunlichft 11 Tage vor der Anberaumung dersrlbm zur Lm»tuiß der vetheiligtm zu briageu. Rabb. Dr. Lohen-Lattowitz erörtert die Frage bkzihgl. der sog. jüd^deutschm Lursivschrfft uud stellt atcheim diese Augelqmheit zum Gegenstand einrii Referat» für di« nächstjährige Berfammlung zu mache Ebmf» wirft Herr Lollege li a tz-Lntouimhütte «ue Besprechung der Frage, durch «elcf e Mittel Lesefrrtiqkeit m: Hebräischen erzielt werde.